mini|Gebäude des Regierungspräsidiums in Kassel, entworfen von Walter Freiwald Der Regierungsbezirk Kassel ist einer von drei Regierungsbezirken im deutschen Land Hessen. Der Sitz des Regierungspräsidiums ist in der nordhessischen Großstadt Kassel.
Er liegt im Norden und Osten des Landes und ist flächenmäßig mit 8289 km² der größte der drei hessischen Regierungsbezirke (Darmstadt 7445 km², Gießen 5381 km²). In der Anzahl der Einwohner rangiert der Regierungsbezirk Kassel mit 1,22 Millionen Einwohnern hinter Darmstadt (3,81 Millionen Einwohner) an zweiter Stelle knapp vor Gießen (1,04 Millionen Einwohner).
Im Vergleich mit dem BIP pro Kopf der EU ausgedrückt in Kaufkraftparität erreicht die Region einen Index von 115 (EU-28=100) (2015).
Geschichte
Die Geschichte des Regierungsbezirks Kassel geht zurück bis ins Jahr 1866. Damals wurde das Kurfürstentum Hessen von Preußen infolge des Deutschen Kriegs annektiert. Durch eine Verordnung vom 22. Februar 1867§ 1, Verordnung, betreffend die Organisation der Verwaltungsbehörden in dem vormaligen Kurfürstenthume Hessen, in dem vormaligen Herzogthume Nassau, in der vormals freien Stadt Frankfurt und in den bisher Bayerischen und Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen. Vom 22. Februar 1867 (Gesetz-Sammlung Nr. 19/1867, S. 273-278) wurde der Regierungsbezirk Cassel gebildet und dann am 7. Dezember 1868Allerhöchster Erlaß vom 7. Dezember 1868, betreffend die Bildung der Provinz Hessen-Nassau (Gesetz-Sammlung Nr. 78/1868, S. 1056) mit dem Regierungsbezirk Wiesbaden zur Provinz Hessen-Nassau vereinigt. Innerhalb dieser Provinz bildete das ehemalige Kurfürstentum Hessen den Regierungsbezirk Cassel, ab 4. Dezember 1926 Kassel geschrieben.Darstellung auf territorial.de 1929 wurde dem Regierungsbezirk der aufgelöste Freistaat Waldeck (ehemaliges Fürstentum Waldeck) zugeordnet.
Bei der Umwandlung der Provinz Hessen-Nassau 1944 in die Provinzen Kurhessen und Nassau wurden die Kreise Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern sowie die kreisfreie Stadt Hanau dem Regierungsbezirk Wiesbaden überführt. Der Landkreis Herrschaft Schmalkalden wurde an die Provinz Sachsen abgegeben.
Der Regierungsbezirk Kassel wurde 1945 bei Bildung des Landes Hessen als einer von zunächst drei Regierungsbezirken (neben Darmstadt und Wiesbaden) errichtet. Er umfasste die kreisfreien Städte Fulda, Kassel und Marburg sowie die Landkreise Eschwege, Frankenberg, Fritzlar-Homberg, Fulda, Hersfeld, Hofgeismar, Hünfeld, Kassel, Marburg, Melsungen, Rotenburg an der Fulda, Wolfhagen, Waldeck, Witzenhausen und Ziegenhain.
Bei der Gebietsreform in Hessen, die im Wesentlichen zwischen 1972 und 1979 vollzogen wurde, wurden die Landkreise zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengeschlossen sowie die kreisfreien Städte Marburg und Fulda in die umliegenden Landkreise integriert.
Mit Bildung des neuen Regierungsbezirks Gießen im Jahre 1981 gab man den inzwischen neu gebildeten Landkreis Marburg-Biedenkopf an den neuen Regierungsbezirk Gießen ab. Seither umfasst der Regierungsbezirk Kassel die kreisfreie Stadt Kassel und die sechs Landkreise Kassel, Werra-Meißner, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Fulda mit der Sonderstatusstadt Fulda.
Zuständigkeiten und Aufgaben Zentrale Bußgeldstelle des Landes Hessen Im Regierungspräsidium Kassel ist die Zentrale Bußgeldstelle des Landes Hessen untergebracht. Diese übernimmt landesweit die Ahndung von begangenen Verkehrsordnungswidrigkeiten, die von der Landespolizei und/oder den Ordnungsbehörden angezeigt werden.
Hessische Bezügestelle Seit dem 1. Januar 2022 gehört die Hessische Bezügestelle als Abteilung VI zum Regierungspräsidium Kassel mit Standorten in Kassel und Wiesbaden.
Die Hessische Bezügestelle ist zuständig für die Festsetzung, Berechnung und Zahlbarmachung der Bezüge für die Landesbediensteten und Tarifbeschäftigten, sowie für die Berechnung und Zahlbarmachung der Versorgungsbezüge der Ruhestandsbeamtinnen und -beamten des Landes sowie deren Hinterbliebene. Des Weiteren ist sie zuständig für die Abrechnung von Reisekosten, Trennungsgeld und Umzugskosten.
Regierungspräsidenten in Kassel Provinz Hessen-Nassau 1867–1872: Eduard von Moeller 1872–1876: Ludwig von Bodelschwingh 1876–1881: August von Ende 1881–1886: Botho zu Eulenburg 1886–1887: Eduard von Magdeburg 1887–1893: Anton Rothe 1893–1899: Max Clairon d’Haussonville (1836–1899) 1899–1905: August von Trott zu Solz 1905–1919: Percy von Bernstorff 1919–1926: Gustav Springorum 1926–1927: Otto Stoelzel 1927–1933: Ferdinand Friedensburg 1933–1944: Konrad von Monbart
Provinz Kurhessen 1944–1945: Ernst Beckmann
Land Hessen 1945–1962: Fritz Hoch 1962–1975: Alfred Schneider 1975–1979: Burghard Vilmar 1979–1984: Heinz Fröbel 1984–1987: Burghard Vilmar 1987–1991: Ernst Wilke 1991–1993: Ilse Stiewitt 1993–1996: Inge Friedrich 1996–1999: Bertram Hilgen 1999–2003: Oda Scheibelhuber 2003–2009: Lutz Klein 2009jk: RP: „Regierungswechsel“ in Kassel. In: Waldeckische Landeszeitung, veröffentlicht am 20. Mai 2009, abgerufen am 22. Mai 2009–2019: Walter Lübcke 2019–2022: Hermann-Josef Klüber Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Kassel vom 27. September 2019 seit 2022: Mark Weinmeister
Historische Quellen Die schriftlichen Quellen zur Geschichte der Regierungspräsidenten von Kassel, ihrer Verwaltung und ihres Amtsbezirks bewahrt heute hauptsächlich das Hessische Staatsarchiv Marburg auf.
Literatur Eckhart G. Franz: Die Chronik Hessens. Chronik Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00192-9.
Weblinks Website des Regierungspräsidiums Kassel
Einzelnachweise
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Regierungsbezirk, Kassel Kategorie:Luftfahrtbehörde (Deutschland) Kassel