Monheim am Rhein [] ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im nordrhein-westfälischen Kreis Mettmann und liegt rechtsrheinisch zwischen den beiden Großstädten Düsseldorf und Köln.

mini|Erstes Rathaus von Monheim (1867–1938)

Die Stadt hat eine über 850-jährige Geschichte und gehört als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr zu einem Verdichtungsraum mit über zehn Millionen Einwohnern.

Das auf ein römisches Kastell zurückgehende Haus Bürgel im Norden der Stadt gehört seit Juli 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe Niedergermanischer Limes.

Geografie Monheim liegt unmittelbar am Rhein und ist mit über 43.000 Einwohnern als kleine Mittelstadt die sechstgrößte Stadt im Kreis Mettmann. Im Norden grenzt sie an Düsseldorf, im Osten an Langenfeld, im Westen – durch den Rhein getrennt – an Dormagen und Köln sowie im Süden an Leverkusen.

Das Stadtgebiet zählt naturräumlich größtenteils zur Benrather Rheinebene, einer Niederterrasse der Kölner Bucht. Monheim ist die tiefstgelegene Stadt im ansonsten überwiegend von der niederbergischen Hügellandschaft geprägten Kreis Mettmann.

Monheim gliedert sich in nur zwei Stadtteile, den gleichnamigen Stadtkern und Baumberg, den historisch älteren Stadtteil im Norden des Stadtgebietes. In Monheim befinden sich darüber hinaus mehrere Siedlungen wie Blee – eine alte Ortslage im äußersten Süden des Stadtgebietes – sowie Zaunswinkel, die Henkelsiedlung, das Musikantenviertel, der Sandberg, das Berliner Viertel der Landesentwicklungsgesellschaft oder das Österreichviertel in Baumberg.

Klima Das Klima von Monheim ist durch die reliefbedingte Öffnung seines Stadtgebietes in Richtung Nordsee mehrheitlich atlantischer Prägung. Insbesondere westliche Windströmungen tragen feuchte Luftmassen heran, die zu wechselhaft milder Witterung über das ganze Jahr führen. Im Winter fällt die Temperatur aus diesem Grund selten unter den Gefrierpunkt.

Geschichte Bereits im 10. Jahrhundert wurde die Ortslage Blee im Zusammenhang mit einem Oberhof für Höfe in Monheim, Richrath und Rheindorf erwähnt.Fritz Hinrichs: „Altenberger Höfe zwischen Wupper und Dhünn“, 1955 herausgegeben vom Rhein-Wupper-Kreis Die erste urkundliche Erwähnung von Monheim erfolgte 1157.Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Urkunde Nr. 391. 1840, Teil 1, 779–1200, S. 271. Digitalisierte Ausgabe ULB Bonn Während der Herrschaft des Herzogtums Berg befand sich in Monheim der Sitz der Verwaltung des bergischen Amtes Monheim.

Monheim wurde 1390 zur Freiheit erhoben. Dies dürfte im Spannungsfeld der Kölner Erzbischöfe einerseits und der Bergischen Grafen andererseits wegen der strategisch wichtigen Lage am Rhein erfolgt sein. Bereits 1275 erhielt Monheim von Graf Adolf eine Stadtbefestigung, im Gegenzug zur Befestigung von Worringen durch den Erzbischof. Schon vier Jahre später musste Graf Adolf die Befestigung wieder schleifen, erst 1415 erhielt Monheim eine erneute Befestigung, die nur zwei Jahre Bestand hatte. Die letzte Befestigung erfolgte 1423, von ihr ist der Schelmenturm noch erhalten.

1806 wurde das Amt Monheim aufgelöst, nachdem Napoleon I. den Rheinbund gegründet hatte. Neu gegründet wurde das Großherzogtum Berg, dort wurde eine Munizipalität Monheim mit Baumberg, Hitdorf und Rheindorf eingerichtet. Die Bürgermeisterei Monheim bestand weiterhin, als nach dem Wiener Kongress 1815 die Rheinprovinz an Preußen vergeben wurde. 1904 bis 1908 verkehrte die Gleislose Bahn Monheim–Langenfeld zwischen der Stadt und der Nachbarstadt Langenfeld, danach von 1908 bis 1963 eine Kleinbahn auf Schienen in Normalspur. 1929 gehörte Monheim zum neugegründeten Rhein-Wupper-Kreis. 1951 kam es zum Zusammenschluss Monheims und Baumbergs zu einer Gemeinde; am 1. September 1960 schloss sich Hitdorf an, das seit 1857 über Stadtrechte verfügte. In Folge dieser Eingemeindung erhielt Monheim mit Beschluss der Landesregierung vom 11. Oktober 1960 den Status einer Stadt.

Am 1. Januar 1975 wurde die Stadt Monheim im Rahmen der landesweiten Gebietsreform nach Düsseldorf eingemeindet, wobei der Stadtteil Hitdorf abgetrennt und in die Stadt Leverkusen eingegliedert wurde.Leverkusen.de Dabei kam es kurzzeitig zu einer gemeinsamen Stadtgrenze zwischen den rivalisierenden Nachbarstädten Köln und Düsseldorf. Nach erfolgreicher Klage vor dem Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster wurde die Stadt am 1. Juli 1976 wieder selbständig. Der frühere Stadtteil Hitdorf verblieb jedoch bei Leverkusen.Internet Initiative Leverkusen: Kurzdarstellung über Hitdorf

Seit dem 15. Oktober 1993 lautet der offizielle Stadtname Monheim am Rhein.

Wappen, Flagge und Logo Die Stadt führt ein Stadtwappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel sowie ein Logo. Das Recht zur Führung eines Wappens ist der Gemeinde mit Urkunde vom 4. Januar 1939 vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz verliehen worden.

Wappen Blasonierung: „In Blau auf grünem Boden stehend eine silbern (weiß) gekleidete barfüßige Jungfrau, die in der rechten einen goldenen (gelben) Blätterzweig hält und den linken Zeigefinger auf den Mund legt; links vor ihr eine nach links laufende silberne (weiße) Gans; im linken Obereck ein silberner (weißer) Schild; darin ein blau gekrönter, gezungter und bewehrter roter Löwe.“

Monheim am Rhein trägt seit 1939 eine Gänseliesel im Wappen, das vom Heraldiker Wolfgang Pagenstecher nach dem Vorbild des Siegels von Amtsvogt Johann Wilhelm Aschenbroich mit der Devise NOCET ESSE LOCUTUM (Geschwätz schadet) 1791 entworfen wurde. Zu diesem Symbol tritt das alte Erkennungszeichen, der bergische Löwenschild der früheren Landesherren hinzu.St. Joseph-Kapelle –

Flagge Die Flagge der Stadt zeigt die Farben grün und weiß mit dem Stadtwappen.

Bevölkerung Monheim am Rhein belegte 2011 Platz 66 unter den 100 dichtestbesiedelten Gemeinden in Deutschland. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen auf dem Gebiet der Stadt.

Jahr Einwohner 1866 1.600 1950 6.500 1960 13.692 1965 21.698 1970 39.128 1975 37.326 1977 38.213 1980 40.559 1982 40.592 1987 40.390 1990 42.824 Jahr Einwohner 1992 43.801 1997 43.071 2002 43.749 2007 43.353 2008 43.569 2009 43.279 2012 43.216 2018 40.645 2019 40.703 2022 43.050 2023 43.524

Politik Für die Kommunalwahl ist Monheim am Rhein in 20 Wahlbezirke eingeteilt.

Bürgermeister 1852–1877 Wilhelm Friesenkoten 1877–1896 Theodor Grein 1897–1925 Philipp Krischer (1869–1925, nach ihm ist die Krischerstraße benannt)Krischerstraße: Eine Hauptstraße im Wandel, wz.de, 13. Juli 2012 1926–1934 Heinrich Schürholz 1934–1945 Josef Grütering (NSDAP) 1945–1946 Hugo Goebel (SPD, 1914–1978, für Amt Monheim und Gemeinde Monheim, 1946 bis 1970 Amts- und Stadtdirektor) 1946–1951 Peter Oebels 1951–1954 Konrad Thelen (SPD), spd-monheim.de 1955–1961 Josef Jenniches (CDU) 1961–1964 Peter Zinzius (CDU) 1965–1974 Heinrich Häck (SPD) 1975–1976 Oberbürgermeister Klaus Bungert (SPD), da Monheim damals Teil von Düsseldorf war 1976–1997 Ingeborg Friebe (SPD) 1997–1999 Hans-Dieter Kursawe (SPD) 1999–2009 Thomas Dünchheim (CDU)https://www.hoganlovells.com/de/thomas-dunchheim 2009–2025 Daniel Zimmermann (PETO) seit 2025: Sonja Wienecke (parteilos)

Bürgermeister Daniel Zimmermann wurde bei der Wahl am 25. Mai 2014 mit 94,6 % der Stimmen, bei einem Gegenkandidaten der Partei Bündnis 90/Die Grünen,, monheim.de und am 13. September 2020 mit 68,5 % gegen drei Gegenkandidaten von CDU, SPD und Grünen wiedergewählt. Zur Bürgermeisterwahl 2025 trat Zimmermann nicht mehr an. Am 14. September 2025 stellten sich folgende Kandidaten zur Wahl (in alphabetischer Reihenfolge): Christoph Düring (Die Linke), Lucas Risse (PETO) sowie die parteilose Kandidatin Sonja Wienecke, gemeinsam unterstützt von CDU, SPD, FDP und den Grünen.

Stadtrat mini|Rathaus der Stadt Monheim am Rhein Monheim am Rhein wurde zwischen 1964 und 1998 von der SPD regiert, langjährig mit absoluter Mehrheit.

Von 1999 bis 2009 regierte die CDU gemäß der Sitzverteilung im Stadtrat mit wechselnden Mehrheiten.

Zwischen 2009 und 2014 regierte PETO mit wechselnden Mehrheiten.1live vom 15. September 2010: U-30-Bürgermeister: Talk mit Daniel Zimmermann Von der Wahl 2014 bis 2025 regierte PETO mit einer absoluten Mehrheit.

Rat der Stadt Monheim am Rhein: Sitzverteilung und Stimmenanteile Menschenfür Monheim Gesamt Wahl-beteiligung Wahlperiode rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Gesamtanzahl der Sitze im Rat %2020–2025 9 22,7 % 3 8,3 % 23 56,8 % 4 9,4 % 1 2,8 % – – 4059,3 % 2014–2020 7 17,8 % 3 8,9 % 26 65,6 % 2 4,3 % 1 1,7 % 1 1,6 % – 40Wahlergebnisse Kommunalwahlen 2014 Stadtrat von Monheim am Rhein 56,3 % 2009–2014 12 30,17 % 8 20,27 % 12 29,56 % 3 6,52 % 3 6,36 % 1 2,74 % 1 3,81 % 40Wahlergebnisse Kommunalwahlen 2009 Stadtrat von Monheim am Rhein 52,3 %2004–2009 18 43,9 % 11 28,7 % 7 16,6 % 2 6,3 % 2 4,5 % – – 40Wahlergebnisse Kommunalwahlen 2004 Stadtrat von Monheim am Rhein 56,88 %1999–2004 20 50,87 % 13 31,18 % 2 6,09 % 3 6,33 % 1 2,34 % – – 40Wahlergebnisse Kommunalwahlen 1999 Stadtrat von Monheim am Rhein: (6. Oktober 2004) 56,87 % 1994–1999 17 37,02 % 24 49,54 % – 4 9,95 % – – – 45 81,49 %

Finanzen Kommunalhaushalt Von 2013 bis 2022 gehörte Monheim zu den wenigen deutschen Städten, deren Kommunalhaushalte keine Schulden aufwiesen. Die Stadt hat Gebühren für Kindertagesstätten und offene Ganztagsbetreuung gestrichen. Der Ort zahlte dem Land NRW jährlich 22 bzw. 23 Millionen Euro für den Kommunal-Solidaritätsbeitrag.Kristian Frigelj: Der gefährlich erfolgreiche Magier von Monheim. In: welt.de. 2. Februar 2015, abgerufen am 2. September 2018.Elisabeth Kagermeier: Monheim first. In: Zeit online. 23. Januar 2020, abgerufen am 29. Januar 2020.

Ab 2022 musste die Stadtverwaltung Monheim erneut Kredite aufnehmen. 2024 betrug die Verschuldung 370 Mio. Euro. Aufgrund geringerer Gewerbesteuereinnahmen wurde für den Haushaltsplan 2025 ein Defizit von 86 Mio. Euro angenommen. Der Bund der Steuerzahler kritisierte überdimensionierte Bauvorhaben mit hohen Folgekosten für die Instandhaltung. Video, 1:30 min

Monheim am Rhein weist seit 2024 eine kommunale Gesamtverschuldung von rund einer Milliarde Euro auf. Nach aktuellen Prognosen könnte dieser Betrag bis 2028 auf etwa zwei Milliarden Euro anwachsen.

Steuerwettbewerb und Kritik