Bad Kösen (bis 1935 Kösen) ist ein Ortsteil der Stadt Naumburg (Saale) im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Der Ort besitzt ein Solebad und ist staatlich anerkannter Kurort mit dem Status eines „Heilbads“. Im Januar 2020 hatte Bad Kösen 3.621 Einwohner.https://www.naumburg.de/: Stadt Naumburg (Saale) und Ortsteile - Statistik Einwohner/Haushalte (Hauptwohnung) (Aufruf am 3.1.2021).

Geographie mini|Der Ortsteil Hassenhausen im Schlachtfeld von Auerstedt mini|Die Burgen Rudelsburg und Saaleck mini|Kurmittelhaus mini|Stadtplan vor 1910 Geographische Lage Bad Kösen liegt mitten im nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands Saale-Unstrut an der B 87 (Via Regia) zwischen Apolda und Naumburg (Saale) im Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, etwa 40 km südwestlich von Halle und etwa 30 km nordöstlich von Jena.

Die Stadt wird von der Saale durchflossen, die sich an der Kösener Pforte ihr Bett tief in den Muschelkalk gegraben hat. Die Stadt teilt sich so um die Saalebrücke in ein Altkösen rechts der Saale und jüngeres Neukösen links der Saale.

Ortsgliederung Folgende Ortsteile gehören zu Bad Kösen:

Tultewitz (seit 1993) Schieben (1993) Hassenhausen (1992) Punschrau (1992) Kleinheringen (1991) Rödigen (1991) Saaleck (1950) Stendorf (1950) Lengefeld Schulpforte Kukulau Fränkenau

Umgebung Unweit der Stadt befinden sich oberhalb der Kösener Pforte die vielbesungenen Ruinen der Burg Saaleck und der Rudelsburg mit den Denkmälern des Kösener Senioren-Convents-Verbandes (KSCV).

Geschichte mini|Ortsansicht von Kösen, Kupferstich aus einer Zeitschrift von 1787 Das Flurstück Kösen erscheint schriftlich erstmals 1040 als „Kusenti“. Es liegt dem Wort wohl eine alte Bezeichnung für einen Flussabschnitt der Saale zugrunde (ungefähr *Kusantia ‚die Wallende‘). Die ersten Siedler kamen im Hochmittelalter in die Gegend, um für die Zisterzienserabtei Pforte ein Vorwerk zu betreiben, welches in Urkunden als „Cusne“ bezeichnet wird.Gottfried August Benedict Wolff: Chronik des Klosters Pforta nach urkundlichen Nachrichten. Bd. 1: Von der Gründung bis 1223. F.C.W. Vogel, Leipzig 1843, S. 74. Mit dem Bau der Steinbrücke über die Saale nahm auch die Via Regia den kürzeren Verlauf über Kösen. Nach der Säkularisation des Klosters Pforta im Jahr 1540 gehörte Kösen von 1543 bis 1815 zum kursächsischen Amt Pforta.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34f. Bis zum 18. Jahrhundert war der Ort für die Flößerei auf der Saale von gewisser Bedeutung.August Constantin Ende: Kösen. Dorf, Saline, Bad. Verlag von Friedrich August Eupel, Sondershausen 1845, S. 28–29. Die ab 1730 begonnene Salzgewinnung wurde um 1857 unrentabel, als in Staßfurt Salz günstiger gewonnen werden konnte. So blieb Kösen nur die Entwicklung in touristische Richtung und es wurde 1859 zum „Königlichen Solebad“ und 1895 zum „Städtischen Solbad“. Die Schlacht bei Jena und Auerstedt fand 1806 teilweise in den an Thüringen angrenzenden Gemarkungen im Kösener Ortsteil Hassenhausen statt.

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Kösen zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt,. 1848 fand in der Buchenhalle von Kösen mit der Volksversammlung in Kösen eine der großen Volksversammlungen des Revolutionsjahres statt. Die Kösener Vogelweiden waren ein regelmäßiges sommerliches Germanistentreffen in Kösen im 19. Jahrhundert.

1868 wurde Kösen zur Stadt im Sinne der Städteordnung vom 30. Mai 1853 erhoben und am 1. Juli des folgenden Jahres der bisherige Kreissekretär in Naumburg, Heinrich Anton Mascher, als erster Bürgermeister in sein Amt eingeführt.Thomas Budde: Vom Salzwerk zum Soleheilbad. Ein historischer Abriss. In: Johannes Mager (Hrsg.): Auf salzigen Spuren – Kulturgeschichtliche Streifzüge. Eine Personen-, Salinentechnik- und Kulturgeschichte. Thomas Verlag. Leipzig 2010, S. 105.

Die Bahn-Reise-Publikation Beiderseits vom Schienenweg beschreibt 1929 die Durchfahrt durch den Ort im Zug von Berlin nach Frankfurt/Main bei Kilometer 215 so:„Unten an der Saale ein rauschendes Wehr, darüber links ein Gradierwerk und am Bergeshang (rechts) hübsche Landhäuser. Wir sind in Bad Kösen (4200 Einw.) Dank seiner anmutigen Lage und seinen Solquellen ein beliebter Kur- und Aufenthaltshort. Im Juli tagt hier der Kösener S.C. (Senioren Konvent), der 1855 gegründete Verband der Korps an den deutschen Universitäten.“Ab 1932 gehörte Kösen zum Landkreis Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen. 1935 wurde Kösen Badeort und durfte das Prädikat Bad Kösen führen.Thomas Budde: Vom Salzwerk zum Soleheilbad. Ein historischer Abriss. In: Johannes Mager (Hrsg.): Auf salzigen Spuren – Kulturgeschichtliche Streifzüge. Eine Personen-, Salinentechnik- und Kulturgeschichte. Thomas Verlag. Leipzig 2010, S. 115. Nach der Auflösung der Provinz Sachsen und des Regierungsbezirks Merseburg am 1. Juli 1944 gehörte der Landkreis Weißenfels zur Provinz Halle-Merseburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Landkreis Weißenfels erneut zum wieder hergestellten Regierungsbezirk Merseburg in der wieder hergestellten Provinz Sachsen, ab 1947 Land Sachsen-Anhalt.

In der DDR führte Bad Kösen nacheinander die offiziellen Beinamen Volkssolbad und Bad der Werktätigen. Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Saaleck eingegliedert. Nach der Auflösung der Länder der DDR 1952 gehörte der Kreis Weißenfels zum Bezirk Halle. Auf Grundlage der Kurorteverordnung der DDR vom 3. August 1967 war Bad Kösen bereits vor 1990 ein staatlich anerkannter Kurort. Auf Grundlage der Kurort-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt vom 8. September 1993 wurde dieser Status ab 1994 vorläufig und 2019 mit dem Prädikat eines „Heilbads“ endgültig bestätigt.

Nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gehörte der Landkreis Weißenfels wieder zu Sachsen-Anhalt. Infolge seiner Auflösung am 1. Juli 2007 kam Bad Kösen zum Burgenlandkreis.

Bad Kösen war bis zum 31. Dezember 2007 Trägergemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Bad Kösen, der weitere fünf Gemeinden angehörten. Ab der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft am 1. Januar 2008 galt Bad Kösen als Einheitsgemeinde (siehe auch unten).

Eingemeindung nach Naumburg (Saale) Am 22. April 2007 fanden ein Bürgerentscheid und Bürgerbegehren statt, bei dem die Eingemeindung in die Stadt Naumburg abgelehnt wurde und sich eine Mehrheit der Wähler für den Fortbestand der Verwaltungsgemeinschaft als Einheitsgemeinde aussprach.

Das Urteil des Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt vom 11. Dezember 2007, die im Dezember 2006 vom Land Sachsen-Anhalt verfügte Zuordnung zu der Verwaltungsgemeinschaft des Wethautals für die Landgemeinden der Kurstadt zuzulassen, nicht aber für Bad Kösen selbst, hat alle Beteiligten überrascht. Dies hatte die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Kösen mit Ablauf des 31. Dezember 2007 zur Folge. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes war notwendig geworden, nachdem die Verwaltungsgemeinschaft Wethautal gegen die Zuordnung geklagt hatte.

Am 1. Januar 2010 wurden die bis dahin selbstständige Stadt Bad Kösen zusammen mit den Gemeinden Crölpa-Löbschütz, Janisroda und Prießnitz in die Stadt Naumburg (Saale) eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 Die Verwaltungsgemeinschaft Wethautal wurde aufgelöst.

Stadtoberhäupter Kösens Stadtverwaltung wurde geführt von:Ortsrichter und Bürgermeister (badkoesen-geschichte.de) Bürgermeister und Badedirektor 1869–1871 Heinrich Anton Mascher 1871–1888 Ernst Richter 1888–1900 Leutnant a. D. Albert Rudolph 1900–1903 Otto Lünzner 1904–1906 Rudolf Beyendorff 1906–1914 Felix Kretschmar 1914–1916 Theodor Siebold, Paul Hämmerling (Ratsschöffen) 1916–1918 Paul Krüger (kommissarisch) 1918–1919 Georg Glöckner 1920–1921 Arnold Schubart 1922–1923 Theodor Siebold (2. Bürgermeister) 1924–1929 Hans Ciorek 1930–1937 Max Schuster 1938 Fritz Zimmermann (NSDAP) 1938–1945 Ernst Kürbis (NSDAP) 1945–1949 Erich Langrock (SED)

Vorsitzender des Rates der Stadt

1950–1953 Ernst Lux (SED) 1953–1974 Anton Zinner (SED) 1974–1989 Heinz Skrubel (SED)

Bürgermeister 1990–1994 Helmut Schache (BKB) 1994–2008 Christoph Emus (BKB) 2008–2009 Gerd Förster (ab 1. Januar 2010 Ortsbürgermeister)

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1880 1910 1933 1970 2001 2005 2008 2020 2023 2024 Einwohner 637 2137 3006 3385 6510 5746 5490 5177 3621 3642 3599 Quelle=Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 31, Teil 11, Die Zeit von der Potsdamer Konferenz bis zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1945–1949. St. Benno Verlag, Leipzig 1989, S. 73. (1818, 1880, 1933 und 1970)Harald Boltze: Naumburg schrumpft leicht. In: SaaleUnstrut. Bekanntmachungen des Burgenlandkreises vom 21. März 2025, Seite 13. (angegeben ist der Stand für die Ortsteile mit 31. Dezember 2024.)

Städtepartnerschaft Seit 1991 ist Nidda in Hessen Partnerstadt von Bad Kösen. Zu Ehren der Partnerschaft wurde im Kösener Neubaugebiet eine Straße nach der Partnerstadt benannt.

Wappen Bis zur Eingemeindung nach Naumburg 2010 hatte Bad Kösen ein eigenes Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Gradierwerk Bad Kösen mini|Bismarck-Denkmal auf der Rudelsburg von Norbert Pfretzschner, 2006 restauriert mini|Torhaus in Schulpforte

Bauwerke Gradierwerk mit einer Länge von 325 Metern Doppelkunstgestänge der ehemaligen Saline von der Radinsel bis zum Borlachschacht, benannt nach Johann Gottfried Borlach, der 1730 die Erschließung der Salzgewinnung in Kösen einleitete Soleschacht am Gradierwerk Zisterzienserabtei Pforte Das Romanische Haus enthält heute das Heimatmuseum und ist ein Rest des mittelalterlichen Vorwerks Cusne, das damals zu Schulpforta gehörte. Es ist einer der ältesten Profanbauten Mitteldeutschlands. Das Berghotel Wilhelmsburg als exponierter neugotischer Profanbau Die neugotische Lutherkirche aus dem Jahr 1894 mit einer von Wilhelm Rühlmann gebauten Orgel Die katholische Christkönigskirche, die 1937/38 nach Plänen von Wilhelm Ulrich erbaut wurde Die Rudelsburg mit ihren Denkmälern im Ortsteil Saaleck Die Saaletalbrücke mit einer Länge von 1226 Metern, höchste Brücke Sachsen-Anhalts.

Museen Romanisches Haus, Ausstellung zur Geschichte des Klosters Pforta und der Salzgewinnung in Bad Kösen Kunsthalle Die Puppenwelt der Käthe Kruse und der Sammlung Wilhelm Bröker

Parks Bad Kösen besitzt drei Parks, darunter einen im Stadtzentrum mit historischen Wandelhallen, einem modernen Thermalbad, einem Tierpark und zwei Teichen. Bis 2005 war der Park noch dicht bewaldet, dann wurden bei einer Windhose Mitte des Jahres etwa 30 % des Baumbestandes stark beschädigt. Ein zweiter, größerer, künstlich angelegter Kurpark, genannt „Seekurpark“, befindet sich am Rande der Stadt auf den Hügel zwischen B 87 und Rehakliniken. Dieser Kurpark wird heute für Rehapatienten genutzt, ist aber öffentlich zugänglich. Der dritte Park befindet sich rund ums Gradierwerk und wird während der Kursaison oft für Veranstaltungen genutzt.

Villa und Garten von Paul Schultze-Naumburg gehören zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt.

Ausflugsverkehr Vom Stadtzentrum aus verkehren zwischen April und Oktober mehrmals täglich die Fahrgastschiffe Bad Kösen und Rudelsburg zur Anlegestelle am Fuße der Rudelsburg.

Kösen und die Rudelsburg liegen am Feengrotten-Kyffhäuser-Weg, einem alten Fernwanderweg, sowie an der Weinstraße Saale-Unstrut mit vielen Straußwirtschaften.

Sport Bad Kösen hat mehrere regional erfolgreiche Sportvereine, darunter einen Fußballverein, den Blau-Weiß Bad Kösen e. V., und einen Tennisverein. Beide besitzen eigene Sportplätze. Ebenso sind Kanutouren auf der Saale möglich. Hinzu kommen noch ein Kegel- und ein Karnevalsverein.

Regelmäßige Veranstaltungen mini|Notgeld der Stadt von 1921 Ende April: Eröffnung der Kursaison