Der Landkreis Bad Dürkheim ist eine Gebietskörperschaft im Süden von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sitz der Kreisverwaltung ist die verbandsfreie Stadt Bad Dürkheim, die bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Gemeinde Haßloch.
Geographie Lage Der Landkreis Bad Dürkheim liegt in der Pfalz zwischen Ludwigshafen am Rhein im Osten und Kaiserslautern im Westen. Der Westen des Kreises hat Anteil am Pfälzerwald, der Osten gehört noch zur Oberrheinischen Tiefebene, die Mitte ist Teil der Hügellandschaft an der Deutschen Weinstraße, die sich etwa von Nord nach Süd über eine Länge von gut 30 km durch den Kreis zieht.
Struktur und Grenzen Der Landkreis erstreckt sich von Nord nach Süd von Bockenheim bis Haßloch, in Ost-West-Richtung von Frankenstein bis Ellerstadt. Seine größte Ausdehnung erreicht er mit 42 km (Luftlinie) zwischen Elmstein im Südwesten und Dirmstein im Nordosten.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Alzey-Worms, an die kreisfreie Stadt Worms, an den Rhein-Pfalz-Kreis, an die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße, an den Landkreis Südliche Weinstraße, an eine Exklave der kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz, an den Landkreis Südwestpfalz, an den Landkreis und die kreisfreie Stadt Kaiserslautern sowie an den Donnersbergkreis.
Städte und Gemeinden (In Klammern: Einwohner am )
Verbandsfreie Städte und Gemeinden
Verbandsgemeinden mit angehörigen Städten und Ortsgemeinden Der Verwaltungssitz jeder Verbandsgemeinde ist mit * markiert.
Die Ortsgemeinde Ungstein wurde am 22. April 1972 in die Stadt Bad Dürkheim eingemeindet. Die Ortsgemeinde Duttweiler wurde zum 16. März 1974 Ortsbezirk der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße.
Siehe auch Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz Liste der Orte im Landkreis Bad Dürkheim
Geschichte Chronik Der Landkreis Bad Dürkheim wurde am 7. Juni 1969 im Rahmen der Kreisreform in Rheinland-Pfalz aus Teilen der beiden aufgelösten Landkreise Frankenthal (Pfalz) und Neustadt an der Weinstraße (früher Neustadt an der Haardt) sowie der Gemeinde Rodenbach aus dem aufgelösten Landkreis Kirchheimbolanden gebildet. Am 16. März 1974 wurde Duttweiler in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingegliedert. Die beiden alten Landkreise waren vom Königreich Bayern, zu dem das heutige Kreisgebiet ab 1816 gehörte, geschaffen worden. 1946 wurden beide Kreise Teil des damals neu geschaffenen Landes Rheinland-Pfalz und gehörten zunächst zum Regierungsbezirk Pfalz, ab 1968 Rheinhessen-Pfalz.
Einwohnerstatistik mini|hochkant=1.2|Bevölkerungspyramide für den Kreis Bad Dürkheim (Datenquelle: Zensus 2011)
Jahr Einwohner Quelle 1970 115.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972. 1980 116.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981. 1990 124.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992. 2000 133.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002. 2010 132.757 2018 135.664 Gemeindestatistik.2022 134.546
Konfessionsstatistik Laut dem Zensus 2022 waren im Mai 2022 34,1 % der Einwohner evangelisch und 24,0 % römisch-katholisch.41,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2022 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder ist seitdem gesunken, der Anteil am Gesamtbevölkerung der Einwohner mit sonstiger oder ohne Konfession nimmt zu. Derzeit (Stand Juli 2026) sind von den Einwohnern 29,6 % evangelisch und 21,2 % katholisch. 49,2 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Landkreis Bad Dürkheim, Gemeindestatistik
Politik Kreistag Der Kreistag des Landkreises Bad Dürkheim besteht aus 46 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.
Wegen der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die angegebenen prozentualen Stimmanteile als gewichtete Ergebnisse ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben.
Die Wahlen zum Kreistag hatten folgende Ergebnisse:Wahlband Kommunalwahlen 2019 - Kreise und Bezirkstag - Endgültige Ergebnisse auf wahlen.rlp.de
Parteien und Wählergruppen %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 CDU 31,615 29,214 37,218 SPD 18,89 20,710 27,813 AfD 14,97 10,65 5,12 FWG 13,76 13,56 12,16 GRÜNE 10,65 15,77 8,94 BSW 5,02 –– –– FDP 4,92 6,73 4,32 DIE LINKE. 0,40 2,71 2,71 Sonstige –– 0,90 2,00 Gesamt100,046100,046100,046 Wahlbeteiligung in %68,667,258,7
Landräte ab 1969 Seit 2001 wird das Amt des Landrats, des höchsten Verwaltungsbeamten des Landkreises, durch Mehrheitswahl vergeben. Eine Wahlperiode dauert acht Jahre.
Zeit Name Partei Bemerkungen Hermann Scherer SPD von der Landesregierung bestellt 03.07.1979 – 01.11.1979 Peter Dick FDP als Erster Kreisdeputierter kommissarisch 01.11.1979 – 13.09.1988 CDU von der Landesregierung bestellt, vorzeitiger Rücktritt 13.09.1988 – 27.02.1989 Herbert Gustavus SPD als Erster Kreisdeputierter kommissarisch 27.02.1989 – 18.07.1989 Richard Sebastian parteilos als kommissarischer Landrat von der Landesregierung bestellt 18.07.1989 – 02.10.1989 Herbert Gustavus SPD als Erster Kreisdeputierter kommissarisch 30.10.1989 – 29.10.2001 Georg Kalbfuß SPD von der Landesregierung bestellt, Zustimmung durch den Kreistag; 1991 Wiederwahl durch den Kreistag 29.10.2001 – 07.12.2012 Sabine Röhl SPD 2001 und 2009 gewählt durch Direktwahl,im Dezember 2012 nach zweijähriger Krankheit verstorben 11.2010 – 17.04.2013 Erhard Freunscht CDU als Erster Kreisbeigeordneter ab November 2010 infolge der Erkrankung der Landrätin in Vertretung. Dann kommissarisch 17.04.2013 – Hans-Ulrich Ihlenfeld CDU Direktwahl
Hans-Ulrich Ihlenfeld wurde bei der Stichwahl am 7. April 2013 mit einem Stimmenanteil von 59,8 % gewählt, nachdem bei der Direktwahl am 17. März 2013 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte. Bei der Direktwahl am 8. November 2020 wurde er mit einem Stimmenanteil von 58,9 % für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Die zweite Amtszeit begann am 17. April 2021.
Wappen und Flagge
Der Landkreis Bad Dürkheim führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.
Partnerschaften Zum Landkreis Starnberg in Oberbayern bestehen seit 1980 „freundschaftliche Beziehungen“. 1990 wurde eine formelle Partnerschaft mit dem Landkreis Stadtroda in Thüringen beschlossen, der 1994 im Saale-Holzland-Kreis aufging. Die jüngste Partnerschaft besteht seit 2000 mit dem polnischen Landkreis Kreuzberg O.S. Außerdem betreut der Landkreis Bad Dürkheim die seit 1968 bestehende Partnerschaft zwischen der Deutschen Weinstraße und der Südtiroler Weinstraße..
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Typisch für den Landkreis ist der Weinanbau auf rund 7200 Hektar Rebfläche, aber auch Obst und Gemüse werden angepflanzt. Dank des milden Klimas wachsen zum Beispiel Mandeln, Feigen, Orangen und Zitronen.
Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus eine weitere Einnahmequelle für viele Bewohner des Landkreises. Im Naturpark Pfälzerwald findet man den Kurpfalz-Park, einen Wildschutzpark oberhalb des Städtchens Wachenheim. Das Plopsaland Deutschland bei Haßloch lockt ebenfalls jährlich tausende Besucher in die Pfalz.
Das Kreisgebiet durchziehen eine Pipeline für Erdgas der Creos Deutschland GmbH sowie die NATO-Pipeline „Speyer–Fürfeld“.
Verkehr Verkehrstechnisch ist der Landkreis Bad Dürkheim gut angebunden. Die Bundesautobahn 6 (Mannheim–Saarbrücken) führt durch das nördliche Kreisgebiet, die Bundesautobahn 65 (Karlsruhe–Ludwigshafen) streift das südliche Kreisgebiet bei Haßloch. Die Bundesautobahn 61 (Speyer–Ludwigshafen–Koblenz) führt nur wenige Kilometer östlich der Kreisgrenze vorbei und kreuzt sowohl die A 6 als auch die A 65.
Der öffentliche Personennahverkehr ist im Verkehrsverbund Rhein-Neckar zusammengeschlossen. Durch den Landkreis verlaufen die wichtige Eisenbahntrasse der Pfälzischen Ludwigsbahn Mannheim–Saarbrücken(–Paris) sowie die Pfälzische Nordbahn (Neustadt an der Weinstraße–)Bad Dürkheim–Grünstadt(–Monsheim). Die Rhein-Haardtbahn (RHB) verkehrt von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen und Mannheim, wo sie dank gleicher Spurbreite mit der Straßenbahn vernetzt ist. Nur noch im Museumsverkehr wird hingegen das Kuckucksbähnel Lambrecht–Elmstein bedient.
Kfz-Kennzeichen Bei der Bildung des neuen Landkreises wurde am 7. Juni 1969 das Unterscheidungszeichen DÜW zugeteilt. Es ist von Bad Dürkheim und Weinstraße abgeleitet und wird bis heute ausgegeben.
Kultur
Literatur
Weblinks
Website des Landkreises Bad Dürkheim Statistische Daten des Landkreises Bad Dürkheim beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz
Einzelnachweise
BadDurkheim