Heino Jaeger – look before you kuck ist ein deutscher Film von Gerd Kroske aus dem Jahr 2012. Der Dokumentarfilm zeigt ein Porträt des heute weitgehend vergessenen Malers, Graphikers, Kabarettisten und Performance-Künstlers Heino Jaeger, der der Hamburger Anti-68er-Strömung angehörte. Die Uraufführung des Films fand am 30. Oktober 2012 beim 55. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm im Rahmen des Deutschen Wettbewerbs statt. Deutscher Kinostart des von der Berliner Realistfilm produzierten Films war am 1. November 2012.
Hintergründe Heino Jaeger – look before you kuck ist der dritte Film in Kroskes Porträtserie über prominente Hamburger Persönlichkeiten, die 2000 mit dem Film Der Boxprinz über Norbert Grupe begann. An einem Drehtag von Der Boxprinz lernte Kroske den ehemaligen Pornokinobesitzer und Bordellbetreiber Wolfgang „Wolli“ Köhler kennen, dessen Leben er 2006 im Film Wollis Paradies erzählte. Über Köhler schließlich wurde er auf Heino Jaeger aufmerksam.
Über den Autor Joska Pintschovius, Jaegers engen Freund, bekam Kroske Kontakt zu ehemaligen Freunden, Kollegen und Verwandten Heino Jaegers. Aus den ausführlichen Unterhaltungen mit ihnen und Bildern, Zeichnungen, Fotos und Filmmaterial konnte Kroske Heino Jaeger „aus dem historischen ‚Off‘ holen“Presseheft, S. 4. und die Biografie eines „kriegskindtraumatisierten Ausnahmekünstlers – der genauso kaputt wie Deutschland in diesen Jahren war“ erzählen. Tondokumente aus dem Archiv des Saarländischen Rundfunks, wo Jaeger die Rundfunkreihe Fragen Sie Dr. Jaeger moderierte, sind ebenso Bestandteil des Films wie viele seiner Gemälde und Zeichnungen.
Der Film zeichnet Jaegers Porträt bis zu dessen Tod 1997 nach. Sein Leben war zunehmend durch Alkoholprobleme bestimmt. Nach mehreren von ihm selbst verursachten Bränden wies er sich Mitte der 1980er selbst in ein psychiatrisches Pflegeheim in Bad Oldesloe ein. Unter Pflegschaft gestellt mit Joska Pintschovius als gerichtlich bestelltem Pfleger starb er dort in schizoider Dämmerung an den Folgen eines Schlaganfalls.
Der Untertitel look before you kuck ist eine Anspielung auf Jaegers Affinität für militärische Gebrauchsgegenstände. Nach Pintschovius’ Darstellung trugen englische Militärkonservendosen die Aufschrift „look before you cook“.
Kritiken
Auszeichnungen 2012 wurde Heino Jaeger – look before you kuck beim 55. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm mit der Goldenen Taube ausgezeichnet. Außerdem bekam der Film den Filmpreis des 17. Filmfestes Schleswig-Holstein Augenweide 2013.Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein e. V.:
Von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) erhielt der Film das Prädikat besonders wertvoll.
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Website zum Film Presseheft (PDF; 728 kB) des Filmverleihs Edition Salzgeber
Kategorie:Filmtitel 2012 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm