Basisdaten BundeslandBundesstaat/Land Sachsen-AnhaltPreußen Verwaltungssitz Magdeburg Fläche 11.735,09 km² Einwohner 1.172.500 (31. Dezember 2003) Bevölkerungsdichte 100 Einwohner/km² Karte Datei:Saxony-anhalt magdeburg.png mini|Siegelmarke Präsidium der Königlichen Regierung zu Magdeburg Der Regierungsbezirk Magdeburg bestand von 1816 bis 1944 in der preußischen Provinz Sachsen und von 1945 bis 1947 bzw. von 1990 bis 2003 im Land Sachsen-Anhalt der SBZ bzw. BRD.
Verwaltungsgeschichte Die 1815 gebildete preußische Provinz Sachsen wurde 1816 in die Regierungsbezirke Erfurt, Magdeburg und Merseburg eingeteilt. Der Regierungsbezirk Magdeburg bildete von 1944 bis Kriegsende 1945 die Provinz Magdeburg, aus der am 23. Juli 1945 der Regierungsbezirk Magdeburg des Landes Sachsen-Anhalt wurde.
Bei der Reform der Landesverwaltung wurden Sachsen-Anhalts Bezirke zum 30. Juni 1947 aufgelöst. Im Zuge der DDR-Verwaltungsreform von 1952 wurde das Bezirksgebiet mit teils veränderten Grenzen Teil des neuen Bezirks Magdeburg.
Im Zuge der Wiedererrichtung der Länder in der in Auflösung begriffenen DDR 1990 wurde aus dem Bezirk Magdeburg wieder der Regierungsbezirk Magdeburg gebildet. Durch die Kreisreform von 1994 in Sachsen-Anhalt wurde der Regierungsbezirk um den Raum Aschersleben erweitert. Zum 1. Januar 2004 wurde der Regierungsbezirk aufgelöst. Die Aufgaben des Regierungspräsidiums übernahm das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mit Sitz in Halle (Saale).
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 460.405 1843 619.781 1871 854.591 1900 1.176.372 1910 1.248.990 1925 1.294.514 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. In: Universitätsbibliothek Mannheim. 1933 1.303.848 1939 1.388.245 1993 1.213.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland. Band 1991 bis 2009. In: Statistische Bibliothek. 1995 1.261.300 2000 1.208.100 2003 1.172.500
Verwaltungsgliederung mini|Karte des Regierungsbezirks Magdeburg mit Höhenangaben (1849) 1816–1944 Stadtkreise Aschersleben (seit 1901) Burg (seit 1924) Halberstadt (bis 1825 und seit 1891) Magdeburg Quedlinburg (seit 1911) Stendal (seit 1909) Landkreise Aschersleben (bis 1901) Calbe Gardelegen Halberstadt (von 1825 bis 1932) Haldensleben Jerichow I Jerichow II Oschersleben Osterburg Osterwieck (bis 1825) Quedlinburg (seit 1901) Salzwedel Stendal Wanzleben Wernigerode (seit 1825) Wolmirstedt
1945–1947 Am 23. Juli 1945 errichtete Sachsen-Anhalt drei Bezirksverwaltungen, eine namens Dessau für den ehemaligen Freistaat Anhalt, eine in Magdeburg für die ehemalige preußische Provinz gleichen Namens und eine in Merseburg für die ehemalige preußische Provinz Halle-Merseburg. Am 10. Januar 1946 wurde einige Kreise vom Regierungsbezirk Magdeburg in denjenigen Dessaus umgegliedert.
Stadtkreise Aschersleben (10. Januar 1946 an Bezirk Dessau) Burg (1950 wieder kreisangehörig) Halberstadt (1950 wieder kreisangehörig) Magdeburg Quedlinburg (10. Januar 1946 an Bezirk Dessau) Salzwedel (ab 1. Februar 1946; 1950 wieder kreisangehörig) Schönebeck (ab 1. Februar 1946; 1950 wieder kreisangehörig) Stendal (1950 wieder kreisangehörig)
Landkreise Blankenburg (Juli 1945 vom Freistaat Braunschweig abgetrenntes, östliches Kreisgebiet) Calbe (10. Januar 1946 an Bezirk Dessau) Gardelegen (mit braunschweigischer Exklave Calvörde vom Kreis Helmstedt) Haldensleben Jerichow I (10. Januar 1946 südliches Kreisgebiet an Bezirk Dessau) Jerichow II Oschersleben (10. Januar 1946 anhaltische Enklave Großalsleben vom Kreis Ballenstedt im Bezirk Dessau) Osterburg Quedlinburg-Land (10. Januar 1946 an Bezirk Dessau) Salzwedel-Land Stendal-Land Wanzleben Wernigerode Wolmirstedt
1990–1994 Kreisfreie Stadt Magdeburg Landkreise Burg Gardelegen Genthin Halberstadt Haldensleben Havelberg Klötze Oschersleben Osterburg Quedlinburg Salzwedel Schönebeck Staßfurt Stendal Wanzleben Wernigerode Wolmirstedt
1994–2003 Kreisfreie Stadt Magdeburg Landkreise Aschersleben-Staßfurt Bördekreis Halberstadt Jerichower Land Ohrekreis Quedlinburg Altmarkkreis Salzwedel Schönebeck Stendal Wernigerode
Regierungspräsidenten Provinz Sachsen 1816–1818 Amt des Regierungspräsidenten in Personalunion vom Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verwaltet 1818–1821 Friedrich von der Schulenburg 1821–1881 Amt des Regierungspräsidenten in Personalunion vom Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verwaltet 1881–1888 Wilhelm von Wedell-Piesdorf 1889–1897 Traugott von Baudissin 1897–1903 Oskar von Arnstedt 1903–1908 Constanz von Baltz 1908–1909 Georg von Borries junior 1910–1919 Karl Miesitschek von Wischkau 1920–1930 Alexander Pohlmann 1930–1932 Paul Weber 1933–1934 Helmut Nicolai 1934–1944 Hans-Georg von Jagow
Land Sachsen-Anhalt (SBZ/DDR): 1946–1947 Werner Bruschke
Bundesland Sachsen-Anhalt: 1991–1998 Wolfgang Böhm (FDP)Hintergrund Sieben Regierungspräsidenten bisherEhemaliger Regierungspräsident Wolfgang Böhm wird Staatssekretär 1998–2002 Gerhard Miesterfeldt (SPD) 2003 Thomas Leimbach (CDU)
Literatur Mathias Tullner, Lars-Henrik Rode, Stefan Karnop: Der Regierungsbezirk Magdeburg und seine Geschichte : von der "Königlichen Regierung in Niedersachsen zu Magdeburg" zum Regierungspräsidium Magdeburg (1816–1998). Dessau 1998.
Einzelnachweise
Magdeburg Magdeburg Kategorie:Politikgeschichte (Magdeburg) Kategorie:Provinz Sachsen Magdeburg Kategorie:Aufgelöst 1944 Magdeburg Kategorie:Aufgelöst 1947 Magdeburg Kategorie:Aufgelöst 2003