Die Parkanlage Gärten der Welt (1987–1991: Berliner Gartenschau, 1991–2017: Erholungspark Marzahn) liegt am nördlichen Fuß des Kienbergs im Ortsteil Marzahn des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Der Park wurde am 9. Mai 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins nach Plänen von Gottfried Funeck, dem damaligen Stadtgartendirektor in Ost-Berlin, eröffnet. Er umfasste rund 21 Hektar und bildete ein Gegenstück zum Britzer Garten in West-Berlin, der 1985 zur BUGA eingeweiht worden war.
Zusammen mit den angrenzenden Erholungsflächen des Kienbergs und dem östlich anschließenden Wuhletal ergibt sich eine Gesamtfläche von über 100 Hektar. Betrieben wird der Park von der Grün Berlin GmbH, einer Gesellschaft des Landes Berlin, die auch weitere Gärten und Parks betreibt. Der Park kann nur gegen Eintrittsgeld besucht werden.
Geschichte Zwischen 1985 und 1987 wurde am Fuß des Kienbergs im Stadtbezirk Marzahn ein 21 Hektar großer Park für die Berliner Gartenschau gebaut. Bereits 1977 begannen die Grünplanungen: Es sollte eine 200 Hektar große Parklandschaft mit Schwimmbad, Gaststätte, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Kleingärten entstehen, aber die konkreten Planungen begannen erst 1985. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Gartenschau anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins am 9. Mai 1987 eröffnet.Ein Blumenmeer leuchtet inmitten neuer Wohnviertel. In: Neues Deutschland, 11. Mai 1987, S. 3; online.
Die Berliner Gartenschau wurde zunächst vom 9. Mai bis zum Herbst 1987 veranstaltet. Dafür wurden weitläufige Wiesen, großzügig geschwungene Wege und zahlreiche Themengärten sowie andere Attraktionen angelegt. Außerdem gab es noch einen Rhododendronhain mit Plastiken des Berliner Bildhauers Gorch Wenske (1928–2016) zu Märchen der Brüder Grimm und Hans Christian Andersens, den Sprudel- und Quellgarten, den Karl-Foerster-Staudengarten, das Blumentheater, eine Findlingsgalerie, einen Kräutergarten, fünf (thematische) Kleingärten, einen Streichelzoo, zwei Bogenbinder-Membranhallen, ein Bierzelt und eine Blumenhalle, die wöchentlich andere Hallenschauen zeigte. Die Tanzenden Fontänen, ein halbstündlich stattfindendes Wasserspiel mit Musik und farbigen Unterwasserscheinwerfern, ergänzte die Attraktionen. Die Märchenfiguren Wenskes wurden später in ein Wäldchen zwischen Karl-Förster-Garten und dem Jüdischem Garten umgesetzt.
Nach der Gartenschau im Herbst 1987 wurde der Park durch das im Magistrat von Berlin angesiedelte Stadtgartenamt weiterbetrieben. Ab dem Jahr 1988 übernahm das Kombinat Stadtwirtschaft mit seiner Direktion Stadtgrün die Pflege des Parkgeländes. Nach der Wiedervereinigung der Stadt Berlin wurde im September 1991 die Verwaltung und Pflege des Parks auf die Britzer Garten GmbH übertragen, die zur Grün Berlin GmbHDie grüne Metropole gestalten gewandelt wurde. Anfang der 1990er Jahre wurde der Park in Erholungspark Marzahn umbenannt, es entstanden große Spiel- und Liegewiesen sowie neue Spielplätze, und weitere Bäume wurden gepflanzt.
Ende der 1990er Jahre entstand das Projekt Gärten der Welt mit folgenden Neueröffnungen: Oktober 2000: Chinesischer Garten (Garten des wiedergewonnenen Mondes) Mai 2003: Japanischer Garten (Garten des zusammenfließenden Wassers) Dezember 2003: Balinesischer Garten (Garten der drei Harmonien) Juli 2005: Orientalischer Garten (Garten der vier Ströme) April 2006: Koreanischer Garten (Seouler Garten) Juni 2007: Irrgarten und Labyrinth März 2008: neugestalteter Karl-Foerster-Staudengarten Mai 2008: Italienischer Renaissancegarten (Giardino della Bobolina) 29. April 2011: Christlicher Garten 13. April 2017: Englischer Garten 19. Oktober 2021: Jüdischer Garten
mini| Blumenbeet im Eingangsbereich
Im Jahr 2008 beschloss der Berliner Senat, sich für die Internationale Gartenausstellung 2017 (IGA) zu bewerben. Ein Jahr später im Herbst 2009 fiel die Entscheidung, dass Berlin die „IGA 2017“ auf dem Tempelhofer Feld ausrichten werde. Am 18. September 2012 hatte der Senat dann die Entscheidung gefällt, die IGA statt auf dem Tempelhofer Feld im Erholungspark Marzahn („Gärten der Welt“) zu veranstalten. Es begannen die konkreten Planungen, worauf das Gelände zwischen den Jahren 2013 und 2017 auf 43 Hektar erweitert und umgebaut wurde. In den Jahren 2014 und 2016 konnten Besucher das Baustellengelände an Tagen der offenen Tür besichtigen. Die Leitner AG baute von März bis September 2016 die Gondelbahn; sie wurde am 13. April 2017 eröffnet. Diese Bahn ist 1,5 Kilometer lang und führt in einer fünfminütigen Fahrt von der Talstation „Kienbergpark“ am U-Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt) über die Mittelstation „Wolkenhain“ zur Bergstation „Gärten der Welt“ am Blumberger Damm, nahe dem dortigen Eingang. Mit der Eröffnung am 13. April 2017 kamen der Englische Garten, die Parkbühne (Arena), das Besucherzentrum mit Ausstellungsbereich und mit angeschlossener Gastronomie sowie die Internationalen Gartenkabinette aus fünf Kontinenten hinzu. Der seit Dezember 2003 bestehende Balinesische Garten wurde um eine neue Tropenhalle erweitert. Die IGA wurde vom 13. April bis zum 15. Oktober 2017 veranstaltet. In dieser Zeit feierten die Gärten der Welt am 9. Mai 2017 ihr 30-jähriges Bestehen.
Nach der IGA war eine sechswöchige Umbauphase nötig. Danach standen den Besuchern die Gärten der Welt und die Gondelbahn am 1. Dezember 2017 wieder zur Verfügung. Im Oktober 2019 startete das vorerst letzte Projekt: der Jüdische Garten.Julia Haak: Marzahn bekommt jetzt einen jüdischen Garten. In: Berliner Zeitung, 12. November 2018. Am 15. Juni 2019 wurde das Geburtstagsfest 40 Jahre Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit einem bunten Rahmenprogramm in den Gärten der Welt gefeiert.Geburtstagsfest in den Gärten der Welt
Parkanlage
Überblick mini|Chinesischer Garten
Die große eingezäunte Anlage umfasst mehrere Gartenanlagen, die typische Pflanzen und Gestaltungen aus verschiedenen Teilen der Welt zeigen. Außer den Themengärten, die seit der Gründung weiterentwickelt worden waren, kamen zur Gesamtanlage weitere Teile hinzu.
Chinesischer Garten Der Garten des wiedergewonnenen Mondes ist der größte Chinesische Garten Europas. Geburtsstunde war 1994 der Vertragsabschluss einer Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking. Entworfen wurde der Garten nach Plänen des Pekinger Instituts für klassische Gartenarchitektur. Der gesamte Bau einschließlich der Gartenflächen wurde mit Materialien aus China von Facharbeitern aus Peking ausgeführt. Als klassischer chinesischer Gelehrtengarten zeichnet er sich durch Schlichtheit und dezente Farben (Grau, Weiß und Rot) aus. Ein 4500 m² großer See und das Teehaus Berghaus zum Osmanthussaft sowie eine Zickzackbrücke bilden die Elemente chinesischer Bauten.Chinesischer Garten in den Gärten der Welt Die Brücke, auch Chinesische Brücke genannt, soll mit ihrer ungewöhnlichen Zickzack-Form die Blicke der Benutzer besser auf verschiedene Sichten lenken.Eine Brückentour durch Berlin. Die 30 schönsten Brücken, Sendung von rbb24, 5. April 2021. Größe: 27.000 m², davon 5.000 m² Teichfläche Eröffnung: 15. Oktober 2000
Japanischer Garten mini|Japanischer Garten
Der Garten des zusammenfließenden Wassers ist als Japanischer Garten angelegt. Das Projekt entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Der Gartendesigner, Zen-Priester Shunmyō Masuno (, Masuno Shunmyō) plante seit 2001 den Garten (Yū Sui En) und den Pavillon (Nyo Sui Tei) als geschlossene Gesamtanlage. Größe: 2700 m² Eröffnung: 30. April 2003
Balinesischer Garten mini|Balinesischer Garten
Für den Garten der drei Harmonien wurde die Gartenphilosophie von Bali zugrunde gelegt. Der Garten in der Tropenhalle entstand aus der Städtepartnerschaft Berlin-Jakarta. Die baulichen Elemente des vom indonesischen Architekten I Putu Edy Semara entworfenen Gartens wurden zu großen Teilen auf Bali vorgefertigt und in Berlin von balinesischen Facharbeitern montiert. Die Gartenanlage ist im „Warmhaus“ der 14 Meter hohen Halle untergebracht, das benachbarte „Kalthaus“ wird im Sommer für Ausstellungen und im Winter als Orangerie genutzt. Im Rahmen der „IGA Berlin 2017“ wurde die exotische Anlage in der von „Haas Architekten“ errichteten energieeffizienten Tropenhalle neu gestaltet und die tropisch bepflanzte Fläche um den Balinesischen Garten herum auf 2000 Quadratmeter erweitert.
Größe: 500 m² in einer Leichtbauhalle Eröffnung: 18. Dezember 2003
Orientalisch-Islamischer Garten mini|Orientalisch-Islamischer Garten
Der Garten der vier Ströme wurde nach dem Muster eines Tschāhār Bāgh angelegt. Zum Orientalisch-Islamischen Garten gehört der „Saal der Empfänge“. Seit Frühjahr 2002 wurde die Anlage vom Garten- und Landschaftsarchitekten Kamel Louafi geplant und vom marokkanischen Gartenhistoriker Mohammed El Fai’z auf Authentizität geprüft. Der Orientalisch-Islamische Garten vereint die Gartentraditionen verschiedener Länder des Orient. Er stellt ein Abbild des Paradieses dar. Zier- und Nutzpflanzen wurden kombiniert gepflanzt und erfüllen das Bedürfnis in der Wüste nach Schatten, Farbe, Duft und Geschmack.
Größe: 6100 m² Eröffnung: 7. Juli 2005
Koreanischer Garten mini|hochkant|Koreanischer Garten Der Oberbürgermeister von Seoul hatte im September 2003 Berlin besucht und beide Bürgermeister sprachen sich für den Bau eines Koreanischen Gartens im Rahmen des Projekts „Gärten der Welt“ aus. Koreanische Handwerker haben den Garten im Jahr 2005 in Marzahn-Hellersdorf gebaut und dabei überwiegend originale Bauelemente aus Korea für den Pavillon, die Mauern und die Kunstwerke benutzt. Die Stadtverwaltung von Seoul entwickelte das Projekt und Geschenk der Stadt Seoul an Berlin anlässlich der Asien-Pazifik-Wochen 2005. Der Seouler Garten wurde in der traditionellen koreanischen Gartenkultur als abwechslungsreiche naturnahe Landschaft mit vier von Mauern eingefassten Höfen (Ma-Dang), reichem Figurenschmuck und einem Pavillon am Wasser (Kye Zeong) gestaltet. Die Elemente des Gartens sind die reale Naturlandschaft Koreas mit Felslandschaft, Kiefern, Bambus, Eichen und Fächer-Ahorn. Die Höfe sind mit gestalteten Toren umgeben. Der auf Felsen gebaute Pavillon steht unmittelbar am Wasser und besitzt für Korea typische Wohnräume. Abstrakte Figuren (Zang Sung und Buk Su) an Wegen und vor den Mauern der Höfe gehen auf das schamanische Weltbild zurück. Die hohen Masten mit abstrahierten Vögeln an der Spitze symbolisieren den schamanistischen Geistermast (Sot Dä), sie tragen die Gebete zu den Geistern in den oberen Welten.Koreanischer Garten (Seouler Garten). Bei: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Größe: 4000 m² Eröffnung: 31. März 2006
Heckenirrgarten und Pflasterlabyrinth links|mini|Pflaster-Labyrinth mini|Irrgarten
Diese Anlage wurde nach dem Vorbild des Irrgartens von Hampton Court Palace aus England des 17. Jahrhunderts und des Bodenlabyrinths in der gotischen Kathedrale von Chartres aus Frankreich um 1230 gestaltet. Beide Teile unterscheiden sich. Während es im Labyrinth nur einen Weg zur Mitte und wieder heraus gibt, ist ein Irrgarten ein komplexes Wegesystem mit Kreuzungen und Sackgassen. Der Irrgarten wurde aus mehr als 1200 übermannshohen Eiben und das Labyrinth als Bodenmosaik mit Gestaltungselementen der europäischen Gartenkunst übergeben. Der Zugang zum Zentrum des Irrgartens wird von zwei großen Steinblöcken aus Granit flankiert. In seiner Mitte steht neben einem Ginkgo-Baum ein blauer Aussichtsturm, von dessen Spitze ein Überblick über den Irrgarten und das Labyrinth möglich ist.Gärten der Welt – Irrgarten und Labyrinth. Bei: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Größe: 1800 m² Hecken und 340 m² Pflaster Eröffnung: 22. Juni 2007
Karl-Foerster-Staudengarten mini|Teil des Staudengartens