mini|Regierung von Niederbayern Niederbayern ist sowohl ein Bezirk (dritte kommunale Ebene) als auch ein flächengleicher Regierungsbezirk im Freistaat Bayern.
Niederbayern liegt im Osten des Landes und grenzt im Norden an die Oberpfalz, im Nordosten an Tschechien (Südböhmen, Region Pilsen), im Südosten an Oberösterreich (Innviertel, Mühlviertel) und im Südwesten an Oberbayern. Der Begriff „Niederbayern“ erscheint zum ersten Mal im Jahre 1255 bei der bayerischen Landesteilung. Ursprünglich war Niederbayern wesentlich größer: Damals gehörten auch der Chiemgau und die Gegend von Bad Reichenhall dazu.
Verwaltungssitz des Bezirks und gleichzeitig Regierungssitz des Regierungsbezirks ist Landshut.
Der Name Niederbayern ergibt sich aus der relativen Position an der Isar (flussabwärts von Oberbayern).
Gliederung Der Regierungsbezirk Niederbayern umfasst drei kreisfreie Städte und neun Landkreise:
Kreisfreie Städte Landshut Passau Straubing
Landkreise Landkreis Deggendorf Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen
Frühere Landkreisnamen: Der Landkreis Dingolfing-Landau hieß in der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 Landkreis Untere Isar. Der Landkreis Freyung-Grafenau hieß in der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 Landkreis Freyung. Der Landkreis Rottal-Inn hieß in der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 Landkreis Rottal.
Vor der Landkreisreform mini Vor der Landkreisreform am 1. Juli 1972 hatte der Regierungsbezirk Niederbayern vier kreisfreie Städte und 22 Landkreise. Der Landkreis Kötzting, sowie Teile des Landkreises Mallersdorf wechselten dabei in den Regierungsbezirk Oberpfalz, und Teile des Landkreises Mainburg wechselten nach Oberbayern (s. unten).
Kreisfreie Städte Deggendorf (heute Große Kreisstadt im Landkreis Deggendorf) Landshut Passau Straubing
Landkreise Bogen (heute Landkreis Straubing-Bogen) Deggendorf Dingolfing (heute Landkreis Dingolfing-Landau) Eggenfelden (heute Landkreis Rottal-Inn) Grafenau (heute Landkreis Freyung-Grafenau) Griesbach (heute Landkreis Passau, Landkreis Rottal-Inn) Kelheim Kötzting (heute Landkreis Cham und damit Oberpfalz) Landau a. d. Isar (heute Landkreis Dingolfing-Landau) Landshut Mainburg (heute Landkreis Kelheim, Landkreis Landshut, Landkreis Freising, Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) Mallersdorf (heute Landkreis Landshut, Landkreis Straubing-Bogen, Landkreis Regensburg und Landkreis Dingolfing-Landau) Passau Pfarrkirchen (heute Landkreis Rottal-Inn) Regen Rottenburg an der Laaber (heute Landkreis Landshut und Landkreis Kelheim) Straubing (heute Landkreis Straubing-Bogen) Viechtach (heute Landkreis Regen) Vilsbiburg (heute Landkreis Landshut) Vilshofen (heute Landkreis Passau und Landkreis Deggendorf) Wegscheid (heute Landkreis Passau) Wolfstein (Verwaltungssitz Freyung) (heute Landkreis Freyung-Grafenau) Anmerkungen: Bis 1954 wurden die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz gemeinsam verwaltet. Teile davon sind bis heute erhalten und werden immer noch gemeinsam in Landshut verwaltet.
Zur NS-Zeit gehörten zwischen 1939 und 1945 zum gemeinsamen Regierungsbezirk Niederbayern-Oberpfalz noch folgende sudetendeutsche Gebiete in Südböhmen, wobei diese Landkreise dem niederbayerischen Teil des Doppel-Regierungsbezirks zugeordnet wurden: Landkreis Bergreichenstein Landkreis Markt Eisenstein Landkreis Prachatitz
Der Verwaltungssitz Schloss Wolfstein lag bis zum 30. März 1954 in Ort, das zum 1. April 1954 in die Stadt Freyung eingemeindet wurde.
Bevölkerung mini|Landshut mini|Passau mini|Straubing
Jahr Einwohner 2016 1.219.793 2015 1.212.119 2014 1.197.558 2013 1.189.153 2011 1.192.543 2010 1.189.384 2009 1.189.194 2008 1.191.910 2007 1.194.138 2006 1.193.820 2005 1.196.923 2004 1.196.178 2003 1.194.472 2002 1.191.476 2001 1.185.467 2000 1.176.206 1987 1.027.374 Stand jeweils 31. DezemberBayerisches Landesamt für Statistik: Bevölkerung: Regierungsbezirk, Geschlecht, Familienstand, Altersjahre(88), Stichtag
Sprache
Niederbayern gehört zum Mittelbairischen Sprachgebiet, mit Ausnahme des nördlichsten Teils, wo eine Mischform im Übergang zum Nordbairischen gesprochen wird.
Außerhalb der Sprachwissenschaft ist die Bezeichnung Niederbairisch gängig; für die Dialekte des Bayerischen Waldes Waidlerisch.
Größte Städte Niederbayerns Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung waren die größten Städte Niederbayerns zum :Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Genesis – Online Datenbank: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6). Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 26. August 2016.
Rang Stadt Landkreis Einwohner Bild 1. Landshut kreisfreie Stadt 100px 2. Passau kreisfreie Stadt 100px 3. Straubing kreisfreie Stadt 100px 4. Deggendorf Landkreis Deggendorf 100px 5. Dingolfing Landkreis Dingolfing-Landau 100px 6. Vilshofen an der Donau Landkreis Passau 100px 7. Kelheim Landkreis Kelheim 100px 8. Pocking Landkreis Passau 100px 9. Mainburg Landkreis Kelheim 100px 10. Neustadt a.d.Donau Landkreis Kelheim 100px
Geschichte
Da es bei den Wittelsbachern wie bei vielen Herrscherhäusern dieser Zeit keine Bevorzugung des Erstgeborenen bei der Erbfolge gab, kam es 1255 zur Aufteilung in Oberbayern mit der Pfalz und dem Nordgau (mit Sitz in München) und Niederbayern (mit den Sitzen in Landshut und Burghausen). Darauf geht noch heute die Unterscheidung von Ober- und Niederbayern (vergleiche Regierungsbezirke) zurück. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde Niederbayern (wie auch Oberbayern) wiederholt geteilt. Nach der Teilung von 1392 existierten vier Herzogtümer: Niederbayern-Straubing, Niederbayern-Landshut, Oberbayern-Ingolstadt und Oberbayern-München, deren Herzöge nicht selten gegeneinander Krieg führten. Herzog Albrecht IV. von Oberbayern-München vereinigte nach dem verheerenden Landshuter Erbfolgekrieg von 1504/05 Altbayern 1506 wieder. Durch ein Primogeniturgesetz beendete er die Teilungen. Die Verfassung des Königreichs Bayern von 1808 teilte das 1806 formierte Königreich Bayern einheitlich in Kreise ein. Die Kreise entsprachen den Verwaltungseinheiten der mittleren Ebene, also den heutigen Regierungsbezirken und waren bewusst ohne Bezug zu älteren administrativen oder herrschaftlichen Bezügen ganz nach rational-zweckmäßigen Aspekten umrissen worden. Nach französischem Vorbild wurden die Kreise entsprechend ihren Hauptflüssen benannt. Das Gebiet des heutigen Niederbayern verteilte sich dabei auf den Unterdonaukreis, den Isarkreis, den Regenkreis und den Salzachkreis.
Nachdem sich die bayerischen Außengrenzen in den Folgejahren wiederholt geändert hatten, wurden auch die Kreise neu zugeschnitten, sodass der Unterdonaukreis 1816 große Teile des heutigen Regierungsbezirks Niederbayern umfasste.
Dabei blieb es, bis 1837 der romantisch bewegte König Ludwig I. das französische Benennungssystem durch historisierende Bezeichnungen zu ersetzen wünschte, die die Geschichte der bayerischen Landesteile widerspiegeln sollten. Man verfiel daher auf die Idee, das Gebiet des Unterdonaukreises in „Niederbayern“ umzubenennen. Damit spielte man auf die erste bayerische Landesteilung von 1255 an, die für Herzog Heinrich XIII. ein selbständiges niederbayerisches Herzogtum geschaffen hatte. Nach vorübergehender Wiedervereinigung 1340 wurde das Herzogtum 1392 dreigeteilt: In Oberbayern entstanden Bayern-München und Bayern-Ingolstadt, in Niederbayern Bayern-Landshut. Daneben bestand in Niederbayern als viertes Herzogtum bereits seit 1349 Bayern-Straubing. Der als „Niederbayern“ benannte Kreis deckte sich geographisch jedoch nur teilweise mit dem historischen Niederbayern. Es handelte sich eher um eine Traditionsbezeichnung.
Zum 1. April 1932 wurden die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz und Regensburg im Rahmen eines Programms zur Staatsvereinfachung zum Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz mit dem Sitz in Regensburg zusammengelegt. 1939 wurde der Regierungsbezirk Niederbayern-Oberpfalz um bis zum Münchner Abkommen 1938 zur Tschechoslowakei gehörendes Gebiet, die Landkreise Bergreichenstein, Markt Eisenstein und Prachatitz, erweitert, das 1945 wieder abgetrennt wurde. Mit Inkrafttreten der Bayerischen Verfassung von 1946 (BV) wurden die Regierungsbezirke (Kreise) gemäß Art. 185 BV in der Form von vor 1932/33 wiederhergestellt. Die Gebietsreform in Bayern brachte ab 1971 einige Änderungen der innerbayerischen Grenzen.
Wappen Das Wappen des Bezirks Niederbayern stellt im gespaltenen Schild heraldisch rechts die bayerischen weiß-blauen Rauten und heraldisch links in Silber einen aufgerichteten roten Panther dar. Die weiß-blauen Rauten sind seit 1204 als Wappen der Grafen von Bogen nachweisbar und wurden nach dem Aussterben des Grafengeschlechts 1242 von den Wittelsbachern übernommen. Der rote Panther geht auf die Grafen von Orthenburg-Kraiburg, eine Nebenlinie der Spanheimer, zurück und findet sich auch in den Wappen einiger niederbayerischer Städte, so z. B. Eggenfelden, Pfarrkirchen oder Vilshofen, und steht auch (allerdings in Blau) im großen bayerischen Staatswappen für Altbayern. Das Bezirkswappen wurde in dieser Form 1957 eingeführt.
Wappengeschichte Der Wappenentwurf geht dabei ursprünglich auf einen Entwurf des Heraldikers Otto Hupp zurück, dessen Wappenentwurf noch einen blauen Panther und eine Krone zeigte. Um 1900 gingen beim damaligen bayerischen Heroldsamt vermehrt Anfragen zu den Wappen der damaligen acht Kreise (den Vorläufern der heutigen Bezirke) ein, dass sich daraufhin an Otto Hupp eine entsprechende Anfrage stellte. Im Oktober 1902 wurde eine Anfrage des bayerischen Innenministeriums an die Regierung von Niederbayern mit der Bitte gesandt, die Notwendigkeit repräsentativer Wappen der Gemeinden zu prüfen. Dem Schreiben war der entsprechende Entwurf von Otto Hupp angefügt. Der Landratsausschuss zeigte Interesse und erklärte einstimmig sein Einverständnis mit der Gestaltung und Einführung des Kreiswappens. Otto Hupp veröffentlichte daraufhin seine Entwürfe der Kreiswappen 1906 im »Münchner Kalender«, die seitdem als Wappen der Kreise angesehen und verwendet wurden, wenn auch die amtliche Anerkennung fehlte. 1928 wurde eine Notwendigkeit der Schaffung offizieller Hoheitszeichen für die Kreise durch den damaligen bayerischen Innenminister verneint. 1956 erhielt der Landshuter Kunstmaler Franz Högner vom Bezirkstag den Auftrag den Entwurf Hupps zu überarbeiten. Ein Gutachten des nun zuständigen Bayerischen Hauptstaatsarchivs forderte hierfür nur eine Änderung der Farbgebung des Panthers, der nach aktuellen Erkenntnissen ursprünglich rot statt blau gewesen war. Seit 1957 ist nun das aktuelle Wappen offiziell in Verwendung.Wappengeschichte: auf Bezirk-Niederbayern.de
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