Felsberg ist eine Stadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, gut 20 Kilometer südlich von Kassel.

Geographie Die Landschaft um Felsberg ist durch Hügel und kleine Teiche sowie Überbleibsel des Kiesabbaus geprägt.

Als Teil der westhessischen Senke liegt sie in einem während des Tertiärs entstandenen Senkungsgebiet. Der Wechsel zwischen teils basaltischen Hügeln und ebenen Flusstälern ist prägend. Während die Täler von fluvialen Sedimenten bedeckt sind, befindet sich in den höhergelegenen Gebieten fruchtbare Lößbedeckung. Das Stadtgebiet Felsbergs wird von der Eder durchflossen. Oberhalb des Ortsteils Gensungen liegt der Heiligenberg mit der Ruine Burg Heiligenberg und der Ruine der ehemaligen Kartause Eppenberg.

Beim Ortsteil Böddiger liegt der Böddiger Berg, die nördlichste offiziell anerkannte Weinlage in Hessen und der nördlichste wirtschaftlich betriebene Weinberg der alten Bundesländer Deutschlands. Die Lage an der Eder ist einer der ersten ökologischen Weinberge in Deutschland. Der Böddiger Berg gehört zur Weinbauregion Rheingau.

Nachbargemeinden Felsberg grenzt im Norden an die Gemeinden Edermünde, Guxhagen und Körle, im Osten an die Stadt Melsungen, im Süden an die Gemeinde Malsfeld und die Stadt Homberg (Efze), sowie im Westen an die Gemeinde Wabern und die Städte Fritzlar und Gudensberg (alle im Schwalm-Eder-Kreis).

Stadtgliederung Zur Stadt Felsberg gehören 16 Stadtteile:

Geschichte mini|Felsberg; rechts der Heiligenberg (Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655) mini|Die Felsburg mit dem „Butterfassturm“ mini|Luftbild der Felsburg mini|Gensungen und Felsberg (links die Felsburg in Felsberg, rechts die Obernburg von Gudensberg)

Ortsgeschichte Die späteiszeitliche Besiedelung der Region von Felsberg ist durch den 12.000 Jahre alten Fund des so genannten Schädel von Rhünda belegbar.

Im 1. Jahrhundert war die Gegend Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Chatten. Die einzige Erwähnung des Gebietes aus dieser Zeit ist ein Bericht über einen Feldzug des Germanicus, der 15 n. Chr. Mattium, den Hauptort der Chatten, zerstörte. Spätestens ab dem 8. Jahrhundert war das Gebiet der Chatten Teil des Fränkischen Reiches.

Auf dem Gebiet der Stadt liegen die Ruinen dreier Burgen, der Felsburg, der Altenburg im Stadtteil Altenburg, und der Burg Heiligenberg oberhalb des Stadtteils Gensungen am gegenüberliegenden Ufer der Eder. Felsberg wird daher seit 1974 manchmal auch als „Drei-Burgen-Stadt“ bezeichnet, da sowohl Altenburg als auch Gensungen seit 1974 zur Stadt gehören. Die Burgen wurden wegen ihrer strategisch wichtigen Lage im Mittelalter, zwischen dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Thüringen bzw. Hessen, errichtet. Die Burg Heiligenberg gehörte dabei zu Mainz, während die Felsburg und die Altenburg zu Hessen gehörten. Sowohl die Felsburg als auch die zwei Kilometer entfernte Altenburg sind durch ihre markanten Türme (im Volksmund Butterfass genannt) gekennzeichnet. Die Salzstraße führte von der Werra, wo die Salzgewinnung stattfand, über Felsberg ins Rheinland.

Im Jahre 1090 wird Felsberg unter dem Namen Velisberc in einer Mainzer Urkunde erwähnt, ebenso 1209 in einem Güterverzeichnis des Fritzlarer Petrusstifts.In historischen Dokumenten erscheint der Ortsname in wechselnden Schreibweisen: Velisber (1090), Filisberg (1100), Veilsberg (1160), Welsberc (1238), Velsberc (1247) und Velsberg (1333 und 1360). Die erste urkundliche Erwähnung Felsbergs als Stadt war 1286. Der historische Stadtkern war seit dem 13. Jahrhundert von einer Stadtmauer von 830 Meter Länge umgeben, die heute noch teilweise erhalten ist. Von 1455 bis 1488 wirkte der Alchimist Klaus von Urbach auf der Felsburg, um dort auf Geheiß des Landgrafen Gold herzustellen. Um 1510 war Euricius Cordus Rentschreiber in Felsberg.

Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Felsberg Verwaltungssitz des Kantons Felsberg.

Am 8. November 1938, einen Tag früher als an den meisten anderen Orten in Deutschland, kam es zu einem von der Gauleitung Kurhessen der NSDAP gesteuerten Pogrom gegen die 18 damals noch in Felsberg lebenden jüdischen Personen. Der schwer kranke Kaufmann und Kommunalpolitiker Robert Weinstein wurde dabei zum ersten Todesopfer dieser Gewaltorgie in Kurhessen. Er wurde aus seinem Bett gezerrt, verprügelt und durch die Straßen getrieben. Dabei erlag er einem Herzinfarkt. Im Gedenken an ihn weihte die Stadt Felsberg am 8. November 2013 den Robert-Weinstein-Platz in der Untergasse ein., auf synagogue-center-felsberg.org Auch in anderen Orten Hessens kam es bereits ab dem 7. November zu Pogromen.Wo die Synagogen schon zwei Tage früher brannten. Glaube und Heimat vom 9. November 2025, S. 5.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile von Felsberg durch Bombardierung des Bahnhofs Gensungen und durch die Zerstörung der Edertalsperre erheblich beschädigt.

Hessische Gebietsreform Um die Verwaltung zu professionalisieren, bessere Koordinierungs- und Abstimmungsmöglichkeiten für größere Planungsräume und die Verwirklichung des Gleichheitsgrundsatzes zu schaffen, wurde die hessische Verwaltungs- und Gebietsreform durchgeführt. Die erste Phase in den Jahren 1971 und 1972 war der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden. Dies wurde auch durch finanzielle Vergünstigungen von Seiten des Landes gefördert. Am 1. Januar 1974 wurden die letzten fünf Gemeinden kraft Landesgesetz eingegliedert, unter ihnen Brunslar und Gensungen. Gleichzeitig wechselte Felsberg in den neu errichteten Schwalm-Eder-Kreis. Für alle eingegliederten ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Altenbrunslar 1. Februar 1971 Zusammenschluss mit Neuenbrunslar zu Brunslar Altenburg 31. Dezember 1971 Beuern 31. Dezember 1971 Eingemeindung nach Gensungen Böddiger 1. Februar 1971 Zusammenschluss zur erweiterten Stadt Felsberg Brunslar 1. Januar 1974 Erneuter Zusammenschluss kraft Landesgesetz zur heutigen Stadt Felsberg Gensungen 1. Januar 1974 Helmshausen 1. Januar 1974 Hesserode 1. Februar 1971 Eingemeindung nach Gensungen Heßlar 1. Februar 1971 Eingemeindung nach Gensungen Hilgershausen 1. Januar 1974 Lohre 1. Februar 1971 Zusammenschluss zur erweiterten Stadt Felsberg Melgershausen 1. April 1972 Eingemeindung nach Gensungen Neuenbrunslar 1. Februar 1971 Zusammenschluss mit Altenbrunslar zu Brunslar Niedervorschütz 31. Dezember 1971 Rhünda 1. Januar 1974 Wolfershausen 31. Dezember 1971 Eingemeindung nach Brunslar

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Felsberg 10.783 Einwohner. Darunter waren 431 (4,0 %) Ausländer, von denen 101 aus dem EU-Ausland, 275 aus anderen europäischen Ländern und 55 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 10,3 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 7,2 %.) Nach dem Lebensalter waren 1738 Einwohner unter 18 Jahren, 4230 zwischen 18 und 49, 1349 zwischen 50 und 64 und 2475 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 4651 Haushalten. Davon waren 1320 Singlehaushalte, 1454 Paare ohne Kinder und 1391 Paare mit Kindern, sowie 381 Alleinerziehende und 105 Wohngemeinschaften. In 1146 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2949 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung 1585: 121 Haushaltungen 1747: 104 Haushaltungen

Daten zur Religionszugehörigkeit • 1885: 749 evangelische (= 79,43 %), 15 katholische (= 1,49 %), 179 jüdische (= 19,98 %) Einwohner • 1961: 1667 evangelische (= 83,77 %), 284 katholische (= 14,27 %) Einwohner • 1987: 8887 evangelische (= 81,2 %), 1224 katholische (= 11,2 %), 834 sonstige (= 7,6 %) Einwohner • 2011: 7410 evangelische (= 68,9 %), 1430 katholische (= 13,3 %), 1720 sonstigeKeiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig. (= 16,0 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Felsberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Felsberg 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 35,41135,71150,31650,31953,92059,822 23,6720,8618,6621,6823,8924,39 ULF Unabhängige Liste FelsbergUnabhängige Liste Felsberg14,7522,2720,56—————— 11,9415,15——14,556,425,82 9,53—————————— 5,016,327,024,925,725,82 DFB Die Freien Bürger————3,614,415,22—— ——————4,425,024,42 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 62,1 55,7 56,9 58,0 58,9 66,7

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Felsberg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und neun weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. November 2024 der parteiunabhängige Björn Faupel. Der Amtsvorgänger Volker Steinmetz trat in seiner dritten Amtszeit am 1. März 2024 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand. Erster Stadtrat Klaus Albert (ULF) leitete als Krankheits- und Vakanzvertreter die Stadtverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Björn Faupel erhielt am 7. Juli 2024 in einer Stichwahl bei 44,8 Prozent Wahlbeteiligung 67,7 Prozent der Stimmen.

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Stadt Felsberg, seit 2007Archive Mittleres Fuldatal: Historie der Bürgermeister der Stadt Felsberg 2024–2030 Björn Faupelhessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 7. Juli 2024 in Felsberg - Waldeckische Landeszeitung, 31. Oktober 2024: Felsberger erwarten Neustart – Björn Faupel vor der Amtseinführung als Bürgermeister: „Am Donnerstag, 31. Oktober, wird Björn Faupel feierlich in das Amt des Bürgermeisters eingeführt. Am 1. November ist sein erster Arbeitstag als Rathaus-Chef.“ 2008–2024 Volker SteinmetzSEK-News, 21. September 2007: Volker Steinmetz stellt sich der Bürgermeisterwahl - Waldeckische Landeszeitung, 29. August 2013: Bürgermeisterwahl in Felsberg: Zwei Kandidaten treten an: „ist seit 1. April 2008 Bürgermeister in Felsberg“ - HNA, 25. September 2019: Interview mit Felsbergs Bürgermeister zur kommenden Wahl: „Die Sachen zu Ende bringen“ - HNA, 8. Februar 2024: Bürgermeister dienstunfähig – So geht es jetzt in Felsberg weiter: „Volker Steinmetz wird in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. … 15 Jahre lang war Volker Steinmetz Felsbergs Bürgermeister. Ab dem 1. März ist er es nicht mehr.“ 1984–2008 Klaus Stiegel (SPD) 1978–1984 Adolf Herwig 1953–1978 Ernst Schaake 1949–1952 Wilhelm Zimmermann

Ortsbeiräte Für die Stadtteile Altenbrunslar, Altenburg, Beuern, Böddiger, Felsberg, Gensungen, Helmshausen, Hesserode, Heßlar, Hilgershausen, Lohre, Melgershausen, Neuenbrunslar, Niedervorschütz, Rhünda und Wolfershausen bestehen Ortsbezirke nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Die Ortsbeiräte bestehen aus drei bis neun Mitgliedern. Der Ortsbeirat des Ortsbezirks wird im Rahmen der Kommunalwahlen gewählt und bestimmt aus seiner Mitte den/die Ortsvorsteher/in. Die Ortsbezirksgrenzen entsprechen den Gemarkungen der eingegliederten ehemaligen Gemeinden.