Der Boss der Bosse (Originaltitel: Il capo dei capi) ist eine sechsteilige italienische Fernseh-Miniserie. Die Erstausstrahlung erfolgte in Italien zwischen Oktober und November 2007 im Canale 5. Die Reihe ist eine Verfilmung über das Leben des sizilianischen Mafiabosses Salvatore Riina alias Totò u Curtu. Die Figur wird interpretiert von Claudio Gioè und die Rolle des Bernardo Provenzano von Salvatore Lazzaro. Regie führt Alexis Sweet und Enzo Monteleone. Produziert wurde die Serie von Taodue.
Handlung Palermo, 15. Januar 1993: der Superboss der Cosa Nostra Salvatore Riina ist nach 23-jähriger Flucht gefangen genommen worden. Im Gefängnis bekommt er Besuch von seinem Jugendfreund Biagio Schirò. Im Gespräch wird Toto Riina von Biagio aufgefordert, sich an deren gemeinsame Vergangenheit zu erinnern:
Erste Episode (1943–1958) 1943 ist Salvatore Riina schon ein junger Mann im Alter von 13 Jahren. Er lebt in der sizilianischen Stadt Corleone. Während er auf dem Acker arbeitet findet er eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Vater würde gerne das Schießpulver aus der Bombe entnehmen, um es den Jägern zu verkaufen und somit sein mageres Einkommen aufzubessern. Jedoch explodiert die Bombe während des Eingriffs und tötet den Vater und den kleinen Bruder von Totò. Totò wird somit Oberhaupt der Familie und ist gezwungen, weiterhin im Elend zu leben.
Weil er es leid ist, in ständiger Armut zu leben, beschließt Totò zusammen mit seinen Freunden Bernardo Provenzano (alias Binnu), Calogero Bagarella und Biagio Schirò für Luciano Liggio zu arbeiten. Liggio ist ein sogenannter „picciotto del boss“ und zählt zu den Männern von Michele Navarra. Liggio veranlasst die Entführung und die Ermordung des Gewerkschaftlers Placido Rizzotto.
Während Riina bei seiner täglichen Arbeit das von ihm angebaute Korn zum Müller bringt, bemerkt er, dass der Müller die Bauern um ihr Korn betrügt. Aus Rache beschließt Riina die Tierherde des Müllers zu töten. Um die Familienehre wiederherzustellen, fordert der Sohn des Müllers Totò zum Duell auf. Riina verwundet den Sohn des Müllers tödlich und kommt ins Gefängnis. Während Riina in Haft ist, widmet sich sein Freund Biagio Schirò dem Studium.
Nach sechs Jahren Haft kommt Totò wieder frei. Außerhalb des Gefängnisses warten auf ihn Bernardo Provenzano, Calogero Bagarella und ein neues Mitglied der Bande, Luciano Maino. Er erfährt, dass Schirò nicht mehr zur Bande gehört. Zusammen mit Luciano Liggio als Chef der Bande ermorden sie den Mafiaboss Michele Navarra. Schirò, der inzwischen Polizist geworden ist, beginnt mit Kommissar Angelo Mangano gegen die Bande und somit gegen seine ehemaligen Freunde zu ermitteln. Nach dem Tod von Navarra beginnt die Bande sich in Richtung Palermo auszubreiten. In der Zwischenzeit lernt Totò Ninetta Bagarella kennen. Sie ist die jüngere Schwester von Calogero Bagarella. Als fleißige Schülerin besucht sie das Liceo Classico. Er verliebt sich in sie, findet jedoch raus, dass ihre beste Freundin Teresa die Verlobte von Biagio Schirò ist.
Zweite Episode (1963–1969) Der ganze Clan aus Corleone (Luciano Liggio, Salvatore Riina, Bernardo Provenzano, Calogero Bagarella und Luciano Maino) bereitet sich vor nach Palermo zu fahren, um mit den Mafiabossen Salvatore La Barbera und Vito Ciancimino über Geschäfte zu reden. In Corleone besucht Totò regelmäßig seine geliebte Ninetta Bagarella. Nach der Ankunft in Palermo beginnt der Clan aus Corleone, sich Respekt zu verschaffen. Zuerst töten sie einen Metzger, der eine illegale Ladung Fleisch nicht bezahlen wollte und anschließend einen Buchhalter, der sein Schutzgeld an die falsche Familie bezahlt hatte.
Eines Abends während der Clan aus Corleone in einem Nachtclub ist – dort lernt Maino Maria Nigro kennen, die ihn später überredet sich der Polizei zu stellen-, wird Salvatore La Barbera von Michele Cavataio entführt und ermordet. Alle die dem Clan Barbera angehören, werden ebenfalls ermordet. In der Zwischenzeit erfährt Biagio Schirò von seiner Freundin Teresa, dass Totò nach Corleone kommt, um Ninetta zu besuchen. Der Durchsuchungsbefehl im Hause Bagarella bleibt jedoch erfolglos, da Totò und Calogero sich rechtzeitig verstecken konnten.
Am 30. Juni 1963 wurde in Palermo in Contrada Ciaculli eine mit Sprengstoff vollbeladene Alfa Romeo Giulietta gefunden. Während der Kapitän den Kofferraum öffnet, springt der Wagen in die Luft. Daraufhin sterben sieben Menschen. Als Folge des Verbrechens werden etliche Verdächtige festgenommen. Maino bevorzugt in Palermo bei seiner Freundin zu bleiben, statt sich mit seinen Kameraden zu verstecken.
Eines Abends verspricht Totò seiner Ninetta, dass er sich nicht für die Hausdurchsuchung bei Teresa rächen werde. Ninetta hat jedoch schon jeglichen Kontakt zu Teresa unterbrochen, sodass sie ungestört ihre Beziehung mit Totò weiterführen kann. Etwas später während Totò und Calogero Bagarella aus Corleone flüchten, wird ihr Wagen von einem Polizeitrupp aufgehalten. Totò wird verhaftet während Calogero fliehen kann. Zuerst weist er sich mit falschen Papieren aus, später wird er jedoch von Biagio erkannt.
Während Teresas Abiturverleihung erfährt sie von Biagio, dass Totò festgenommen worden ist und sie nun in Ruhe heiraten können. Ninetta, die sich gerade in der Nähe der beiden aufhielt, bekommt das Gespräch mit und flüchtet verzweifelt von der Schule. Schirò geht zu den Eltern von Teresa um sich mit ihr offiziell zu verloben. Einige Tage nach der Verhaftung von Totò Riina beginnt Luciano Maino mit dem Richter Cesare Terranova zusammenzuarbeiten und erzählt ihm alles was er weiß. Später wird Luciano Liggio von Kommissar Mangano und Schirò festgenommen.
1969 beginnt der Prozess von Bari. Luciano Maino beschuldigt Riina vor Gericht des Mordes an mehreren Personen. Jedoch gelingt es Riina, Maino als geistesgestört dastehen zu lassen, sodass seine Aussagen nicht ernst genommen werden können. Aufgrund mangelnder Beweise und Drohungen werden Liggio, Riina und alle anderen inhaftierten des Clans freigesprochen. Totò kehrt nach Hause zurück und verlobt sich mit Ninetta. Einige Tage nach dem Prozess wird Luciano Maino in seiner Wohnung von seiner Freundin Maria erhängt aufgefunden.
Dritte Episode (1969–1978) Biagio und Teresa sind nun verheiratet und haben einen gemeinsamen Sohn namens Antonio. Riina und sein Clan halten sich im Büro von Michele Cavataio in Palermo auf, der zuvor Salvatore La Barbera eliminiert hatte. Totò Riina, Bernardo Provenzano, Calogero Bagarella und zwei Männer der Familie von Tano Badalamenti (Boss der Cinisi) beabsichtigen Michele Cavataio zu ermorden und verkleiden sich als Militärangehörige der Guardia di Finanza.
Einer der Männer von Badalamenti wird nervös und fängt an vorzeitig zu schießen. Es kommt zu einem Massaker. Bevor sie ins Zimmer von Cavataio gelangen werden fünf Männer erschossen. Cavataio stellt sich tot und in dem Moment, wo Binnu und Calogero sich annähern, dreht er sich um und schießt auf sie. Calogero wird an der Brust getroffen und stirbt. Wütend schlägt Binnu mit der Unterseite seines Gewehrs auf den Schädel von Cavataio ein, bis dieser stirbt. Schirò wird nach Palermo versetzt und beginnt nach dem Massaker “strage di Viale Lazio” zu ermitteln.
In Corleone informiert Totò seine Schwester Arcangela über den Tod ihres verlobten Calogero. Sie bricht in Tränen aus und ohrfeigt ihren Bruder. Totò schickt einen seiner Männer um Ninetta abzuholen – die inzwischen Lehrerin an einer Frauenschule geworden ist – um ihr zu erzählen, was passiert ist. Um an Investitionsgeld für Palermo ranzukommen, lässt Totò den kleinen Antonino Caruso entführen. Dies führt zu Uneinstimmigkeit unter den Mafiabossen in Palermo. Vor allem Stefano Bontade und Giuseppe Di Cristina verurteilen diese Handlung. In der Zwischenzeit wird Vito Ciancimino Bürgermeister der Stadt.
Am 5. Mai 1971 beauftragt Riina seine Soldaten Vito Maranza und Pochet Coffi mit der Ermordung des Generalstaatsanwaltes Pietro Scaglione und im Zuge des Angriffs kommt ebenfalls der Wachtmeister Lo Russo ums Leben. Totò entscheidet sich noch vor der Hochzeit mit Ninetta wegzufahren. Sie lassen sich gemeinsam fotografieren und schicken Arcangela ein Foto von sich. Das Foto wird während einer Polizeidurchsuchung gefunden. Daraufhin wird beschlossen, Ninetta an die Norditalienische Grenze zu bringen, um sie so weit wie möglich von Totò zu entfernen. Während des Prozesses geht Vito Maranza einer von Totòs Männern zu Biagio nach Hause. Er gibt sich als Makler aus und schafft es Teresa und ihren Sohn in ein leeres Apartment zu locken. In dem Rohbau angekommen lässt der Makler beide alleine in der dritten Etage zurück und blockiert den Aufzug. Verzweifelt sucht Teresa einen Weg in das Erdgeschoss. Jedoch findet sie nur versperrte Wege und bekommt es mit der Angst zu tun. Biagio, der sich im Gerichtssaal befindet bekommt mitgeteilt, dass seine Frau und sein Kind nur dann befreit werden, wenn der Richter die Verbannung von Ninetta nach Norditalien aufhebt.
Luciano Liggio wird in Mailand von Kommissar Mangano festgenommen. Daraufhin wird Totò einziger Chef des Clans der Corleonesi und zugleich zu Michele Grecos privilegierten.
Zwei Soldaten von Totò werden mit der Ermordung von Giuseppe Di Cristina beauftragt. Diese machen jedoch einen Fehler und töten seinen Fahrer. In der Zwischenzeit heiraten Totò und Ninetta. Vito Maranza und Pochet Coffi beschatten Giuseppe Di Cristina und finden raus, das dieser mit dem Kommissar Boris Giuliano zusammenarbeitet.
Pippo Calderone, Badalamenti und Di Cristina distanzieren sich immer mehr von Totò und in der darauffolgenden Versammlung fordert Totò das Leben der drei Männer. Ihm wird jedoch nur das Leben von Di Cristina gewährt, jedoch beschließt Totò auch Calderone hinzurichten.
Silvio Albertini, ein loyaler Kollege von Biagio Schirò, findet beim Untersuchen einiger Karten heraus, wo sich Totò Riina, seine Frau Ninetta und Bernardo Provenzano aufhalten. Er ruft Biagio von einer Telefonzelle aus an und bittet ihn vorbeizukommen. In seinem Apartment angekommen findet Biagio die Leiche von Silvio. Unerwartet wird Biagio von Vito Maranza und Pochet Coffi geschlagen. Als er auf dem Boden liegt, kommt Totò dazu und warnt Biagio, dass er seine Familie und vor allem seine Frau Ninetta in Ruhe lassen soll. Er verpasst ihm einen Tritt ins Gesicht und lässt ihn bewusstlos zurück.
Vierte Episode (1979–1981) Schirò und Kommissar Boris Giuliano sind mit weiteren Polizeibeamten auf dem Weg zum Flughafen Punta Raisi von Palermo, um dort einige französische Chemiker festzunehmen. Diese waren nämlich nach Sizilien gereist, um Francesco Marino Mannoia (Chemiker der Familie Bontade) zu zeigen wie man Drogen verarbeitet. In der Zwischenzeit findet eine Versammlung mit den größten Mafiabossen statt. Kaum am Flughafen angekommen, wird Kommissar Giuliano telefonisch mitgeteilt, dass er die beiden Franzosen aufgrund von Beweismangel nicht verhaften darf. Peppe, ein Soldat von Bontade, begleitet Totò nach Hause und erhält eine große Geldsumme um seinen im Sterben liegenden Bruder in Amerika behandeln zu lassen. Inzwischen haben Totò und Ninetta zwei Kinder bekommen (Concetta und Giovanni) und erwarten ein drittes Kind. Schirò und Kommissar Boris Giuliano spüren die Raffinerie der Corleonesi auf. Nach weiteren Ermittlungen spürt Schirò eine weitere Raffinerie auf dieses Mal handelt es jedoch um die von Bontade. Währenddessen wird Marino Mannoia verhaftet. Nachdem Kommissar Giuliano wieder bei der Polizeiwache angekommen ist erhält er einen Einschüchterungsanruf.
In Punta Raisi wird ein Koffer voller Geld gefunden, der an Bontade adressiert gewesen ist. Bontade verliert nun endgültig die Geduld mit Kommissar Giuliano und ruft seine Verbündeten in Rom an. Er bittet, Giuliano nach Rom versetzen zu lassen und ihn umbringen zu lassen falls er das Angebot nicht annehmen sollte.