mini|Ein Kupsch-Markt in Bad Kissingen, 2011 Kupsch (Eigenschreibweise: kupsch) war eine Supermarktkette, die in Unterfranken und den umliegenden Gebieten über 70 Filialen unterhielt. Mit allein 10 Filialen (Stand November 2021) in Würzburg war sie lange Zeit die dort vorherrschende Supermarktkette und hob sich mit einem Vollsortiment an hochwertigen Lebensmittelprodukten von vielen Discountern ab. Fast alle Filialen hatten einen eigenen Metzger, eine Backtheke, ein großes Sortiment an Zeitungen und Zeitschriften, verkauften frische Blumen und boten eine umfangreiche Auswahl an Frankenweinen.

Geschichte Als Grundstock der Kette gilt die Eröffnung von drei Geschäften in Würzburg durch den Einzelhändler Bernhard Kupsch im Jahr 1914.Torsten Schleicher: Kupsch - ein Name verschwindet, in: Main-Post, Regionalausgabe Würzburg-Stadt Nr. 261 vom 12. November 2022, S. 25. Als erste Eröffnungen gelten die Märkte in der Würzburger Domstraße und im Stadtteil Grombühl am 18. bzw. 23. Juli 1914, zum gleichen Zeitpunkt entstand die Zentrale in der Schweinfurter Straße, ebenfalls in Würzburg. 1926 eröffnete in Ochsenfurt bereits der 19. Markt.

1955 eröffnete die Firma in der Würzburger Domstraße eine Filiale in der nach dem Krieg dort entstandenen Ladenpassage. Es entstanden (in Konkurrenz zum „Konsum“) weitere Filialen in Würzburg.Rolf-Ulrich Kunze: Würzburg 1945–2004. Wiederaufbau, moderne Großstadt. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 318–346 und 1292–1295; hier: S. 332 und 340.

In den Hochzeiten der Lebensmittel-Kette war Kupsch der größte örtliche Lebensmittelhändler, mit bis zu 70 Filialen.Torsten Schleicher: Kupsch - ein Name verschwindet, in: Main-Post, Regionalausgabe Würzburg-Stadt Nr. 261 vom 12. November 2022, S. 25. Der Einzugsbereich erstreckte sich u. a. bis Lohr am Main,Björn Kohlhepp: Inhaber zur Schließung des Kupsch am Markt in Lohr - "Ich bin nicht traurig", Main-Post, Regionalausgabe Main-Spessart, 24. November 2019, www.mainpost.de/regional/main-spessart/inhaber-zur-schliessung-des-kupsch-am-marktplatz-in-lohr-ich-bin-nicht-traurig-art-10356624 HammelburgArkadius Guzy: Stadt will Kupsch kaufen, in: Saale-Zeitung, Ausgabe Hammelburg, 28. August 2018, /www.infranken.de/lk/bad-kissingen/hammelburg/stadt-will-kupsch-kaufen-art-3647613 und Bad KissingenUrsula Lippold: Kupsch schließt endgültig, Main-Post, Regionalausgabe Bad Kissingen, 24. Juli 2009, www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/kupsch-schliesst-endgueltig-art-5211655 in Bayern sowie Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg.Main-Post: Kupsch schließt am 30. Juni. 9. März 2006. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 28. März 2023. Aufgelassene Standorte wurden zum Teil für Wohnungsimmobilien umgenutzt, z. B. im Würzburger Stadtteil Lengfeld.Ernst Jerg: Edeka schließt Kupsch-Markt in Lengfeld, Main-Post, Regionalausgabe Würzburg-Stadt, 24. November 2003, www.mainpost.de/regional/wuerzburg/edeka-schliesst-kupsch-markt-in-lengfeld-art-2440524

Zum 1. März 2000 übernahm die Edeka Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH das bis dahin von den Nachkommen des Firmengründers geführte Unternehmen, alle zu diesem Zeitpunkt bestehenden 71 Filialen und die 1200 Mitarbeiter. Im Folgejahr belief sich die Anzahl der Filialen auf 59. In den nächsten Jahren wurden einzelne Standorte geschlossen oder auf andere Vertriebslinien der Edeka umgeflaggt, sodass sich die Anzahl der Filialen bis 2004 auf 47 verringerte, 2018 bestanden 44 Filialen.

Im Jahr 2006 meldete das Unternehmen aufgrund eines geplatzten Grundstückshandels Insolvenz an.

Am 18. Oktober 2021 gab die Edeka bekannt, die verbliebenen 18 Märkte ab Februar 2022 auf Edeka umzuflaggen. Mit der letzten Umflaggung Mitte November 2022 wird die Kette nicht mehr fortgeführt.Torsten Schleicher: Kupsch - ein Name verschwindet, in: Main-Post, Regionalausgabe Würzburg-Stadt, Nr. 261 vom 12. November 2022, S. 25. Die letzten beiden Filialen befanden sich im Würzburger Frauenland. Die Umflaggung erfolgte nach Branchenmeldungen mit dem Einverständnis der Ladenbetreiber.

Literatur Eckhard Schmidt-Dubro: 50 Jahre Bernhard-Kupsch-GmbH Würzburg: Hoppenstedt Verlag, Darmstadt 1964.

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