Prambachkirchen ist eine Marktgemeinde im Bezirk Eferding im Hausruckviertel in Oberösterreich mit  Einwohnern (Stand ).

Geografie Prambachkirchen liegt auf 374 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,3 und von West nach Ost 6,9 Kilometer. Die Gemeinde hat eine Fläche von  Quadratkilometer. Davon sind 15 Prozent bewaldet und 74 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 35 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dachsberg und Gallham.

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Eferding.

Nachbargemeinden

mini|Schloss Dachsberg um 1674, Stich von Georg Matthäus Vischer

Geschichte Ortsgeschichte Die ersten Spuren der Besiedelung des Gebietes, Steinbeile, Steinhämmer und Lochäxte, stammen aus der jüngeren Steinzeit (5000 bis 4000 v. Chr.). Der Fund einer Wurf-Stoßwaffe aus Hornstein weist allerdings darauf hin, dass in der jüngeren Altsteinzeit, in der letzten Eiszeitperiode (70.000/60.000 bis 20.000/15.000 v. Chr.), wandernde Eiszeitjäger in dieser Gegend lebten.

Eine für das Gebiet wichtige Siedlungswelle stellt die Einwanderung der Baiern/Bajuwaren ab dem 6. Jahrhundert dar. Einige Ortschaften entstanden in dieser ältesten Periode bairischer Landnahme. In den folgenden Jahren verdichtete sich die Besiedlung in der Form geschlossener Dorfsiedlungen.

Die ab dem Jahr 1130 aufscheinenden Nennungen von „Prambach“ beziehen sich wohl auf den heutigen Siedlungsbereich von Prambachkirchen, Oberprambach und Unterprambach. Prambachkirchen selbst wurde zwischen 1190 und 1204 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf mittelhochdeutsch brame (Dornstrauch) zurück. Ende des 11. Jahrhunderts siedelte sich ein Zweig eines reichsfreien Geschlechts, die „Prambacher“, in der Gegend an. Der bedeutendste Spross dieser Familie war Bernhard von Prambach. Er wurde 1285 Bischof von Passau und gründete 1293 das Stift Engelszell. Neben zahlreichen Besitzungen übergab er dem Kloster „sein ganzes Erbgut in Prambach“.

Der Ansitz Dahsperch (Dachsberg) wurde erstmals in den Jahren 1200 und 1215 als Stammsitz der Herren von Daxberg urkundlich erwähnt. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert neu aufgebaut und erhielt im 18. Jahrhundert eine neue Fassade. Im Jahr 1920 übernahmen die Salesianer das Gebäude und richteten eine Missionsschule ein, heute betreiben sie darin ein Gymnasium.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Reichsgau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Prambachkirchen war bis 1923 Teil des Gerichtsbezirkes Waizenkirchen und wurde nach der Auflösung dieses Gerichtsbezirkes dem Gerichtsbezirk Eferding zugeschlagen.

Am 5. November 1932 wurde der Fall eines Meteoriten beobachtet, ein Stück dieses Steinmeteoriten befinden sich im Naturhistorischen Museum Wien.

Ebenfalls 1932 wurden die Phosphoritlagerstätten bei Prambachkirchen entdeckt,Josef Schadler: Weitere Phosphoritfunde in Oberösterreich. In: Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt. 1934, S. 58–60 (). wonach die Phosphatite im Zeitraum 1935–1936 sowie 1945–1947 abgebaut wurden.Peter Arthofer: Phosphatitlagerstätten in der Molassezone Oberösterreichs. In: Oberösterreichische GEO-Nachrichten. Beiträge zur Geologie, Mineralogie und Paläontologie von Oberösterreich. Band 28, 2013, S. 8–14 ().Franz Spillmann: Ein Versuch, die Entstehung der Phosphorite aus dem Raum von Linz zu klären. In: Oberösterreichische GEO-Nachrichten. Band 8, 1972, S. 251–280 ().

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Dachsberg mini|Pfarrkirche Prambachkirchen mini|Gymnasium Dachsberg

Schloss Dachsberg Katholische Pfarrkirche Prambachkirchen hl. Margareta: 1524 erbaut, gotischer Bau, später barockisiert

Wirtschaft und Infrastruktur (Quelle: ) Wirtschaftssektoren Von den 115 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 56 Haupterwerbsbauern, die 71 Prozent der Flächen bewirtschafteten. Im Produktionssektor arbeiteten 402 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 46 in der Bauwirtschaft, 7 in der Wasserver- und Abfallentsorgung und 2 im Bergbau. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (274) und Handel (74 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)11515596111Produktion3123457391Dienstleistung11056427296 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Bildung Im ehemaligen Schloss Dachsberg befindet sich das Gymnasium Dachsberg, ein privates Gymnasium der Oblaten des hl. Franz von Sales.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 1997 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 6 SPÖ und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 7 SPÖ, 2 GRÜNE und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 FPÖ, 4 SPÖ und 2 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 7 FPÖ, 3 SPÖ und 3 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 GRÜNE, 5 FPÖ und 1 MFG.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1855 waren:

Wappen Offizielle Beschreibung des 1974 verliehenen Gemeindewappens: „In Silber ein roter Schräglinksbalken, darüber schräglinks ein blauer Turnierkragen.“

Dieses Wappen soll auf das reichsfreie Ministerialengeschlecht der „Prambacher“ verweisen, von dem sich ein Zweig gegen Ende des 11. Jahrhunderts in der Gegend von Prambachkirchen ansiedelte. Das bedeutendste Mitglied dieser Familie, Bernhard von Prambach, gründete als Bischof von Passau 1293 das Zisterzienserkloster Engelszell, das er neben anderen Besitzungen auch mit seinen eigenen Erbgütern an der Pram ausstattete. Das Gemeindewappen ist eine Version des Familienwappens der westfälisch-hessischen Herren von Brambach.

Die Gemeindefarben von Prambachkirchen sind Blau-Weiß-Rot.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

2019: Heinrich Spörker (* 1954), ArztHeinrich Spörker erhält Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Prambachkirchen., tips.at, abgerufen am 30. Mai 2020. 2024: Pater Ferdinand Karer (* 1959), von 2001 bis 2023 Direktor im Gymnasium DachsbergGemeinde Prambachkirchen verlieh zwei Ehrenbürgerschaften. MeinBezirk.at, 27. März 2024. 2024: Johann Schweitzer, Altbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde

Franz Sandböck (1817–1891), österreichischer Buchhändler und Verleger Anton Lutz (1894–1992), österreichischer Maler

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Bernhard von Prambach (* um 1220; † 1313), Bischof von Passau Johann Hofer (* 1940), ehem. Vizebürgermeister und Nationalratsabgeordneter

Literatur Oberösterreichischer Bauernbund, Ortsgruppe Prambachkirchen (Hrsg.): Erbhöfe, Haus- und Hofnamen der Marktgemeinde Prambachkirchen. Prambachkirchen 1992.

Weblinks

Website der Gemeinde Prambachkirchen

Einzelnachweise

Kategorie:Südliche Mühlviertler Randlagen Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Aschach (Innbach) Kategorie:Eferdinger Becken