Felkendorf (oberfränkisch: Felgn-doafE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „felgndoʳf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Die Gemarkung Felkendorf hat eine Fläche von 2,910 km² und ist in 363 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kleetzhöfe, Meißnersleithen und Putzenstein.
Geographie Die unmittelbare Umgebung des Dorfes besteht aus Acker- und Grünland, an die sich im Westen, Süden und Osten Waldflächen anschließen. Der Ort liegt nordöstlich eines Höhenzuges des Obermainischen Hügellandes, zu dem die Kleetz (, 1,1 km südwestlich) und der Hetzenberg (, 1,3 km südlich) gehören. Nach Osten in Richtung Limmersdorfer Forst hin fällt das Gelände ab. Die Kreisstraße BT 16/KU 17 führt nach Limmersdorf (1,1 km nordwestlich) bzw. nach Pleofen (2,1 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Meißnersleithen vorbei nach Kleetzhöfe zur Kreisstraße KU 7 (1,3 km südwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1307 als „Volchendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. 1316 wurde der Ort „Velkendorf“ genannt, ab 1398 „Felkendorf“. Das Bestimmungswort ist der Personenname Folicho (= PN Folo + Diminutivsuffix -icho). Mit dem Personennamen wurde wahrscheinlich der Gründer der Siedlung angegeben.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 35f. 1936 wurde beim Bau einer Straße von Thurnau nach Tannfeld in Kleetzhöfe das frühmittelalterliche Reihengräberfeld Kleetzhöfe mit 80 Gräbern aus dem 8. und 9. Jahrhundert entdeckt. Es ist das erste vollständig untersuchte Reihengräberfeld Oberfrankens.Das Reihengräberfeld von Felkendorf-Kleetzhöfe
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand das Dorf aus 18 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Giech’sche Amt Thurnau aus. Grundherren waren das Amt Thurnau (2 Höfe, 1 Gut mit Schmiede, 1 Dreiviertelgut, 1 Halbgut, 1 Viertelgut, 1 Söldengütlein, 5 Sölden, 2 Halbsölden, 1 Haus, 1 Häuslein, 1 Hofstatt) und das Rittergut Thurnau (1 Gut).Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 591f. Dort sind fälschlicherweise 17 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. 1810 kam Felkendorf zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Felkendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Limmersdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Felkendorf, zu der die Kleetzhöfe gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Thurnau (ab 1852 Landgericht Thurnau) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Thurnau (1919 in Finanzamt Thurnau umbenannt). Zu dieser Zeit wurde Meißnersleithen auf dem Gemeindegebiet gegründet. Ab 1862 gehörte Felkendorf zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Thurnau (1879 in das Amtsgericht Thurnau umgewandelt), von 1929 bis 1972 war das Amtsgericht Bayreuth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Kulmbach. 1899 wurde Putzenstein von der Gemeinde Neustädtlein abgetreten. 1930 wurde die Finanzverwaltung vom Finanzamt Bayreuth übernommen, seit 1973 ist das Finanzamt Kulmbach zuständig.Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 752. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 2,805 km², die sich durch die Eingemeindung von Putzenstein auf 2,890 km² vergrößerte.
Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Felkendorf nach Limmersdorf eingegliedert, die am 1. Mai 1978 in den Markt Thurnau eingemeindet wurde.
Bau- und Bodendenkmäler Kreuzstein 1936 wurde beim Bau einer Straße von Thurnau nach Tannfeld ein frühmittelalterliches Gräberfeld aus dem 8. bis 9. Jahrhundert in Felkendorf-Kleetzhöfe entdeckt.Das Reihengräberfeld von Felkendorf-Kleetzhöfe
Einwohnerentwicklung Gemeinde Felkendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 131 122 122 118 121 130 119 122 138 132 137 150 157 146 128 132 128 123 108 164 149 152 119 103HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 17 21 22 22 24 24 24 24 Quelle
Ort Felkendorf Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 92 106 95 93 105 108 94 110 86 74 82Häuser 14 18 18 18 18 18 20 Quelle Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 728.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes der Täufer (Limmersdorf) gepfarrt.Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 591.
Literatur
Max Hundt: Das karolingische Reihengräberfeld von Felkendorf-Kleetzhöfe im Landkreis Kulmbach, Kulmbach: Baumann 1953. Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2
Weblinks Landschaftsmuseum
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1307 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach