mini|Walt Disney Studios in Burbank, Hauptsitz von Disney The Walt Disney Company (WDC), meist Disney genannt, ist ein US-amerikanisches Medienunternehmen. Es wurde 1923 von den Brüdern Walt und Roy Disney als Disney Brothers Cartoon Studio gegründet und international bekannt durch die Produktion von Zeichentrickfilmen und Unterhaltungsfilmen für Kinder und Jugendliche.

Heute gehört der Konzern mit einem Umsatz von 84,41 Milliarden US-Dollar zu den zehn größten Medienkonzernen der Welt und ist laut den Forbes Global 2000 auf Platz 71 der weltgrößten Unternehmen (Stand: 2025).

Die Hauptsparte des Konzerns ist das Filmgeschäft. Die zu den Major-Studios gehörenden Walt Disney Studios sind das mit Abstand größte Filmunternehmen der Welt bei einem Marktanteil von über 33 Prozent im Jahr 2019.https://de.statista.com/statistik/daten/studie/370185/umfrage/marktanteil-von-walt-disney-am-kinomarkt-in-nordamerika/ Mit dem Marvel Cinematic Universe und Star Wars gehören die zwei erfolgreichsten Filmreihen der Geschichte dem Konzern an. Darüber hinaus sind acht der zehn erfolgreichsten Filme aus dem Hause Disney.

Zu den weiteren Geschäftsbereichen gehören das Fernsehen, Streaming-Dienste (Disney+, Hulu), Themenparks und Resorts (Disney Experiences), Verbraucherprodukte und das Verlagswesen.

Unternehmensgeschichte Gründung und Anfänge (1923–1927) mini|Kingswell-Gebäude in Los Angeles, Standort des Studios von 1923 bis 1926 Der Gründung des Unternehmens als „Disney Brothers Cartoon Studios“ 1923 in Los Angeles ging Walt Disneys Firma „Laugh-O-Gram“ voraus, mit der er sich bereits 1920 in Kansas City (Missouri) selbständig gemacht hatte. Das kleine Studio hatte vor allem kurze Cartoons – ebenfalls unter dem Titel Laugh-o-Gram – produziert sowie den Kurzfilm Alice in Cartoonland und einige Werbetrickfilme. Allerdings musste die Firma nach wenigen Jahren wegen mangelnden Gewinns schließen.

In Hollywood gründete Disney seine kleine Firma in der Garage seines Onkels neu, baute sich selbst einen Zeichentisch zusammen und lieh sich eine gebrauchte Kamera.S. 67 Er bot seine früheren Filme diversen Kinoketten und Verleihfirmen an, worauf einige Zeit später Charles Mintz vom Verleih M.J. Winkler in New York Interesse an der Alice-Reihe bekundete. Mintz gab eine Serie für 1.500 Dollar pro Film in Auftrag.S. 73 Die Vertragsunterzeichnung mit M.J. Winkler am 16. Oktober 1923 gilt gleichsam als Gründung des heutigen Disney-Konzerns. Ein Großteil des Startkapitals von 500 Dollar wurde von Walt Disneys Bruder Roy O. Disney beigesteuert.S. 74

Disney mietete ein kleines Büro in der Kingswell Avenue, Ecke Vermont Avenue für 35 Dollar im Monat und produzierte in den folgenden Jahren bis 1927 weitere Alice-Filme, die alle aus realen und gezeichneten Sequenzen bestanden.Daniel Miller: You can get tattoos and photocopies in the Los Feliz building where Walt Disney once made magic LA Times, Artikel vom 25. März 2016, abgerufen am 8. Mai 2019 Während er zu Beginn des Unternehmens fast alle kreativen Arbeiten selbst erledigte – von Regie, Kameraführung, Schnitt bis zum Zeichentrick selbst – konnte das Studio bald eigene Mitarbeiter einstellen, darunter auch Disneys ehemaligen Geschäftspartner Ub Iwerks, der 1924 nach Hollywood kam. Die Angestellten erhielten damals ein wöchentliches Gehalt von 15 Dollar, während die beiden Disney-Brüder sich selbst 35 Dollar pro Woche auszahlten und den Rest der Gewinneinnahmen in die nächsten Projekte investierten.S. 77

1925 erwarb Walt Disney Studio-Räumlichkeiten in der Hyperion Avenue in Hollywood, wohin sein Unternehmen im Januar 1926 übersiedelte und fortan stetig weiter wuchs.S. 79S. 141 Ab 1927 wollte M.J. Winkler die Alice-Trickfilme nicht mehr fortsetzen, sondern stattdessen eine Zeichentrick-Figur für eine neue Filmreihe. Disney und Ub Iwerks entwickelten die Figur Oswald der lustige Hase, für den der Verleih 2.250 Dollar pro Filmrolle zahlte. Als Disney jedoch in New York über eine höhere Summe verhandeln wollte, stellte sich heraus, dass der Verleih bereits einige Disney-Mitarbeiter abgeworben hatte und den Preis auf 1.800 Dollar drücken wollte; andernfalls wollte Charles Mintz, der aufgrund einer damals im Filmbereich üblichen Praxis auch sämtliche Rechte an „Oswald“ dem Hasen besaß, die Filmreihe selbständig weiterproduzieren.S. 80f. Es kam zur Beendigung der geschäftlichen Beziehung zwischen Disney und M.J. Winkler.

Micky Maus, „Goldene Jahre“ und abendfüllende Zeichentrickfilme (1928–1940) Als Nachfolger von „Oswald“ entwickelten Disney und Iwerks 1928 die neue Figur Micky Maus. Die Rücklagen der beiden Disney-Brüder ermöglichten es ihnen, die ersten Micky-Maus-Filme ohne Vertragspartner zu produzieren.S. 86 Als Verleih fungierte zunächst Pat Powers, der gegen eine Beteiligung von zehn Prozent den Vertrieb der Filme übernahm und nicht auf eine Übertragung der Rechte bestand.S. 91 So hatte der erste Micky-Maus-Film Plane Crazy am 15. Mai 1928 Premiere, am 18. November 1928 wurde Steamboat Willie uraufgeführt, der erste Zeichentrickfilm mit Ton. Besonders die Tonfilme erfuhren schnell wachsende Popularität und die günstige Auftragslage ermöglichte es Disney, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. Im Mai 1929 hatte der erste Film der Silly Symphonies Premiere, die beim Publikum ebenfalls gut ankamen.S. 98

Nachdem sich Powers und Disney 1929 nicht auf einen neuen Verleihvertrag einigen konnten, schloss Disney 1930 einen Vertrag mit Columbia Pictures. Im Zuge dessen verließ Ub Iwerks die Disney-Studios und gründete mit der Unterstützung von Pat Powers ein eigenes Studio.S. 100 Am 16. Dezember 1929 wurde die Produktionsfirma in „Walt Disney Productions“ umbenannt. Anfang der 1930er hatten die Disney-Studios insgesamt 40 Angestellte. Damals gab Disney für die Produktion eines Zeichentrick-Kurzfilms 5.400 Dollar aus; Ende 1931 kostete ein Film bereits 13.500 Dollar.S. 102 Die Kosten wurden zumeist wieder eingespielt, brachten dem Unternehmen allerdings kaum Gewinn ein. Durch den Einsatz des Technicolor-Verfahrens ab 1932 stiegen die Kosten pro Film nochmals um etwa 10.000 Dollar.S. 110 Im selben Jahr wechselte Disney nach Auslaufen des Vertrags erneut den Verleih. United Artists gewährte ihm in einem Fünfjahresvertrag einen Vorschuss von 20.000 Dollar pro Film sowie eine Beteiligung von 60 Prozent an den Einnahmen.S. 111 Die Filmkosten beliefen sich mittlerweile auf insgesamt 50.000 Dollar pro Film, durch die große Nachfrage konnten die Disney-Cartoons aber gewinnbringend vertrieben werden.S. 112

Ebenfalls 1932 wurde in Disneys Studio eine Zeichentrickschule eingerichtet, an der fortan Zeichner ausgebildet wurden und auch Professoren von Kunstuniversitäten Unterricht gaben.S. 63 Dabei gab es für jede Stufe des Zeichentricks eine eigene Klasse, die Ausbildung bis zum Chefzeichner dauerte bis zu 15 Jahre. Der Mitarbeiter Webb Smith entwickelte um dieselbe Zeit im Rahmen seiner Arbeit für Disney das Storyboard, das seitdem Einzug in die gesamten Filmbranche gehalten hat.S. 109 Einen großen Erfolg landete Disney 1933 mit Die drei kleinen Schweinchen, der bereits im ersten Jahr 125.000 Dollar einspielte und dessen Lied Who’s Afraid of the Big Bad Wolf zum Hit wurde.S. 113 Inzwischen beschränkte sich auch der Erfolg von Micky Maus nicht mehr auf Trickfilme, sondern reichte über eine große Auswahl an Merchandising-Produkten, die der Firma hohe Einnahmen bescherten und rund ein Drittel des Gewinns ausmachten.S. 121f. 1934 betrug der Gewinn der Disney-Studios schätzungsweise 660.000 Dollar. 1935 arbeiteten bereits 750 Zeichner für das Studio und Disney verlautbarte im selben Jahr, es werden weitere 300 Mitarbeiter benötigt.

Im Jahr 1934 entschloss sich Walt Disney, dass sein Studio nur überleben konnte, wenn er die Bandbreite vergrößerte. In Stockholm hatte im selben Jahr ein abendfüllender Film Premiere, bestehend aus acht Zeichentrick-Cartoons.S. 67 Dies bestätigte Disney, dass man Leute auch mit einem abendfüllenden Zeichentrickfilm unterhalten konnte. 1935 begann die Produktion des ersten abendfüllenden Zeichentrickfilms Schneewittchen und die sieben Zwerge, der nahezu sämtliche Ressourcen des Studios in Anspruch nahm. Die voraussichtlichen Einnahmen wurden auf 1 Million Dollar kalkuliert, die das Budget von letztendlich 1,75 Millionen Dollar bald weit überstieg.S. 68 Der Film wurde entgegen kritischer Stimmen ein überwältigender Erfolg und spielte bis zum Ende der ersten Laufzeit 8,5 Millionen Dollar ein.S. 76 Dies bestärkte Disney, fortan zwei abendfüllende Zeichentrickfilme pro Jahr zu planen. Bereits gegen Ende der Arbeit an Schneewittchen hatte die Produktion der nächsten Filme Pinocchio und Bambi begonnen.S. 177

Die Produktionskosten von Pinocchio stiegen letztendlich auf mehr als 2,5 Millionen Dollar.S. 78S. 182 Als der Film am 7. Februar 1940 Premiere feierte, hatte Disney bereits wieder rund 4,5 Millionen Dollar Kredite aufgenommen, denn auch der Bau eines neuen Studios in Burbank hatte Kosten von bis zu 3,8 Millionen Dollar verursacht.S. 178 Obwohl Pinocchio von der Kritik hochgelobt und mit zwei Oscars in den Kategorien „Bester Song“ und „Beste Musik“ ausgezeichnet wurde, blieben die Einnahmen weit hinter den Erwartungen zurück. Europa, wo fast die Hälfte lukriert werden sollte, fiel aufgrund des Zweiten Weltkrieges als wichtiger Absatzmarkt aus; in Großbritannien wurden beispielsweise alle Einnahmen in Pfund Sterling für die Kriegsdauer auf britischen Konten eingefroren.S. 82 Unterdessen wurde auch bereits am nachfolgenden Film Fantasia gearbeitet, der mit einer Spieldauer von 125 Minuten zum längsten Disney-Zeichentrickfilm werden sollte und weitere Produktionskosten in der Höhe von 2,3 Millionen Dollar verursachte.S. 191

Prekäre Kriegs- und Nachkriegsjahre (1940–1950) Im Mai 1940 zog das Studio schließlich von Hollywood nach Burbank um. Am 13. November 1940 hatte Fantasia Premiere und wurde zum finanziellen Misserfolg. Disney erhielt kaum noch Kredite von Banken. Um dennoch an Geld für neue Produktionen zu kommen, wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Insgesamt wurden 155.000 Aktien mit einem Nominalwert zu je 25 Dollar ausgegeben, die aber in kurzer Zeit auf drei Dollar fielen.S. 11 Die angespannte Lage belastete auch die Stimmung innerhalb der Belegschaft, was ab März 1941 in einen wochenlangen Streik gipfelte.S. 97f. Der nächste Film Dumbo hatte am 23. Oktober 1941 Premiere und ist mit 60 Minuten Laufzeit der bislang kürzeste Zeichentrickfilm Disneys. Dementsprechend kostete er auch nur 950.000 Dollar. Bambi wurde am 13. August 1942 veröffentlicht und bescherte dem Studio weitere Verluste. Bei etwa 2 Millionen Dollar Produktionskosten spielte der Film zunächst nur 1,23 Millionen wieder ein und brachte erst nach der Wiederaufführung 1947 Gewinn.

Folgend wurden in den 1940er Jahren nur mehr Projekte mit geringeren Kosten realisiert. Darunter waren Filme mit lateinamerikanischem Bezug, nachdem Walt Disney und ein Team von Zeichnern 1941 auf Präsident Roosevelts Ersuchen eine „Reise des guten Willens“ nach Südamerika unternommen hatten, wie z. B. Drei Caballeros im Sambafieber (1943) und Drei Caballeros (1944). Danach produzierte Disney zahlreiche Cartoons, die zu einem abendfüllenden Film zusammengefügt wurden, wie etwa Make Mine Music (1946) und Musik, Tanz und Rhythmus (1948). 1945 hatte das Studio 4 Millionen Dollar Schulden. Das Studio produzierte in dieser Zeit mit dem 1946 erschienenem The Story of Menstruation mindestens einen Lehrfilm.

Wiederkehrender Erfolg (1950–1966)