mini|Luftbild Die Solestadt Bad Dürrenberg (bis 1935 Dürrenberg) ist eine Kleinstadt im Saalekreis im Land Sachsen-Anhalt und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie Die Solestadt Bad Dürrenberg liegt an der Saale zwischen Leipzig, Merseburg und Weißenfels. Im Süden der Stadt mündet der Ellerbach rechtsseitig in die Saale.

Stadtgliederung Ortschaft Einwohner Ortsteile Bad Dürrenberg 10.805 Dürrenberg, Balditz, Goddula, Goddulasiedlung, Vesta, Keuschberg, Kirchdorf, Fährendorf, Lennewitz, Klein- und Großostrau, Porbitz, Poppitz Nempitz 293 Nempitz, Oetzsch und Treben Oebles-Schlechtewitz 209 Oebles-Schlechtewitz Tollwitz 1.175 Ellerbach, Kauern, Ragwitz, Teuditz, Tollwitz und Zöllschen

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Leuna im Norden, Markranstädt (Landkreis Leipzig) im Osten, Lützen (Burgenlandkreis) im Süden und Weißenfels (Burgenlandkreis) im Westen.

Geschichte Aus der Ur- und Frühgeschichte Bad Dürrenbergs ist die Bestattung einer Schamanin mit Kind aus dem Mesolithikum bekannt. Diese wurde im Jahr 1934 im Zuge von Kanalbauarbeiten am Kurpark geborgen und ist heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ausgestellt. Bad Dürrenberg wurde selbst erst mehrere Tausend Jahre später gegründet.

Mittelalter und Frühe Neuzeit mini|links|Bürger- und Vereinshaus mit Touristinformation Der Stadtteil Keuschberg ist der älteste Teil der Stadt. Am 5. Juli 993 wurde der Ort durch Otto III. erstmals urkundlich erwähnt. Vesta, ein mit Wällen befestigter Königshof, wurde 1197 im Naumburger Urkundenbuch erstmals genannt. Für die anderen Stadtteile von Bad Dürrenberg sind folgende Ersterwähnungsdaten überliefert: Kirchdorf: 1248, Goddula (später: Klein- und Groß-Goddula): 1263, Lennewitz: 1267, Balditz: 1317 und Fährendorf: 1320. Zu dieser Zeit muss bereits eine namensgebende Fähre in Fährendorf existiert haben. Das Standesamt, das ehemalige Salzamt, ist das älteste Steingebäude der Stadt und ist bereits in Urkunden aus dem Hochmittelalter als Königsgut nachgewiesen. mini|Bahnhof Bad Dürrenberg mini|links|hochkant|Kurpark

Das Gebiet der heutigen Ortschaft Bad Dürrenberg gehörte bis 1815 zum Gebiet des Hochstifts Merseburg, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte. Während Dürrenberg, Balditz, Keuschberg, Vesta, Groß- und Klein-Goddula zum Amt Lützen gehörten, unterstanden Kirchdorf, Fährendorf, Lennewitz, Ostrau, Porbitz und Poppitz der Verwaltung des Amts Merseburg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f. 1741 unternahm der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach bei Keuschberg Bohrversuche. Die Bohrung war erst 1763 erfolgreich, seitdem gibt es dort einen ständigen Solefluss mit 10,63 % Salzgehalt. Über diesem ersten Solebrunnen entstand 1765 ein wuchtiger Soleförderturm, der nach ihm benannte Borlachturm befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke. Das Museum im Turm würdigt die Leistungen von Borlach und dokumentiert die Geschichte der Salzgewinnung, die Verarbeitung der Dürrenberger Sole zu Siedespeisesalz und die Entwicklung Dürrenbergs zum Badeort.Vollständiger Artikel auf Suite101.de über Bad Dürrenberg an der Saale mini|links|Spätgotische Kirche in Kirchfährendorf mini|hochkant|Evangelische Kirche mini|links|St. Bonifatius

Preußische Zeit Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die zwölf Orte der heutigen Ortschaft Bad Dürrenberg im Jahr 1815 zu Preußen. Sie wurden 1816 dem Kreis Merseburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Im 19. Jahrhundert wurden folgende Orte erwähnt, die aus mehreren Orten entstanden sind: Kirchfährendorf (aus Kirchdorf und Fährendorf), Porbitz-Poppitz (aus Porbitz und Poppitz), Goddula (aus Groß-Goddula, Klein-Goddula und Vesta).

Erstmals an das Eisenbahnnetz angebunden werden sollte der Ort im Jahr 1826 mit der Errichtung einer Pferdeeisenbahn von Leipzig nach Dürrenberg; die Pläne wurden jedoch verworfen. Im Jahr 1836 wurde die 4,5 Kilometer lange Tollwitz-Dürrenberger Eisenbahn mit einer Spurweite von 585 mm und der erste, 133 m lange Eisenbahntunnel Deutschlands errichtet. Am 22. März 1856 nahm die Bahnstrecke von Leipzig nach Corbetha über Barneck, Markranstädt, Kötschau und Dürrenberg ihren Betrieb auf.

Die Errichtung des ersten Badehauses erfolgte 1845, die erste Saalebrücke wurde 1920 erbaut. Im selben Jahr wurde die Rössener Straßenbahnstrecke in Etappen über Daspig und Spergau bis Fährdorf verlängert, sechs Jahre später dann bis zum Bahnhof Bad Dürrenberg. mini|hochkant|Blick durch das Gradierwerk in den Kurpark

20. Jahrhundert Das Bäder-Adressbuch warb in der Weimarer Republik für Dürrenberg a. d. Saale mit Hinweis auf die vorhandenen Gradierwerke (1821 m Länge) um Badegäste zum „Aufenthalt in mit Salz durchtränkter staubfreier, ozonreicher Luft“ und bezeichnete den Kurort als „Solbad“.Reichs-Bäder-Adressbuch. Nach amtlichen Quellen bearbeitet. [Sonderausgabe im Kupfertiefdruck]', Berlin (1928), S. 40, Die „Großgemeinde Dürrenberg“ entstand am 1. Juli 1930 durch Zusammenschluss der Landgemeinden Dürrenberg, Keuschberg, Porbitz-Poppitz, Ostrau, Lennewitz und Balditz. Seit der Verleihung des Prädikates „Bad“ im Jahr 1935 nennt sich Dürrenberg Bad Dürrenberg. Während des Zweiten Weltkriegs wurden ausländische Zwangsarbeiter bei Firmen in Bad Dürrenberg beschäftigt.Siehe Frank Falla Archive (auf Englisch). Am 30. November 1946 wurde der Gemeinde Bad Dürrenberg das Stadtrecht verliehen. Die Verkündung nahm Bezirkspräsident Otto Gotsche in der Stadtverordnetensitzung am 6. Januar 1946 vor. Die Urkunde wurde an Bürgermeister Paul Drese übergeben. Am 15. April 1947 bekam die Stadt ihr heutiges Wappen verliehen. Am 1. Juli 1950 wurden die Orte Kirchfährendorf und Goddula-Vesta nach Bad Dürrenberg eingemeindet.

Von 1952 bis 1994 lag Bad Dürrenberg im Kreis Merseburg (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Stadt zum Landkreis Merseburg-Querfurt, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Saalekreises.

Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg mit Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz sowie seit 1998 Spergau und seit 2006 Nempitz wurde 1994 gebildet.

Der Badebetrieb in Bad Dürrenberg wurde 1964 eingestellt, die Produktion von Siedesalz bereits ein Jahr zuvor. Trotz Erhalt der Bezeichnung als „Bad“ wurde der Ort in der DDR nicht mehr als Kurort geführt.

21. Jahrhundert Ein neuer Solebrunnen wurde am 24. Juni 2000 in Betrieb genommen. 2003 sanierte man die ehemalige Trinkhalle im Kurpark, die anschließend wieder für Soleanwendungen geöffnet wurde. Das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ wurde der Stadt 1994 vorläufig und 2008 dauerhaft verliehen.

Unter dem Motto „Salzkristall & Blütenzauber“ bewarb sich die Stadt Bad Dürrenberg um die Ausrichtung der 5. sachsen-anhaltischen Landesgartenschau im Jahr 2022 und erhielt am 28. März 2017 den Zuschlag.Jubel im Saalekreis – Bad Dürrenberg bekommt die Landesgartenschau 2022 mz-web.de vom 28. März 2017. Abgerufen am 29. März 2017 Die Landesgartenschau wurde wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2024 verschoben (19. April bis 13. Oktober).Laga Bad Dürrenberg (abgerufen am 16. Juli 2022) Sie konnte über 460.000 Besucher zählen.

Bergbau Im Jahr 1741 unternahm der kursächsische Bergrat Borlach erste bergbautechnische Maßnahmen zur Erschließung von Sole- und Kohlevorkommen in Mitteldeutschland. So fanden Bohrversuche bei Keuschberg statt, einem Ortsteil von Bad Dürrenberg. Im Jahr 1744 begann er mit dem Täufen nach Sole, dies musste 1757 kurzzeitig wegen des Siebenjährigen Krieges unterbrochen werden. Im Jahr 1763 endete nach 19 Jahren erfolgreich die Erschließung der Solequelle, die als Borlachschacht bezeichnet wird.

Im Jahr 1800 erkundet Georg Philipp Friedrich von Hardenberg die Kohlevorkommen um Bad Dürrenberg. Es erfolgte der Abbau von Braunkohle in verschiedenen Ortsteilen im offenen Tagebauverfahren. Im Ortsteil Tollwitz begann man um 1830 mit dem Abbau unter Tage. Im August 1935 endete die Braunkohleförderung am Schacht Nr. 7.

Der Salinenbetrieb zur Speisesalzproduktion wurde 1963 eingestellt.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Goddula-Vesta und Kirchfährendorf eingegliedert. Oebles-Schlechtewitz wurde am 1. Juli 2008 in die Stadt Bad Dürrenberg eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008 Am 1. Januar 2010 folgten die Eingemeindungen von Nempitz und TollwitzStBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010, was die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg nach sich zog.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 12.954 1995 12.214 2000 11.902 2005 11.391 2010 12.339 2015 11.763 Jahr Einwohner 2020 11.499 2021 11.389 2022 11.499 2023 11.540 2024 11.521 2025 11.458

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Bad Dürrenberg besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 30,1 % 8 33,6 % 9 AfD 14,6 % 3 28,5 % 8 FDP 16,6 % 5 11,1 % 3 PRO Bad Dürrenberg 6,4 % 2 9,3 % 3 Die Linke 10,3 % 3 6,3 % 2 Wählergruppe der Handwerker und Gewerbetreibenden 6,1 % 2 5,2 % 1 SPD 4,0 % 1 3,5 % 1 Bündnis 90/Die Grünen – – 2,5 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft . 2 – – Allgemeine Freie Liste Tollwitz-Nempitz . 1 – – NPD 1,0 % – – – Insgesamt 100 % 27 100 % 28

Bei der Wahl 2019 entfielen auf die AfD vier Sitze, von denen einer unbesetzt blieb, weil die Partei nur drei Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister (seit 1945) Wilhelm PresuhnZugleich Standesbeamter mit zwei stellvertretenden Standesbeamten, laut Einwohnerbuch für den Stadt- und Landkreis Merseburg, Ausgabe 1936, S. 268 f. (Bad Dürrenberg, Behördenverzeichnis), Druck und Verlag: Mitteldeutsche National-Zeitung, Merseburg, (NSDAP) bis April 1945 Kurt Eckart (SPD), Mai bis Juni 1945 Karl Herfurth (KPD), ab Juli 1945 Paul Drese (SED), 1946 bis 1947 Fritz Singer, 1948 bis 1952 Kurt Boose, ab 1951 stellvertretend Gerry Meißel (SED), ab 1952 kommissarisch/Edmund Jatz Martha Wessler (SED), 20. Februar 1953 bis 19. Februar 1976 Liselotte Wehowski (SED), 20. Februar 1976 bis 20. August 1986 Frank Klappach (SED), 21. August 1986 bis 30. September 1988 Karin Zeisler (SED), 1. Oktober 1988 bis Mai 1990 Thomas Heilmann (CDU), 28. Mai 1990 bis 30. Juni 2001 Jürgen Elste (FDP), 1. Juli 2001 bis 30. Juni 2008 Árpád Nemes (CDU), 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2015 Christoph Schulze (CDU), seit 1. Juli 2015

Schulze wurde im März 2015 zum neuen Bürgermeister gewählt. Am 13. März 2022 wurde er mit 77,0 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 13. März 2022 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 15. April 1947 durch den Minister des Innern der Provinzialregierung Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über blauem Wasser ein silbernes Gebäude mit turmartigem Dach, schwarzen Fenstern, Tür und silberner Eingangstreppe.“ mini|Flagge von Bad Dürrenberg

Das Gebäude im Wappen der Stadt stellt das Wahrzeichen von Dürrenberg, den sogenannten Kunst- oder Borlachturm dar. Die Wellen deuten die geografische Lage der Stadt an der Saale an.Lexikon Städte und Wappen der DDR 1979 Seite 99 ff.

Flagge Die Flagge der Stadt Bad Dürrenberg ist weiß - rot (1:1) gestreift.

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