Hofkirchen im Mühlkreis ist eine oberösterreichische Marktgemeinde im Bezirk Rohrbach mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach. Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Lembach.
Geographie Hofkirchen liegt auf einer Höhe von im südwestlichen Randbereich des Bezirks Rohrbach im oberen Mühlviertel. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung hat das Gemeindegebiet Anteil an den Raumeinheiten Zentralmühlviertler Hochland, Südliche Böhmerwaldausläufer und Donauschlucht und Nebentäler. Das Gebiet fällt von Norden nach Süden hin langsam und durch zahlreiche Kuppen und Mulden strukturiert ab, wodurch auch eine Hauptentwässerungsrichtung besteht. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,9 km, von West nach Ost 7,4 km, die Gesamtfläche umfasst 22,59 km². Hofkirchen liegt damit im oberen Mittelfeld der Gemeinden des Bezirks. Mit 66 Einwohnern pro km² lag Hofkirchen 2013 ebenfalls im Mittelfeld der Gemeinden. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine durchschnittliche Höhe zwischen 550 und 650 Meter, wobei die niedrigste Stelle der Gemeinde im Donautal bei rund 280 Metern und der höchste Punkt der Gemeinden bei rund 810 Metern liegt.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Hofkirchen im Mühlkreis. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2005, 2001 waren 35,5 Prozent der Gemeindefläche bewaldet, 49,6 Prozent der Fläche wurden landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich mit dem Bundesland Oberösterreich liegt Hofkirchen damit im oberösterreichischen Durchschnitt (Oberösterreich: 38,3 Prozent bzw. 49,3 Prozent). Der Anteil sonstiger Nutzungen (Bauflächen, Gärten, Gewässer und anderes) liegt mit 14,9 Prozent ebenfalls im Oberösterreichischen Durchschnitt von 13,8 Prozent. Nachbargemeinden sind Neustift im Mühlkreis im Südwesten, Pfarrkirchen im Mühlkreis im Westen und Norden, Putzleinsdorf im Nordosten und Niederkappel im Osten. Im Südosten, Süden und Südwesten grenzt Hofkirchen an die Bezirke Eferding, Grieskirchen und Schärding, wo Haibach ob der Donau und St. Agatha im Südosten, Waldkirchen im Süden und Engelhartszell im Südwesten die Nachbargemeinden darstellen.
Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, dass durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Der dominante Bodentyp in der Gemeinde ist silikatische Braunerde. Je nach Hanglage bestehen mittel- bis tiefgründige, reife Böden die nährstoffarm sind aber auf Grund ihres ausgeglichenen Wasserhaushaltes als ertragssicher gelten. Bei Vernässungen, Feuchtwiesen oder entlang von Fließgewässern besteht zudem Gley, der sich für Grünlandbewirtschaftung eignet, in höheren Waldplateaulagen (Pfarrwald) treten auch Podsolierungserscheinungen auf.
Landschaft und Vegetation Die Landschaft des Gemeindegebiets kann in drei Teilbereiche gegliedert werden. Im Norden befindet sich das bewaldete Hofkirchner Hochland, das den südlichsten Ausläufer des Böhmerwaldes darstellt. Bei dem Waldgebiet handelt es sich um einen vollständig zusammenhängenden Großbestand, der eine teilweise naturnahe Artenzusammensetzung und Strukturierung (Fichten-Tannen-Buchenwald) aufweist. Teilweise handelt es sich aber auch forstlich stark geprägte Fichtenreinbestände. Der Hauptteil des Gemeindegebiets ist ein reliefiertes Kuppenland mit wechselnderer Ausstattung von Landschaftselementen. Das Gebiet ist mehr oder weniger landwirtschaftlich intensiv geprägt mit mittlerer Höhenlagen sowie verstreuten kleinen Waldflächen. Das Gebiet ist zudem durchgehend locker besiedelt. Die Waldflächen bestehen größtenteils aus forstlich stark geprägte Fichtenreinbestände, in geringerem Ausmaß kommen auch laubholzreiche Teilflächen vor allem mit Buchen vor. Die Landwirtschaft ist gemischt aus Acker- und Grünlandwirtschaft, wobei ein leichter Schwerpunkt im Grünland besteht. Im Süden der Gemeinde liegen die bewaldeten Donaueinhänge und die Donauniederung. Die steilen Hangwälder sind großteils naturnah und Natura 2000 geschützt. Die Artzusammensetzung der Hangwälder ist größtenteils naturnah und mit Eichen-Hainbuchenwald bestockt. Auf den Hängen einmündender Nebentäler bestehen auch Fichtendominierte Bestände.
Ortsteile der Gemeinde Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Nachbargemeinden
Geschichte Frühgeschichte und Römerzeit Der Donauraum war bereits frühzeitig besiedelt, wobei im Gemeindegebiet von Hofkirchen Funde aus der Jungsteinzeit bzw. Bronzezeit nachgewiesen wurden. Von Christi Geburt bis etwa 400 nach Christus bildete die Donau die Grenze zwischen den Römern im Süden und den germanischen Markomannen im Norden, wodurch römische Münzen in Niederranna und Untermühl entdeckt werden konnten. Nach dem Einfall der Heruler im Jahr 480 zogen die Römer aus dem Donauraum ab. Mittelalter Bayrische Siedler begannen ab dem 9. Jahrhundert mit der Besiedelung des Mühlviertels ausgehend von der Donau. Die Besiedelung war anfangs noch spärlich, erst um 1100 begann die Urbarmachung und Besiedelung des sogenannten Nordwaldes, einem damals nahezu undurchdringlichen Waldlandes zwischen der Mühl und der Ranna. Die Hauptlast der Kolonisation trugen die hochfreien Geschlechter der Griesbacher und derer auf Falkenstein. Erst ab den 1160er Jahren sind auch Besitzungen der Passauer an der Donauleiten und an der Kleinen Mühl (Marsbach, Haichenbach, Tannberg) nachweisbar. Zu den ersten Siedlungen auf dem heutigen Gemeindegebiet dürften in unmittelbarer Nähe des Falkensteiner Hofes die Ortschaft Hofkirchen sowie Niederranna an der Donau gewesen sein, wobei letzteres als Lad- und Mautstätte der Falkensteiner diente. Auch bei Hötzendorf und Gerastorf dürfte es sich um falkensteinische Gründungen handeln. Später gründeten die Passauer Marsbach mit den Ladstätten Kling und Freizell sowie den Dörfern Emmerstorf, Wiesen und Hundsfülling. Am 1. September 1333 wurde Hofkirchen durch einen Freiheitsbrief von Albrecht II. das Marktrecht verliehen, wodurch die Ortschaft zur Abhaltung eines Wochenmarktes sowie dem Verkauf von „fünf Pfund“ Salz berechtigt war. Nach einer unbelegten Darstellung soll die Marktverleihung durch Otto dem Fröhlichen 1335 bestätigt worden sein, wodurch sich die Ansicht verbreitete, das 1335 das Jahr der Markterhebung sei. 1459 wurde Hofkirchen durch Erzherzog Albrecht VI zudem das Recht verliehen, am Sankt Ulrichstag einen Jahrmarkt abzuhalten und das Salzhandelsprivileg auf ein unbeschränktes Maß erweitert. Gleichzeitig durften die Hofkirchner das Salz auch nach Böhmen verführen.
Neuzeit Die Bewohner von Hofkirchen hatten unterschiedliche Privilegien, wobei insbesondere zwischen den Bürgern und den Söldnern unterschieden wurde. Die Bürger waren Inhaber eines Burgrechts, worunter man ein mit dem Bürgerrecht ausgestattetes Haus verstand. Söldner besaßen hingegen nur eine Sölde (kleines Haus), meist ohne Grund, wobei die Sölde auf einem bürgerlichen Grund stand und der Söldner Zins an den Burgrechtsbesitzer zahlen musste. Während den Bürgern das Ausüben bürgerlicher Gewerbe und der Handel erlaubt war und sie Anteil am Gemeindevermögen genossen, so waren den Söldnern diese bürgerlichen Rechte verwehrt. Trotzdem mussten sie alle bürgerlichen Lasten tragen. Im Urbar von 1527 wurden erstmals die Burgrechte verzeichnet, wobei 37 Burgrechte, eine „kleine Hofmarch“ und fünf Sölden aufgelistet wurden. Zuletzt bestanden 39 Burgrechte und sieben bürgerliche Sölden. Die Bürger wählten in der Regel alle sechs Jahre am Stephanitag den Marktrichter, der in der Folge von der Herrschaft Falkenstein-Altenhof bestätigt werden musste. Der Marktrichter war nur in geringem Ausmaß mit der Rechtsprechung beschäftigt, sondern musste sich vielmehr um die Ausstellung von Rechtsurkunden, die Durchführung von Verordnungen und der jährlichen Rechnungslegung der Gemeinde kümmern. Daneben bestand ein „innerer Rat“, der an der Besprechung der wichtigsten Geschäfte des Marktrichters teilnahm und der sich aus fünf Ratsbürgern oder Ratsfreunden zusammensetzte. Hinzu kam der sogenannte „äußere Rat“, der den Handel sowie Maße und Gewichte überwachte sowie für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung sorgte.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts breitete sich der Protestantismus im Gebiet von Hofkirchen aus und in der Folge traten viele Bauern und die gesamte Marktbevölkerung zur protestantischen Lehre über. Lutherische Prediger wurden vom Pfleger von Falkenstein unterstützt und auch in den Schlosskapellen von Marsbach und Rannariedl predigten Lutheraner. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts drängte die Gegenreformation den Protestantismus wieder zurück, wobei 1603 wieder ein katholischer Priester in Hofkirchen belegt ist.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde 1.481 Menschen, womit Hofkirchen im Mühlkreis im Durchschnitt der Gemeinden des Bezirks lag. Ende 2001 waren 98,7 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert auf 96,6 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 50 Ausländer gezählt, die zu 86 Prozent aus Europa (überwiegend aus EU-Ländern) stammten. Insgesamt lebten in Hofkirchen 2013 105 Menschen mit einem ausländischen Geburtsland. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 97,6 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 88,6 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 1,0 Prozent waren ohne Bekenntnis, 0,3 Prozent islamischen Glaubens und 0,8 Prozent evangelisch.Statistik Austria Gemeindedaten von Hofkirchen im Mühlkreis
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 ungefähr im Landesdurchschnitt. 19,4 Prozent der Einwohner von Niederwaldkirchen waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 62,6 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 18,0 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Hofkirchen veränderte sich in der Folge vor allem in den ersten zwei Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 14,4 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 69,6 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen fiel leicht auf 16,0 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 47,8 Prozent der Einwohner von Hofkirchen ledig, 43,7 Prozent verheiratet, 6,1 Prozent verwitwet und 2,3 Prozent geschieden.
Bevölkerungsentwicklung