mini|Blick auf Kempenich von Westen Kempenich ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Brohltal an, die ihren Verwaltungssitz in Niederzissen hat. Kempenich ist der größte Ort im oberen Brohltal und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Die Gemeinde liegt im östlichen Randbereich der Hocheifel etwa acht Kilometer nordwestlich von Mayen. Die Hohe Acht erhebt sich etwa sieben Kilometer südwestlich von Kempenich, knapp zehn Kilometer östlich liegt der Laacher See. Durch Kempenich fließt der Weiberner Bach.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Kempenich und Engeln. Der Ortsteil Engeln bildet zugleich einen Ortsbezirk.

Zum Ortsteil Kempenich gehören auch die Wohnplätze Burg Kempenich (Villa), Heidnerhof, Hommeshof, Kreuzwäldchen, Lärchenhof, Rottlandhöfe und Stefanshof; zum Ortsteil Engeln die Wohnplätze Appentalerhof und Buchhof.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 808 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte

Kempenich wurde 1093 erstmals urkundlich erwähnt. Richwin von Kempenich wird in der Stiftungsurkunde der Abtei Laach als Zeuge genannt.

Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit der Geschichte der Burg Kempenich und der Herrschaft Kempenich. Als Institution der Herrschaft Kempenich war ein Landgericht ansässig, dass erst Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Auf das Gerichtssiegel von 1596 geht das heutige Wappen der Ortsgemeinde zurück, der „Kempenicher Bauer“.

In den Jahren 1348 und 1666 wütete die Pest in Kempenich und Umgebung. Vier große Brände in 1661, 1753, 1847 und 1853 verwüsteten das Dorf. Im Zweiten Weltkrieg fielen am 6. Januar 1945 viele Menschen einem Bombenangriff zum Opfer und zahlreiche Gebäude wurden zerstört.

Territoriale Zugehörigkeit Die Herrschaft und damit auch der Ort Kempenich war seit 1581 vom Trierer Kurfürsten Johann VII. an die Grafen von Elz verpfändet, 1777 wurde Kempenich unter Clemens Wenzeslaus in das Kurfürstentum Trier eingegliedert und das kurtrierische Amt Kempenich gebildet, Verwaltungssitz war jedoch in Mayen.

Im Zusammenhang mit den Ersten Koalitionskrieg kam die Region 1794 unter französische Verwaltung und von 1798 an kam Kempenich zum Kanton Wehr im Arrondissement Bonn, das zum Rhein- und Moseldepartement gehörte. Kempenich wurde Sitz einer Mairie.

Nachdem das Rheinland im Jahre 1815 aufgrund der Verträge des Wiener Kongresses an das Königreich Preußen gekommen war, wurde Kempenich Sitz der Bürgermeisterei Kempenich in dem 1816 neu geschaffenen Kreis Adenau im Regierungsbezirk Koblenz. Zur Bürgermeisterei Kempenich gehörten die Gemeinden Engeln, Hausten, Kempenich, Lederbach, Leimbach, Morswiesen, Spessart, Wabern und Weibern.Karl Friedrich Wilhelm Dieterici: Mittheilungen des Statistischen Bureau's in Berlin, 1856, Seite 9 Nachdem der Kreis Adenau im Jahre 1932 aufgelöst worden war, kam die Bürgermeisterei Kempenich (ab 1927 Amt Kempenich) zum Kreis Mayen (ab 1939 Landkreis Mayen) und im Rahmen der Gebietsreform am 7. November 1970 zum Landkreis Ahrweiler. Aus dem Amt Kempenich war 1968 vorübergehend die Verbandsgemeinde Kempenich entstanden, welche ebenfalls zum 7. November 1970 aufgelöst wurde. Die Ortsgemeinde Kempenich wurde der neu gebildeten Verbandsgemeinde Brohtal zugeordnet.

Die bis dahin selbständige Ortsgemeinde Engeln wurde am 10. Juni 1979 mit damals 117 Einwohnern nach Kempenich eingemeindet.

Pfarrei Kempenich Die Pfarrei zu Kempenich ist sehr alt und gehörte zum Landkapitel Ochtendung im Kardener Archidiakonat in der Trierischen Diözese. Anfang des 19. Jahrhunderts waren außer Kempenich die Ortschaften Engeln, Hannebach (heute Ortsteil von Spessart), der Heulingshof bei Hannebach, Hausten mit Morswiesen, Hohenleimbach, Lederbach, Spessart, Wabern und Weibern eingepfarrt. Alle eingepfarrten Orte, Hausten und Morswiesen ausgenommen, besaßen Kapellen.

Heute gehören zur kath. Pfarrgemeinde St. Philippus und Jakobus die Filialgemeinden Engeln, Hannebach, Heulingshof, Hohenleimbach, Lederbach und Spessart. Seit dem 1. April 2004 gehört die Pfarrgemeinde zu dem damals neu geschaffenen Dekanat Brohltal-Remagen im Bistum Trier.

Die evangelischen Christen in Kempenich gehören zu der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bestehenden evangelischen Kirchengemeinde Adenau.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kempenich bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

Jahr Einwohner 1815 842 1835 1.040 1871 1.068 1905 1.296 1939 1.131 1950 1.225 1961 1.233 Jahr Einwohner 1970 1.476 1987 1.582 1997 1.730 2005 1.914 2011 1.894 2017 1.869 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Kempenich von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Kempenich besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat: Jahr CDU FWG WG 1 WG 2 Gesamt 2024 5 10 1 – 16 Sitze 2019 5 9 2 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 7 7 2 – 16 Sitze 2009 7 7 2 – 16 Sitze 2004 5 7 3 1 16 Sitze

Bürgermeister Dominik Schmitz (FWG) wurde am 9. September 2019 Ortsbürgermeister von Kempenich. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 77,88 % für fünf Jahre gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit 72,7 % gegen einen Mitbewerber durch.

Der Vorgänger von Schmitz, Stefan Friedsam (CDU), hatte 2019 nicht erneut kandidiert.

Ortsbezirk Engeln Der Ortsbezirk Engeln hat gemäß der Hauptsatzung einen Ortsvorsteher, aber keinen Ortsbeirat.

Mathias Koslowski (WG Koslowski) wurde am 10. Juli 2024 Ortsvorsteher von Engeln. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 57,8 % für fünf Jahre gewählt worden. Koslowskis Vorgänger Michael Klein hatte das Amt am 9. September 2019 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 hatte er 86,09 % der Stimmen erhalten.

Wappen

Verkehr Kempenich liegt an der B 412 zwischen der A 61 und dem Nürburgring. Von 1902 bis 1974 war der Bahnhof Kempenich die eifelseitige Endstation der Brohltalbahn.

Kulturdenkmäler In Kempenich befinden sich einige unter Denkmalschutz gestellte Kulturdenkmäler:Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Rheinland-Pfalz, Saarland. Deutscher Kunstverlag, München 1984, ISBN 3-422-00382-7 Ortsteil Kempenich mini|Taufstein aus dem 13. Jahrhundert Die katholische Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus, mit spätromanischem, viergeschossigem Westturm vom Anfang des 13. Jahrhunderts, erneuert 1716 und 1923; das spätgotische Langhaus, ursprünglich zweischiffig, stammt aus dem 15. Jahrhundert, Erweiterung 1904 bis 1906; in der Kirche ein romanischer Taufstein aus Basaltlava aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, weiterhin ein Grabstein aus dem 16. Jahrhundert; auf dem Friedhof eine Anzahl von Grabkreuzen aus dem 18. Jahrhundert. Ehemaliges Pfarrhaus, ein tuffgegliederter Basaltquaderbau, etwa 1900; das barocke Pfarrhofportal soll von der Burg stammen (Marktstraße). Ehemaliges Glöcknerhaus, ein Fachwerkbau, teilweise massiv, aus dem Jahr 1848 (Marktstraße). Altenheim „Marienburg“, ein dreigeschossiger neubarocker Mansarddachbau aus den 1920er Jahren (Beunstraße). Das ehemalige katholische Jugendheim, ein Tuffquaderbau von 1927 (Goldbachstraße). Basaltquaderbau aus dem frühen 19. Jahrhundert; bei dem Gebäude ein Halbrundturm, der möglicherweise von der mittelalterlichen Befestigung stammt (Oberdorfstraße). Gemarkung Kempenich Ruine der Burg Kempenich. Bernharduskapelle von 1606 auf dem Burgberg. Fachwerkdecke mit einem Relief des Hl. Bernhardus aus Tuffstein. Mehrere Bildstöcke und Wegekreuze, teilweise aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Kreuzkapelle mit einem Kreuzweg aus dem 20. Jahrhundert. Ortsteil Engeln Kapelle der Vierzehn Nothelfer, ein Saalbau von 1767. Eine Wegekapelle aus Tuffquadern von 1857. Gemarkung Engeln Mehrere Wegekreuze, teilweise aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kempenich

Persönlichkeiten

Philipp Karl von Eltz-Kempenich (1665–1743), Erzbischof von Mainz 1732–1743 Hendrik Still (* 1987), Rennfahrer

Weblinks

Internetpräsenz der Gemeinde Kempenich Ortsgemeinde Kempenich bei der Verbandsgemeinde Brohltal

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ahrweiler Kategorie:Ersterwähnung 1093 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Rheinland-Pfalz