Ampflwang im Hausruckwald ist eine im Hausruckviertel im Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich gelegene Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Vöcklabruck.
Geografie mini|Südansicht von Ampflwang Ampflwang im Hausruckwald liegt am Südhang des Hausruckwaldes, in dem durch niedrige Hügelketten gebildeten, von Süd nach Nord verlaufenden Tal des Ampflwangbaches. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,9 Kilometer und von West nach Ost 6,0 Kilometer. Die Gemeinde hat eine Fläche von 20,58 Quadratkilometern, davon sind 28 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 58 Prozent bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 18 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde ist deckungsgleich mit der einzigen Katastralgemeinde Ampfelwang.
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte Der Ort wurde im Jahr 1169 erstmals urkundlich erwähnt und war bis zur Entdeckung der Braunkohle um 1766 eine bäuerliche Siedlungsgemeinschaft. Im Jahr 1809 fällt Ampflwang, wie das übrige Hausruckviertel auch, im Zuge der Napoleonischen Kriege an Bayern, wo es bis 1814 bleibt.
Da die Braunkohle und damit verbunden die Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG (WTK), die den Kohleabbau in der Gemeinde betrieben hat, immer mehr an Bedeutung gewannen, stieg nach dem Ersten Weltkrieg die Zahl der Einwohner auf über 2000. Die Folge war die Umstellung von einer bäuerlichen auf eine industrielle Erwerbsstruktur. Ampflwang wurde im Jahr 1969 aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung im Hausruckgebiet zum Markt erhoben. Gleichzeitig wurde das Recht zur Führung des Gemeindewappens verliehen.
Bereits im Jahr 1961 erfolgte der Beschluss des Gemeinderates, Ampflwang zur Fremdenverkehrsgemeinde zu erklären. Seit dieser Zeit wandelte sich der Industrieort zu einer Tourismusgemeinde und ist heute vor allem für sein Engagement im Reittourismus bekannt.
In den 1970er Jahren erreichte die Gemeinde eine Bevölkerungszahl von über 4000 Menschen.
Bedingt durch die weitgehende Auskohlung, das Auslaufen von Abnahmeverträgen, aber auch durch die Tatsache, dass die Gestehungskosten der Ampflwanger Kohle über den Weltmarktpreisen lagen, erfolgte im Jahr 1995 die Liquidierung des Bergbaubetriebes. Ein weiterer kleiner, im Tagebau betriebener Abbaubetrieb, wurde inzwischen geschlossen. mini|Information auf einer Zeittafel der Landesausstellung „Kohle und Dampf“ 2006 in Ampflwang. Im Jahr 2006 war Ampflwang der Hauptaustragungsort der Oberösterreichischen Landesausstellung.
Bevölkerungsentwicklung
In der Zeit, als der Braunkohlebergbau noch im Hausruckviertel herrschte, zogen viele Menschen nach Ampflwang, da sie dort eine zwar nicht leichte, aber gut bezahlte Arbeit im Bergbau finden konnten. Bei der Volkszählung 1961 erreichte Ampflwang mit 3.965 Einwohnern den bisherigen Höchststand. Die WTK beschloss am 25. Mai 1995 aus wirtschaftlichen Gründen die Schließung des Werks in Ampflwang.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Ampflwang
Katholische Pfarrkirche Ampflwang Hl. Martin
Eisenbahn- und Bergbaumuseum Ampflwang: Das Museum gliedert sich in den Bergbauteil, der sich vorwiegend in der ehemaligen Zentralsortierungsanlage befindet, und in den Eisenbahnteil, der auch als Lokpark Ampflwang bezeichnet wird. Das Museum wird von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte mit einer umfangreichen Sammlung von Lokomotiven betrieben. Das Eisenbahn- und Bergbaumuseum war der Hauptaustragungsort der oberösterreichischen Landesausstellung 2006 „Kohle und Dampf“. Die ehemalige Ampflwanger Bahn wird in den Sommermonaten als Museumsbahn und Zubringer zum Museum betrieben. Kulturpark Ampflwang: Im Zentrum der Anlage liegt der Kohlebrecher Buchleiten. Dieser wurde vollständig umgebaut und verwandelte sich von einer historisch bedeutenden Industrieanlage in ein modernes Veranstaltungszentrum. Hier finden Vernissagen und Ausstellungen bekannter regionaler Künstler statt. Der Brecher beherbergt seit 2010 auch das Oberösterreichische Landes-Bergbauarchiv (Außenstelle des Oberösterreichischen Landesarchivs). Das Archiv bewahrt industrie-, wirtschafts- und sozialgeschichtlich relevante Unterlagen des OÖ. Braunkohlebergbaus.
Wirtschaft und Infrastruktur Die Marktgemeinde Ampflwang war vor allem von der Landwirtschaft, aber seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch vom Bergbau geprägt. Ab dem Ende des 20. Jahrhunderts und dem Niedergang der Braunkohlenproduktion schuf sich der Ort ein weiteres Standbein mit dem Tourismus. Begründer des Reittourismus in Ampflwang war Josef Mayr mit dem Reitzentrum Hausruckhof. Ampflwang, das sich auch als „Dorf der 607 Pferde“ präsentiert, ist heute weit über die Grenzen Österreichs als „Reiterdorf“ bekannt und genießt unter Reitfreunden einen hohen Bekanntheitsgrad wegen seiner zahlreichen Reitwege eines großen Islandpferdegestüts.
Durch die Ansiedlung eines Robinson-Ferienclubs (seit 2018 Aldiana) gelang es, die Zahl der Nächtigungen zu vervielfachen. Die Gemeinde hält heute bei weit über 100.000 Nächtigungen jährlich und zählt damit zu den größten Tourismusgemeinden des Bundeslandes, was auch die Einstufung in die Tourismusklasse A seit 1999 bestätigt. Auch der Ausflugs- und Tagestourismus hat sich in den letzten Jahren durch die Betriebsgründungen des Pferdehofs Koaser Minerl, des Hausruckparks und der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) stark entwickelt.
Neben dem Tourismus konnte auch das übrige Gewerbe durchwegs positive Entwicklungen vermelden.
Verkehr Ampflwang liegt an der B 143 (Hausruck Straße) zwischen Vöcklabruck und Ried im Innkreis. Die ÖBB-Postbus-Linie 706 verbindet Ampflwang von Montag bis Samstag mit der Westbahnstrecke in Vöcklabruck. Die zusätzliche Buslinie 708 verkehrt lediglich an Werktagen, ebenso wie die Linie 852 nach Ried im Innkreis.ÖBB-Postbus , abgerufen am 1. Februar 2015.
In das Ortsgebiet führt die von Timelkam kommende Ampflwanger Bahn. Seit 1996 wird diese ehemalige Industriestrecke von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte als Museumsbahn betrieben und ist damit nicht Teil des öffentlichen Bahnverkehrs.
Bildung Volksschule Ampflwang Neue Mittelschule Ampflwang mit Schwerpunkt Informatik Zweigstelle der Landesmusikschule Ottnang am Hausruck Nebenstelle der Volkshochschule Vöcklabruck Gemeinde- und Schulbücherei Katholisches Bildungswerk
Sicherheit mini|hochkant|Wimpel der Marktgemeinde Ampflwang, Juli 1985 In Ampflwang befindet sich keine Polizeiinspektion. Die Polizeiinspektion Ampflwang wurde im März 2024 nach Frankenburg am Hausruck verlegt und dort mit der Polizeiinspektion Vöcklamarkt zusammengefasst. Die Freiwilligen Feuerwehren Ampflwang, Aigen und Schlagen sorgen für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe, insbesondere im Gemeindegebiet. Die Feuerwehr Aigen pflegt seit der Feuerwehr-Olympiade im Juli 1985 in Vöcklabruck partnerschaftliche Beziehungen zur deutschen Freiwilligen Feuerwehr Beselich-Obertiefenbach. Seit dem Jahr 2007 gibt es auch eine Betriebsfeuerwehr der ÖGEG GmbH.
Sport ASKÖ Oberbank Ampflwang Skiclub Ampflwang
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 2009: 13 SPÖ, 7 ÖVP, 4 FPÖ und 1 BZÖ. 2015: 13 SPÖ, 7 ÖVP und 5 FPÖ. 2021: 14 SPÖ, 7 ÖVP und 4 FPÖ.
Bürgermeister Bürgermeister seit 1850 waren:
Wappen rechts|150px Blasonierung: Von Gold und Schwarz geteilt; oben aus der Teilungslinie eine grüne, aufrecht stehende Eichel an zweiblättrigem Stiel; unten ein goldener Dreiberg, belegt mit schwarzem, schräggekreuztem Hammer und Schlegel. Die Gemeindefarben sind Schwarz-Gold-Grün.
Die grüne Farbe bezeugt die Lage Ampflwangs in waldreicher Umgebung. Das schwarze Feld, der gekreuzte Hammer und Schlegel stehen für den Kohlebergbau. Die Eichel mit dem Eichenlaub ist dem Stammwappen der Khevenhüller entnommen, den ehemaligen Grundherren über einen Teil Ampflwangs.Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (2. Nachtrag). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 1/2, 1970, S. 52 ().
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde
Max Mairinger (1898–1972), Finanzangestellter, Politiker und Abgeordneter zum Nationalrat Alois Kaltenbrunner (1901–1966), ehem. Abgeordneter zum oberösterreichischen Landtag (SPÖ), Gewerkschaftsfunktionär Roland Kaltenbrunner (1932–2020), Gewerkschaftsfunktionär, Politiker (SPÖ) und Bürgermeister von Ampflwang im Hausruckwald Franz Gasselsberger (* 1959), österreichischer Bankmanager Susanne Raab (* 1984), Bundesministerin für Frauen, Familie, Jugend und Integration im Bundeskanzleramt
Personen mit Verbindung zu Ampflwang Rosemarie Schönpass (* 1952), Altbürgermeisterin (1997–2015) und ehemalige SPÖ-Nationalratsabgeordnete
Literatur Rudolf Fina: Ampflwang im Hausruckwald. Festschrift zur 800-Jahr-Feier und zur Markterhebung. Gemeinde Ampflwang, 1969. Regina Glück: Die Bergbaugemeinde Ampflwang. Eine regionale Studie. Diplomarbeit, Universität Wien, 1992. 50 Jahre Bergknappen Ampflwang im Hausruckwald. Bergknappenverein Ampflwang, 2002. Josef Pühringer, Rosemarie Schönpass: Kohle und Dampf. Infobroschüre zur Landesausstellung in Ampflwang, 2006. 60 Jahre Bergknappen Ampflwang im Hausruckwald. Bergknappenverein Ampflwang, 2012. Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Ampflwang im Hausruckwald. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2005, S. 1–52 ().
Weblinks
Webpräsenz der Marktgemeinde Ampflwang
Einzelnachweise
Kategorie:Hausruck und Kobernaußerwald Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Vöckla Kategorie:Ersterwähnung 1169 Kategorie:Hausruckviertler Hügelland