mini|hochkant=1.2|Villa Adlon Die Villa Adlon ist eine 1925 im Stil des Neobarock erbaute großbürgerliche Villa im Potsdamer Stadtteil Neu Fahrland am Lehnitzsee (Adresse: Am Lehnitzsee 2) und steht seit 1994 unter Denkmalschutz.Villa Adlon auf der Website des Ortsteils Neu Fahrland, abgerufen am 8. Januar 2013.
Geschichte Die Villa wurde im Auftrag des Hoteliers Louis Adlon nach einem Entwurf von Hans Rottmayer erbaut. Der Komplex verbindet Elemente des Neobarock mit expressionistischen Raumentwürfen. Er besteht aus einem eingeschossigen zentralen Hauptgebäude, einem Kavaliershaus und einem Bootshaus auf einem 5100 Quadratmeter großen Grundstück.Günter Schenke: Gedränge vor der Villa Adlon. In: Potsdamer Neueste Nachrichten, 13. September 2010, abgerufen am 5. Januar 2013.
Nach Adlons Tod 1945 diente die Villa während der Potsdamer Konferenz kurzzeitig als Unterkunft sowjetischer Marineangehöriger. In der DDR wurde sie als Kinderklinik sowie später als Schule für Zivilverteidigung genutzt. Nach 1989 nutzte die Landesakademie für öffentliche Verwaltung des Bundeslandes Brandenburg den Komplex, bis sie 2008 auszog. Der Besitz war zwischenzeitlich wieder an die Adlon-Erben übertragen worden. 2011 kaufte die Unternehmerin Mathilda Huss die Villa zusammen mit ihrem damaligen Lebensgefährten, dem CDU-Mitglied Wilhelm Wilderink. Die Immobilie ist im Besitz der Gästehaus am Lehnitzsee GmbH.
Tagungsort von Rechtsextremen
Nach Berichten des Recherche-Netzwerks Correctiv war die Villa am 25. November 2023 Tagungsort für ein hochkarätiges Treffen von Rechtsextremen, darunter AfD- und CDU-Politikern und zwei Mitgliedern des Vereins Werteunion, bei dem über einen „Masterplan“ zur praktischen Umsetzung der Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland gesprochen worden sei. Danach erhielt das Haus viele Stornierungen und Absagen. Laut einem Bericht der Zeit war die Villa bereits in den Jahren zuvor ein „wichtiger Treffpunkt prominenter rechter Kreise“ gewesen. So habe sich dort der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen mit hochrangigen AfD-Politikern ausgetauscht, darunter Maximilian Krah.Christian Fuchs, Dominik Lenze, Christian Parth: Das Frühlingsfest der rechten Vernetzung. In: zeit.de, 25. Januar 2024. T-Online zufolge hielt auch die rechtslibertäre Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft in der Villa ein Treffen ab.
Im Gästehaus am Lehnitzsee soll seit geraumer Zeit der dänische Rassentheoretiker und Miteigentümer der Human Diversity Foundation, Emil O. W. Kirkegaard (Pseudonym: William Engman), wohnen, der auch für seine apologetischen Ansichten gegenüber sexuellem Kindesmissbrauch bekannt ist.Richard Adams, Kevin Rawlinson: UCL to investigate eugenics conference secretly held on campus. In: The Guardian, 11. Januar 2018.Harley Tamplin: University investigates ‘racist’ eugenics conference held on campus since 2014. Metro, 11. Januar 2018. Kirkegaard gab zuvor an, nach seinem Zuzug nach Deutschland auf dem Gelände eines AfD-Politikers untergekommen zu sein.
Villa Adlon als Drehort Für die dritte Staffel von Babylon Berlin wurden auf dem Grundstück der Villa Außenaufnahmen gedreht.
Weblinks
Gästehauses am Lehnitzsee (Webarchiv) Steffi Pyanoe: 20er Jahre-Party: Im Landhaus Adlon wird gefeiert, In: Tagesspiegel/PNN, 9. Mai 2019
Einzelnachweise
Adlon Kategorie:Baudenkmal in Potsdam Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren Kategorie:Neobarockes Bauwerk in Brandenburg Kategorie:Bauwerk des Historismus in Potsdam Kategorie:Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam 2023 Kategorie:Babylon Berlin