Die Green Party (offizieller Name: Green Party/Comhaontas Glas) ist eine als Ecology Party of Ireland (ökologische Partei Irlands) 1981 vom Dubliner Lehrer Christopher Fettes gegründete Partei, die 1983 in Green Alliance umbenannt wurde und 1987 ihren heutigen Namen erhielt.
Geschichte Erstmals trat die Partei bei der Wahl 1982 an, erreichte aber lediglich 0,2 % der Stimmen. Nach der Namensänderung 1983 nahm die Partei mit Christopher Fettes an der Europawahl 1984 teil und erreichte 1,9 % im Wahlkreis Dublin. Im folgenden Jahr gewann die Partei ihre erste Wahl, als Marcus Counihan bei Wahlen auf lokaler Ebene in Killarney in den Gemeinderat gewählt wurde – auf die komplette Republik bezogen stellte die Partei 34 Kandidaten auf und kam auf 0,6 % der Stimmen. Erst bei der Wahl 1989 (und der erneuten Umbenennung) gewann die Partei ihren ersten Sitz im Unterhaus, als Roger Garland im Wahlkreis Dublin Süd gewählt wurde.
Doch erst bei der Wahl im Jahr 2002 konnte die Partei einen erneuten Fortschritt verbuchen, als sie 3,6 % der Stimmen erreichte und ihre Sitzzahl von 2 auf 6 verdreifachen konnte. Zwei Jahre später erfolgte der nächste politische Rückschlag, als die Green Party beide Sitze im Europaparlament verlor. Auch auf lokaler Ebene konnte man die Ergebnisse nicht halten; 2004 gewann man lediglich 18 von 878 Sitzen – auch wenn die Partei ihre Sitzzahl damit verdoppelt hatte. Erstmals konnte man auch außerhalb von Dublin Fuß fassen; J.J. Power wurde in Naas und Niall Ó Brolcháin in Galway gewählt.
Bei der Parteiversammlung 2005 stimmten die Delegierten mit großer Mehrheit gegen einen Vor-Wahl-Pakt mit einer der Oppositionsparteien Fine Gael oder Labour Party.
Die nordirische Green Party ist seit 2006 Teil der Partei. Über diese war bis zur Wahl zur Nordirland-Versammlung 2022 die Green Party auch in der Nordirland-Versammlung vertreten. Obwohl die Green Party Mitglied der Europäischen Grünen Partei ist, vertritt sie eine etwas skeptischere Haltung gegenüber der Europapolitik als es bei den übrigen grünen Parteien der Fall ist.
Bei der Wahl 2007 hat die Partei ihren Anteil der nationalen Erstpräferenzstimmen von 3,84 % auf 4,69 % erhöht. Trotzdem blieb die Zahl ihrer Abgeordneten bei sechs. Dan Boyle verlor seinen Sitz in Cork South Central und Mary White gewann einen Sitz in Carlow Kilkenny. Sie wurde damit die erste weibliche Abgeordnete in diesem Wahlkreis.
Im Juli 2007 stimmte der Parteitag der Green Party einer Regierungsbeteiligung mit der bürgerlichen Partei Fianna Fáil sowie den Progressive Democrats zu. Daraufhin trat der Parteivorsitzende der Green Party Trevor Sargent von seinem Amt zurück. Patricia McKenna und John Gormley kandidieren nach dem Rücktritt von Sargent als Parteivorsitzende., Greenparty, 6. Juli 2007. Neuer Parteivorsitzender wurde John Gormley. Zu den bekannten Politikern der Green Party gehört auch Eamon Ryan, der Minister für Kommunikation, Energie und natürliche Ressourcen war und im Mai 2011 als Nachfolger von Gormley zum Parteivorsitzenden gewählt wurde.The Irish Times: , 27. Mai 2011
Im Januar 2011 zog sich die Green Party aus der Regierung zurück und wechselte in die Opposition. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 21. Februar 2011 verlor die Partei alle Sitze und fiel von 4,6 % der Erstpräferenzen auf 1,8 % der Erstpräferenzen.Election 2011 – National Summary, Raidió Teilifís Éireann
Während die Wahlen 2016 lediglich zwei Sitze (2,7 % der Erstpräferenzen) im Unterhaus brachten, konnte die Green Party bei den Wahlen 2020 ihr bisher bestes Ergebnis mit 7,1 % der Stimmen (Erstpräferenz) erzielen. Von den 160 Sitzen im Dáil Éireann erlangte die Green Party damit 12 Sitze. Die Green Party wurde Teil der Regierung (zunächst Regierung Martin I, dann Regierung Varadkar II). Drei Minister mit Kabinettsrang und vier Staatsminister wurden von der Green Party in die Regierungen entsandt. Die Regierungszeit seit 2020 ist jedoch geprägt von innerparteilichen Streitigkeiten.Off-colour Green Party continues to be dogged by infighting and disputes – The Irish Times Am 18. Juni 2024 erklärte der langjährige Vorsitzende, Eamon Ryan, das er vom Amt des Parteichefs zurücktreten wolle. Am 8. Juli 2024 wurde Roderic O’Gorman zu seinem Nachfolger gewählt.
Die Wahlen 2024 waren für die Partei eine Enttäuschung. Bei den Europawahl 2024 verlor die Partei an den Erstpräferenzen 6,4 % im Vergleich zu den Wahlen 2019. Beide Sitze im Europaparlament gingen verloren. Bei den Wahlen zum Dáil Éireann waren die Verluste etwas geringer. Die Partei verlor 4,1 % der Erstpräferenzstimmen im Vergleich zu den Wahlen 2020. Von 12 Sitzen blieb nur ein Sitz, den Roderic O’Gorman einnahm. In den Seanad Éireann wurde mit Malcolm Noonan im Januar 2025 lediglich ein Vertreter gewählt. Im 26. Seanad waren noch vier Vertreterinnen und Vertreter Mitglied der Green Party.
Jugendflügel Die Green Party hat seit 2002 einen Jugendflügel, bekannt als die Young Greens (irisch: Óige Ghlas), mit mehreren hundert Mitgliedern in Zweigstellen im ganzen Land.
Wahlergebnisse
JahrWahlStimmenanteilSitzeNov. 1982 Dáil Éireann Nov. 19820,2 % 1984 Europawahl 19840,5 % 1987 Dáil Éireann 19870,4 % 1989 Dáil Éireann 19891,5 % 1989 Europawahl 19893,7 % 1992 Dáil Éireann 19921,4 % 1994 Europawahl 19947,9 % 1997 Dáil Éireann 19972,8 % 1999 Europawahl 19996,7 % 2002 Dáil Éireann 20023,8 % 2004 Europawahl 20044,3 % 2007 Dáil Éireann 20074,7 % 2009 Europawahl 20091,9 % 2011 Dáil Éireann 20111,8 % 2014 Europawahl 20144,9 % 2016 Dáil Éireann 20162,7 % 2019 Europawahl 201911,4 % 2020 Dáil Éireann 20207,1 % 2024 Europawahl 20245,4 % 2024 Dáil Éireann 20243,0 %
Siehe auch Wahlen in Irland Politische Parteien in Irland
Weblinks
Offizielle Website Young Greens – Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Partei (Irland) Kategorie:Grüne Partei Kategorie:Organisation (Dublin) Kategorie:Mitgliedspartei der Europäischen Grünen Partei Kategorie:Parteigründung 1981