hochkant=0.3|rahmenlos|rechts
mini|250px|Der Stadtturm von Vilshofen mini|250px|Die Abtei Schweiklberg aus der Luft mini|250px|Teil des Ensembles Pleinting
Ensembles Ensemble Altstadt Vilshofen
Das Ensemble schließt die Stadtanlage des 13. Jahrhunderts, die beiden Vorstädte im Osten und Westen (Vilsvorstadt, Obere Vorstadt) und die Kleinhausbebauung an der Südseite der Altstadt, hinter der „Burg“ und am linken Vilsufer, ein.
Die älteste Siedlung befand sich auf dem rechten Ufer der Vils, unmittelbar vor der Einmündung dieses Flusses in die Donau, in der heutigen Vilsvorstadt. Die Grundrisse der fünf alten Vilshöfe, die in karolingischer Zeit zum Besitz des Klosters Mondsee gehörten und gegen 1100 an das Hochstift Passau gelangten, waren bis in die jüngste Zeit im Grundriss dieser Vorstadt zu erkennen. Die Lehensträger des Hochstifts Passau in Vilshofen, die Grafen von Ortenburg, gründeten 1206 auf dem linken Vilsufer, im Dreieck der Vilsmündung mit der Donau und der Siedlung der fünf Höfe gegenüberliegend, eine städtische Siedlung.
Die Anlage hat etwa rechteckige Form und ist primär auf das rechte Donauufer ausgerichtet; die südöstliche Schmalseite bezieht sich auf das linke Vilsufer. Der Binnenraum der Siedlung ist durch vier parallel zur Donau verlaufende Straßenzüge erschlossen, dabei liegen die südlichen jeweils etwas höher als die nördlichen. Die Donaulände, ehemals das Ufer unmittelbar begleitend, war eine Schiffer- und Fischergasse. Durch die Auflassung der Stadtbefestigung nach 1794 hat sie ihre äußere Einfassung verloren. Es folgt die Donaugasse, ein langer, schmaler, schluchtartiger Straßenzug, geschlossen mit drei- bis viergeschossigen ehemaligen Schiffer- und Handwerkerhäusern bebaut. Auf wesentlich höher gelegenem Gelände dehnt sich der stattlichste Straßenzug aus, der Stadtplatz, ein Straßenmarkt, der im Zuge der Durchgangsstraße liegt, dem die größten Grundstücke und bürgerlichen Anwesen und auch das Rathaus zugehören. mini|250px|Vilsbrücke und Stadtpfarrkirche Die Stadtpfarrkirche am Südostende des Platzes, die heute im Platzbild wesentlich mitwirkt, war bis 1794 vom Marktbetrieb des Platzes durch eine Häuserzeile vor ihrer Westseite abgeschirmt, sodass die Einschnürung des Platzes vor seinem Einlaufen in die Vilsbrücke an dieser Stelle wesentlich enger war. Als vierter Straßenzug erschließt die „Burg“ bogenförmig den höchstgelegenen Südteil der Altstadt, in der sich die Stadtburg bzw. der Sitz des Pflegers befand. Die Anlage, die schon 1713 als ruinös bezeichnet wird, kann nicht groß gewesen sein. Von ihr ist nichts mehr zu erkennen, wie auch dieser Bereich überhaupt seinen historischen Charakter fast ganz verloren hat.
Die Marktgründung der Grafen von Ortenburg, die ähnlich wie die Grafen von Bogen im Hochmittelalter zu den mächtigsten Dynasten im niederbayerischen Raum gehörten, kam schon 1241 an die Herzöge von Bayern, nachdem Otto II. sich gewaltsam in den Besitz von Vilshofen gesetzt hatte. Die Wittelsbacher hatten damit die Kontrolle über einen wichtigen Donauübergang gewonnen, sie hatten die Ortenburger in deren Bestreben, Landesherrschaft auszubauen, zurückgeworfen und eine Grenzposition gegen die Passauer Bischöfe geschaffen. mini|250px|Vilshofen – Stadtmauerrest an der „Unteren Donaulände“ Die Ausgestaltung der Gründung dürfte wesentlich auf die Wittelsbacher zurückzuführen sein, die als Städtegründer große Erfahrung hatten. Sie verliehen Vilshofen Stadtrecht und ließen 1320 die Befestigungsanlagen ausbauen, von denen sich allerdings fast nichts erhalten hat. Planmäßig scheinen auch die Verkehrswege aus dem herzoglichen Kernland bzw. aus dem Vils- und Rottal am Gebiet der Bischöfe vorbei auf den Donauübergang Vilshofen geführt worden zu sein, wo eine herzogliche Maut eingerichtet wurde. Mit diesen von Südwesten herankommenden Straßen traf hier die Donautalstraße von Straubing-Deggendorf-Osterhofen zusammen, und am Nordufer der Donau führten die Wege weiter in den Bayerischen Wald und nach Böhmen.
Der Aufstieg Vilshofens, befördert durch seine Lage und die Funktion als Maut-, Warenumschlags- und Grenzort, wird im Ausbau der beiden Vorstädte deutlich, die schon 1504 genannt werden, allerdings nicht in die Befestigung einbezogen wurden. Die Grundrissstruktur der Oberen Vorstadt wird von der Kreuzung der Donautalstraße mit der über die Donau führenden Süd-Nord-Straße bestimmt. Die Bebauung an der Kreuzung ist relativ stattlich und geschlossen, gegen die Winkel der Vorstadt dagegen aufgelockert und bergwärts in offene, mit kleinen Gärten durchsetzte Vorstadtbauweise übergehend, für die ein- und zweigeschossige Häuser mit Flachsatteldächern charakteristisch sind. Diese Kleinhausbebauung und Gartenzone begleitet auch die gesamte Südfront der Stadt und geht dann im Osten, am Vilsufer, in die malerische Fischerzeile über. Sie weist eine geschlossene Reihe von giebelständigen Häusern mit Flachsatteldächern auf, die auf das Vilsufer bezogen ist und bei der Vilsbrücke an die Kernstadt herantritt.
Gegenüber, am rechten Vilsufer, hat die Stadt mit der Vilsvorstadt einen Brückenkopf ausgebildet. Seine nach Süden führende Hauptachse wird bis zur Gabelung im Bereich der ehemaligen Ursiedlung Vilsuna durch geschlossene Bebauung bestimmt. Flankiert wird die Achse von einer geschlossenen Fischersiedlung vilsaufwärts und von einer Reihe ehemaliger Ledereranwesen vilsabwärts, wodurch das Ufer Gestalt gewinnt.
Aktennummer: E-2-75-154-1
Ensemble Hauptstraße Pleinting
miniatur|250px Das Ensemble umfasst die Hauptstraße des kleinen, an der Donau gelegenen Marktortes. Der leicht geknickte, breite Straßenzug wurde nach dem Totalbrand des Marktes 1838 in geschlossener massiver Bauweise und weitgehend gleichartig mit verputzten, meist zweigeschossigen Traufseithäusern wieder aufgebaut.
Die sehr schlichten Bauten zeichnen sich durch weitgehend gleiche Stockwerks- und Traufhöhen aus. Die Akzente im Straßenbild liegen bei den großen, über die übrigen Bauten hinausragenden Gasthöfen. Aus der Strenge der Fluchten spürbar abweichend, gibt sich die profanierte Nikolauskapelle als ein älterer, spätmittelalterlicher Bau zu erkennen.
Im Westen wird das Straßenbild durch das Gasthaus Nr. 56 mit seinem Halbwalmdach wirkungsvoll optisch abgeschlossen.
Aktennummer: E-2-75-154-2
Stadtbefestigung
Baudenkmäler nach Ortsteilen
Vilshofen
Albersdorf
Algerting
Alkofen
Aunkirchen
Bergham
Birkenöd
Eckersberg
Edlpoint
Einöd
Giglmörn
Gruböd
Haißenöd
Hausbach
Hennermais
Hitzling
Hochreit
Holzhäuser
Hörgessing
Kapping
Kehrwisching
Knadlarn
Kothwies
Liessing
Maierholz
Marterberg
Pleinting
Primsdobl
Reut
Sandbach
Scheunöd
Schmalhof
Schönerting
Schullering
Schwanham
Schweiklberg
Seestetten
Strenn
Sollasöd
Thannet
Untertal
Weg
Weidenhof
Zeitlarn
Ehemalige Baudenkmäler
Abgegangene Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Vilshofen an der Donau
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker.
! Vilshofen an der Donau Baudenkmaler Vilshofen an der Donau