Rottlersreuth (oberfränkisch: OadlesraidE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ordlesraid“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Rottlersreuth liegt in der Gemarkung Hutschdorf.
Geographie Rottlersreuth ist ein Dorf mit bäuerlichem Charakter. Es liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich von Thurnau. Vom Eichberg (), auf dessen Plateau das Dorf liegt, hat man einen Ausblick hinab ins Rotmaintal. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Partenfeld zur Kreisstraße KU 5 (0,9 km nördlich) bzw. nach Hutschdorf (1,5 km südwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1333 als „Reut“ erstmals urkundlich erwähnt. 1428 wurde der Ort „Radlachsrewt“ genannt, 1466 „Ratlesrewt“ und 1641 „Rottlaßreuth“. Der Ortsname bedeutet zur Rodung des Ratlach. Mit dem Personennamen Ratlach wurde wahrscheinlich der Gründer der Siedlung angegeben.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 143.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Rottlersreuth aus 8 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Kulmbach. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (3 Söldengütlein), das Klosteramt Kulmbach (2 Höfe, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein) und die Superintendentur Kulmbach (1 Hof).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 634.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Rottlersreuth 1811 dem Steuerdistrikt Hutschdorf und 1812 der Ruralgemeinde Hutschdorf zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 755f. Am 1. Januar 1972 wurde Rottlersreuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.
Das ehemalige Kühlhaus inmitten des Dorfes wurde 2010 als „Weiherstübla“, ein Treffpunkt für Jung und Alt, umgebaut. Der Dorfweiher, ebenfalls im Dorfzentrum, wird im Sommer als Badeweiher und im Winter zum Schlittschuhlaufen benutzt.
Baudenkmal Der alte Dorfbrunnen mit einem Ziehrad aus dem vorigen Jahrhundert ist einmalig im Landkreis Kulmbach.
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 58 56 67 70 78 72 72 101 63 54 146HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 11 12 12 11 12 10 34Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726. Angaben zur Zahl der Einwohner und Gebäude höchstwahrscheinlich falsch, da heute (Stand: August 2020) Rottlersreuth nur 19 Wohngebäude hat.
Religion Rottlersreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes der Täufer (Hutschdorf) gepfarrt.
Literatur
Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1333