mini|Steffen Bilger (CDU), Bundesminister für Verkehr mini|Erster Dienstsitz in Berlin, Invalidenstraße mini|Zweiter Dienstsitz in Bonn, Robert-Schuman-Platz

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) ist eine Oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Es hat seinen Hauptsitz bzw. ersten Dienstsitz in Berlin, seinen zweiten – personell stärker besetzten – Dienstsitz in der Bundesstadt Bonn. An der Spitze steht der Bundesminister für Verkehr, dieser wird von zwei Parlamentarischen Staatssekretären (jeweils Mitglieder des Deutschen Bundestages) und zwei beamteten Staatssekretären bei seinen Aufgaben unterstützt.

Zuständiger Bundesminister im Kabinett Merz und somit der 25. Bundesregierung ist seit dem 29. Juli 2026 Steffen Bilger (CDU).

Im Bundesministerium arbeiten etwa 1.245 Mitarbeiter, davon ca. 693 in Bonn, ca. 552 in Berlin und bis zu 15 im Ausland. Dem Ministerium sind 44 Behörden nachgeordnet, in denen rund 23.500 Beschäftigte arbeiten.

Geschichte und Dienstsitz Das Bundesministerium für Verkehr wurde 1949 errichtet. Es befand sich zwischen 1949 und 1960 in Bonn im Gebäude der Landwirtschaftskammer Rheinland, anschließend bis 1974 im Sparkassengebäude am Bonner Friedensplatz,Eintrag beim Weg der Demokratie. ab 1951 auch auf der Bad Godesberger Viktorshöhe. Das Ministerium hatte im Lauf der Jahre mehr als 28 Anschriften und war 1976 auf sieben verschiedene Standorte verteilt. Von 1979 bis 1989 war das Ministerium in der Bonner Kennedyallee 64–70 untergebracht.

Ab 1989 hatte das Bundesministerium für Verkehr seinen Sitz am Robert-Schuman-Platz im Bonner Ortsteil Hochkreuz in einem Neubau, der von 1986 bis 1989 neben dem damaligen Bundesministerium für Post und Telekommunikation errichtet wurde. Im Mai 1980 konnten die Münchner Architekten Wilhelm Deiß und Heribert Bargou mit ihrem Gebäudeentwurf den Realisierungswettbewerb für sich entscheiden. Die Ausführungsplanung und Bauleitung wurde 1985 dem Düsseldorfer Büro Eller Meier Walter übertragen.

Am 3. Oktober 1990 wurde das Ministerium für Verkehrswesen der Deutschen Demokratischen Republik im Zuge der deutschen Wiedervereinigung in das Bundesministerium für Verkehr eingegliedert.Bundesarchiv Ministerium für Verkehrswesen. 1945–1960, Koblenz, September 2010, abgerufen am 1. Oktober 2020.

Durch den Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 27. Oktober 1998 wurden das Bundesministerium für Verkehr und das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau zusammengelegt und das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) gebildet.

Seit dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin im Jahr 1999 befindet sich in dem Gebäude am Bonner Robert-Schuman-Platz der zweite Dienstsitz des Ministeriums. Der erste Dienstsitz ist seither in Berlin in der Invalidenstraße 44 in einem Gebäude, das von August Tiede 1878 für die Preußische Geologische Landesanstalt errichtet wurde und in zwei Bauabschnitten nach Plänen des Schweizer Architekten Max Dudler erweitert wurde. Im zentralen Saal des Altbaus, dem Erich-Klausener-Saal, fand die Rauminstallation Verspiegeltes Planetensystem der Künstlerin Rebecca Horn als Kunst am Bau ihren Platz.

Das Ministerium wurde 2005 in Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) umbenannt. Mit der Bildung des Kabinetts Merkel III wurde es durch den Organisationserlass der Bundeskanzlerin vom 17. Dezember 2013 in Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) umbenannt. Es erhielt die Zuständigkeit für die TK-Wirtschaft und das Telekommunikationsrecht übertragen. Zugleich wurden die Bereiche Bau und Stadtentwicklung dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit angegliedert.

Nach der Ernennung von Bundeskanzler Olaf Scholz am 8. Dezember 2021 ordnete dieser per Organisationserlass an, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Bezeichnung Bundesministerium für Digitales und Verkehr erhält. Zugleich wurde dem BMDV die Zuständigkeit für Telekommunikation einschließlich der diesbezüglichen Fach- und Rechtsaufsicht über die Bundesnetzagentur sowie die Zuständigkeiten für die nationale, europäische und internationale Digitalpolitik ohne die Zuständigkeiten für Start-Ups übertragen.

Mit der Bildung des Kabinetts Merz am 6. Mai 2025 wurde das Ministerium in Bundesministerium für Verkehr umbenannt. Die Zuständigkeiten für Digital- und Datenpolitik sowie für digitale Infrastrukturen wurden an das neugebildete Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung übertragen, weitere Zuständigkeiten an das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Aufgaben Das Ministerium nimmt mit seinen nachgeordneten Behörden die Ressortaufgaben auf den Gebieten wahr, die die Mobilität von Personen und Gütern betreffen.

Die Zuständigkeit erstreckt sich auf die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (Bundesfernstraßen, Eisenbahnnetze, Wasserstraßen und Luftverkehrswege). Zum Aufgabenspektrum gehören die rechtliche Ordnung und die Gewährleistung der Sicherheit der jeweiligen Verkehrsträger sowie die Planung und Finanzierung von Investitionen zur Erhaltung und zum Ausbau der Infrastrukturen.

Eine weitere Aufgabe ist die Modernisierung der Mobilität (alternative Antriebe und Kraftstoffe, Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur, intelligente Verkehrssysteme und automatisierte Mobilität). Dazu zählt auch die Einrichtung eines Digitalen Testfelds Autobahn zur Erprobung innovativer Fahrzeugtechnologien. Das BMV ist außerdem zuständig für das Satellitennavigationssystem Galileo sowie das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus.

Das BMV ist auch zuständig für Aufgaben der zivilen Notfallvorsorge sowie der präventiven Gefahrenabwehr und Krisenbewältigung bei den einzelnen Verkehrsträgern. Seit 2004 werden dafür ressort- und länderübergreifende Krisenmanagementübungen („LÜKEX“) und Planbesprechungen im Rahmen einer Interministeriellen Koordinierungsgruppe durchgeführt. Ziel ist es, das effiziente Zusammenwirken der Krisenstäbe des Bundes und der Länder zu üben, die Fähigkeit zum Krisenmanagement im gesamten Zuständigkeitsbereich regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Aufbau Das Ministerium ist in mehrere Abteilungen mit Unterabteilungen gegliedert, die den Staatssekretären unterstellt sind: Staatssekretärin Claudia Stutz Zentralabteilung Abteilung Grundsatzangelegenheiten Abteilung Bundesfernstraßen Abteilung Wasserstraßen, SchifffahrtStaatssekretär Stefan Schnorr Abteilung Haushalt, Beteiligungen Abteilung Eisenbahnen Abteilung Luftfahrt Abteilung Straßenverkehr

Behörden und Beteiligungen Dem BMV sind 18 Bundesoberbehörden und Bundesämter unmittelbar nachgeordnet:Liste der nachgeordnete Behörden im Geschäftsbereich des BMDV, abgerufen am 30. Januar 2022.

+BehördeSitzMitarbeiterHaushaltsvolumenBundesamt für Logistik und MobilitätBALMKölnca. 200075,0 Mio. Euro (2023)Bundesamt für Seeschifffahrt und HydrographieBSHHamburg und Rostock885103,9 Mio. Euro (2019)Bundesanstalt für GewässerkundeBfGKoblenz46048,6 Mio. Euro (2023)Bundesanstalt für Straßen- und VerkehrswesenBAStBergisch Gladbachca. 40047,1 Mio. Euro (2022)Bundesanstalt für VerwaltungsdienstleistungenBAVAurich (NI)21724,7 Mio. Euro (2019)Bundesanstalt für WasserbauBAWKarlsruhe48368 Mio. Euro (2023)Bundesaufsichtsamt für FlugsicherungBAFLangen (HE)1049,6 Mio. Euro (2019)BundeseisenbahnvermögenBEVBonnca. 1900Bundesstelle für EisenbahnunfalluntersuchungBEUBonn331,8 Mio. Euro (2019)Bundesstelle für FlugunfalluntersuchungBFUBraunschweig37Bundesstelle für SeeunfalluntersuchungBSUHamburg12Deutscher WetterdienstDWDOffenbach am Main2156388,1 Mio. Euro (2019)Eisenbahn-BundesamtEBABonn1178105,1 Mio. Euro (2019)Fernstraßen-BundesamtFBALeipzig123435,4 Mio. Euro (2020)HavariekommandoHKCuxhaven50Kraftfahrt-BundesamtKBAFlensburg83393,0 Mio. Euro (2019)Luftfahrt-BundesamtLBABraunschweig105291,7 Mio. Euro (2022)Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des BundesWSVBonn12.500

Weitere 27 Behörden sind dem BMV über die WSV mittelbar nachgeordnet. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Bonn als Mittelbehörde ist der WSV unmittelbar nachgeordnet. Der GDWS sind seit der Reform der WSV als Unterbehörden 17 Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter (WSA/WSÄ), acht Wasserstraßen-Neubauämter (WNA/WNÄ) und das Reedereizentrum der WSV nachgeordnet.

Das Oberprüfungsamt für das technische Referendariat (OPA) ist eine Sonderstelle des BMV mit Sitz in Bonn. Es ist zuständig für die Betreuung des Ausbildungs- und Prüfungswesens für das technische Referendariat. Diese Sonderstelle ist zugleich auch Prüfungsamt für den gehobenen technischen Verwaltungsdienst in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).

Das Amt für Binnen-Verkehrstechnik ist eine der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) nachgeordnete Dienststelle mit Sitz in Koblenz.

Darüber hinaus hat das BMV unter anderem die Rechts- und Fachaufsicht über:

Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF)

Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das BMV, hält Anteile an folgenden privatrechtlichen Unternehmen mit Geschäftstätigkeit:

100 % Autobahn GmbH des Bundes 100 % Deutsche Bahn AG 100 % Deutsche Flugsicherung GmbH 100 % Flughafenkoordination Deutschland GmbH 100 % NOW GmbH (Nationale Organisation für den Wandel in der Mobilität) 100 % Toll Collect 49,02 % Internationale Mosel-Gesellschaft 29,08 % DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) 26 % Flughafen Berlin Brandenburg GmbH 31 % Flughafen Köln/Bonn GmbH 26 % Flughafen München GmbH

BMV-Forschungsnetzwerk mini|Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien in der Verkehrsinfrastruktur, eines der UntersuchungsthemenM. Auerbach, A-D. Ebner von Eschenbach, D. Eichler, F. Gersdorf, F. Kaspar, D. Majewski, D. Niermann, B. Schima, P. Streek: Einsatzpotenziale erneuerbarer Energien für Verkehr und Infrastruktur verstärkt erschließen. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Berlin 2020. im BMV-Forschungsnetzwerk: Photovoltaikmodule am Autobahn-Lärmschutzwall Töging am Inn Um die fachliche Zusammenarbeit bei behördenübergreifenden Fragestellungen insbesondere im Bereich der anwendungsorientierten Forschung zu intensivieren, wurde das BMV-Forschungsnetzwerk (ehemals BMDV-Expertennetzwerk) eingerichtet, in dem sich sieben der Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden zusammengeschlossen haben.Homepage des BMV-Forschungsnetzwerks, abgerufen am 4. September 2026. Das BMV-Forschungsnetzwerk behandelt die Themenfelder:Themenfeldübersicht des BMVForschungsnetzwerks, abgerufen am 4. September 2026.

Im BMV-Forschungsnetzwerk arbeiten folgen Fachbehörden zusammen: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) Deutscher Wetterdienst (DWD) Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt (DZSF/EBA)

Auszeichnungen Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde im Jahr 2018/2019 (gemeinsam mit DB Cargo und der VTG AG) für die Entwicklung des Innovativen Güterwagens mit dem Innovationspreis des Privatbahn Magazins ausgezeichnet.

Am 2. Mai 2023 erhielt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr von der Europäischen Union und vom ADFC das Zertifikat „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ in der höchsten Stufe Gold für seine beiden Standorte in Berlin und Bonn.

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