mini|„Kristallkugel“(Pokal des Alpinen Skiweltcups) Der Alpine Skiweltcup ist ein vom internationalen Skiverband FIS (Fédération Internationale de Ski) ausgetragener Weltcup in der Disziplin Ski Alpin.

Entstehung Die Idee zum alpinen Skiweltcup hatte der französische Sportjournalist und Präsident der Association Internationale des Journalistes de Ski (AIJS) Serge Lang. Die Umsetzung wurde mit Unterstützung der Teamchefs von Frankreich und den USA, Honoré Bonnet bzw. Bob Beattie, sowie von Sepp Sulzberger vom Österreichischen Skiverband auf der Seidlalm in Kitzbühel im Jahr 1966 beschlossen. Auch FIS-Präsident Marc Hodler unterstützte die Idee.Stefan Oswalt: 50 Jahre Ski-Weltcup: Der Grösste schwieg In: Neue Zürcher Zeitung. 5. Januar 2017. Ein weiterer großer Schritt wurde während der Skiweltmeisterschaften 1966 in Portillo getätigt.

Das erste Weltcuprennen war am 5. Januar 1967 ein Herrenslalom, den der Österreicher Heinrich Messner gewann (es war dies sein einziger Sieg im Weltcup). Am 6. Januar 1967 folgte der erste Riesenslalom (dreifacher französischer Sieg, angeführt von Georges Mauduit – gefahren wurde lediglich ein Durchgang). Beide Rennen wurden in Berchtesgaden ausgetragen. Sieger der ersten Abfahrt (Lauberhorn am 14. Januar) wurde Jean-Claude Killy.

Die Damen starteten am 7. und 8. Januar mit einem Slalom und Riesenslalom in Oberstaufen; die erste Abfahrt fand am 13. Januar in Grindelwald statt. Der Sieg ging in allen drei Wettbewerben jeweils an die Kanadierin Nancy Greene.

Mit Ausnahme Messners und seines Landsmanns Herbert Huber waren in der Auftaktsaison alle Sieger der Herrenwettbewerbe Franzosen. Ähnlich bei den Damen: Da waren es nur Nancy Greene als Mehrfachsiegerin, weiters Erika Schinegger (AUT) und Burgl Färbinger (GER) – sowie einmal Giustina Demetz (ITA), die sich den Sieg in der „Kandahar“-Abfahrt in Chamonix mit Marielle Goitschel teilte –, die nicht aus Frankreich kamen.

In den ersten Jahren kam es zu Terminkollisionen. So gab es am 24./25. Februar 1968 je einen Riesenslalom und Slalom für Damen und Herren in Oslo und zugleich am 24. Februar eine Herren-Abfahrt in Chamonix. Auch die Wettbewerbe am 9./10. März 1968 in Kranjska Gora (Herren) und Abetone (Damen) hatten Konkurrenz: Zwar waren es nur FIS-Rennen für Damen und Herren in Åre, doch waren diese für einige Nationen derart wichtig, dass sie hinsichtlich der Damen keine Starterinnen entsandten und bei den Herren nur eine geringe Zahl. So waren in Abetone nur Läuferinnen aus Frankreich, Italien, Großbritannien und der Schweiz am Start.

Im Mai 1967 beschloss die FIS auf ihrem Kongress in Beirut, die zuvor von ihr unabhängig organisierte Wettkampfserie zu übernehmen. (englisch), auf der Website der FIS, abgerufen am 4. November 2014.

Lange war es auch üblich, dass fast alle Damenrennen während der Woche gefahren wurden, während den Herren das Wochenende vorbehalten war (Ausnahme war der Riesenslalom von Adelboden, der anfangs am Montag und Dienstag, später nur mehr am Dienstag vonstattenging, dies immer vor den Lauberhorn-Rennen). Erst später (ab 1985/1986)Quelle: Volkszeitung Kärnten kam es zur nunmehr gehaltenen Praxis, wonach in Ausnahmefällen und beim Saisonfinale auch die Wochentage (diese dann für Damen und Herren) herangezogen werden.

Wertung und Teilnahmeberechtigung

Aktuelles Punktesystem (seit 1992/93) Platz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Punkte 100 80 60 50 45 40 36 32 29 26 24 22 20 18 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Der Alpine Skiweltcup wird jährlich in der Zeit von Oktober bis März und weltweit an mehreren Orten ausgetragen.

Die besten 30 Sportlerinnen bzw. Sportler eines jeden Rennens bekommen Weltcuppunkte gemäß einem FIS-Punktesystem, das im Laufe der Weltcup-Geschichte mehrmals überarbeitet wurde und seit 1993 unverändert geblieben ist.

Die Rennen der Olympischen Winterspiele und der Alpinen Skiweltmeisterschaften werden seit 1972 nicht für den Weltcup gewertet. Ausnahmen blieben daher die Ergebnisse der Olympischen Spiele von 1968 in Grenoble und der Weltmeisterschaften 1970 in Gröden, die auch für den Weltcup gezählt wurden.Anmerkung: In den heute im Internet abfragbaren Ergebnislisten der FIS ist dies nicht entsprechend abgebildet, dort scheinen diese Rennen nur unter „Olympische Spiele“ bzw. „Weltmeisterschaften“, aber nicht unter „Weltcup“ auf, was gelegentlich zu fehlerhaften Statistiken bezüglich der Anzahl von Weltcupsiegen führt. Nachvollziehbar ist jedenfalls, dass die Ergebnisse dieser Rennen in die Weltcupwertungen der entsprechenden Jahre eingeflossen sind.

Die Startliste wird anhand der World Cup Start List der jeweiligen Disziplin erstellt, die sich im Wesentlichen aus den erreichten Weltcuppunkten der letzten zwölf Monate in dieser Disziplin errechnen. (PDF; 585 KB), auf: FIS-ski.com, S. 34.

Teilnahmeberechtigung Teilnahmeberechtigt sind per Saison 2024/25 (auf bestimmte Spezialfälle, die Kombination und Parallel-Events wird hier nicht eingegangen):FIS-Weltcupregeln, Kapitel 3, Qualifikation, 6. Oktober 2024

Basisquote: Im Slalom/Riesenslalom pro Land ein Teilnehmer mit maximal 140 FIS-Punkten in einer beliebigen Disziplin. Bei den Herren gibt es weitere Einschränkungen (z. B. Top 150 der FIS-Liste in der jeweiligen Disziplin oder Top 30 der WCSL in einer beliebigen Disziplin). Im Super-G/in der Abfahrt pro Land ein Teilnehmer mit maximal 80 FIS-Punkten in der jeweiligen Disziplin. Teilnehmer, die mehr als 500 WCSL-Gesamtpunkte haben oder sich über einen Continentalcup (siehe unten) für diese Disziplin qualifiziert haben, sind ebenfalls teilnahmeberechtigt. Bei den Herren gibt es weitere Einschränkungen (z. B. Top 150 der FIS-Liste in der jeweiligen Disziplin oder Top 30 der WCSL in einer beliebigen Disziplin). Nationalquote: Pro Land können bis zu 8 Läuferinnen den Damen bzw. 7 Läufer bei den Herren zusätzlich an den Start gehen. Die konkrete Anzahl richtet sich nach der Anzahl der vorhandenen Top-60-Athleten der WCSL des jeweiligen Landes. Das Gastgeberland kann aber in jedem Fall 5 zusätzliche Läufer stellen, auch wenn ihm nach der nationalen Quote weniger Läufer zur Verfügung stünden. Continentalcup-Qualifikation: Startberechtigt sind 3 aus dem Europacup, 2 aus dem Nordamerikacup, 1 aus dem Ostasiencup, 1 aus dem Südamerikacup und 1 aus dem Australien-Neuseelandcup, sofern sie in der jeweiligen Disziplin unter den Top-350 der FIS-Liste klassiert sind.

Kristallkugeln mini|Lindsey Vonn mit ihren bis dahin gewonnenen Kristallkugeln, März 2010 Am Ende jeder Weltcupsaison wird je eine große Kristallkugel an die Läuferin bzw. den Läufer mit den meisten Punkten aus allen Rennen vergeben. In den einzelnen Disziplinen werden eigene Punktetabellen geführt. Für die Sieger der Wertungen Abfahrt, Slalom, Riesenslalom und (seit 1986) Super-G gibt es kleine Kristallkugeln. Für die (Super-)Kombinationswertung wurde zwischen 2007 und 2012 ebenfalls eine kleine Kristallkugel vergeben. Sie schloss auch die letzte verbliebene klassische Kombination beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel mit ein. Auf der FIS-Kalenderkonferenz 2015 wurde beschlossen, ab der Saison 2015/16 wieder eine kleine Kristallkugel in dieser Disziplin zu vergeben.

Zudem wird für jede Saison eine Länderwertung (Nationencup) geführt; dabei werden die Punkte aller Läufer und Läuferinnen einer Nation zusammengezählt.

Die Trophäen aus Bleikristall werden seit 1987 von der Glashütte Joska Bodenmais hergestellt.

Veranstaltungsorte

Die große Mehrzahl der Rennen findet in Europa statt, jede Saison gastiert der Weltcup zudem in einigen Stationen in Kanada und den USA. In manchen Jahren werden einzelne Wettbewerbe in Japan und Südkorea veranstaltet, auch in Argentinien, Australien und Neuseeland gab es bereits Weltcup-Rennen.

Weltcupauftakt Die jeweilige Weltcup-Saison beginnt seit den 1990er-Jahren Ende Oktober mit einem Gletscher-Rennen. Es wird auf dem Rettenbachferner oberhalb von Sölden im Ötztal gefahren, das sich als Veranstalter zunächst mit Tignes abwechselte. Die ersten beiden Weltcupsaisons in den späten 1960er-Jahren wurden erst Anfang Januar eröffnet. In den 1970er-Jahren war das Kriterium des ersten Schnees, das jeden Dezember in Val-d’Isère stattfindet, traditionell der Auftakt zum Weltcupwinter. In weiterer Folge gab es zwar weiterhin (meist) auch die Rennen in Val-d’Isère, doch wurde schon vorher an anderen Orten gestartet. Besonderheiten gab es ab 1985, als es im August Rennen in der Südhemisphäre gab: Sowohl 1985 als 1986 waren es jeweils zwei Herrenabfahrten im argentinischen Las Leñas; im August 1989 fuhren die Damen am selben Ort eine Abfahrt und einen Super-G. Außerdem gab es für die Herren am 11. und 12. August 1989 einen Riesenslalom und Slalom im australischen Thredbo. Noch einmal, im August 1990, kam es für die Herren zu einem Slalom und Riesenslalom am Mount Hutt (NZE).

Erstmals am 30./31. Oktober 1993 wurde die Saison mit den Gletscherrennen (je einem Riesenslalom für Damen und Herren) in Sölden gestartet; die Herren trugen die weiteren Rennen Ende November/Anfang Dezember auf dem nordamerikanischen Kontinent aus, während die Damen in Europa blieben. 1994 gab es überhaupt keine Rennen in Sölden, und nun war es umgekehrt: die Wettbewerbe in Park City für die Damen bzw. Tignes für die Herren stellten den Auftakt dar. 1995 starteten die Herren am 12. November in Tignes, danach begaben sich sowohl Damen als auch Herren nach Übersee. Ab 1996 kam es fortlaufend zum Start Ende Oktober, wobei sich vorerst Sölden und Tignes abwechselten, ehe ab 2000 nurmehr Sölden im Programm stand. Beim Start 1997 in Tignes gab es nebst den Riesenslaloms auch je einen zum Weltcup zählenden Parallelslalom für Damen und Herren. Seit 2008 gibt es vor dem Wechsel nach Übersee noch in Levi je einen Slalom für Damen und Herren.

Ab der Saison 2022/23 sollten auch die Speedfahrerinnen und -fahrer früher als bisher in die Saison starten. Nach dem Saisonauftakt der Techniker in Sölden im Oktober 2022 sollten rund um das Matterhorn auf der neuen Strecke Gran Becca je zwei Männer- und Frauen-Abfahrten stattfinden. Die Rennen sollten sich Zermatt in der Schweiz und Cervinia in Italien teilen. Sie sollten die ersten grenzüberschreitenden Skirennen in der Geschichte des Alpinen Skiweltcups werden. Der Start hätte sich leicht unterhalb der Gobba di Rollin beim Klein Matterhorn in der Schweiz befunden, das Ziel bei der Mittelstation Laghi Cime Bianche oberhalb von Cervinia in Italien. Bisher (Stand: Saison 2023/24) wurden jedoch sämtliche Rennen abgesagt, entweder wegen zu wenig oder zu viel Schnee und/oder starken Stürmen. Für die Saison 2024/25 wurden die Rennen bereits im Frühjahr 2024 sistiert.

Anmerkung: In den 1980er-Jahren gab es außerdem Ende November fast alljährlich Wettkämpfe unter der Bezeichnung World Series of Skiing, die aus unterschiedlichen Formaten bestanden (Parallelslaloms, auch Riesenslaloms und die „üblichen“ Slaloms, sogar einmal eine Abfahrt), die nur zum Nationencup zählten.Arbeiterzeitung Wien.

In Zeiten der globalen Erwärmung sorgt der frühe Saisonauftakt zunehmend für allgemeines Unverständnis.

Weltcupfinale Seit 1993 findet am Ende jeder Saison das Weltcupfinale statt. An einem Veranstaltungsort werden für Frauen und Männer je eine Abfahrt, ein Super-G, ein Riesenslalom und ein Slalom ausgetragen. Seit 2006 wird auch ein Mannschaftswettbewerb veranstaltet.

Bei den einzelnen Rennen sind nur die besten 25 Läufer der jeweiligen Disziplinenwertungen startberechtigt. Dazu kommen noch jene Läufer, die in der Gesamtwertung mindestens 500 Punkte haben (400 Punkte bis zur Saison 2008/09) sowie die aktuellen Juniorenweltmeister in der jeweiligen Disziplin. Bei den Wettbewerben des Weltcup-Finales erhalten nur die besten 15 Läufer Weltcuppunkte.