Sarleinsbach ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ).

Der zuständige Gerichtsbezirk ist Rohrbach in Oberösterreich.

Geographie Sarleinsbach liegt auf Höhe im oberen Mühlviertel. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört das nordwestliche Gemeindegebiet zur Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer, das südöstliche Gemeindegebiet zur Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland, wobei die Grenze zwischen diesen beiden Raumeinheiten südlich der Dörfer Schölling und Weißgraben verläuft. Die Ausdehnung der Gemeinde Sarleinsbach beträgt von Nord nach Süd 8,3 und von West nach Ost 9,4 Kilometer. Die Gesamtfläche umfasst  Quadratkilometer, womit Sarleinsbach die zweitgrößte Gemeinde des Bezirks ist.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Sarleinsbach. Endbericht. Wien 2005 ().

Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, dass durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüche und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Der Untergrund des Gemeindegebietes besteht vorwiegend aus Weinsberger Granit. Im Gebiet zwischen Sprinzenstein und Mairhof besteht eine große Dioritinsel, die von Perlgneisen gesäumt ist. Das Gestein tritt dabei in Talrandbereichen vereinzelt in Bereichen wie der Kampmühle oder der Ortschaft Spritzenstein sehr kompakt als Felsburgen zutage. Steinköbel treten im Kulturland nur noch bei der Ortschaft Dorf auf. Das Relief des Gemeindegebietes ist stark hügelig und von einem markanten Geländeanstieg von Südost nach Nordwest geprägt. Hinzu kommen kleinflächige Verflachungen verteilt über die gesamte Gemeinde sowie Steilhangbereiche im Südosten sowie steile, großflächige Hangpartien im äußersten Westen am Anstieg zum Ameisberg. Die Böden im Gemeindegebiet sind Urgesteinsverwitterungsprodukte grusig oder in Senkenbereichen und Talebenen lehmig.

Landschaft und Vegetation Das Gemeindegebiet lässt sich bezüglich seiner landschaftlichen Einheiten grob in drei Teilbereiche einteilen. Im Norden der Gemeinde liegt mit dem bergigen Anstieg auf den Ameisrücken ein waldreiches Bergland, das bezogen auf die naturschutzfachliche Einteilung der Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer zuzurechnen ist. Dieses Gebiet zeichnet sich durch einen hohen Waldanteil aus (rund 50 Prozent), wobei es sich überwiegend um Fichtenwälder, mit bedeutenden Buchenanteilen sowie Tannen handelt. Landwirtschaftliche Nutzflächen werden insbesondere als intensives Grünland bewirtschaftet, des Weiteren wird insbesondere Getreide angebaut. Als Siedlungsformen treten in diesem Gebiet nur Einzelhöfe (bzw. -häuser) und kleine Weiler auf. Südlich schließt sich an den Höhenrücken des Ameisberges eine waldkuppigen Hügellandschaft an, die im Zentrum des Gemeindegebiets zungenförmig weit in den Süden reicht. Diese Hügellandschaft ist zu rund 38 Prozent mit Wald, meist in Inselform oder in Zügen, bestockt. Es handelt sich vornehmlich um kleinparzellierte Bauernwälder, die sich vor allem an mäßig bis steilen Hängen sowie auf Kuppen und in Hangsenken befinden. Als Hauptbaumart herrscht hier die Fichte, oft mit Föhren durchmischt vor, teilweise kommen auch Tannen sowie geringe Eichen- oder Buchenbeimischungen vor. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen dieses Landschaftsteiles werden in gemischter Wiesen- und Ackerbaunutzung betrieben, wobei Rinderhaltung bzw. der Anbau von Getreide und untergeordnet von Silomais vorherrscht. Die Grünlandnutzung erfolgt überwiegend sehr intensiv und großschlägig, Extensivgrünland besteht nur noch auf waldrandnahen Kleinflächen. Als Siedlungsformen treten in diesem Gebiet kompakte Weiler bzw. kleine Bauerndörfer sowie wenige Einzellagen auf. Der Süden des Gemeindegebietes ist eine agrarisch geprägte Plateaulandschaft mit geringem bis hohem (Mühltal-Sprinzenstein) Waldanteil. Landwirtschaftlich wird dieser Gemeindeteil ähnlich wie die waldkuppige Hügellandschaft genutzt, jedoch überwiegt hier der Ackerbau die Grünlandwirtschaft. Mit dem Ort Sarleinsbach beherbergt dieser Landschaftstyp den Hauptort der Gemeinde, an den sich ein weit verzweigtes Neusiedlungsnetz sowie einzelne, teils sehr großen Gewerbeansiedlungen anschließen. Im Übrigen befinden sich aber auch hier kompakte Weiler bzw. kleine Bauerndörfer sowie einige Einzelhäuser und Mühlen.

Ortsteile der Gemeinde

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Nachbargemeinden

Geschichte Die mittelalterliche Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets zeigt sich an der Burgstall Kühstein.

Um 800 erfolgte die Gründung von Sarleinsbach durch den Franken Sarelin und war ursprünglich unter der Lehnshoheit der Passauer Bischöfe. Nach der Loslösung des Bistums Passau und der Grafschaft Österreichs vom Herzogtum Bayern wurde der Ort Teil des Herzogtums Österreichs ob der Enns.

Im November 1936 fiel die Hammerschmiede-Besitzersgattin Marie Leitner in Sarleinsbach einem Mord zum Opfer. Als Täter wurde bald darauf ihr Ehemann verhaftet, zum Tode verurteilt und am 14. Dezember 1936 im Landesgericht Linz hingerichtet.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2014 lebten in der Gemeinde Sarleinsbach 2262 Menschen, womit Sarleinsbach die sechstgrößte der 42 Gemeinden des Bezirks war. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte lag die Gemeinde mit 61 Einwohnern pro km² im Mittelfeld der Gemeinden im Bezirksgebiet. 2001 waren 98,6 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 blieb der Wert mit 98,7 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) praktisch unverändert. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur 29 Ausländer gezählt, die fast ausschließlich aus den EU-Ländern stammten. Auch die 90 nicht in Österreich geborenen Gemeindebürger hatte ihr Geburtsland fast ausschließlich in einem Staat der EU. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 97,9 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), je 0,6 Prozent waren ohne Bekenntnis bzw. islamischem Glaubens.Statistik Austria Gemeindedaten von Sarleinsbach

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 unter dem Landesdurchschnitt. 22,4 Prozent der Einwohner von Sarleinsbach waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 61,4 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 16,2 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Sarleinsbach veränderte sich in der Folge in allen Segmenten. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 15,0 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 70,4 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-Jährigen sank leicht auf 14,6 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 53,9 Prozent der Einwohner von Sarleinsbach ledig, 39,7 Prozent verheiratet, 5,1 Prozent verwitwet und 1,4 Prozent geschieden.

Bevölkerungsentwicklung

Das heutige Gemeindegebiet von Sarleinsbach erlebte seit dem späten 19. Jahrhundert verglichen mit dem Bezirk Rohrbach eine leicht unterdurchschnittliche Bevölkerungsentwicklung. Blieb die Einwohnerzahl von 1869 bis 2013 im Bezirk Rohrbach praktisch gleich, so schrumpfte die Einwohnerzahl von Sarleinsbach in diesem Zeitraum leicht um rund acht Prozent. Die Einwohnerzahl des Bundeslandes Oberösterreich verdoppelte sich hingegen nahezu. Die Einwohnerentwicklung von Sarleinsbach schwankte dabei über die letzten 150 Jahre. So sank die Einwohnerzahl zwischen 1869 und 1934 nahezu kontinuierlich von rund 2450 Einwohnern auf rund 2000 Einwohner bzw. um 18 Prozent. Danach stieg die Einwohnerzahl bis 1939 kurzfristig an, um danach wieder auf 1953 Einwohner im Jahr 1951 zu sinken. Dies war der bisher niedrigste Wert. Nach 1951 verzeichnete die Gemeinde bis 2001 wieder ein Bevölkerungswachstum, seitdem schrumpft die Einwohnerzahl wieder leicht. Maßgeblich für die Einwohnerentwicklung in der Gemeinde ist eine hohe Abwanderung sowie ein deutlicher Geburtenüberschuss. So verzeichnete die Gemeinde in den 1970er bis 1990er Jahren zwar eine Abwanderung von rund 120 bis 130 Personen pro Jahrzehnt, diese konnte jedoch durch einen wesentlich höheren Geburtenüberschuss mehr als ausgeglichen werden. In den 1990er Jahren ging der Geburtenüberschuss jedoch bereits zurück und halbierte sich ab der Jahrtausendwende während sich die Abwanderung noch erhöhte. Dadurch schrumpfte die Gemeinde seit der Jahrtausendwende bis 2011 merklich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Eingangsbereich des Schlosses Sprinzenstein Bauwerke

Brezerhaus: Das Brezerhaus ist eines der ältesten original erhaltenen Bauernhäuser in Oberösterreich. Bis 1982 wohnten die zwei Schwestern Cäcilia und Hedwig Steirl in diesem Haus. Sie lebten darin ganz entgegen dem Trend der Zeit, ohne Strom, WC und Wasseranschluss. Seit 1985 wird das Haus vom Verschönerungsverein erhalten. Die bauliche Form des Hauses ist fast unverändert bis heute erhalten und entspricht dem 16. Jahrhundert; es ist gelungen, den Besuchern hiermit ein authentisches Bild der Lebensweise früherer Generationen zu vermitteln. Schloss Sprinzenstein: Das Schloss wurde im 13. Jahrhundert errichtet und nach einem Brand 1583 in ein Schloss umgebaut. Das Schloss befindet sich heute in Privatbesitz der Familie Spannocchi.

Sport Sarleinsbach verfügt über den sogenannten S-Park, welcher 1999 gegründet wurde. Er beinhaltet eines der wenigen Naturbäder in Österreich, eine Tennisanlage mit vier Plätzen und einen Skatepark. Die Schwimmbereichsfläche beläuft sich auf 1100 m², die Gesamtfläche auf 2450 m² und die max. Tiefe beträgt 3 m. Im Jahr 2017 wurde das Naturbad Sarleinsbach generalsaniert.

Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte Sarleinsbach beherbergte 2001 mit der Firma Internorm eine Arbeitsstätte mit mehr als 200 Beschäftigten. Hinzu kamen sieben Arbeitsstätten mit 20 bis 99 Beschäftigten. Insgesamt ergab die im Rahmen der Volkszählung durchgeführte Arbeitsstättenzählung 64 Arbeitsstätten mit 1.006 Beschäftigten (ohne Landwirtschaft), wobei 95 Prozent unselbstständig Beschäftigte waren. Die Anzahl der Arbeitsstätten war dabei gegenüber dem Jahr 1991 um 11 (plus 21 Prozent) gestiegen, die Anzahl der Beschäftigten sogar um 320 Personen (plus 47 Prozent). Wichtigster Wirtschaftszweig war 2001 die Sachgütererzeugung mit 14 Betrieben und 682 Beschäftigten (68 Prozent aller Beschäftigten) vor dem Handel mit zehn Arbeitsstätten und 76 Beschäftigen (8 Prozent) sowie dem Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen bzw. dem Unterrichtswesen. 66 Prozent der in Sarleinsbachn Beschäftigten waren Arbeiter, 26 Prozent Angestellte oder Beamte, 5 Prozent Betriebsinhaber und 3 Prozent Lehrlinge.