mini Die Sieben (7) ist die natürliche Zahl zwischen Sechs und Acht. Sie ist ungerade und eine Primzahl.
Zahlzeichen mini|Handschriftliche Sieben mit und ohne Querstrich In Deutschland wird die Ziffer 7 gemäß der Zahlenschreibweise der lateinischen Ausgangsschrift handschriftlich in drei Zügen gezeichnet: ein waagerechter Strich, von dessen rechtem Ende ein diagonaler Strich nach links unten gezogen wird. Dieser wird dann mit einem Querstrich in der Mitte versehen. Diese Schreibweise deckt sich mit der Österreichischen Schulschrift (identische Angaben in den Versionen von 1969 und 1995) und der Schweizer Schnürlischrift. Sie erfolgt ebenso in Lateinamerika. Im englischsprachigen Kulturkreis und in davon beeinflussten Gebieten wird eine 7 ohne Querstrich gezeichnet.Georges Ifrah, David Bellos, E. F. Harding, Sophie Wood und Ian Monk: The Universal History of Numbers: From Prehistory to the Invention of the Computer. London (Wiley & Sons), 1999, ISBN 978-0-471-37568-5. Diese Schreibweise kann in Kontinentaleuropa und Lateinamerika als 1 fehlinterpretiert werden.Matthew Grissinger: Medication Errors – Misidentifi cation of Alphanumeric Symbols Plays a Role in Errors. P&T, Band 42, Nummer 10, Oktober 2017, S. 604–606.
Mathematik Die 7 ist die niedrigste Generatorzahl in der Menge der natürlichen Zahlen. Die zugehörige zyklische Zahl lautet „142857“. Man kann diese Eigenschaft dazu nutzen, das Ergebnis der Division natürlicher Zahlen durch 7 ohne Taschenrechner schnell zu berechnen.
1 : 7 = 0,142857142857… 2 : 7 = 0,285714285714… 3 : 7 = 0,428571428571… …
Eine Regel für die Teilbarkeit durch 7 führt zu einem einfachen Algorithmus, um die restlose Teilbarkeit einer natürlichen Zahl durch 7 zu testen: Man entferne die letzte Ziffer und verdopple diese Ziffer und subtrahiere sie von den restlichen Ziffern. Ist die Differenz negativ, so lässt man das Minuszeichen weg. Hat das Ergebnis mehr als eine Ziffer, so wiederholt man die Schritte 1 bis 4. Ergibt sich schließlich 7 oder 0, dann ist die Zahl durch 7 teilbar – und sonst nicht.
Das Beispiel zeigt, dass die 1547 restlos durch 7 teilbar ist; die Division ergibt 221 Rest 0: 1547 → 154 − (7 · 2) = 140 140 → 14 − (0 · 2) = 14 14 → 1 − (4 · 2) = −7
Die Dezimalzahl zum gemeinen Bruch „ein Siebentel“ lässt sich folgendermaßen ermitteln:
0.14 +0.0028 +0.000056 +0.00000112 +0.0000000224 +0.000000000448 +0.00000000000896 +0.0000000000001792 +0.000000000000003584 +0.00000000000000007168 +0.0000000000000000014336 +0.000000000000000000028672 +0.00000000000000000000057344 +0.0000000000000000000000114688 +0.000000000000000000000000229376 und so weiter ≈ 0.142857142857142857142857
Siehe auch 142857.
Naturwissenschaften Astronomie mini|Heptagramm mit sieben astronomischen Symbolen, die für Himmelskörper und auch für Wochentage stehen –von oben im Uhrzeigersinn:Sonne (Sonntag), Venus (Freitag), Merkur (Mittwoch), Mond (Montag), Saturn (Samstag), Jupiter (Donnerstag), Mars (Dienstag) In der antiken Astronomie wurden sieben „Wandelsterne“ als helle Lichter am Firmament betrachtet, die nicht einfach der gleichmäßigen Rotation des Himmelsgewölbes folgen. In der Reihenfolge der zunehmenden Umlaufzeit waren dies: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Nach diesen sieben wurden ursprünglich die sieben Wochentage benannt.
Biologie mini|Siebenstern, Laubblätter und Blüten Die biologische Klassifikation, auch Taxonomie genannt, basiert auf einem hierarchischen System. Dieses System unterteilt Lebewesen in sieben Hauptkategorien: Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung und Art. Die klare und nachvollziehbare Einordnung von Organismen wird durch diese sieben Ebenen ermöglicht.
Die Zahl Sieben ist im Namen verschiedener Pflanzen vertreten. Bekannt ist der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch oder Sieben-Glocken-Strauch (wissenschaftlicher Name: Heptacodium miconioides). Der Strauch, der aus China stammt, erhielt seinen Namen aufgrund der kleinen Blüten in den Blütenständen, die scheinbar zu siebt angeordnet sind. Die Bezeichnung leitet sich vom griechischen Wort „hepta“ für sieben und „codium“ für Kopf ab. Darüber hinaus ist die Pflanze Siebenstern (Lysimachia europaea) zu nennen, die ihren Namen von den meist sieben Blütenhüllblättern ableitet.
Der Siebenschläfer (wissenschaftlicher Name: Glis glis) ist ein nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche (Gliridae). Seine Gestalt erinnert an Eichhörnchen und Grauhörnchen. Angeblich erhielt er seinen Namen wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafs, jedoch dauert diese Ruhephase oft von Anfang September bis Anfang Mai des nächsten Jahres und damit länger als sieben Monate.
mini|Die Siebenpunkt-Marienkäfer werden von den Gärtnern als Nützlinge angesehen, weil sie große Mengen an Blattläusen vertilgen.
Der Siebenpunkt-Marienkäfer oder Siebenpunkt (Coccinella septempunctata) ist die wohl bekannteste Art aus der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae).
Chemie Das Periodensystem der Elemente umfasst derzeit sieben Perioden, also Zeilen. Jede Periode repräsentiert eine bestimmte Anzahl von Elektronenschalen der Elemente. Die siebte Hauptgruppe (heutzutage Gruppe 17) umfasst die Halogene Fluor, Chlor, Brom, Iod und Astat. Diese Elemente besitzen sieben Elektronen auf ihrer äußeren Schale. Ihnen fehlt somit nur ein Elektron zur Edelgaskonfiguration, weshalb sie als äußerst reaktionsfreudig einzustufen sind. Stickstoff (N) ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 7. Er spielt eine zentrale Rolle für Leben und Chemie. Stickstoff weist in der Regel sieben Protonen, sieben Neutronen und sieben Elektronen auf. In der Chemie wird der pH-Wert von genau sieben als neutraler Zustand definiert, da er weder als sauer noch als basisch klassifiziert werden kann, wie es beispielsweise bei reinem Wasser der Fall ist.
Geographie In der Geographie wird die Zahl sieben insbesondere für die sieben Kontinente der Erde verwendet: Nordamerika, Südamerika, Afrika, Europa, Asien, Australien und Antarktis. Darüber hinaus existieren die sieben Weltmeere, die traditionell die Ozeane der Erde aufteilen.
Die sieben Meere, ein Ausdruck, der in der Antike und im Mittelalter verwendet wurde, um metaphorisch alle bekannten Meere zu bezeichnen. Als Ursprung werden abwechselnd die sieben Mündungen des Po oder die Gesamtheit des Mittelmeers, der Ägäis, der Adria, des Schwarzen Meeres, des Kaspischen Meeres, des Roten Meeres und des Persischen Golfs angegeben, mit einigen Abweichungen je nach Autor, die zusätzlich oder anstelle der zuvor genannten Meere auch das Asowsche Meer, das Arabische Meer und den Indischen Ozean einschließen können.
Die Flagge Venezuelas hatte sieben Sterne für die sieben Provinzen, die 1811 den Unabhängigkeitsvertrag unterzeichnet hatten. Seit dem 7. März 2006 hat sie acht Sterne.
Physik Die wohl wichtigste Rolle der Zahl 7 in der Physik liegt in ihrer strukturierenden Funktion. Das internationale Einheitensystem (SI) beruht auf genau sieben Grundeinheiten, die die fundamentalen Größenordnungen der gesamten physikalischen Messbarkeit abbilden. Aus diesen Basiseinheiten lassen sich alle weiteren Einheiten ableiten. Zu den sieben Basiseinheiten gehören der Meter für die Länge, das Kilogramm für die Masse, die Sekunde für die Zeit, das Ampere für den elektrischen Strom, das Kelvin für die Temperatur, das Mol für die Stoffmenge und die Candela für die Lichtstärke. Diese international abgestimmte Siebenheit bildet das Fundament, auf dem die gesamte Organisation physikalischer Größen und Messverfahren ruht.
Sonderstellung der Sieben
Die Sieben ist die Summe von drei und vier, von Geist und Seele einerseits sowie Körper andererseits, also das Menschliche. (Der Zwölf kommt in ähnlicher Weise eine Bedeutung als Produkt der Multiplikation von drei und vier zuOrtrun Riha: Konzepte: Säfte und Symbole. In: Medizin im Mittelalter. Zwischen Erfahrungswissen, Magie und Religion (= Spektrum der Wissenschaften. Spezial: Archäologie Geschichte Kultur. Band 2.19), (auch in Spektrum der Wissenschaften. 2, 2002) 2019, S. 6–11, hier: S. 10.). In der überkommenen christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters steht die Drei für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffene Seele und alle geistigen Dinge bzw. die spirituelle Sphäre. Die Vier ist die Zahl der Elemente und steht damit symbolisch für die materiellen (weltlichen) Dinge, die nach antiker Anschauung alle aus der Kombination der vier Elemente hervorgehen. In Gebäuden wurde das Siebeneck oft bei Gräbern und Grabkapellen für die ewige Ruhe verwendet.Capella Rucellai von Alberti
Die Zahl 7 wird oft als Glückszahl angesehen, in vielen Ländern Ostasiens (z. B. China oder Thailand) ist die 7 jedoch eine Unglückszahl.
Über ihre Anzahligkeit hinaus hat die Sieben eine Sonderstellung: Die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen im Märchen von Schneewittchen, die sieben Weltwunder, die sieben Tage einer Woche und die Erschaffung der Welt in sieben Tagen im Schöpfungsmythos der hebräischen Bibel sind nur wenige der vielen Begriffe, in denen die Sieben genannt wird. In einer Bibliothek erscheint die Sieben deutlich häufiger in Buchtiteln als die benachbarten Zahlen 6 und 8. Das Gleiche gilt in Lexika für Begriffe, die mit Zahlen beginnen.
Experimente der Verhaltensforschung aus den Vereinigten Staaten zeigen die Bevorzugung der Sieben: Die häufigste Antwort auf die Frage nach der Lieblingszahl oder bei der Frage nach einer beliebigen Zahl zwischen Eins und Neun ist die Zahl Sieben. Weil die Farbe „blau“ so häufig als Lieblingsfarbe genannt wird, wird dieses Phänomen Blue-Seven-Phänomen genannt. Untersuchungen aus anderen Ländern bestätigen dies allerdings nicht unbedingt. So wird etwa in Irland vor allem rot und die Acht genannt.
Beim Ermitteln einer ganzen Zufallszahl von zwei bis zwölf als Augensumme zweier Spielwürfel, zum Beispiel bei manchen Brettspielen wie Backgammon, kommt die Sieben auf lange Sicht am häufigsten vor, denn sie kann mit den sechs verschiedenen Würfelergebnissen 1/6, 6/1, 2/5, 5/2, 3/4 und 4/3 dargestellt werden. Sie erscheint statistisch jeweils sechsmal so häufig wie die Zwei und die Zwölf (Zwei nur mit der Kombination 1/1 und die Zwölf nur mit dem Ergebnis 6/6), jeweils dreimal so häufig wie die Drei und die Elf, jeweils doppelt so häufig wie die Vier und die Zehn, jeweils eineinhalbmal so häufig wie die Fünf und die Neun und jeweils 1,2-mal so häufig wie die Sechs und die Acht.
Erklärungsversuche Eine Erklärung für die Sonderstellung liefert die Tiefenpsychologie. Nach Josef Paneth ist die Sieben die erste Primzahl im psychologischen SinnL. Paneth: Zahlensymbolik im Unbewußtsein. Zürich 1952. (S. 194), die Zahl des Tabus. Sie spiele in der Bibel eine so wichtige Rolle, weil kein Volk wie das des Alten Testaments in solchem Maße durch Tabus eingeschränkt werde.
Bei manchen Autoren wird jedoch davon ausgegangen, dass die Sieben nicht aus dem Volksbewusstsein ihre Besonderheit erhielt.F. v. Andrian: Die Siebenzahl im Geistesleben der Völker. In: Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Band 31, S. 225–274. 1901 Vielmehr wurden die astronomischen Besonderheiten und ihre Wahrnehmung durch die Babylonier weiter gepflegt. Aus den sieben sichtbaren „Wandelsternen“ entwickelte sich eine Sonderstellung, die in andere Kulturen, Völker und Religionen diffundierte. Unter Hinzuziehung der einschlägigen Literatur wird hier versucht, die Entwicklung der Sonderstellung der Sieben und deren Weitergabe durch die Kulturen, Völker und Zeiten aufzuzeigen. Der „bis in allerletzte Zeit fortwirkende Magnetismus der Symbol-Sieben“ wird auch durch Aussagen wie, Österreich wäre nicht in die Rhein-Union aufgenommen worden, wenn nicht ein Siebenter im Bunde gefehlt hätte, versucht zu belegen.