Der Große Preis von Belgien 2013 (offiziell 2013 Formula 1 Shell Belgian Grand Prix) fand am 25. August auf dem Circuit de Spa-Francorchamps in Spa statt und war das elfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2013.

Berichte Hintergrund Nach dem Großen Preis von Ungarn führte Sebastian Vettel in der Fahrerwertung mit 38 Punkten vor Kimi Räikkönen und mit 39 Punkten vor Fernando Alonso. In der Konstrukteurswertung führte Red Bull-Renault mit 69 Punkten vor Mercedes und mit 83 Punkten vor Ferrari.

Beim Großen Preis von Belgien stellte Pirelli den Fahrern die Reifenmischungen P Zero Hard (orange) und P Zero Medium (weiß) sowie für Nässe Cinturato Intermediates (grün) und Cinturato Full-Wets (blau) zur Verfügung.

Mit Räikkönen (viermal), Felipe Massa, Lewis Hamilton, Vettel und Jenson Button (jeweils einmal) traten fünf ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Als Rennkommissare fungierten Yves Bacquelaine (BEL), Lars Österlind (SWE), Farhan Vohra (IND) und Derek Warwick (GBR).

Training mini|Mark Webber im zweiten freien Training Das erste freie Training fand unter regnerischen Bedingungen statt. Nachdem die Fahrer auf Intermediates begonnen hatten, war in der Trainingsmitte ein Wechsel auf Trockenreifen möglich. Alonso war der schnellste Fahrer vor Paul di Resta und Adrian Sutil. Heikki Kovalainen übernahm in diesem Training den Caterham von Charles Pic.

Im zweiten freien Training erzielte Vettel unter trockenen Bedingungen die Bestzeit vor Mark Webber und Romain Grosjean. Vettel erlitt in diesem Training einen Reifenschaden. Giedo van der Garde hatte einen Unfall in der 15. Kurve.

Im dritten freien Training, das bei gutem Wetter stattfand, behielt Vettel die Führung. Alonso wurde Zweiter vor Webber.

Qualifying mini|Fernando Alonso im ersten Qualifying-Segment auf Intermediate-Reifen Vor Beginn des Qualifyings hatte es geregnet, sodass die Piloten auf Intermediate-Reifen begannen. Im Verlauf des ersten Abschnitts hörte der Regen auf und die Strecke trocknete etwas ab. Die meisten Piloten blieben jedoch auf Intermediates. Alonso erzielte auf dieser Mischung die schnellste Zeit. Die Marussia-Piloten sowie van der Garde setzten in der Schlussphase auf Slicks und schafften damit alle die Qualifikation für den nächsten Qualifyingteil. Schnellster auf Slicks war van der Garde, der Gesamtdritter wurde. Die Williams- und Toro-Rosso-Piloten sowie Pic und Esteban Gutiérrez schieden aus. Im zweiten Abschnitt verbesserten sich die Wetterbedingungen weiter, sodass alle Piloten Slicks verwendeten. Räikkönen war der Schnellste. Die Marussia-Piloten sowie van der Garde, Sergio Pérez, Sutil und Nico Hülkenberg schieden aus. Für die Marussia-Piloten Max Chilton und Jules Bianchi sowie für van der Garde war es die bis zu diesem Zeitpunkt beste Qualifying-Platzierung in der Formel 1.

Im finalen Abschnitt des Qualifyings gingen bis auf di Resta alle Fahrer mit Slicks auf die Strecke. Da es jedoch zu Beginn anfing zu regnen, wechselten alle Fahrer nach Intermediates. Di Resta, der mit Intermediates begonnen hatte, blieb auf der Strecke und erzielte eine schnellste Runde, die aufgrund zunehmenden Regens zunächst für keinen anderen erreichbar war. Kurz vor dem Ende des Qualifyings hörte der Regen jedoch auf, sodass die Strecke wieder schneller wurde. Bis auf Hamilton, Vettel und Webber waren jedoch schon alle Fahrer abgewunken worden. Hamilton war von diesen drei Piloten der schnellste und erzielte damit die Pole-Position vor Vettel und Webber.

Rennen mini|Auf der Kemmel-Geraden geht Vettel (vorne rechts) an Hamilton (vorne links) vorbei Beim Start auf trockener Strecke behauptete Hamilton die Führung vor Vettel. Während Webber schlecht startete und einige Positionen verlor, machte Alonso beim Start einige Positionen gut. Auf der Kemmel-Geraden kam es zu einem Überholmanöver an der Spitze. Vettel ging aus dem Windschatten an Hamilton, dessen Durchfahrt am Ende der Eau Rouge nicht optimal war, vorbei und setzte sich in den folgenden Runden ab.

In der vierten Runde ging Alonso an Button vorbei. Eine Runde später verlor Button eine weitere Position an Webber. Alonso lag damit auf dem vierten Platz und schloss auf dem vor ihm liegenden Nico Rosberg auf. In der sechsten Runde kam es dann zu einem Positionswechsel auf der dritten Position. Im Mittelfeld gab es ebenfalls Positionskämpfe. Während Pérez seine Position gegen Grosjean behauptete, überholte Räikkönen, der beim Bremsen viel Bremsstaub ausstieß, Hülkenberg. Pérez hatte Grosjean beim Duell zu wenig Platz gelassen, sodass er eine Durchfahrtsstrafe von den Rennkommissaren erhielt. In der Zwischenzeit hatte Pic sein Fahrzeug abgestellt. Ein Ölleck zwang ihn zur Aufgabe an der Box.

In der zehnten Runde begann die Phase der ersten Boxenstopps. Die Mercedes-Piloten blieben auf der weicheren Reifenmischung. Hamilton lag kurz hinter Grosjean, der noch nicht gestoppt hatte. Alonso blieb drei Runden länger als Hamilton auf der Strecke. Er fiel ebenfalls hinter Grosjean zurück und überholte in den ersten zwei Runden nach seinem Boxenstopp zunächst Grosjean und dann Hamilton, der in der La Source etwas zu weit nach außen gekommen war. Hamilton versuchte einen Gegenangriff auf der Kemmel-Geraden, blieb aber erfolglos. Vettel blieb von der Führungsgruppe am längsten auf der Strecke. Er fiel kurz hinter Button, der noch nicht an der Box gewesen war, zurück, überholte ihn jedoch noch in der ersten Runde nach seinem Stopp, sodass Vettel die Führung im Klassement nie abgab. Button ging kurz darauf an die Box. Er plante zunächst eine Ein-Stopp-Strategie, wechselte aber neun Runden vor Ende auf eine Zwei-Stopp-Strategie, da seine Reifen zu sehr abbauten.

mini|Sebastian Vettel führte das Rennen jede Runde an In diesem Rennabschnitt gab es einige Überholmanöver im Mittelfeld. Räikkönen ging zunächst an di Resta und eine Runde später an Pérez vorbei. In der darauf folgenden Runde verlor Pérez weitere Positionen, als er von beiden Force-India-Piloten überholt wurde. Di Resta vor der Eau Rouge, Sutil dahinter. Einen Umlauf darauf gab es in Eau Rouge eine Berührung zwischen Sutil und Gutiérrez, bei der beide die Kontrolle über ihr Fahrzeug behielten. Button ging in der Zwischenzeit an Massa und Grosjean vorbei. In der 23. Runde war Grosjean der letzte Fahrer, der seinen ersten Boxenstopp absolvierte. Grosjean war auf einer Ein-Stopp-Strategie.

Kurz nachdem die Phase der zweiten Boxenstopps begonnen hatte, verbremste sich Räikkönen im Duell mit Massa vor der Bus Stop. Räikkönen ging darauf an die Box und gab das Rennen mit einem Bremsdefekt auf. Lotus bestätigte nach dem Rennen, dass ein Abreißvisier, welches sich im Kühlungskanal verfangen hatte, der Grund für den Bremsdefekt war. Das Teil war zwar beim ersten Boxenstopp entfernt worden, allerdings war die Bremsscheibe zu diesem Zeitpunkt schon irreparabel beschädigt gewesen. Es war Räikkönens erster Ausfall nach seinem Comeback 2012. Zudem blieb er nach 27 Top-10-Platzierungen in Folge ohne Punkte. Kurz nach Räikkönens Ausfall gab es bei einem Vierkampf zwischen Gutiérrez, Pastor Maldonado, di Resta und Sutil eine Kollision zwischen di Resta und Maldonado am Anfang der Start-Ziel-Geraden. Di Resta schied bei der Kollision aus. Hamilton ging auch in der zweiten Boxenstoppphase als erster des Führungstrios an die Box. Die ersten drei Positionen blieben unverändert.

Während Vettel das Rennen souverän anführte, gab es im Mittelfeld drei Strafen. Chilton hatte blaue Flaggen ignoriert und wurde mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Mit der gleichen Strafe wurde Gutiérrez bestraft, der die Strecke abgekürzt und dadurch einen Vorteil erhalten hatte. Maldonado erhielt eine 5-Sekunden-Stopp-and-Go-Strafe für die Kollision mit di Resta. In den Top 10 gab es noch ein paar Positionsveränderungen. Sutil und Daniel Ricciardo gingen an Pérez vorbei, der damit aus den Top 10 herausfiel. Massa, dessen KERS im Rennen nicht fehlerfrei funktionierte, überholte Grosjean und belegte die siebte Position. Es blieb bis zum Ende trocken.

Vettel erzielte schließlich seinen fünften Saisonsieg mit etwa 17 Sekunden Vorsprung auf Alonso und 27 Sekunden Vorsprung auf Hamilton. Vettel profitierte davon, dass es nicht anfing zu regnen, da sein Fahrzeug auf trockene Bedingungen abgestimmt war. Vettel gewann zum 31. Mal ein Formel-1-Rennen und zog damit in der ewigen Bestenliste mit Nigel Mansell gleich. Die beiden belegten nach dem Rennen gemeinsam die fünfte Position. Rosberg, Webber, Button, Massa, Grosjean, Sutil und Ricciardo komplettierten die Top 10.

In der Weltmeisterschaft baute Vettel seinen Vorsprung weiter aus. Alonso und Hamilton gingen an Räikkönen vorbei. Mit 46 Punkten Vorsprung auf Alonso hatte Vettel nach dem Rennen den bis dahin größten Punktevorsprung in seiner Formel-1-Karriere. Die ersten drei Positionen bei den Konstrukteuren blieben unverändert.

Kommentare der ersten drei Fahrer

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Red Bull RB9 Renault 2.4 V8 2 3 Ferrari F138 Ferrari 2.4 V8 4 5 McLaren MP4-28 Mercedes-Benz 2.4 V8 6 7 Lotus E21 Renault 2.4 V8 8 9 Mercedes F1 W04 Mercedes-Benz 2.4 V8 10 11 Sauber C32 Ferrari 2.4 V8 12 14 Force India VJM06 Mercedes-Benz 2.4 V8 15 16 Williams FW35 Renault 2.4 V8 17 18 Toro Rosso STR8 Ferrari 2.4 V8 19 20 Kovalainen fuhr den Caterham mit der Nummer 20 im ersten freien Training. Pic übernahm das Fahrzeug anschließend für das restliche Rennwochenende. Caterham CT03 Renault 2.4 V8 21 22 Marussia MR02 Cosworth 2.4 V8 23 Anmerkungen

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Q1 Q2 Q3 Start 1 2:00,368 1:49,067 2:01,012 1 2 2:01,863 1:48,646 2:01,200 2 3 2:01,567 1:48,641 2:01,325 3 4 2:01,099 1:48,552 2:02,251 4 5 2:02,338 1:48,925 2:02,332 5 6 2:01,301 1:48,641 2:03,075 6 7 2:02,476 1:48,649 2:03,081 7 8 2:01,151 1:48,296 2:03,390 8 9 2:00,190 1:48,309 2:03,482 9 10 2:01,462 1:49,020 2:04,059 10 11 2:01,712 1:49,088 – 11 12 2:02,749 1:49,103 – 12 13 2:02,425 1:49,304 – 13 14 2:00,564 1:52,036 – 14 15 2:02,110 1:52,563 – 15 16 2:02,948 1:52,762 – 16 17 2:03,072 – – 17 18 2:03,300 – – 18 19 2:03,317 – – 19 20 2:03,432 – – 20 21 2:04,324 – – 21 22 2:07,384 – – 22 107-Prozent-Zeit: 2:08,603 min (bezogen auf Q1-Bestzeit von 2:00,190 min)

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 44 2 1:23:42,196 2 1:50,756 (40.) 2 44 2 + 16,869 9 1:51,383 (36.) 3 44 2 + 27,734 1 1:51,596 (39.) 4 44 2 + 29,872 4 1:51,582 (39.) 5 44 2 + 33,845 3 1:51,397 (31.) 6 44 2 + 40,794 6 1:50,823 (36.) 7 44 2 + 53,922 10 1:52,182 (40.) 8 44 1 + 55,846 7 1:52,497 (34.) 9 44 2 + 1:09,547 12 1:52,226 (35.) 10 44 2 + 1:13,470 19 1:50,967 (38.) 11 44 2 + 1:21,936 13 1:53,472 (34.) 12 44 2 + 1:26,740 18 1:53,065 (29.) 13 44 2 + 1:28,258 11 1:53,110 (41.) 14 44 3 + 1:40,436 21 1:51,849 (30.) 15 44 2 + 1:47,456 20 1:52,688 (31.) 16 43 2 + 1 Runde 14 1:53,995 (43.) 17 43 3 + 1 Runde 17 1:52,579 (35.) 18 43 2 + 1 Runde 15 1:54,894 (37.) 19 42 3 + 2 Runden 16 1:54,924 (31.) – 26 2 DNF 5 1:54,757 (21.) – 25 1 DNF 8 1:53,688 (20.) – 8 0 DNF 22 1:57,330 (7.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten zehn des Rennens bekamen 25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Red Bull-Renault 197 2 Ferrari 151 3 Mercedes 139 4 Lotus-Renault 134 5 Red Bull-Renault 115 6 Mercedes 96 7 Ferrari 67 8 Lotus-Renault 53 9 McLaren-Mercedes 47 10 Force India-Mercedes 36 11 Force India-Mercedes 25 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 12 McLaren-Mercedes 18 13 Toro Rosso-Ferrari 13 14 Toro Rosso-Ferrari 12 15 Sauber-Ferrari 7 16 Williams-Renault 1 17 Williams-Renault 0 18 Sauber-Ferrari 0 19 Marussia-Cosworth 0 20 Caterham-Renault 0 21 Caterham-Renault 0 22 Marussia-Cosworth 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 312 2 235 3 218 4 187 5 65 6 61 Pos. Konstrukteur Punkte 7 25 8 7 9 1 10 0 11 0

Einzelnachweise

#2013 Belgien Kategorie:Sportveranstaltung in Stavelot