Inka Parei (* 5. FebruarInka Parei 1967 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie lebt in Berlin.

Leben Sie studierte Germanistik, Soziologie, Politikwissenschaft und Sinologie. Als Autorin gehört Inka Parei nicht zu den Vielschreibern, sondern folgt dem qualitativen Ethos Klasse statt Masse. Sie hat bislang drei Romane veröffentlicht. Die Schattenboxerin wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit beachtet und rezensiert. Nach ihrem Werk Was Dunkelheit war ist im August 2011 ihr jüngster Roman Die Kältezentrale erschienen. Der Titel bezieht sich vordergründig auf die Klimatechnikräume im Untergeschoss des Verlagsgebäudes der Zeitung Neues Deutschland als ein Ort der Handlung, steht aber als Metapher für das politische Klima im regierungsnahen Verlag und im Ostberlin der 1980er Jahre insgesamt.Im Maschinenraum eines finsteren Staatsbetriebs – Inka Parei: Die Kältezentrale. Rezension im Deutschlandradio Kultur, 30. September 2011

Parei bekam 2012 ein zehnwöchiges Stipendium im Deutschen Haus der New York University. In: Börsenblatt, 1. August 2012 Sie ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums und Mitgründerin des PEN Berlin.

Themen und Stil Die bevorzugte Autorenperspektive Pareis ist der Innere Monolog. Mit seiner Vieltönung und -schichtigkeit lotet sie die Innenwelt ihrer Protagonisten in allen Schattierungen der Selbst- und Fremdwahrnehmung aus. In dem 2005 erschienenen Roman Was Dunkelheit war versetzte sich die zum Zeitpunkt der Endfassung 38-Jährige in die Sinneswahrnehmungen und Gedankenströme eines alten Mannes. Im fremden Frankfurt, wo er von einem ehemaligen Kriegskameraden, an den er sich jedoch nicht erinnern kann, ein Mehrparteienhaus geerbt hatte und dort eingezogen war, mischen sich Wachtraum mit Außenweltgeräuschen ebenso wie den Echosplittern der jahrzehntelang zurückliegenden Kriegsteilnahme. Es entsteht so ein labyrinthisches Generationenporträt vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund des Deutschen Herbst des Jahres 1977. Dabei ist das erzählerische Motiv im Kern das gleiche wie in Ernest Hemingways Der alte Mann und das Meer, wenngleich es anspruchsvoll angelegt ist, sich wie hier in das andere Geschlecht hineinzuversetzen.

Die Sätze Pareis sind zierratfrei benennende, einfache Sätze von hoher Sachlichkeit. Ähnlich wie Herta Müller wählt sie ausgesprochen kurze, realistisch eintauchende Sätze. Erst in der Verschränkung der Schilderungen im Detail ergeben sie gelegentlich ein Geheimnis.

Werke Die Schattenboxerin. Frankfurt/M. 1999; TB München 2006, ISBN 3-442-73504-1. Iris Radisch (Hrsg.): Die Besten 2003 : Klagenfurter Texte / die 27. Tage der Deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Südlich von Ferch. In: Beste Deutsche Erzähler 2004. Deutsche Verlags-Anstalt, München, ISBN 3-421-05626-9. Was Dunkelheit war. Frankfurt/M. 2005; TB München 2007, ISBN 978-3-442-73261-6. Das Ding. In: Es schneit in meinem Kopf. Nagel&Kimche, Wien 2006, ISBN 3-312-00381-4. Die Kältezentrale. Schöffling, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-89561-107-0. Humboldthain. Schöffling, Frankfurt am Main 2024, ISBN 978-3-89561-108-7.

Veröffentlichungen in Anthologien

Liberec, ein Traum. Erzählung. In: Jenseits von Prag. Schöffling, Frankfurt am Main 2026, ISBN 978-3-69097-037-2.

Übersetzungen Chinesisch Da Taijiquan de Nühai (打太極拳的女孩), 2002 Französisch La boxeuse d’ombres, 2001 Italienisch La ragazza che fa a pugni con l’ombra, 2004 Schwedisch Skuggboxerskan, 2001 Kroatisch Krotiteljica sjenki, 2004 Türkisch Gölge Boksörü, 2004 Serbisch Krotiteljka senki, 2004 Spanisch La luchadora de sombras, 2002 Bulgarisch Улична боксьорка, 2007 Polnisch Czym była ciemność, 2007 Spanisch El principio de la oscuridad, 2007 Türkisch Karanlikta, 2008

Auszeichnungen 2012 – New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds auf der Webseite des Deutschen Literaturfonds, aufgerufen am 27. Juni 2022 2012 – Stipendium Schloss WiepersdorfKürschners Literatur Kalender, De Gruyter 2020, Seite 659 2009 – Stipendium des Heinrich-Heine-Hauses der Stadt Lüneburg 2009 – Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds 2008 – Berliner Autorenstipendium 2007 – Aufenthaltsstipendium des Aargauer Literaturhauses 2003 – Ingeborg-Bachmann-Preis für die Lesung eines Auszugs aus Was Dunkelheit war 2003 – Kelag Preis 2000 – Hans-Erich-Nossack-Förderpreis Hans-Erich-Nossack-Förderpreis 2000/2001 – Stipendium des Senats von Berlin in Wiepersdorf 1997 – Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin

Weblinks

Inka Parei – Autorenportrait Schöffling & Co. Verlag

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises Kategorie:Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland Kategorie:Mitglied im PEN Berlin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Frau