Leverkusen [] ist eine kreisfreie Stadt und Mittelzentrum im südlichen Nordrhein-Westfalen, gehört zum Regierungsbezirk Köln, liegt geographisch im Bergischen Land und gehört somit zum Rheinland. In Leverkusen mündet die Wupper in den Rhein.

Die Stadt liegt unmittelbar nordöstlich von Köln und gehört der Metropolregion Rhein-Ruhr an. Mit ihren Einwohnern (, laut Einwohnerstatistik der Stadt 170.329 am 31. Dezember 2024) zählt sie zu den kleineren Großstädten des Landes; sie liegt auf Platz 49 der größten Städte Deutschlands. Bekannt ist Leverkusen vor allem durch den Bayer-Konzern und den Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, den Deutschen Meister der Männer der Spielzeit 2023/24.

Gegründet wurde die Stadt Leverkusen 1930 durch den Zusammenschluss der Stadt Wiesdorf mit den Gemeinden Schlebusch, Steinbüchel und Rheindorf.Steinacker, Bernhard: Leverkusen Stadt an Rhein und Wupper. 1. Auflage 1987, Steinacker’sche Verlagsbuchhandlung, Leverkusen. ISBN 3-9801588-0-2

Ihren Namen verdankt die Stadt dem Apotheker und Chemieunternehmer Carl Leverkus, dessen Familie von der Hofschaft Leverkusen aus dem Gebiet der heutigen Stadt Remscheid abstammte. Leverkus gründete um die Mitte des 19. Jahrhunderts bei Wiesdorf am Rhein eine Chemiefabrik und gab der Siedlung seiner Arbeiterschaft den Namen Leverkusen – so hieß bereits der Familiensitz in Lennep. 1930 ging der Name auf die neu gegründete Stadt Leverkusen über.

Die heutige Stadt Leverkusen entstand 1975 durch den Zusammenschluss Leverkusens mit der Kreisstadt Opladen sowie der Stadt Bergisch Neukirchen und der Eingliederung des Stadtteils Hitdorf der Stadt Monheim am Rhein. Die neugegliederte Stadt wurde danach in drei Stadtbezirke aufgeteilt; dabei wurde Opladen auf die Bezirke II und III aufgespalten. Leverkusen hat drei größere Stadtzentren mit Fußgängerzonen. Sie befinden sich in den Stadtteilen Leverkusen-Mitte (Wiesdorf), Schlebusch und Opladen. Schlebusch und Bergisch Neukirchen werden als „Tor zum Bergischen Land“ bezeichnet.Sabine Mecking: Bürgerwille und Gebietsreform. Demokratieentwicklung und Neuordnung von Staat und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen 1965–2000 (= Studien zur Zeitgeschichte Bd. 85), Oldenbourg: München 2012, ISBN 978-3-486-70314-6. Bergisch Neukirchen, Quettingen, Lützenkirchen, Steinbüchel und teilweise Schlebusch liegen auf dem Westabhang des Bergischen Landes. Das restliche Stadtgebiet liegt in der Rheinebene der Kölner Bucht.

Der in Leverkusen gesprochene Dialekt ist hauptsächlich der nördliche mittelfränkische Dialekt des Ripuarischen, auch als „kölsche Mundart“ bekannt. Des Weiteren gibt es bergische Dialekte in den östlichen Stadtteilen.

Geografie Lage mini|hochkant=1.6|Karte von Leverkusen

Die Stadt Leverkusen liegt am rechten Ufer des Niederrheins, am Unterlauf der Wupper und an der Dhünn. Die natürliche Stadtgrenze im Westen bildet der Rhein. Ca. 10 km südlich der Stadt liegt Köln, im Norden Monheim am Rhein und Langenfeld (Rheinland). Die östlichen Stadtteile dehnen sich bis in die Ausläufer des Bergischen Landes aus.

Der höchste Punkt des Stadtgebiets befindet sich an der Stadtgrenze zu Burscheid in Höhe der Kompostierungsanlage Heiligeneiche mit , der niedrigste mit liegt bei der Hitdorfer Hafeneinfahrt. Die Stadtgrenze hat einen Umfang von 56 Kilometern. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 8,9 und die größte West-Ost-Ausdehnung 15,3 Kilometer.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Leverkusen, sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, genannt:

rahmenlos|30px Leichlingen, rahmenlos|30px Burscheid, rahmenlos|30px Odenthal und rahmenlos|30px Bergisch Gladbach (alle Rheinisch-Bergischer Kreis), rahmenlos|30px Köln (Kreisfreie Stadt) sowie rahmenlos|30px Monheim und rahmenlos|30px Langenfeld (beide Kreis Mettmann).

Stadtgliederung mini|hochkant=1.6|Stadtteile und -bezirke: Stadtbezirk I blau, II braun, III grün

Mit der kommunalen Neugliederung 1975 wurde das Stadtgebiet Leverkusens in drei Stadtbezirke, 13 Stadtteile und 16 Statistische Bezirke unterteilt. Im Jahr 2003 wurden als weitere Gliederungsstufe 77 „Quartiere“ abgegrenzt.Strukturdaten der Quartiere in Leverkusen – 31. Dezember 2007, Berichte zur Stadtforschung, Heft 69, Stadt Leverkusen (Hrsg.), Juni 2008. Jeder Stadtbezirk verfügt über eine eigene Bezirksvertretung, die aus 15 Mitgliedern, den Bezirksvertretern, besteht. Sie werden von der Bevölkerung des Stadtbezirks auf fünf Jahre gewählt, den Vorsitz hat der Bezirksvorsteher (seit 2020 Bezirksbürgermeister). Die Bezirksvertretungen sind für bestimmte Aufgaben des Bezirks zuständig und bei allen wichtigen Angelegenheiten des Stadtbezirks anzuhören.

Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Stadtteilen:

Stadtbezirk I: 30px|rahmenlos Wiesdorf, Manfort, 30px|rahmenlos Rheindorf und 30px|rahmenlos Hitdorf Stadtbezirk II: 30px|rahmenlos Opladen, Küppersteg, Bürrig, Quettingen und 30px|rahmenlos Bergisch Neukirchen Stadtbezirk III: 30px|rahmenlos Schlebusch, Steinbüchel, 30px|rahmenlos Lützenkirchen und Alkenrath

Die Stadtteile sind zum Teil in weitere Wohnplätze mit eigenen Namen unterteilt. Dabei handelt es sich um ältere Siedlungen oder Neubaugebiete, deren Namen meist auf historische Hof-, Siedlungs- oder Flurbezeichnungen zurückgehen. Hierzu gehören beispielsweise Fettehenne, Pattscheid, Biesenbach, Hüscheid, Imbach, Niederblecher, Schöne Aussicht, Voigtslach, Mathildenhof, Leimbacher Berg, Meckhofen und Waldsiedlung.

Klima und Natur

Leverkusen erstreckt sich über drei rheinische Landschaftsgebiete: die Köln-Bonner Rheinebene, die Bergische Heideterrasse und die Bergischen Hochflächen. Auf der Köln-Bonner Rheinebene befinden sich Lindenwälder, die Ränder der Bäche und Flüsse sind mit Bruch- und Auenwäldern bewachsen, mit einem geringen Anteil an Eichen und Haseln, der auch in den Lindenwäldern vorhanden ist. Die Landschaft der Bergischen Heideterrassen ist überwiegend von Heide geprägt, die auch Namensbestandteil einiger Stadtteile wie Fixheide oder Schlebuscher Heide ist. In Richtung Osten liegt das Bergische Hochland als Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Dort wurden überwiegend Nadelholzkulturen angelegt. Außerdem wird diese Fläche agrarisch genutzt.

Der Niederschlag in Leverkusen liegt im Jahresmittel bei 700 Millimetern, der Wind weht überwiegend aus West und Südwest. Die Jahresmitteltemperatur beträgt ca. 12,2 °C. In Richtung Osten zum Bergischen Land steigt die Niederschlagsmenge auf bis zu 1300 Millimeter im Jahresmittel an. Das Klima entspricht somit dem Übergang vom gemäßigten Seeklima zum Kontinentalklima mit milden Wintern und mäßig warmen Sommern.

Geschichte mini|Die Villa Römer, heute Haus der Stadtgeschichte

Die hier dargestellte Geschichte Leverkusens bezieht sich im Wesentlichen auf die Gemeinden Wiesdorf, Schlebusch, Steinbüchel und Rheindorf, die sich 1930 zur Stadt Leverkusen zusammenschlossen. Details zur Geschichte der 1975 zur Stadt Leverkusen hinzugekommenen Ortsteile sind unter Opladen, Hitdorf und Bergisch Neukirchen zu finden.

Die Siedlungen des heutigen Leverkusener Stadtgebiets wurden ab dem 10. Jahrhundert erstmals erwähnt, zuerst Hitdorf im Jahre 941, als letztes Alkenrath 1458. Sie gehörten seit dem Mittelalter zur Grafschaft beziehungsweise zum Herzogtum Berg.

Römerzeit In Leverkusen wurden Grabplatten gefunden, die aufgrund ihrer Gestaltung sowie der Grabinhalte den Römern zugeordnet werden konnten.Franz Gruß 2003, S. 11f. Die Gräber enthielten unter anderem komplette Soldatenausrüstungen. Ein weiterer Hinweis auf die Anwesenheit der Römer im späteren Leverkusener Stadtgebiet sind Siedlungen, die nach römischem Vorbild errichtet wurden. Der Siedlungsplatz Scherfenbrand und viele weitere kleine Lagerstellen in Leverkusen konnten unter anderem anhand vorgefundener Terra Sigillata den Römern zugeordnet werden. Die Römer wurden im ersten Viertel des vierten Jahrhunderts nach Christus von den Franken abgelöst. Zur Zeit Karls des Großen gehörte das Leverkusener Gebiet zum Deutzgau.

Mittelalter Das rechtsrheinische Land gehörte zu großen Teilen zum mächtigen Erzstift Kurköln, somit auch Leverkusen. Ein Gut in Rheindorf wurde im 11. Jahrhundert in Zusammenhang mit dem Kölner Apostelstift genannt. Hitdorf wiederum wurde im Jahre 1151 mit seiner Abtei St. Pantaleon und mit einem Fronhof erwähnt, in dem ein Untervogt des Grafen von Berg wohnte.Franz Gruß 2003, S. 18, 2. Abs., Z. 17ff.Ausführliche Zeittafel zur Stadtgeschichte

Die Grafengewalt über das spätere Stadtgebiet lag seit etwa 1150 bei den Grafen (und späteren Herzögen) von Berg. Die Pfarrkirche Bürrig wurde 1147 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, 1163 und 1164 folgten die Kirchen in Lützenkirchen und Wiesdorf; die Schlebuschrather Kirche ist 1235 erstmals urkundlich erwähnt.

Im 14. Jahrhundert wurden die Pfarrkirchen der Orte Wiesdorf, Rheindorf, Bürrig, Opladen, Lützenkirchen und Neukirchen (heute Bergisch Neukirchen) im Steuerverzeichnis der Erzdiözese, dem Liber Valoris aufgeführt. Dieses Heberegister der mittelalterlichen erzbischöflichen Verwaltung wurde mindestens vom 13. bis ins 15. Jahrhundert hinein immer wieder neu aufgelegt. Für das Jahr 1363 sind die Ortsteile des heutigen Leverkusen als Orte im Amt Miselohe belegt (mit Ausnahme von Hitdorf und Rheindorf, die zum Amt Monheim gehörten).Rolf Müller: Upladhin – Opladen – Stadtchronik; Selbstverlag der Stadt Opladen; 1974; S. 153. Opladen nahm im Amt Miselohe als Sitz des Gerichts und des Amtsphysikus eine zentrale Rolle ein.Rolf Müller 1974, S. 159.

Die Bauern in Leverkusen und im Bergischen waren schon vergleichsweise früh unabhängig, ohne Frondienste leisten zu müssen, was einen Aufstieg in der sozialen Hierarchie möglich machte.

Beginn der Neuzeit Zu Beginn der Neuzeit lebte der überwiegende Teil der Bevölkerung von der Land- und Forstwirtschaft. Die Einwohnerzahlen waren auch in Gemeinden des heutigen Leverkusens, wie Bürrig, Wiesdorf oder Küppersteg, angestiegen. Genaue Angaben lassen sich nicht machen, da keine Kirchbücher vorhanden sind, die Aufschluss über das 15. und 16. Jahrhundert geben könnten. Die größten Gemeinden waren vermutlich Wiesdorf, Schlebusch und Lützenkirchen, die eine Einwohnerzahl von etwas unter 1000 gehabt haben sollen. Als kleiner eingeschätzt werden hingegen Rheindorf und Bürrig; sie galten als kleine Kirchspiele.Stadtarchiv (Hrsg.) 2005, S. 182, 2. Abs., S. 183, Tab. 1.

Verhältnisse im Kölnischen Krieg Im Kölnischen Krieg (1583 bis 1588) wurden viele Dörfer, sowohl auf dem heutigen Leverkusener Stadtgebiet als auch im Umland, von Truppen des Pfalzgrafen Johann Casimir geplündert und verwüstet. Leverkusen war, im Durchzugsgebiet von Süden nach Norden am Rhein entlang liegend, immer wieder von Überfällen betroffen. Die Truppen, die zunächst Bonn besetzten und sich dann nach Mülheim und Deutz bewegten, zogen plündernd an den Leverkusener Siedlungen vorbei.Franz Gruß 2003, S. 40 Z. 23. Eine Äbtissin von Gevelsberg berichtete:

Auch Burg, heute Bürrig, wurde überfallen und die Dorfkirche zerstört, ebenso die Kapelle in Schlebusch. Beide Kirchengebäude wurden nach dem Krieg neu errichtet.

Leverkusen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges