mini|Swarovskistraße in Wattens mini|Blick von der Rätersiedlung Himmelreich auf Wattens
Wattens ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land und Stammsitz des Kristallunternehmens Swarovski. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.
Geografie Lage Wattens liegt im Tiroler Unterinntal, etwa 13 km östlich von Innsbruck, auf dem Schwemmkegel des Wattenbachs, der durch den Ort fließt und nördlich davon in den Inn mündet. Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Wattens (4,30 km²) am Talboden des Inntals und Vögelsberg (6,53 km²) am westlichen Hang des in die Tuxer Alpen führenden Wattentals.
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte Wie ein Grabfund aus der Laurentiuskirche und mehrere Einzelfunde belegen, war Wattens wie auch die umliegenden Gemeinden bereits in der Spätbronzezeit (ca. 12. Jh. v. Chr.) besiedelt. Ab dem 5. Jahrhundert ist mit der Siedlung und dem Brandopferplatz in der Flur Himmelreich im angrenzenden Volders die Latènezeit bzw. die Fritzens-Sanzeno-Kultur belegt. Die Siedlung ging gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. durch einen Großbrand unter.
Neu entdeckte Siedlungsfunde und ein Münzschatz aus einem Gutshof der Römischen Kaiserzeit vom Gelände der Kristallwelten stammen aus dem 3. Jahrhundert.
Urkundlich wurde Wattens in den Jahren 930/31 als Vuattanes erstmals erwähnt. Es liegt das keltische Ausgangswort *Vattanos zugrunde (‚beim Landgut des Vatto‘).
Die 1559 errichtete Papiermühle gilt als die älteste in Nordtirol. 1895 siedelte sich Daniel Swarovski auf Grund von günstig gelegener Energieversorgung und vorhandenen Fabriksgebäuden für seine Glasschleifmaschinen an, was zu einer starken Siedlungsentwicklung führte und die ehemalige Bauerngemeinde stark veränderte.
Am 1. Jänner 1985 wurde Wattens zur Marktgemeinde erhoben.Landesgesetzblatt für Tirol. Nr. 15/1984 (Digitalisat).
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Alte Pfarrkirche Wattens im Ortskern mini|Neue Pfarrkirche Wattens am Marienplatz
mini|Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis, Sommer 2023 mini|Markterhebungsbrunnen mini|Swarovski Kristallwelten mini|Museum Wattens
Alte Pfarrkirche Wattens hl. Laurentius und Neue Pfarrkirche Wattens Unbefleckte Empfängnis Swarovski Kristallwelten: Zum hundertjährigen Firmenjubiläum (1995) von Swarovski wurde nach Entwürfen von André Heller in einem künstlichen Hügel am Ostende des Orts eine illusionistische Glaswelt erbaut. Im Inneren befinden sich moderne Wunderkammern in Anlehnung an die historischen von Schloss Ambras. Hier finden auch Kulturveranstaltungen wie „Musik im Riesen“ oder das „RiesenKinderSpiel“ statt. Museum Wattens: Das Museum zur Industrie- und Vorgeschichte bietet einen Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinden Wattens und Volders. In ihm befinden sich die Funde aus der Rätersiedlung Himmelreich sowie Urnen mit umfangreichen Grabbeigaben aus 431 Gräbern des Volderer Urnenfeldes. In einer zweiten Abteilung ist die Entwicklungsgeschichte der 1559 gegründeten Papierfabrik Wattens als auch die des Unternehmens Swarovski dargestellt. Schreibmaschinenmuseum: Das Museum zeigt über 450 voll funktionsfähige Modelle aus der Entwicklung der Schreibmaschine und umfasst den Zeitraum von 1884 bis in die Gegenwart. Schnittmodelle ermöglichen den Einblick in die Funktion.
Veranstaltungen Tiroler Sagen- und Märchenfestival: Inszenierung von Märchen und alten Sagen vorwiegend aus dem Tiroler Raum Musik im Riesen: Kammermusik in den Swarovski Kristallwelten Wiesenrock: Nachhaltiges Kunst-, Kultur- und Musikfestival
Wirtschaft und Infrastruktur Aufgrund der ansässigen Betriebe gibt es viele Einpendler in die Gemeinde.
Wattens liegt an der Inntalautobahn mit einer Ausfahrt und an der B 171. Der Bahnhof Fritzens-Wattens liegt nördlich des Inn in der Nachbargemeinde Fritzens. Zahlreiche Regionalbuslinien verbinden die Gemeinde mit ihrem Umland und den nahegelegenen Städten.
Unternehmen Swarovski, Unternehmen für Kristallglas. Der Glasschleifer Daniel Swarovski aus Böhmen ließ sich auf der Suche nach Wasserkraft in Wattens nieder und gründete das Unternehmen für Kristallglas, das heute weltweit tätig ist und Tochterfirmen in Schwaz (Tyrolit Schleifmittel), Absam (Swarovski Optik) und Vomp (Swareflex Reflektoren) hat. Wattenspapier, Papierfabrik. Sie entstand aus der 1559 gegründeten Papiermühle und stellt heute Spezialpapiere für Zigaretten und Filter her, die weltweit vertrieben werden. Inzwischen wurde das Unternehmen der Delfort-Gruppe eingegliedert. Swarco AG. Standort des Konzernsitzes. Ein von Manfred Swarovski gegründetes, nicht zum Swarovski-Konzern gehörendes Verkehrstechnologieunternehmen. Gronda GmbH, Betreiber eines Sozialen Netzwerkes, einer Jobbörse und einer App im Bereich Gastronomie und Hotellerie
Infrastruktur Straße: Die wichtigste Verkehrsverbindung ist die Inntal Autobahn A12, die den Norden der Gemeinde durchquert. Radfahren: Der bekannte Inn-Radweg von Innsbruck nach Passau führt direkt an Wattens vorbei, außerdem stehen mehrere Touren speziell für Mountainbiker zur Verfügung. Wandern: Ein beliebtes Wandergebiet ist Tirols größter Naturpark, der Alpenpark Karwendel. Zur Verfügung stehen dabei Strecken unterschiedlicher Längen und Schwierigkeitsgrade: Jakobsweg Adlerweg Historischer Rundwanderweg
Politik Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 27. Februar 2022 statt.
Bürgermeister
1938–19??: Josef GagerHorst Schreiber: 1938 – Der Anschluss in den Bezirken Tirols (= Studien zu Geschichte und Politik. Band 21), Studienverlag, Innsbruck / Wien / Bozen 2018, ISBN 978-3-7065-5660-6. 1950–1957: Adolf Puelacher 24. April 1906. Der Turnverein „Friesen“ wird gegründet. 1957–1978: Fritz SchiestlGedenkanzeige Fritz Schiestl In: schwemberger.at. 1978–1997: Otto Mair 1997–2015: Franz TroppmairTroppmair geht in die Politpension. In: tt.com. 2015–2022: Thomas Oberbeirsteiner seit 2022: Lukas Schmied
Gemeinderat Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Bürgerliste Wattens - NEU 32,49 % 1257 7ÖVP – Für Wattens27,19 %10525 SPÖ – Gemeinsam für Wattens 14,14 % 547 3 GR Erich Steiner – Die Wattner Freiheitlichen mit Parteifreien – FPÖ 12,20 % 472 2Unser Wattens8,32 %3221MFG Menschen Freiheit Grundrechte5,66 %2191
Wappen Blasonierung: Ein Schild mit silbernem Schrägfluss zwischen Schwarz und Blau. Im unteren, schwarzen Feld ein farbloser, im Quadrat geschliffener Edelstein, im oberen, blauen Feld ein schwarzer, mit Silber umrandeter und geteilter Reichsapfel – oder Weltkugel mit Kreuz.Landesgesetzblatt für Tirol. Nr. 12/1956 (Digitalisat).
Das 1956 verliehene Gemeindewappen symbolisiert die den Ort prägende Industrie. Der Reichsapfel war das Wasserzeichen der seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Papierfabrik, der geschliffene Stein erinnert an die 1895 gegründete Schmucksteinindustrie. Der Wellenbalken steht für den für die Wasserkraft genutzten Wattenbach.
Persönlichkeiten Paul Steinlechner (1841–1920), Rechtswissenschaftler in Innsbruck und Graz Jakob Gapp (1897–1943), in Berlin-Plötzensee hingerichteter Priester und NS-Gegner Anna Stainer-Knittel, Die Geier-Wally (1841–1915), starb hier im Haus ihres Sohnes Karl Stainer Karl Stainer (1868–1949), Gemeindearzt Klaus Leeb (* 1942), theoretischer Informatiker an der Universität Erlangen Gernot Langes-Swarovski (1943–2021), Unternehmer Martin Lieb (* 1961), Judoka Robert Wazinger (* 1966), Fußballer Roland Kirchler (* 1970), Fußballer, 28-facher österreichischer Nationalteamspieler Petra Frey (* 1978), Sängerin Yvonne Moriel (* 1992), Jazzmusikerin Manuel Kandler (* 1997), Schauspieler
Literatur Konrad Fichtl (Red.): Wattenser Buch (= Schlern-Schriften 195, hrsg. von Raimund Klebelsberg). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 1958.
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
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