Die U-Boot-Klasse VII, offiziell Typ VII genannt, war eine Bauserie von U-Booten der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Entstanden aus den Erste-Weltkriegs-Konstruktionen UF und UG und den Erfahrungen mit Typ I und Typ II,Fritz Köhn, Axel Niestle: Vom Original zum Modell: U-Boottyp VII C. Eine Bild- und Plandokumentation. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6002-4, S. 5. war sie die am häufigsten produzierte U-Boot-Klasse der Geschichte; mit ihr wurden auch mehr Raum an Schiffstonnage versenkt als mit jedem anderen Typ. Mehr als 700 Einheiten wurden in Dienst gestellt. Geplant waren noch 160 weitere, deren Bau aber zugunsten des technisch überlegenen Typs XXI gestrichen wurde.

Beim Typ VII handelte es sich um Einhüllen-Hochseeboote (das erste Zweihüllen-Tauchboot bzw. auch erstes richtiges U-Boot war der Typ XXI), deren charakteristisches Merkmal die außenliegenden, zusätzlichen Treibstofftanks waren, die sogenannten Satteltanks in den seitlichen Rumpfausbuchtungen. Im Gegensatz zu den Hochseebooten des Typs IX und den Küsten-U-Booten des Typs II wurden sie „Atlantikboote“ genannt. Sie erreichten von allen im Zweiten Weltkrieg gebauten Booten die größte Tauchtiefe, diese ging in der Praxis deutlich über die Werftgarantie hinaus. Unter dem völligen Verzicht auf Wohnqualität hatten die Boote eine hohe Angriffskraft und gute Leistungseigenschaften bei relativ geringen Abmessungen.

Baureihen Typ VII A Dieser U-Boot-Typ wurde in den Jahren 1933–1934 entwickelt. Es war bedeutend größer als der Typ II und verfügte über vier Bugtorpedorohre und ein Hecktorpedorohr. Dieses Hecktorpedorohr war außerhalb des Druckkörpers angebracht, wodurch ein Nachladen unter Wasser nicht möglich war. Bis in die ersten Kriegsjahre waren diese U-Boote mit einer 8,8-cm-Kanone vor dem Turm ausgestattet. Später wurde auf die Kanone verzichtet, zumal aufgrund der zunehmenden Luftüberlegenheit der Alliierten der Überwasserbeschuss zu riskant war.

Technische Daten Verdrängung: Gesamtformverdrängung 915 m³ über Wasser 626 Tonnen unter Wasser 745 Tonnen Länge: Gesamt 64,5 m, Druckkörper 45,5 m Breite: Gesamt 5,85 m, Druckkörper 4,7 m Tiefgang: 4,4 m Höhe: 9,5 m Antrieb: über Wasser: zwei 6-Zylinder-Dieselmotoren MAN M6V40/46 mit insgesamt 2310 PS (1700 kW) unter Wasser 750 PS (560 kW) Geschwindigkeit: über Wasser 17 Knoten (31,5 km/h) unter Wasser 8 Knoten (14,8 km/h) Reichweite: über Wasser 5.396 sm (10.000 km) bei 10 Knoten (18,5 km/h) unter Wasser rein elektrisch 80 sm (150 km) bei 4 Knoten (7,4 km/h) Torpedorohre: 5 (4 Bug, 1 Heck) Torpedos: 11 Bordgeschütz: 8,8 cm L/45 mit 220 Schuss Besatzung: 42–46 Mann Tauchtiefe: 130 m regulär 200 m äußerste Tauchtiefe 250 m rechnerische Zerstörungstiefe

Einheiten Es wurden zwischen 1935 und 1937 zehn U-Boote dieses Typs gebaut; acht davon wurden versenkt.G. Helgason: U-boat Types Type VIIA. uboat.net, abgerufen am 22. Dezember 2008

U 27 · U 28 · U 29 · U 30 · U 31 · U 32 · U 33 · U 34 · U 35 · U 36

Typ VII B Ein Nachteil des Typs VII A war die geringe Reichweite und der fehlende Hecktorpedoraum. Aus diesem Grund wurden in den Jahren 1936–1940 insgesamt 24 Boote des Typs VII B mit einer um 33 Tonnen erhöhten Treibstoffkapazität gebaut, was die Reichweite auf 6500 sm steigerte. Zudem waren sie etwas schneller und durch ein zweites Ruder beweglicher als der Typ VII A. Sie erhielten einen vollwertigen Hecktorpedoraum mit Platz für einen Reservetorpedo. Das VII B war außerdem mit vier abgeschotteten Abteilungen im Oberdeck versehen, in denen weitere Reservetorpedos gelagert wurden, wodurch insgesamt 14 Torpedos mitgeführt werden konnten. Darüber hinaus war es durch die höhere Reichweite und Geschwindigkeit für den Hochseeeinsatz im Atlantik geeignet. Nach der Kiellegung 1938 bereitete der Typ VII B den Weg für die am weitesten verbreitete U-Boot-Variante überhaupt, den Typ VII C.

Änderungen gegenüber Typ VII A: Verdrängung: Gesamtformverdrängung 1.040 m³ über Wasser 753 Tonnen unter Wasser 857 Tonnen Länge: Insgesamt 66,5 m, Druckkörper 48,8 m Breite: Insgesamt 6,2 m, Druckkörper 4,7 m Tiefgang: 4,74 m Höhe: 9,5 m Antrieb: über Wasser 3200 PS (2400 kW) unter Wasser 750 PS (560 kW) Geschwindigkeit: über Wasser 17,9 Knoten (33,2 km/h) unter Wasser 8 Knoten (14,8 km/h) Reichweite: über Wasser 6.500 sm (12.000 km) bei 12 Knoten (22,2 km/h) unter Wasser rein elektrisch 90 sm (170 km) bei 4 Knoten (7,4 km/h) Torpedorohre: Bug 4, Heck 1 Reservetorpedos: 7 intern, extern 2 (externe Torpedos mussten aufgetaucht in den Torpedoraum gebracht werden) Besatzung: 44–48 Mann Tauchtiefe: 150 m (reguläre Tiefe); 200 m (äußerste Tiefe) Abtauchzeit: 30 Sekunden Geschütze: 1 × 8,8-cm-Geschütz (Schiffsbekämpfung) 1 × 2-cm-Flak 30 (Flugzeugbekämpfung)

Einheiten Vom Typ VII B wurden 24 Boote gebaut.G. Helgason: U-boat Types Type VIIB. uboat.net, abgerufen am 22. Dezember 2008

U 45  ·  U 46  ·  U 47  ·  U 48  ·  U 49  ·  U 50  ·  U 51  ·  U 52  ·  U 53  ·  U 54  ·  U 55  ·  U 73U 74  ·  U 75  ·  U 76  ·  U 83  ·  U 84  ·  U 85  ·  U 86  ·  U 87  ·  U 99  ·  U 100  ·  U 101  ·  U 102

Typ VII C mini|Schematische Darstellung des Typs VII C mini|U-Boot VII C – Seitenansicht

Der Typ VII C war das bei weitem meistgebaute U-Boot überhaupt. Er war außerdem der erfolgreichste U-Bootstyp der gesamten Seekriegsgeschichte. Bis zum Kriegsende wurden 577 Einheiten fertiggestellt. Es war bei unveränderter Antriebsleistung länger als das VII B, wodurch die Leistungen im getauchten Zustand minimal schlechter ausfielen. Neben den MAN-Motoren kamen auch Krupp-GW F46 Motoren zum Einbau. Nach der ersten Indienststellung dieser Variante im April 1940 bildeten diese Einheiten das Rückgrat der U-Boot-Waffe bei der Schlacht im Atlantik.

Änderungen gegenüber Typ VII B: Verdrängung: Gesamtformverdrängung 1.050 m³ über Wasser 761 Tonnen unter Wasser 865 Tonnen Länge: insgesamt 67,1 m, Druckkörper 50,5 m Breite: insgesamt 6,2 m, Druckkörper 4,7 m Geschwindigkeit bei Äußerste-Kraft-Fahrt:M.Dv 381 U-Bootskunde f.U-Boot Bauart VIIC-1940 über Wasser 17,6 Knoten (32,6 km/h) unter Wasser 7,6 Knoten (14,1 km/h) Reichweite: über Wasser 6.500 sm (12.000 km) bei 12 Knoten (22,2 km/h) unter Wasser rein elektrisch 80 sm (150 km) bei 4 Knoten (7,4 km/h) Größter Brennstoffvorrat: 113,5 t (Treiböl) Besatzung: 44–52 Mann Mitgeführte Torpedos: 14 Tauchtiefe: 100 m (Konstruktionstauchtiefe) 165 m (Prüfungstauchtiefe) 250 m (rechnerische Zerstörungstauchtiefe; nach heutigen Kenntnissen betrug die Zerstörungstiefe mindestens 280 m)Fritz Köhn, Axel Niestle: Vom Original zum Modell: U-Boottyp VII C. Eine Bild- und Plandokumentation. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6002-4, S. 6.

Einheiten Von der meistgebauten U-Boot-Klasse wurden 568 Stück auf mehr als zwölf verschiedenen Werften gefertigt.G. Helgason: U-boat Types Type VIIC. uboat.net, abgerufen am 22. Dezember 2008 U 69 bis U 72 U 77 bis U 82 U 88 bis U 98 U 132 bis U 136 U 201 bis U 212 U 221 bis U 232 U 235 bis U 291 U 301 bis U 316 U 331 bis U 394 U 396 bis U 458 U 465 bis U 473 U 475 bis U 486 U 551 bis U 683 U 701 bis U 722 U 731 bis U 768 U 771 bis U 779 U 821 und U 822 U 825 und U 826 U 901 U 903 bis U 905 U 907 U 921 bis U 928 U 951 bis U 994 U 1051 bis U 1058 U 1101 und U 1102 U 1131 und U 1132 U 1161 und U 1162 U 1191 bis U 1210

Typ VII C/41 mini|U 995, ein Boot der Version C/41, im Jahr 2004 an seinem Ausstellungsort vor dem Marineehrenmal in Laboe

Als die alliierten Anti-U-Boot-Maßnahmen immer stärker wurden, sah sich die deutsche Marineführung veranlasst, den Typ VII C weiter zu verbessern. Die zweite Hülle wurde verstärkt, um Treffern von kleinkalibrigen Kanonen besser widerstehen zu können (wegen der nun immer öfter bewaffneten Frachter); ebenso der Druckkörper, was größere Tauchtiefen und besseren Schutz vor Wasserbomben ermöglichte. Zusätzlich wurden die Boote aus leichteren Materialien gebaut, so dass ein geringeres Gesamtgewicht erreicht wurde, was die Manövrierfähigkeit und die Geschwindigkeit leicht verbesserte. Ein neu entworfener Bug verbesserte nochmals die Manövrierfähigkeit. Durch die ständige Verbesserung des alliierten Radars und die Gefahr durch Flugzeuge waren Verbesserungen nötig geworden, die diesen Bootstyp in die Lage versetzten, sehr schnell zu tauchen. Dieser Typ war das am zweithäufigsten gebaute deutsche Unterseeboot. Die Auslieferung des ersten Bootes dieser Variante erfolgte im August 1943.Erminio Bagnasco: Uboote im 2. Weltkrieg. Technik-Klassen-Typen. ISBN 3-613-01252-9, S. 69.

Änderungen gegenüber Typ VII C: Verdrängung: Gesamtformverdrängung 990 m³ über Wasser 759 Tonnen unter Wasser 860 Tonnen Tauchtiefe: 120 m (Konstruktionstauchtiefe) 200 m (Prüfungstauchtiefe) 300 m (rechnerische Zerstörungstauchtiefe) Abtauchzeit: 25 Sekunden Bewaffnung: 2-cm-Zwillingsflak, schweres Flakgeschütz 3,7 cm Sonstiges: Schnorchel anstelle 8,8-cm-Deckgeschütz 4 Rettungskapseln am Bug auf der linken Seite

Einheiten Es wurden 91 Einheiten indienstgestellt.G. Helgason: U-boat Types Type VIIC/41. uboat.net, abgerufen am 12. Juli 2024 U 292 bis U 300 U 317 bis U 328 U 827 und U 828 U 929 und U 930 U 995 U 997 bis U 1010 U 1013 bis U 1025 U 1063 bis U 1065 U 1103 bis U 1110 U 1163 bis U 1172 U 1271 bis U 1279 U 1301 bis U 1308

Innenansichten

Typ VII C/42 Dieser Typ stellt eine Neukonstruktion aus den Fronterfahrungen bis 1942 dar und war merklich größer als die Vorgängertypen. Durch die Verwendung von Panzermaterial für den Druckkörper sollte es von allen U-Booten im Zweiten Weltkrieg die größte Tauchtiefe erreichen können.Fritz Köhl, Axel Niestle: Vom Original zum Modell: U-Boottyp VII C. Eine Bild- und Plandokumentation. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6002-4, S. 8.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller Verlag, Erlangen 1999, ISBN 3-86070-036-7, S. 197. Dieses Modell hatte kein Deckgeschütz mehr, was zu einer höheren Unterwassergeschwindigkeit beitrug.

Die Verträge für diese U-Boot-Klasse wurden am 30. September 1943 gekündigt, alle bereits auf Kiel gelegten Boote wieder demontiert. Stattdessen wurden die U-Boote vom Typ XXI gebaut.G. Helgason: U-boat Types Type VIIC/42. uboat.net, abgerufen am 22. Dezember 2008

Änderungen gegenüber Typ VII C: Verdrängung: Gesamtformverdrängung 1199 m³ über Wasser 999 Tonnen unter Wasser 1099 Tonnen Länge: 68,7 Meter Breite: 6,7 Meter Tiefgang: 5,1 Meter max. Geschwindigkeit: über Wasser 18,6 Knoten (34,4 km/h) unter Wasser 8,5 Knoten (15,7 km/h) Reichweite: über Wasser 10.000 sm (18.500 km) bei 12 Knoten (22,2 km/h) unter Wasser rein elektrisch 80 sm (150 km) bei 4 Knoten (7,4 km/h) Torpedos: 16 Tauchtiefe: 200 m (Konstruktionstauchtiefe) 280 m (Prüftauchtiefe) 400 m (rechnerische Zerstörungstiefe) Bewaffnung: 2-cm-Zwillingsflak, schweres Flakgeschütz 3,7 cm sonstiges: Schnorchel anstelle 8,8-cm-Deckgeschütz

Typ VII D Dieser Typ wurde als Minenleger konzipiert und hatte eine um etwa zehn Meter verlängerte Mittelsektion, in der sich fünf senkrechte Schächte zur Aufnahme von Ankertauminen befanden. Weil alle deutschen U-Boot-Typen in der Lage waren, speziell entwickelte Minen aus den Torpedorohren auszustoßen und somit kein erhöhter Bedarf an Minenlegerbooten bestand, wurden nur sechs Boote gebaut.

Änderungen gegenüber Typ VII C: Verdrängung: Gesamtformverdrängung 1285 m³ über Wasser 965 Tonnen unter Wasser 1080 Tonnen Länge: Insgesamt 76,9 m, Druckkörper 59,8 m Breite: Insgesamt 6,38 m, Druckkörper 4,7 m Tiefgang: 5,01 m Höhe: 9,7 m Geschwindigkeit: über Wasser 16,7 Knoten (31 km/h) unter Wasser 7,3 Knoten (13,5 km/h) Reichweite: über Wasser 11.200 sm (20.700 km) bei 10 Knoten (18,5 km/h) unter Wasser rein elektrisch 69 sm (130 km) bei 4 Knoten (7,4 km/h) Torpedos: 12 Minen: 15 Flugabwehr: bis 1942 1× 2-cm-Flak, später 2× 2-cm-Flak + 1× 3,7-cm-Flak Besatzung: 44 Mann

Einheiten