Uebigau-Wahrenbrück ist eine Stadtgemeinde im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg (Deutschland).

Geografie Die Stadtgemeinde liegt im Südwesten des Landes Brandenburg, etwa 25 km östlich der Elbestadt Torgau, etwa 10 km südlich der Kreisstadt Herzberg und 4 km nördlich von Bad Liebenwerda. Die Schwarze Elster fließt durch das Stadtgebiet, die Kleine Elster mündet nordöstlich von Wahrenbrück in die Schwarze Elster. Die größten Ortsteile bilden die ehemaligen Städte Uebigau und Wahrenbrück, welche 7 km voneinander entfernt liegen.

Nachbargemeinden An die Gemeinde grenzen folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Herzberg (Elster), Doberlug-Kirchhain, Schilda, Tröbitz, Schönborn, Bad Liebenwerda, Mühlberg/Elbe und Falkenberg/Elster.

Geologie In der Nähe des Ortsteils Rothstein ragt aus der flachen Landschaft der Rothsteiner Felsen heraus. Es sind die freiliegenden Reste einer Felsplatte, welche vor etwa 560 Millionen Jahren entstand. Ausgangsmaterial ist Grauwacke. Diese wurde durch Ablagerungen aus heißen Quellen verkieselt.

Das Felsengestein wurde jahrhundertelang abgebaut und als Baumaterial (Rothsteiner Schotter) verwendet. Seit 1915 ist der Abbau des Hauptfelsens verboten und er steht unter Naturschutz.

Stadtgliederung Es gibt 21 Ortsteile:

Hinzu kommen die Wohnplätze Bahnhof Beutersitz, Bahnhof Wahrenbrück, Neumühl und Ziegelei.

Geschichte mini|links|Wahrenbrück, Zeichnung von Wilhelm Dilich, vor 1650 mini|Jugendherberge Schloss Uebigau Die Städte Uebigau und Wahrenbrück und die Gemeinden Bahnsdorf, Drasdo und Wiederau wurden am 31. Dezember 2001 unter dem Namen Wahrenbrück zusammengeschlossen. Am folgenden Tag wurde diese neue Gemeinde in Uebigau-Wahrenbrück umbenannt.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 37 f.

Vor der Neubildung der Stadt Uebigau-Wahrenbrück gab es etliche Eingemeindungen: Die Stadt Wahrenbrück wurde 1998 um zwölf benachbarte Orte vergrößert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998 Bereits Anfang 1977 hatte sie Zinsdorf erhalten.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Die Stadt Uebigau wurde 1960 um München, 1970 um Bomsdorf und 1998 um Langennaundorf vergrößert. Die Gemeinde Bahnsdorf erhielt 1957 Neudeck.

Ehemalige Gemeinde bis 1952 1952 bis 1993 Eingemeindung nach Datum Bahnsdorf Kreis Schweinitz (Herzberg) Kreis Herzberg Wahrenbrück 31. Dezember 2001 Beiersdorf Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Beutersitz Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Bomsdorf Kreis Liebenwerda Kreis Herzberg Uebigau 22. März 1970 Bönitz Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Domsdorf Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Drasdo Kreis Liebenwerda Kreis Herzberg Wahrenbrück 31. Dezember 2001 Kauxdorf Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Langennaundorf Kreis Liebenwerda Kreis Herzberg Uebigau 31. Dezember 1998 Marxdorf Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 München Kreis Liebenwerda Kreis Herzberg Uebigau 1. Januar 1960 Neudeck Kreis Schweinitz (Herzberg) Kreis Herzberg Bahnsdorf 1. Januar 1957 Prestewitz Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Rothstein Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Saxdorf Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Uebigau Kreis Liebenwerda Kreis Herzberg Wahrenbrück 31. Dezember 2001 Wahrenbrück Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Umbenennung in Uebigau-Wahrenbrück 1. Januar 2002 Wiederau Kreis Liebenwerda Kreis Herzberg Wahrenbrück 31. Dezember 2001 Wildgrube Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Winkel Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 27. September 1998 Zinsdorf Kreis Liebenwerda Kreis Bad Liebenwerda Wahrenbrück 1. Januar 1977

Im März 2019 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass sich Uebigau-Wahrenbrück zum 1. Januar 2020 mit Bad Liebenwerda, Falkenberg/Elster und Mühlberg/Elbe (alle Landkreis Elbe-Elster) zur Verbandsgemeinde Liebenwerda zusammenschließt.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2001 6 727 2005 6 392 2010 5 769 2015 5 462 2020 5 233 Jahr Einwohner 2021 5 178 2022 5 027 2023 4 963 2024 4 905 2025 4 847 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 30–33Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion Von den Einwohnern der Stadt waren im Jahr 2011 32 % evangelisch und 3 % katholisch.Zensusdatenbank

Das Pfarramt St. Nikolai (Uebigau) ist auch für die Dorfkirchen in Drasdo, Gräfendorf, Kolpien, Körba, Langennaundorf, Lebusa, Schöna und Wiederau zuständig, das Pfarramt Wahrenbrück auch für Bönitz und das Pfarramt Saxdorf auch für Kauxdorf. Alle drei lutherischen Pfarrämter gehören zum Kirchenkreis Bad Liebenwerda im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Für die Katholiken gab es von 1964 bis 2024 die Kirche St. Peter und Paul (Uebigau). Die nächstliegende katholische Kirche ist heute die Allerheiligen-Kirche in Falkenberg/Elster, die Katholiken in Uebigau-Wahrenbrück gehören zur Pfarrei St. Franziskus mit Sitz in Bad Liebenwerda im Bistum Magdeburg.

Politik mini|Marktplatz in Uebigau

Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Uebigau-Wahrenbrück besteht aus 18 Stadtverordneten und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 71,0 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 30,0 % 5 23,0 % 4 AfD – – 18,6 % 1 FDP 24,0 % 4 13,0 % 2 Landwirtschaft, Umwelt und Natur Elbe-Elster (LUN) 17,5 % 3 11,5 % 2 Die Linke 12,3 % 2 10,9 % 2 Unabhängige Wählergemeinschaft Elbe-Elster (UWG) – – 8,5 % 2 Leben Arbeiten Wohnen (LAW) / Freie Wähler 7,9 % 2 8,1 % 2 Bürgerinitiative Wir für euch (BWfE) – – 6,4 % 1 Wählergemeinschaft Elster-Röderland 8,3 % 2 – – Insgesamt 100 % 18 100 % 16

Auf die AfD entfielen drei Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 2003–2019: Andreas ClausKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 24 2019–2020: Delf Gerlach (FDP)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 seit 2020: Dittgard Hapich (Die Linke)

Gerlach wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 54,5 % der gültigen Stimmen gewählt. Er wechselte 2020 als Beigeordneter in die neu gegründete Verbandsgemeinde Liebenwerda.

Hapich wurde am 22. Januar 2020 von der Stadtverordnetenversammlung zur neuen ehrenamtlichen Bürgermeisterin gewählt.Das sind die ehrenamtlichen Bürgermeister. In: Lausitzer Rundschau, 22. Januar 2020. Bei der Wahl am 9. Juni 2024 wurde Hapich ohne Gegenkandidatin mit 68,3 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.wahlergebnisse.brandenburg.de

Wappen Das Wappen wurde am 3. September 2003 genehmigt.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1: in Grün hinter einer silbernen Zinnenmauer ein gezinnter silberner Turm mit zwei schwarzen Fenstern und einem beknauften roten Spitzdach; Feld 2: in Silber neun (3:3:3) schrägrechte grüne Blätter; Feld 3: in Silber zehn (3:3:3:1) schrägrechte grüne Blätter; Feld 4: in Rot auf einer dreibogigen silbernen Steinbrücke ein silberner Turm mit einem bewimpelten Spitzdach, schwarzen Tor und zwei schwarzen Fenstern.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet. In das Wappen sind die ehemaligen Stadtwappen der vormals eigenständigen Städte Uebigau und Wahrenbrück eingeflossen.

Städtepartnerschaften Partnerstädte von Uebigau-Wahrenbrück sind: Bad Driburg (Nordrhein-Westfalen) Wadern (Saarland) Zawadzkie (Polen)

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Heimatmuseum in Wahrenbrück mini|Schloss Neudeck auf einer Lithografie von Alexander Duncker Bauwerke In der Liste der Baudenkmale in Uebigau-Wahrenbrück und in der Liste der Bodendenkmale in Uebigau-Wahrenbrück stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Schloss Neudeck St. Nikolai-Kirche Uebigau Stadtpfarrkirche Wahrenbrück Stadtmühle Uebigau

Geschichtsdenkmale Gedenkstein von 1989 am Bahnkilometer 101,6 im Ortsteil Langennaundorf für 16 jüdische Opfer des Verlorenen Zuges, ein Bahntransport, der vom KZ Bergen-Belsen kam und in Tröbitz befreit wurde. Gedenkstätte zum Gedenken an den Verlorenen Zug am Bahnkilometer 106,7. Hier wurden im sogenannten Schneewald Ende April 1945 auf Anweisung der Roten Armee 17 Tote aus dem Zug in einem Massengrab beerdigt. 1975 wurde an dieser Stelle eine Gedenkstätte eingerichtet. Graun-Denkmal in Wahrenbrück.

Museen Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise Domsdorf Heimatmuseum Uebigau mit bronzezeitlichem Dorf Wahrenbrücker Heimatstube Elstermühle Wahrenbrück

Parks Pfarrgarten Saxdorf Schlosspark Uebigau Kleiner Spreewald Wahrenbrück

Natur Der Rothstein ist der einzige größere Naturfelsen im Land Brandenburg.

Musik Konzertzyklus im Uebigauer Land (in Drasdo, Gräfendorf, Langennaundorf, Uebigau und Wiederau) Sommermusiken in Saxdorf Geburtsstätte der Barock-Komponisten Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun (1703 / 1704).

Regelmäßige Veranstaltungen Lobetanz in Bönitz am ersten Wochenende im Juli Rothsteiner Felsenfest am zweiten Wochenende im Juli Oktoberfest in „München an der Elster“ Anfang Oktober

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen uesa GmbH (Uebigauer Elektro- und Schaltanlagenbau, 350 Mitarbeiter) Ormazabal Schaltanlagen Uebigau GmbH (120 Mitarbeiter) EFEN GmbH (130 Mitarbeiter) Predl GmbH Bönitz

Verkehr Uebigau-Wahrenbrück liegt an der Bundesstraße 101 zwischen Herzberg (Elster) und Bad Liebenwerda. Im Süden des Stadtgebietes durchquert die Bundesstraße 183 die Ortsteile Marxdorf und Bönitz zwischen Torgau und Bad Liebenwerda.

An der Bahnstrecke Halle–Cottbus gibt es die Haltepunkte Uebigau und Beutersitz. Sie werden von der Regionalbahnlinie RB 43 (Falkenberg (Elster)–Cottbus) bedient. Die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau und die Bahnstrecke Jüterbog–Röderau führen ohne Halt durch das Gemeindegebiet.

Bildung Die Grundschule „Erich Schindler“benannt nach dem am 15. September 1921 geborenen Lehrer und Heimatforscher Erich Schindler befindet sich im Ortsteil Wahrenbrück.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Jürgen Wegeleben (1944–2025), ehemaliger Bürgermeister von Wahrenbrück & Zinsdorf, sowie stellvertretender und kommissarischer Bürgermeister der Stadt Uebigau–Wahrenbrück. Er erhielt im Juni 2017 die Ehrenbürger-Würde der Stadt verliehen. Manfred Feller: „Jürgen Wegeleben ist tot – Ehemaliger Bürgermeister von Wahrenbrück verstorben“. In Lausitzer Rundschau, 19. Dezember 2025Traueranzeige von Jürgen Wegeleben, lr-online.trauer.de, abgerufen am 21. Februar 2026

Söhne und Töchter der Stadt August Friedrich Graun (1698/1699–1765), Kantor und Komponist, geboren in Wahrenbrück Johann Gottlieb Graun (1703–1771), Komponist, geboren in Wahrenbrück Carl Heinrich Graun (1704–1759), Komponist, geboren in Wahrenbrück Gustav Seyffarth (1796–1885), Ägyptologe, geboren in Uebigau