Schönegg war eine Gemeinde und ist heute eine Katastralgemeinde von Vorderweißenbach im oberen Mühlviertel (Oberösterreich). Darin befindet sich auch der namensgebende Ort Schönegg.
Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestand bis zum 31. Dezember 2017 die Gemeinde Schönegg. Mit der Eingemeindung nach Vorderweißenbach fiel das Gebiet vom Bezirk Rohrbach zum Bezirk Urfahr-Umgebung, wodurch sich die Bezirksgrenzen verschoben.
Geographie Schönegg liegt auf einer Höhe von im Nordosten des Bezirks Rohrbach im oberen Mühlviertel. Die Gemeinde liegt an der Steinernen Mühl am Südrand des Böhmerwaldes. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört erstreckt sich die Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer nahezu über das gesamte Gemeindegebiet. Im Nordosten sowie mit kleinen Anteilen im Nordwesten hat das Gebiet auch Anteil an der Raumeinheit Böhmerwald. Im äußersten Süden tangiert das Gebiet die Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,8 km, von West nach Ost 5,6 km, die Gesamtfläche umfasst 10,21 km².
2001 waren 33,1 % der Fläche bewaldet, 63,1 % wurden landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich mit dem Bundesland Oberösterreich ist Schönegg damit etwas weniger bewaldet als der Landesschnitt (Oberösterreich: 36,9 %) bzw. besteht deutlich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche (Oberösterreich: 49,3 %). Der Anteil sonstiger Nutzungen (Bauflächen, Gärten, Gewässer und anderes) liegt mit 5,8 % hinter dem Oberösterreichischen Durchschnitt von 13,8 %.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Schönegg. Endbericht. Kirchdorf an der Krems/Uttendorf 2006, S. 1–64 ().
Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, das durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Im engeren Sinn ist das Gebiet Teil des Granit- und Gneishochlandes, das am aufgewölbten Südrand des Böhmischen Felsmassives liegt.
Als Bodentypen kommen im Gebiet insbesondere Silkiatbraunerden (saure Braun- und Bleicherdeböden) über mächtigen bis weniger mächtigen Lehmdecken vor. Diese weisen mit zunehmender Höhe eine zunehmende Podsolierung auf und werden bei Staunässe zu Gley-, Anmoor- und Moorböden umgewandelt. Im Falle stärkerer Bodenabtragung kommt anstehender Fels oder der typische grusige Zersatz, welcher im Volksmund als „Flinz“ bekannt ist, zum Vorschein. Dabei handelt es sich um eine Verwitterungsschicht von lehmig-grusiger Konsistenz.
Landschaft und Vegetation Das Gebiet der Katastralgemeinde Schönegg ist eine sanft kuppierte Hügellandschaft mit verschiedenen Hangneigungen und Expositionen, wobei die Steinerne Mühl einen markanten Taleinschnitt darstellt. Der tiefste Punkt der Katastralgemeinde mit rund 650 Metern befindet sich am Talboden der Steinernen Mühl nahe der Ortschaft Mühlholz, der höchste mit 975 Metern am Waldhang nahe Schönegg, wobei die Hänge dazwischen terrassenähnlich bewirtschaften werden. Die Waldgebiete in der Katastralgemeinde sind diffus über das Gebiet verteilt, wobei es sich überwiegend um Nadelwälder und -forste mit dominanter Fichte und säureliebendem Unterwuchs (Drahtschmiele, Heidelbeere) handelt. Reine Laubwälder bestehen kaum, wobei Laubhölzer vor allem an den Waldrändern (Buchen, vereinzelt Stieleichen und an feuchten Standorten Eschen, Schwarzerlen und Bergahorn) vorkommen.
Die Landwirtschaft ist auf Grünlandwirtschaft konzentriert, Ackerbau wird nur noch vereinzelt betrieben. Extensives Magergrünland besteht hingegen kaum noch, wobei es sich überwiegend um Feuchtwiesen sowie vereinzelte Streuobstwiesen handelt. Dafür weist das Gebiet einen hohen Anteil an Strukturelementen wie Steinmauern und Hecken auf, während die Fließgewässer teils durchgehend und beidufrige Ufergehölze aufweisen.
Gewässer Das Hauptgewässer im Gebiet der Katastralgemeinde ist die Steinerne Mühl, deren Einzugsgebiet den Großteil der Fließgewässer von Schönegg miteinschließt. Die Steinerne Mühl fließt von Nordwesten nach Südosten und verlässt die Gemeinde in westlicher Richtung. Bei den anderen Gewässern handelt es sich überwiegend um kleinere Wald- bzw. Wiesenbäche, welche abgesehen von einigen lokalen Verrohrungen bzw. Verbauungen Großteil naturnah verlaufen. Hinzu kommen zahlreiche Teiche unterschiedlicher Größe und Ausbildung die eine naturnahe bis naturferne Ausgestaltung ausweisen.
Ortschaften in der Katastralgemeinde Einwohnerzahlen der Ortschaften Ort 2001 2011 2017 Guglwald 91 83 92 Köckendorf 48 55 51 Mühlholz 44 40 39 Piberschlag 318 289 337 Schönegg 53 51 50
In der Katastralgemeinde Schönegg werden fünf Ortsteile unterschieden. Hauptort der ehemaligen Gemeinde ist die Rotte Schönegg (), die sich im Nordosten des Gebietes entlang einer Straße erstreckt. Schönegg umfasste 2001 jedoch nur 24 Gebäude mit einer Arbeitsstätte und 12 land- und forstwirtschaftlichen Betriebsstätten, wobei gerade einmal rund zehn Prozent der Bevölkerung hier lebten. Zum Ort Schönegg werden dabei auch die Weiler Grubhäusl und Sternhäusl an der tschechischen Grenze sowie die Einöde Gugler westlich von Schönegg gezählt.
Größte Siedlung der Katastralgemeinde ist die Rotte Piberschlag (). Die Rotte liegt im Südosten des Gebiets, wobei sich die Rotte entlang der Rohrbacher Straße B 38 sowie nördlich davon erstreckt. Zu Piberschlag gehört auch der Weiler Plankenmauer im äußersten Südosten der Gemeinde, der Weiler Hintermühl nördlich von Piberschlag und die Reifmühle östlich von Piberschlag. Piberschlag wies 2001 115 Gebäude, sieben Arbeitsstätten und 41 land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten auf. Zudem lebte mehr als die Hälfte der Gemeindebewohner hier.
Im Südosten der Katastralgemeinde liegt die Rotte Mühlholz (), die 2001 aus 16 Gebäuden mit 11 land- und forstwirtschaftlichen Betriebsstätten bestand.
An der westlichen Grenze liegt die Rotte Köckendorf, die teilweise zur Gemeinde Afiesl gehört und auch die Rotte Kollerhäuser umfasst. Köckendorf beherbergte in der Katastralgemeinde 2001 23 Gebäude mit je drei Arbeitsstätten und land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten.
Im Nordwesten liegt mit der Streusiedlung Guglwald () der fünfte Ortsteil. Die Ortschaft an der tschechischen Grenze beherbergte 2001 34 Gebäude mit drei Arbeitsstätten und 16 land- und forstwirtschaftlichen Betriebsstätten.Statistik Austria:
Geschichte Der Ort wurde während der Napoleonischen Kriege mehrfach u. a. von Bayern besetzt. Seit 1814 gehört der Ort endgültig zu Oberösterreich.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1938 kam es zu Grenzgefechten in Guglwald zwischen Freikorps und dem tschechischen Militär. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Grenze zur CSR aufgehoben, ein Jahr später die Gemeinde Schönegg mit den Gemeinden Helfenberg, Afiesl und Ahorn zusammengelegt.
1945 kam es zur erneuten Grenzziehung zur CSR und Wiedererrichtung des Zollamtes in Guglwald, 1949 zur Wiedererrichtung der Gemeinde Schönegg und Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Afiesl.
1950 begann die Errichtung des Eisernen Vorhangs durch die Tschechen, erst 1989 wurde der Stacheldrahtzaun in Guglwald abgebaut. 1992 wurde dann der Grenzübergang Guglwald – Přední Výtoň (Vorder Heuraffl) für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, 1994 auch für den PKW-Verkehr. Seit 2004 sind die Gebiete diesseits und jenseits der Grenze Partner in der EU.
2017 beschloss der Gemeinderat nach Sondierungen und einer Abstimmung in der Bevölkerung die Fusion mit der Gemeinde Vorderweißenbach und verließ damit den Bezirk Rohrbach und wechselte zum Bezirk Urfahr-Umgebung. Der Gemeinderat löste sich in beiden Gemeinden auf, und die Geschäfte wurden bis zur Neuwahl von einem von der Landesregierung bestellten Kommissär geführt.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde Schönegg 528 Menschen, womit die Gemeinde die siebentkleinste der 42 Gemeinden des Bezirks war. Mit 52 Einwohnern pro km² lag Schönegg bezüglich der Besiedelungsdichte im unteren Mittelfeld der Gemeinden im Bezirk. Ende 2001 waren 94,8 % der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 %, Bezirk Rohrbach 96,9 %Land Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 stieg der Wert auf 98,1 % (Oberösterreich 91,1 %, Bezirk Rohrbach 96,9 %) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur zehn Ausländer gezählt, die zu 90 Prozent aus Europa stammten. Insgesamt 18 Gemeindebewohner waren im Ausland geboren worden. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 94,2 % der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 %Statistik Austria: ), 2,0 % waren ohne Bekenntnis und 1,5 % evangelisch.Statistik Austria:
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwa im Landesdurchschnitt. 18,8 % der Einwohner von Schönegg waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 % Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 62,8 % zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 18,4 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 %. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Schönegg veränderte sich in der Folge in allen Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 13,8 %, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 70,6 % deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank hingegen auf 15,5 %. Nach dem Familienstand waren 2001 46,6 % der Einwohner von Schönegg ledig, 46,4 % verheiratet, 6,1 % verwitwet und 0,9 % geschieden.
Bevölkerungsentwicklung Das Gebiet der Katastralgemeinde Schönegg erlebte seit dem späten 19. Jahrhundert verglichen mit dem Bundesland Oberösterreich und dem Bezirk Rohrbach eine stark unterdurchschnittliches Bevölkerungswachstum. Verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 1869 bis 2013 in Oberösterreich nahezu bzw. blieb im Bezirk Rohrbach praktisch gleich, so schrumpfte die Einwohnerzahl von Schönegg in diesem Zeitraum fast um die Hälfte. Bereits zwischen 1869 und 1900 war die Bevölkerungszahl der Gemeinde um ein Viertel von rund 950 auf 700 Einwohner zurückgegangen. Danach stagnierte die Einwohnerzahl bis 1939 und ging danach bis 1971 erneut um 30 Prozent zurück. 1971 wurde mit 496 Einwohnern die bisher geringste Einwohnerzahl gemessen. Danach ging die Einwohnerzahl leicht nach oben bzw. stagnierte.
In den 1970er und 1980er Jahren wies die Gemeinde noch einen Geburtenüberschuss auf, der jedoch in den 1990er Jahren auf null sank. Die Wanderungsbilanz war in den 1970er Jahren leicht negativ und war danach wieder ausgeglichen. Seit der Jahrtausendwende weist die Gemeinde wieder einen Geburtenüberschuss auf, der jedoch die stärkere, negative Wanderungsbilanz nicht ausgleichen kann.
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte