mini|Südansicht von Hohenleimbach mini|Ganzansicht von Hohenleimbach mini|Blick auf Hohenleimbach-Lederbach mini|hochkant|Säulenaltar (18. Jh.) Hohenleimbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Brohltal an, die ihren Verwaltungssitz in Niederzissen hat.

Geographie Hohenleimbach ist die höchstgelegene Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Brohltal und befindet sich in deren Westen. Die Hohe Acht als höchste Erhebung in der Eifel befindet sich ca. fünf Kilometer südwestlich vom Ort Hohenleimbach entfernt.

Zu Hohenleimbach gehört der etwa anderthalb Kilometer nordöstlich gelegene Ortsteil Lederbach jenseits der Bundesstraße 412 sowie der Alexanderhof.

Geschichte Erstmals 1425 als Lehen eines Peter von Thys in Leimbach erwähnt, wurde der Ort bis ins 20. Jahrhundert so genannt und war Teil der Herrschaft Kempenich, dem Kempenicher Ländchen. Mitunter tauchte seit dem 18. Jahrhundert auch die als Spottname verwandte Bezeichnung Wüst-Leimbach bzw. Wüstleimbach (lokaler Dialekt: Wüstlämisch) auf, da viele Gehöftwüstungen wegen der kargen Felder und der bitteren Armut zu verzeichnen waren, deren Bewohner dann meist nach Amerika auswanderten. So sank die Einwohnerzahl im 18. Jahrhundert weit unter hundert. Auf der Tranchot-Müffling-Karte von 1809 ist Hohenleimbach als Wüxt-Leimbach verzeichnet.

Der Gemeinderat suchte seit langem, dem Dorf einen anderen Namen zu geben. Seit dem 3. März 1916 durfte der Ort nach einhelligem Gemeinderatsbeschluss vom 31. Januar 1914 gemäß kaiserlichem Erlass seinen Namen in „Hohenleimbach“ umbenennen, womit der Name Wüstleimbach langsam verschwand. Vor Jahrhunderten lag etwas unterhalb des heutigen Ortes an der Einmündung des Lederbachs in die Nette der Weiler Rembach, der, 1337 erstmals und 1404 mit vier Höfen genannt, bereits im 17. Jahrhundert wegen Armut und Wegziehens seiner Einwohner wüstgefallen ist.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hohenleimbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten. Jahr Einwohner 1815 152 1835 188 1871 159 1905 231 1939 260 1950 264 1961 284 1970 315 Jahr Einwohner 1987 277 1997 335 2005 371 2007 354 2008 360 2009 369 2010 371 2011 366 Jahr Einwohner 2012 362 2013 357 2014 348 2015 350 2016 364 2017 351 2022 356 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Hohenleimbach von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Hohenleimbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Thorsten K. Kabuth wurde am 5. April 2013 Ortsbürgermeister von Hohenleimbach. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 83,89 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 67,0 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Kabuths Vorgänger als Ortsbürgermeister war Clemens Seifert.

Wappen

Sehenswürdigkeiten In der Ortsgemeinde existiert eine 1963 erbaute Dorfkapelle, in deren Innern sich ein hoher, sitzender Dachreiter und ein farbiger Säulenaltar aus dem 18. Jahrhundert befindet. Die Gemeindehalle wurde bereits erweitert und saniert und steht für das Vereinsleben zur Verfügung. Zu den wichtigsten Landmarken im Ort gehört die „Kaiserlinde“, ein großgewachsener Baum am Dorfplatz, der zur Erinnerung an die Völkerschlacht in Leipzig gepflanzt wurde und eines der Symbole im Gemeindewappen ist. Auch der weitere Baumbestand in Hohenleimbach ist gepflegt und gut erhalten.

Im weiteren Sinne zu den Sehenswürdigkeiten kann die Kohlestraße zählen, ein heute als Wanderweg angelegter Handelsweg. Sie führt durch die westlich von Hohenleimbach gelegene Langhard, ein 1227 erstmals erwähntes großes zusammenhängendes Waldgebiet, das besonders während des 18. Jahrhunderts eine große Köhlertätigkeit zu verzeichnen hatte und nicht völlig infolge Besiedelung und Wandlung in Agrarflächen in jener Zeit verschwand. Die Kohlestraße war ein Holzkohletransportweg für Pferdefuhrwerke von den Kohlenmeilern (ab Vinxtbach) durch die Eifel zu den Hüttenwerken im Saarland, teils auf einer alten Römerstraße, im Mittelalter und im 16./17. Jahrhundert ausgebaut.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Hohenleimbach

Wirtschaft Die Ortsgemeinde ist überwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägt. Viele der Einwohner sind als Arbeitnehmer in der nahe gelegenen Stadt Adenau und in Gewerbebetrieben in Kempenich beschäftigt.

Literatur Manfred Becker: Heimatbrauchtum im Kempenicher Ländchen. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1987. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1986. Bernhard Koll: Adelshöfe in der früheren Herrschaft Kempenich. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1985. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1984. Bernhard Koll: Die Herren der Herrschaft Kempenich im 15. und 16. Jahrhundert. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1987. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1986. Bernhard Koll, Oliver Schüller u. a.: Zwischen Hoher Acht und Laacher See – Aus der Geschichte des Kempenicher Ländchens. Heimatfreunde Kempenich, Kempenich 1993 (hrsgg. zur 900-Jahrfeier von Kempenich). Zwischen Hoher Acht und Laacher See – Aus der Geschichte des Kempenicher Ländchens. Heimatfreunde Kempenich e. V., Kempenich 1993.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Hohenleimbach Hohenleimbach auf der Internetseite der Verbandsgemeinde Brohltal

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ahrweiler Kategorie:Ersterwähnung 1425