mini|Luftaufnahme von Südwesten, 2019 Der Fliegerhorst Neubiberg ist ein ehemaliger Fliegerhorst im Süden von München.

Geschichte Der Flugplatz wurde unter dem Namen Flugplatz München Süd 1933 eröffnet und militärische Fliegerausbildung durch den Deutschen Luftsportverband durchgeführt. Zwischen 1935 und 1945 wurde der Flugplatz von der Luftwaffe genutzt. Ende der 40er Jahre musste für den Einsatz der amerikanischen F-84 die Startbahn verlängert werden. Dazu wurde am östlichen Ende die Rosenheimer Landstraße in einem Bogen um mehrere hundert Meter verlegt, und am westlichen Ende die Trasse der Autobahn München – Rosenheim unterbrochen, die eine Umfahrungsstraße als Ersatz erhielt. Erst sehr viel später wurde der Flugplatz untertunnelt. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht, die hier zwischen 1940 und 1945 stationiert waren.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), S. 464–466, abgerufen am 1. März 2020.

Von Bis Einheit AusrüstungNovember 1940Dezember 1940III./ZG 26 (III. Gruppe des Zerstörergeschwaders 26) Messerschmitt Bf 110März 1942Mai 1942I./ZG 1 Messerschmitt Bf 110Mai 1943Juni 1943I./JG 77 Messerschmitt Bf 109G-4 trop, Messerschmitt Bf 109G-6 tropSeptember 1943Dezember 1943IV./JG 3 Messerschmitt Bf 109G-6August 1943Dezember 1943II./JG 51 Messerschmitt Bf 109G-6September 1943Mai 1944I./JG 301 Messerschmitt Bf 109G-6Januar 1944April 1944II./ZG 76 Messerschmitt Bf 110G-2April 1944April 1940III./JG 26 Messerschmitt Bf 109G-6Juni 1944 September 1944I./NJG 6 Messerschmitt Bf 110G-4August 1944September 1944II./KG 26 Junkers Ju 88A-17, Junkers Ju 88A-4 LTDezember 1944Februar 1945Stab, 1., 2./FAGr. 5 (Stab, 1. und 2. Staffel der Fernaufklärungsgruppe 5) Junkers Ju 290A-5, Junkers Ju 290A-7Dezember 1944April 1945V./NJG 2 Junkers Ju 88G-6Januar 1945April 1945 IV./NJG 6 Junkers Ju 88G-6Februar 1945April 1945III./NJG 6 Messerschmitt Bf 110G-4Februar 1945April 19452./FAGr. 1 Junkers Ju 188April 1945April 1945TGr. 30 (Transportgruppe 30) Heinkel He 111H

Nach dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Flugplatz zunächst als Airfield R.85 und später unter dem Namen Neubiberg Air-Base ein Stützpunkt der United States Air Forces in Europe. Die Basis war von Oktober 1950 bis November 1952 Heimatstützpunkt des mit Republic F-84E ausgerüsteten 86th Fighter Bomber Wing. Zwischen 1952 und 1955 diente Neubiberg Air Base phasenweise als Ausweichplatz zunächst für Lockheed RF-80 und später für Fairchild C-119, deren Heimatbasis bei Toul (Frankreich) sich noch im Ausbau befand. Die Bundeswehr übernahm den Stützpunkt 1958 und verlegte die Offizierschule der Luftwaffe nach Neubiberg.

Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972 in München baute die Bundeswehrverwaltung den Flugplatz aus, um den Riemer Flughafen für den mit den Spielen verbundenen allgemeinen Luftverkehr zu entlasten. Für den entsprechenden Charterverkehr wurde der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck umgebaut.Großauftrag für die Bundeswehrverwaltung. In: Wehrkunde. Organ der Gesellschaft für Wehrkunde. Bd. 26, Verlag Europäische Wehrkunde, 1972, S. 403.

Um Platz für die neu gegründete Universität der Bundeswehr München zu schaffen, zog die Offizierschule 1977 auf den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck um. Ebenfalls ab 1958 war das Lufttransportgeschwader 61 mit Douglas DC-3 (C-47) und Noratlas N 2501 bis 1971 hier stationiert, von 1971 bis 1977 die Fliegerhorstgruppe Neubiberg, die von der Fliegerhorststaffel Neubiberg abgelöst wurde, die bis 1991 bestand. Zwischen 1971 und 1973 war außerdem eine Fluglehrgruppe in Neubiberg tätig.

Bis Oktober 1998 wurde der Flugplatz von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern genutzt, bevor diese zum Flughafen München im Erdinger Moos umzog. Ein weiterer Nutzer war bis 1997 der Fliegerclub München, dessen Flugbetrieb nach der Schließung von München-Oberwiesenfeld 1968 nach Neubiberg verlagert wurde und ursprünglich bereits Ende 1985 beendet werden sollte.Die Zeit, 7. Dezember 1990:"23 Jahre Lärm: Ewig nur vorübergehend"

Motorsport Zwischen 1962 und 1974 wurde (nicht in jedem Jahr; 1970 war das 5. Rennen) zu wechselnden Terminen das Flugplatzrennen Neubiberg ausgetragen. Die Streckenlänge betrug um 5700 bzw. 5750 m und war homologiert für Tourenwagen, aber auch Sportwagen, Formel-2- und Formel-3-Rennwagen.

Es zählte nicht zu den Meisterschaftsläufen, war aber beliebt bei Amateurfahrern und lockte auch stark motorisierte Prototypen.https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/584934?set_lang=de und namhafte Fahrer an Rosi Mittermaier feierte hier 1970 den Sieg bei einem Prominentenrennen auf MAHAG-Formel V. Veranstalter war der A.C. Dachau unter Mitwirkung u. a. von Sepp Greger.

Lage Der Fliegerhorst lag auf dem Gebiet der Gemeinden Neubiberg und Unterhaching. Den westlichen Teil der Start- und Landebahn kreuzt die Autobahn München–Salzburg, die hier im dafür errichteten Tunnel Neubiberg verläuft.

Zwischenfälle

Am 19. Februar 1947 verunglückte eine Douglas DC-3/C-47A der United States Air Force bei der Landung auf dem Flugplatz Neubiberg bei wechselnden Winden. Die Maschine (Luftfahrzeugkennzeichen 42-93723) wurde zerstört. Der einzige Passagier wurde getötet, die dreiköpfige Besatzung überlebte.Unfallbericht DC-3 42-93723, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Mai 2017. (englisch), abgerufen am 15. Mai 2017. Am 22. November 1950 verunglückte eine Fairchild C-82A Packet der United States Air Force am Flugplatz Neubiberg. Die Maschine (45-57743) wurde zerstört.Unfallbericht C-82A Packet 45-57743, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Mai 2017. (englisch), abgerufen am 15. Mai 2017.

Heutige Nutzung mini|Ehemalige Start- und Landebahn im Landschaftspark Hachinger Tal, 2009 Auf dem südlichen Teil des Geländes ist der Landschaftspark Hachinger Tal entstanden. Die betonierte Start- und Landebahn ist weitgehend erhalten geblieben und Teil des Parks.

Am östlichen Ende der Bahn wurde der neue Friedhof der Gemeinde Neubiberg angelegt, eine Querung (Einhausung) der ehemaligen Startbahn für die Staatsstraße 2078 sowie einige Wohngebäude errichtet.

Der nördliche Teil des Geländes wird von der Universität der Bundeswehr genutzt, ist eingezäunt und kann nur über die Tore betreten werden.

Persönlichkeiten, die zeitweise hier waren Dwight D. Eisenhowerwww.stripes.com, 13. April 1951:"Ike inspects Air Force bases, GIs"www.stripes.com, April 1952:"Gen. Eisenhower inspects an F-84E jet, 1952" Charles LindberghStadt München, Chronik 1949

Literatur

Weblinks

Standort-Unteroffizierheim Fliegerhorst Neubiberg e. V.

Einzelnachweise

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