Der Landkreis Bamberg ist der westlichste Landkreis des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Im Westen und Süden grenzt er an die Bezirke Unter- und Mittelfranken. Die kreisfreie Stadt Bamberg ist ganz vom Landkreis umgeben.

Zu ihm gehören auch zwei dicht beieinander liegende Exklaven der Gemeinde Pommersfelden im Süden. In der größeren befinden sich der Limbacher Weiher und der Steinersee. Das Gebiet ist vollständig vom Landkreis Erlangen-Höchstadt umgeben und liegt etwa einen Kilometer vom übrigen Landkreisgebiet entfernt, gehört aber verwaltungsmäßig zum Landkreis Bamberg. Der Landkreis ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg und der Planungsregion Oberfranken-West.

Geografie Lage Im Landkreis Bamberg befinden sich (zum Teil) drei Naturparks, der Steigerwald im Westen, die Fränkische Schweiz im Osten und die Haßberge im Norden. Durch den Landkreis fließt die Regnitz, die nördlich von Bamberg in den Main mündet.

Der Geisberg ist mit der höchste Berg im Landkreis. Er liegt 10 km östlich von Bamberg zwischen Melkendorf (Gemeinde Litzendorf), sowie Geisfeld (Gemeinde Strullendorf) im Westen und Lindach und Teuchatz (beide Markt Heiligenstadt) im Osten. Fast gleich hoch sind einige Kilometer nördlich der Stockenberg () und der Stammberg () sowie 3 km südlich der Katzenberg mit . Alle vier Gipfel gehören zum Nordwestteil des Naturparks Fränkische Schweiz.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Coburg, Lichtenfels, Bayreuth, Forchheim, Erlangen-Höchstadt, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Kitzingen, Schweinfurt und Haßberge.

Geschichte Als das Gebiet um Bamberg bayerisch wurde, hatte es bereits achthundert Jahre Geschichte unter dem Hochstift Bamberg hinter sich. Zu der kirchlichen Herrschaft, symbolisiert durch den Krummstab, sagte man, dass es unter dem krummen Stab gut zu leben sei:

Dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 fiel fast das gesamte Kirchengut zum Opfer. Der bayerische Kurfürst Max Joseph IV. schrieb am 23. August 1802 dem letzten Fürstbischof Christoph Franz von Buseck, dass er Bamberg, Kronach und Forchheim besetzen werde. Der Fürstbischof drückte sein tiefes Bedauern aus, sicherte aber auch zu, dass kein Widerstand geleistet werde. So marschierten bayerische Truppen am 3. November 1802 ins Bamberger Gebiet ein, das am 22. November für bayerisch erklärt wurde.

Landgerichte Landgerichte lösten die bisherigen bischöflichen Ämter ab. Zum Landgericht Bamberg am rechten Regnitzufer kamen die Gemeinden Memmelsdorf, Hallstadt und Scheßlitz, dazu noch die Orte um Altendorf, Buttenheim und Hirschaid. Das Landgericht Bamberg am linken Regnitzufer vereinigte Schlüsselau, Burgebrach und Teile von Hallstadt wieder. 1810 schließlich wurde Ebrach im Zuge der Grenzregulierung mit dem Großherzogtum Würzburg bayerisch.

Das Gemeindeedikt von 1818 stellte die kommunale Selbstverwaltung teilweise wieder her und ermöglichte die Bildung von Distriktsgemeinden als temporäre Zweckverbände. Die Revolution von 1848 hob die Herrschaftsrechte der Adelsfamilien über die Gemeinden auf. Betroffen waren hiervon die Patrimonialgerichte Reichmannsdorf, Lisberg, Trabelsdorf, Trunstadt, Walsdorf, Sassanfahrt, Buttenheim, Kirchschletten, Grasmannsdorf, Aschbach, Staffelbach und Burglesau.

Eine Art Landkreise gibt es in Bayern erst seit dem Jahr 1852. Damals wurden im rechtsrheinischen Bayern die Distriktsgemeinden, die Vorläufer der heutigen Landkreise, eingerichtet. Diese standen jedoch unter staatlicher Aufsicht und benötigten für wichtige Entscheidungen die Genehmigung der staatlichen Mittelinstanz. Eine echte Selbstverwaltung wurde erst im Jahr 1919 eingeführt.

Bezirksämter 1862 wurden Bezirksämter als staatliche Verwaltungsbehörden errichtet. Im Raum Bamberg entstanden die Bezirksämter Bamberg I und Bamberg II. Bamberg I umfasste die 1804 errichteten Landgerichte älterer Ordnung Bamberg am rechten Regnitzufer und Scheßlitz, Bamberg II umfasste die ebenfalls 1804 errichteten Landgerichte Bamberg am linken Regnitzufer und Burgebrach. Die neuen Landgerichte wurden mit Bamberg I und Bamberg II bezeichnet. Die Stadt Bamberg gehörte zu keinem Bezirksamt, weil sie bereits seit 1809 kreisunmittelbar war.

1879 wurden die Landgerichte Bamberg I und II zum Amtsgericht Bamberg II vereinigt, man unterschied jedoch weiterhin zwei Teilbezirke, Amtsgericht Bamberg II, Erster Teil (Osthälfte) und Amtsgericht Bamberg II, Zweiter Teil (Westhälfte). Die kreisunmittelbare Stadt Bamberg bildete ab 1879 das Amtsgericht Bamberg I. 1903 wurden beide Amtsgerichte zum Amtsgericht Bamberg vereinigt.

Am 1. Oktober 1929 wurde das 1862 errichtete Bezirksamt Bamberg I aufgelöst und seine Gemeinden dem Bezirksamt Bamberg II angegliedert, das fortan nur noch Bezirksamt Bamberg hieß. 1932 wurden die Amtsgerichte Burgebrach und Scheßlitz aufgehoben und ihre Gemeinden überwiegend dem Amtsgericht Bamberg zugeteilt.

Landkreis Bamberg 1939 bis 1972 Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Bamberg. Er gehörte zum Regierungsbezirk Oberfranken. Der Landkreis hatte eine Stadt und 141 Gemeinden. Die größten Orte im Landkreis waren Gaustadt, Hallstadt, Scheßlitz und Hirschaid.

Städte und Gemeinden: mini|375px|Landkreis Bamberg, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Städte Scheßlitz Hallstadt (seit 1954)

Märkte Aschbach (heute Stadt Schlüsselfeld) Burgebrach (seit 1970 Markt, vorher Gemeinde) Burgwindheim (seit 1970 Markt, vorher Gemeinde) Buttenheim (seit 1970 Markt, vorher Gemeinde) Ebrach (seit 1970 Markt) Hirschaid (seit 1952 Markt, vorher Gemeinde)

Gemeinden Sitz der Verbandsgemeinde * Altendorf Amlingstadt (heute Gemeinde Strullendorf) Ampferbach (heute Markt Burgebrach) Birkach (heute Gemeinde Frensdorf) Bischberg Bojendorf (heute Gemeinde Wattendorf) Breitengüßbach Buch (heute Markt Ebrach) Bug (heute Stadt Bamberg) Burgellern (heute Stadt Scheßlitz) Burglesau (heute Stadt Scheßlitz) Demmelsdorf (heute Stadt Scheßlitz) Dörfleins (heute Stadt Hallstadt) Dörrnwasserlos (heute Stadt Scheßlitz) Dreuschendorf (heute Markt Buttenheim) Drosendorf (heute Gemeinde Memmelsdorf) Eckersbach (heute Stadt Schlüsselfeld) Ehrl (heute Stadt Scheßlitz) Erlach (heute Markt Hirschaid) Erlau (heute Gemeinde Walsdorf) Frankendorf (heute Markt Buttenheim) Frensdorf Friesen (heute Markt Hirschaid) Gaustadt (heute Stadt Bamberg) Geisfeld (heute Gemeinde Strullendorf) Gräfenhäusling (heute Gemeinde Wattendorf) Grasmannsdorf (heute Markt Burgebrach) Großbirkach (heute Markt Ebrach) Großgressingen (heute Markt Ebrach) Grub (heute Gemeinde Schönbrunn im Steigerwald) Gundelsheim Gunzendorf (heute Markt Buttenheim) Halbersdorf (heute Gemeinde Schönbrunn im Steigerwald) Hartlanden (heute Gemeinde Stegaurach) Herrnsdorf (heute Gemeinde Frensdorf) Herzogenreuth (heute Markt Heiligenstadt in Oberfranken) Höfen (heute Gemeinde Stegaurach) Hohengüßbach (heute Gemeinde Breitengüßbach) Hohenhäusling (heute Gemeinde Stadelhofen) Ilmenau (heute Markt Geiselwind, Landkreis Kitzingen) Kalteneggolsfeld (heute Markt Heiligenstadt in Oberfranken) Kemmern Ketschendorf (heute Markt Buttenheim) Kirchschletten (heute Markt Zapfendorf) Kötsch (heute Markt Burgwindheim) Kolmsdorf (heute Gemeinde Walsdorf) Koppenwind (heute Gemeinde Rauhenebrach, Landkreis Haßberge) Kremmeldorf (heute Gemeinde Memmelsdorf) Lauf (heute Markt Zapfendorf) Leesten (heute Gemeinde Strullendorf) Lindach (heute Markt Heiligenstadt in Oberfranken) Lisberg Litzendorf Lohndorf (heute Gemeinde Litzendorf) Ludwag (heute Stadt Scheßlitz) Meedensdorf (heute Gemeinde Memmelsdorf) Melkendorf (heute Gemeinde Litzendorf) Memmelsdorf Merkendorf (heute Gemeinde Memmelsdorf) Mistendorf (heute Gemeinde Strullendorf) Mönchherrnsdorf (heute Markt Burgebrach) Mönchsambach (heute Markt Burgebrach) Mühlendorf (heute Gemeinde Stegaurach) Naisa (heute Gemeinde Litzendorf) Neudorf bei Ebrach (heute Markt Ebrach) Neudorf bei Scheßlitz (heute Stadt Scheßlitz) Neuhausen (heute Gemeinde Priesendorf) Oberhaid Oberharnsbach (heute Markt Burgebrach) Oberköst (heute Markt Burgebrach) Oberngrub (heute Markt Heiligenstadt in Oberfranken) Oberoberndorf (heute Markt Zapfendorf) Pettstadt Peulendorf (heute Stadt Scheßlitz) Pödeldorf (heute Gemeinde Litzendorf) Priesendorf Reichmannsdorf (heute Stadt Schlüsselfeld) Reundorf (heute Gemeinde Frensdorf) Röbersdorf (heute Markt Hirschaid) Roschlaub (heute Stadt Scheßlitz) Roßdorf am Forst (heute Gemeinde Strullendorf) Rothensand (heute Markt Hirschaid) Sassanfahrt (heute Markt Hirschaid) Sassendorf (heute Markt Zapfendorf) Schammelsdorf (heute Gemeinde Litzendorf) Schederndorf (heute Gemeinde Stadelhofen) Schönbrunn Schweisdorf (heute Stadt Scheßlitz) Seigendorf (heute Markt Hirschaid) Seußling (heute Gemeinde Altendorf) Stackendorf (heute Markt Buttenheim) Stadelhofen Staffelbach (heute Gemeinde Oberhaid) Stappenbach (heute Markt Burgebrach) Stegaurach Steinfeld (heute Gemeinde Stadelhofen) Steinsdorf (heute Gemeinde Schönbrunn im Steigerwald) Straßgiech (heute Stadt Scheßlitz) Strullendorf Stübig (heute Stadt Scheßlitz) Teuchatz (heute Markt Heiligenstadt in Oberfranken) Tiefenellern (heute Gemeinde Litzendorf) Tiefenhöchstadt (heute Gemeinde Buttenheim) Tiefenpölz (heute Markt Heiligenstadt in Oberfranken) Trabelsdorf (heute Gemeinde Lisberg) Trailsdorf (heute Gemeinde Hallerndorf, Landkreis Forchheim) Treppendorf (heute Markt Burgebrach) Trosdorf (heute Gemeinde Bischberg) Trunstadt (heute Gemeinde Viereth-Trunstadt) Tütschengereuth (heute Gemeinde Bischberg) Unterhaid (heute Gemeinde Oberhaid) Untermelsendorf (heute Stadt Schlüsselfeld) Unterneuses (heute Markt Burgebrach) Unteroberndorf (heute Gemeinde Breitengüßbach) Untersteinach (heute Markt Burgwindheim) Unterstürmig (heute Markt Eggolsheim, Landkreis Forchheim) Unterweiler (heute Markt Burgwindheim) Viereth (heute Gemeinde Viereth-Trunstadt) Vollmannsdorf (heute Markt Burgebrach) Walsdorf Wattendorf Weichendorf (heute Gemeinde Memmelsdorf) Weichenwasserlos (heute Stadt Scheßlitz) Wernsdorf (heute Gemeinde Strullendorf) Wiesengiech (heute Stadt Scheßlitz) Wildensorg (heute Stadt Bamberg) Windischletten (heute Stadt Scheßlitz) Wölkendorf (heute Gemeinde Stadelhofen) Würgau (heute Stadt Scheßlitz) Zeckendorf (heute Stadt Scheßlitz) Zeegendorf (heute Gemeinde Strullendorf) Zettmannsdorf (heute Gemeinde Schönbrunn im Steigerwald) Ziegelsambach (heute Stadt Schlüsselfeld) Zückshut (heute Gemeinde Breitengüßbach)

Gebietsreform in Bayern 1972 Bei der Gebietsreform in Bayern, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, ging der Landkreis Bamberg in seiner heutigen Form als einer von 71 neuen Landkreisen Bayerns hervor. Damals wurden dem bisherigen Landkreis Bamberg der Markt Heiligenstadt in Oberfranken und die Gemeinde Königsfeld des aufgelösten Landkreises Ebermannstadt, Teile des Landkreises Ebern sowie einzelne Gemeinden der Landkreise Staffelstein und Höchstadt an der Aisch zugeschlagen; im Gegenzug musste er die Gemeinden Bug, Gaustadt, Wildensorg, den Gemeindeteil Bughof der Gemeinde Strullendorf und den Gemeindeteil Hirschknock der Gemeinde Gundelsheim an die kreisfreie Stadt Bamberg, Eckersbach und Untermelsendorf an den Landkreis Erlangen-Höchstadt, Koppenwind an den Landkreis Haßberge sowie Unterstürmig und Trailsdorf an den Landkreis Forchheim abgeben. Bamberg blieb auch weiterhin Kreissitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Bamberg.

Die ältesten Orte im Landkreis Bamberg sind Hallstadt, Königsfeld, Lisberg, Rattelsdorf, Scheßlitz und Trunstadt.

Landkreis Bamberg nach 1972