mini|Schwarzenberg am Böhmerwald von Breitenberg aus gesehen

Schwarzenberg am Böhmerwald ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.

Geografie Die im oberen Mühlviertel liegende Gemeinde befindet sich im südlichen Böhmerwald auf 756 m Höhe. Ihre Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,9 km, von West nach Ost 8,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 27,4 km², von denen 71,2 % bewaldet sind und 26,3 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt werden. Zu den Bergen im Gemeindegebiet gehören der Plöckenstein (), der Zwieselberg () und der Einsiedelberg (). Schwarzenberg am Böhmerwald ist die nördlichste Gemeinde Oberösterreichs und grenzt beim Plöckenstein an Bayern und Tschechien.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Hinteranger () Holzschlag () Schwarzenberg am Böhmerwald ()

Der Ortskern selbst ist in folgende Ortsteile gegliedert: West-Schwarzenberg, Reindlmühle, Unterschwarzenberg, Geiszeile, Waldkapelle und der Ortskern selbst.

Nachbargemeinden

Geschichte 1571: wird im Schlägler Wiesenurbar zweimal der Flurname 'Schwarzenberg' genannt; zwei Klaffecker Bauern haben Waldwiesen zu Lehen: die eine 'im schwarzenperg', die andere 'aufm schwarznperg' gelegen – wahrscheinlich ist damit der dunkle Bergrücken des Steingupfes (im Volksmund 'Teufelsschüssel') gemeint

1719: findet auch die Trennung des „Gerichtes Schwarzenberg“ vom „Gericht Klaffer“ statt – damit beginnt das eigenständige Leben der Gemeinde Schwarzenberg

1784: wird durch das Patent Kaiser Josephs Il. Schwarzenberg zur Pfarre erhoben; es beginnt der Bau der vorerst turmlosen Kirche und der ebenerdigen Volksschul- und Pfarrhofgebäude; Beginn der Pfarrmatriken Schwarzenberg.

Ursprünglich zum Herzogtum Bayern gehörig, dann unter der Lehnshoheit der Passauer Bischöfe, später zum Land ob der Enns angeschlossen und gehört seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

1937: nimmt das neuerbaute 'Fronthaus' öffentliche Einrichtungen wie Gemeindeamt, Postamt, Raiffeisenkasse und Gendarmerie auf; die erste Ortswasserleitung wird installiert.

Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort bis 1945 zum Gau Oberdonau.

1945: zählt man in der Gemeinde 49 gefallene und vermisste Soldaten, die aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zurückkehrten; Grenzschließung nach dem Norden (Nachbargemeinde Neuofen) und Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung jenseits der Grenze; Einmarsch der Amerikaner; Ende Juli 1945 trifft die russische Besatzungsmacht ein, die erst im August 1955 das Feld wieder räumt und dadurch den Österreichern die Freiheit und Neutralität ermöglicht.

Bevölkerung Bevölkerungsstruktur Mit Stichtag 31. Dezember 2023 lebten gesamt 795 Personen in Schwarzenberg, davon 583 mit Hauptwohnsitz. Die Gemeinde verfügt gesamt über 337 Haushalte. 2014 lebten in der Gemeinde Schwarzenberg 627 Menschen, womit Schwarzenberg die zehntkleinste der 42 Gemeinden des Bezirks war. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte wies die Gemeinde mit 23 Einwohnern pro km² die geringste Besiedelungsdichte im Bezirksgebiet auf. 2001 waren 90,3 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert leicht auf 89,3 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 67 Ausländer gezählt, die fast ausschließlich aus den EU-Ländern stammten. Auch die 103 nicht in Österreich geborenen Gemeindebürger hatte ihr Geburtsland fast ausschließlich in einem Staat der EU. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 94,1 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001, abgerufen am 2. Oktober 2013), 3,2 Prozent waren ohne Bekenntnis und 2,2 Prozent evangelisch.Statistik Austria Gemeindedaten von Schwarzenberg am Böhmerwald

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 über dem Landesdurchschnitt. 17,2 Prozent der Einwohner von Schwarzenberg waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 56,3 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 26,6 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Schwarzenberg veränderte sich in der Folge in allen Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 11,9 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 64,4 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank leicht auf 23,7 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 42,1 Prozent der Einwohner von Schwarzenberg ledig, 47,0 Prozent verheiratet, 7,5 Prozent verwitwet und 3,3 Prozent geschieden.

Bevölkerungsentwicklung

Das heutige Gemeindegebiet von Schwarzenberg am Böhmerwald erlebte seit dem späten 19. Jahrhundert verglichen mit dem Bundesland Oberösterreich und dem Bezirk Rohrbach eine stark unterdurchschnittliche Bevölkerungsentwicklung. Verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 1869 bis 2013 in Oberösterreich nahezu bzw. blieb im Bezirk Rohrbach praktisch gleich, so schrumpfte die Einwohnerzahl von Schwarzenberg in diesem Zeitraum fast um die Hälfte. Bereits zwischen 1890 und 1934 war die Bevölkerungszahl der Gemeinde um fast ein Viertel von rund 1100 auf 850 Einwohner zurückgegangen. Danach stagnierte die Einwohnerzahl bis 1951 und ging danach bis heute um fast ein weiteres Viertel zurück. 2014 wurde schließlich der bisher niedrigste Bevölkerungsstand gemessen. Grund für den Bevölkerungsrückgang ist seit jeher die Abwanderung. Konnte diese in den 1970er Jahren gestoppt werden und eine leichte Zuwanderung verzeichnet werden, so weist Schwarzenberg seit den 1980er Jahren eine stark gestiegene Abwanderung auf. Diese Abwanderung konnte auch durch den leichten Geburtenüberschuss nicht ausgeglichen werden. Nach der Jahrtausendwende kippte darüber hinaus auch die Geburtenbilanz ins Negative. Zwischen 2021 und 2025 lebte nur ein Mensch weniger als 4 Jahre zuvor.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Pfarrkirche mini|Heimat- und Stiftermuseum

Katholische Pfarrkirche Schwarzenberg am Böhmerwald hl. Johannes Nepomuk Kriegerdenkmal beim Friedhof Waldkapelle Rothmühlkapelle Heimat- und Stiftermuseum (Kirchenberg 8): Das Museum ist seit 1992 in der historischen Volksschule des Ortes untergebracht und beherbergt Exponate zum traditionellen Bauernhandwerk, maßstabsgetreue Modelle von ortstypischen Häusern und Höfen und Interessantes zur Schwarzenberger Glasgeschichte. Seit 2005 ist das Obergeschoß dem Landesdichter Adalbert Stifter gewidmet, der mehrere Bezüge zu Schwarzenberg hat. Die Adalbert Stifter Ausstellung bietet einen beeindruckenden Überblick über dessen Leben, sein literarisches und bildnerisches Stifters Wirken als Pädagoge und Schulinspektor. Im Nebengebäude verbirgt sich mit dem Hl. Grab ein kultureller Schatz aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der gerade in der Oster- und Weihnachtszeit einen besonderen Reiz ausübt. Seit seiner Gründung wurde das Museum vom Kulturring Schwarzenberg betreut, der 2018 allerdings seine Auflösung bekanntgab und seither als Tourismus- und Kulturverein Schwarzenberg weitergeführt wird. Stifters Geburtshaus in Oberplan ist nur etwa 20 km von Schwarzenberg entfernt. Auf der Durchreise zu seinen Kuraufenthalten in Lackenhäuser machte Stifter zwischen 1855 und 1866 gerne Station im Gasthaus des Ortes. Während Stifters Amtszeit wurde das alte Schulgebäude aufgestockt. Wie eine Schautafel im Museum zeigt, war die Schule von Schwarzenberg eine von rund 100 Schulen, die unter Adalbert Stifters Leitung neu errichtet, erweitert oder durch Adaption bestehender Gebäude eingerichtet wurden. Eine besondere Attraktion im Anbau an das Heimathaus ist das Heiligen Grab mit seinen hunderten von Schmalzlichtern, die, hinter einer Kette von Glaskugeln angezündet, im abgedunkelten Kirchenraum eine „eigenartige und reizvolle Stimmung erzeugten“. Jede Glaskugel fasst einen halben Liter rot, blau, gelb oder violett gefärbtes Wasser, das durch die Spiegelung der Lichter jede Kugel in ihrer ganzen Farbenpracht erstrahlen lässt. Ölpresse: Seit der Restaurierung der Ölpresse (Stifterstr. 15) wird diese wieder ihrem Zweck entsprechend zum Pressen von Leinöl für Schauzwecke verwendet. Der Tourismus- und Kulturverein Schwarzenberg zeigt interessierten Besuchern, wie früher Leinöl händisch gepresst wurde. Skulpturenpark und die „Kunst des Urlaubs“: Von 1992 bis 1997 fand in Schwarzenberg das internationale Holzbildhauersymposium „Grenzgänger“Grenzgänger: Internationales Bildhauersymposion Schwarzenberg 1992 Dreisprachig. Mit Texten von W. Umminger. Schwarzenberg 1992, siehe Eintrag auf zvab.com. statt, das vom Land OÖ. (Büro für kulturelle Auslandsbeziehungen) unter der Federführung von Aldemar Schiffkorn organisiert wurde. Aus dieser Zeit resultierten etliche Skulpturen, die im Ortsgebiet von Schwarzenberg aufgestellt wurden und einen Skulpturenpark bildeten. Ab 1998 organisierte die Gemeinde Schwarzenberg eigenständig ein darauf aufbauenders Kunst- und Kulturprogramm, das in Kooperation mit dem Institut für Kulturwirtschaft der Universität Linz organisiert wurde und unter dem Label „Kunst des Urlaubs“ firmierteInfos zur „Kunst des Urlaubs“ in Schwarzenberg/Böhmerwald auf kuwi.uni-linz.ac.at, abgefragt am 17. September 2016.. Es gab Bildhauer-Symposien mit „artists in residence“ und verschiedenen Angeboten an Kunstaktivitäten und workshops. Das Programm fand dreimal (1998–2000) statt, bis es aufgrund der mangelnden touristischen Nachfrage und der Einstellung der Subvention durch das Land OÖ. 2001 eingestellt wurde. Immerhin gewann das Konzept 1998 den Maecenas-Preis für Kultursponsoring und 2000 den österr. Gemeinde-Innovationspreis.

Regelmäßige Großveranstaltungen Das sogenannte „Budlhaumfest“ in Oberschwarzenberg ist ein Zeltfest, das auf dem großen Areal des Gasthauses Dreiländereck stattfindet. Jedes Jahr im Juli wird dieses große Fest ausgetragen und ist, bedingt durch die Grenzlage, auch bei den Deutschen Nachbarn sehr beliebt.Dobrý den und Servus am "Budlhaumfest", auf derstandard.at, abgerufen am 18. April 2024 Alljährlich finden beim Open Air ca. 1.000 Besucher Platz. Alle zwei Jahre im August verwandelt die Freiwillige Feuerwehr Schwarzenberg das Festgelände um das Feuerwehrzeughaus in eine Wild West Stadt und lädt zum „Country-Fest“ mit namhaften Bands und Line Dance Gruppen von Nah und Fern.

Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte