mini|hochkant|Fernmeldeturm Thurnau

Lochau (oberfränkisch: LochaE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Lochau liegt in der Gemarkung Alladorf.

Geographie Östlich des Dorfes entspringt die Lochau. Der Ort befindet sich auf einem Hochplateau der Nördlichen Frankenalb und ist größtenteils von Acker- und Grünland umgeben. Im Nordosten befinden sich die bewaldeten Anhöhen Wachhügel () und Sattelberg (). Auf dem Wachhügel befindet sich ein 69 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom, der als freistehende Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt ist. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neustädtlein am Forst zur Kreisstraße BT 16 (2,5 km östlich) bzw. zur Kreisstraße KU 7 (1,5 km nordwestlich) zwischen Alladorf im Süden und Tannfeld im Norden.

Geschichte Der Ort wurde 1388 als „Lochein“ erstmals urkundlich erwähnt. 1402 wurde der Ort „Lochen“ genannt, 1433 „Lochaw“. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab. Bestimmungswort ist lōch (mhd. für Niederholz auf sumpfigen Gebiet), das Grundwort ist hagen (mhd. für Einhegung). Demnach wurde ein solches eingehegtes Waldstück bezeichnet, das möglicherweise ursprünglich eine pagane Kultstätte war.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 100f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lochau 34 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bayreuthische Vogteiamt Wonsees aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Sanspareil. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (32 Anwesen; Kastenamt Sanspareil: 1 Hof, 2 Dreiviertelhöfe, 2 Halbhöfe, 8 Söldengüter, 3 Halbsöldengüter, 2 Sölden, 1 Haus; Kastenamt Kulmbach: 1 Halbhof, 2 Viertelhöfe, 2 Söldengütlein; Kanzleilehen: 1 Söldengütlein, 1 Sölde, 1 Tropfhäuslein; Amtsverwaltung Donndorf: 1 Hof, 2 Sölden, 2 Halbsölden), das Rittergut Steinenhausen (1 Gut), das Rittergut Oberwaiz (1 Hof).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 617.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Sanspareil. Mit dem Gemeindeedikt wurde Lochau 1811 dem Steuerdistrikt Alladorf und 1818 der Ruralgemeinde Alladorf zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 747f. Am 1. Juli 1975 wurde Lochau im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.

Baudenkmal Haus Nr. 32: Wohnstallhaus

Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 188 179 187 204 216 188 178 177 153 124 128HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 31 33 34 34 32 31 30Quelle R. Barth, S. 727.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Michael (Trumsdorf) gepfarrt.

Tourismus In Lochau gibt es den Dornhof, einen Lama- und Alpakahof, der die Tiere als Lasttiere für Trekkingtouren vermietet.Lamahof

Literatur

Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2 Horst Schirmer: Die Dorfschule zu Lochau – Eine Chronik. Eigenverlag 2018 Horst Schirmer: Chronik der Pfarrei Trumsdorf mit Filialkirche Alladorf [sowie weiteren Informationen aus der Kirchengemeinde]. Eigenverlag 2019

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1388