Menchau (oberfränkisch: Ohwe-mencha und Undean-menchaE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ōwemencha“ und „undəʳnmencha“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Die Gemarkung Menchau hat eine Fläche von 6,335 km² und ist in 1024 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Leesau.
Geographie Das Dorf liegt am Fuß des Weißen Berges in einem Talkessel, wo der Aubach in einer gefassten Quelle entspringt. Der an der Jurahochfläche sich hinziehende Steilhang führt Eisenerz. Im Jahre 1879 wurden die von der Eisenerzgruben-Gewerkschaft Fichtelberg betriebenen Gruben Maximilian und Zufriedenheit wegen geringer Ausbeute aufgegeben. Die Kreisstraße KU 8 führt nach Leesau (2 km südwestlich) bzw. an Berndorf vorbei nach Thurnau zur Staatsstraße 2689 (1,3 km nordöstlich), die ihrerseits zur Anschlussstelle 22 der A 70 führt.
Geschichte 1168 wurde ein „Arnold de Menigen“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. 1188 wurde der Ort „Menegow“ genannt. Der Ortsname leitet sich von managi ab (althochdeutsch für Vielheit, Menge, Gemeinde). Das Suffix ow entspricht der topographischen Lage des Ortes.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 111ff.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Menchau aus 51 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Giech’sche Amt Thurnau aus. Grundherren waren das Amt Thurnau (35 Anwesen: 2 Mühlen, 4 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Gut, 13 Gütlein, 5 Sölden, 2 Häuser, 3 Tropfhäuser, 3 Tropfhäuslein), das Rittergut Thurnau (1 Gut), die Hospitalverwaltung Thurnau (9 Anwesen: 1 Gut, 3 Gütlein, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein, 1 Sölde, 1 Wohnhaus, 1 Tropfhäuslein), die Pfarrei Thurnau (1 Gütlein, 2 Söldengütlein), die Pfarrei Berndorf (1 Söldengut, 1 Haus), die Pfarrei Kasendorf (1 Söldengütlein). Über alle Anwesen hatte das Amt Thurnau Steuer- und Vogteirecht.Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 620 f.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. Mit dem Gemeindeedikt wurde Menchau dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Limmersdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Menchau, zu der Leesau gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Thurnau (ab 1852 Landgericht Thurnau) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Thurnau (1919 in Finanzamt Thurnau umbenannt). Ab 1862 gehörte Menchau zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Thurnau (1879 in das Amtsgericht Thurnau umgewandelt), seit 1929 ist das Amtsgericht Kulmbach zuständig. 1899 wurde Putzenstein von der Gemeinde Neustädtlein abgetreten. Die Finanzverwaltung wurde 1929 vom Finanzamt Kulmbach übernommen.Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 766. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 6,325 km².
Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Menchau im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.
Bau- und Bodendenkmäler Aubachquelle Haus Nr. 3: Zugehöriger Kasten mit Laube Haus Nr. 3: Zugehöriger Brunnen Haus Nr. 23: Wohnstallhaus mittelalterliches Steinkreuz
Einwohnerentwicklung Gemeinde Menchau Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 221 247 291 297 300 296 300 283 297 307 292 298 289 289 282 274 260 243 226 323 334 299 258 224HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 61 51 57 58 54 45 47 50 Quelle
Ort Menchau Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 217 159 222 210 216 204 181 231 194 166 158Häuser 48 41 38 31 32 35 37Quelle Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 728.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Friedenskirche (Berndorf) gepfarrt.
Literatur
Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1168 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972