Leesau (oberfränkisch: LiesaE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „līsa“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Leesau liegt in der Gemarkung Menchau.
Geographie Das Dorf liegt auf einem Hochplateau mit kleineren Erhebungen (Strich (, 0,8 km westlich), Weißenberg (, 0,9 km nördlich), Buchberg (, 1,2 km südöstlich) und Melm (, 0,8 km südwestlich)) am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz. Der Ort ist überwiegend von Acker- und Grünland umgeben. Im Norden verläuft die Bundesautobahn 70. Dort befindet sich eine Photovoltaikanlage. Westlich und östlich von Leesau gibt es je einen Baum, die beide als Naturdenkmäler ausgezeichnet sind. Die Kreisstraße KU 8 führt nach Großenhül (2,4 km südlich) bzw. nach Menchau (2 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1356 als „Lesein“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1421 wurde der Ort „Lessen“ genannt, 1526 „Lesaw“. Dem Ortsnamen liegt das Substantiv leština (slaw. für Haselnussgebüsch) zugrunde.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 94 f. Doch auch eine Herleitung vom ebenfalls slawischen Lěšane ist denkbar, dieses Wort bezeichnet die 'Leute, die im oder am Wald wohnen'. Eichler, Ernst u. a.: Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung; Bd. 2: Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth, Heidelberg 2006 (Slavica. Monographien, Hand-, Lehr- und Wörterbücher, Bd. 4). S. 143 Ortsnamenartikel "Lesau, Breiten-", S. 142–144. Später kam es zur Angleichung an Ortsnamen benachbarter Siedlungen, die auf -au enden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Leesau aus elf Anwesen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Giech’sche Amt Thurnau aus. Grundherren waren das Amt Thurnau (2 Höfe, 2 Halbhöfe, 4 Sölden, 1 Häuslein, 1 Tropfhaus) und die Pfarrei Thurnau (1 Söldengut), wobei das Amt Thurnau hier die Steuer- und Vogteigerechtigkeit innehatte.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 613.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. Mit dem Gemeindeedikt wurde Leesau 1811 dem Steuerdistrikt Hutschdorf und 1812 der Ruralgemeinde Hutschdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Leesau in die neu gebildete Ruralgemeinde Menchau umgemeindet.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 766. Am 1. Januar 1973 wurde Leesau im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.
In Leesau hat die Bamberger Malzfabrik Michael Weyermann ein Lager.Malzfabrik baut Lager aus, Frankenpost, 3. Februar 2012
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 73 62 78 90 91 85 79 103 64 58 57HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet. 13 16 16 14 15 15 14Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 728.
Religion Leesau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Berndorf gepfarrt.
Literatur
Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1356 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft