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Ensembles Ensemble Altstadt Miltenberg Das Ensemble () umfasst den Bereich der Mildenburg mit der Kernstadt und ihren beiden inneren Erweiterungen aus dem 14. Jahrhundert, darüber hinaus die Hauptachse der östlichen Vorstadt des 15. Jahrhunderts bis zum Würzburger Tor, einschl. des Engelplatzes und der von dieser Achse senkrecht abzweigenden, jeweils ehemals durch Tore abgeschlossenen Straßenzüge der Ankergasse, Unteren Walldürner Straße und Ziegelgasse mit ihren Bebauungen sowie die ostseitige Bebauung der Fabrikstraße. Die Bereiche zwischen diesen Nebenachsen der östlichen Vorstadt, deren ehemalige Ummauerung in geringen Resten erhalten ist, haben ebenso wie die gesamte äußere westliche Vorstadt zwischen den Resten des Schwertfegertores und dem isoliert in der Nähe des Bahnhofes aufragenden Spitzen Turm ihre historische Struktur soweit verloren, dass sie dem Ensemble nicht mehr zugerechnet werden können.

Im Scheitel eines Mainbogens, auf einem Vorsprung des Greinberges, legten die Erzbischöfe von Mainz im Zuge ihres Herrschaftsausbaus im Maintal in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts die Mildenburg an. An strategisch günstiger Stelle über dem schmalen Ufersaum mit seiner alten Durchgangsstraße gelegen, wurde die Anlage als Mainzer Stützpunkt gegen die mainaufwärts gelegene, seit 1225 entstandene Burg Freudenberg der Bischöfe von Würzburg ausgebaut. Am Fuß der Mildenburg, wo das Erzstift um 1230 eine Zollstätte einrichtet, entfaltete sich eine Burgsiedlung mit Markt- und Stapelrechten, die rasch Stadtcharakter annahm.

Die älteste Kernstadt erstreckte sich vom Marktplatz westwärts bis zum ehemaligen Oberamtshof; sie wurde befestigt und durch Schenkelmauern mit der Burgbefestigung verbunden. Die Engräumigkeit der topographischen Situation erzwang eine kleine Marktplatzanlage, die südlich auch den schmalen, ansteigenden Raum des Schnatterlochs nutzen musste. Die schnelle Entwicklung der Stadt erforderte umfangreiche Erweiterungen nach Osten und Westen, parallel zum Main, die gleichfalls unter dem Zwang der geringen Breite des Uferstreifens erfolgten. Bis zum ehemaligen Mitteltor beim Eingang zum Engelplatz dehnte sich die erste östliche Vorstadt, bis zum ehemaligen Schwertfegertor an der Bahnhofstraße die erste westliche Vorstadt aus. Beide wurden befestigt und an die Kernstadt, die bereits 1417 als Altstadt bezeichnet wird, angeschlossen. Die östlichen Befestigungsmauern und Halbtürme sind, von der Burg ausgehend mit dem größten Teil des Grabens an der Burgseite völlig, an der Ostseite in größeren Teilen und meist überbaut, erhalten, während die Mainseite nur noch das Tränk- und das Kühtor aufweist; die Westseite, bergseitig durch den Steilhang geschützt, war nur längs des Mains von Befestigungsanlagen umgeben, von denen sich fast nichts erhalten hat.

In ihrer zu Ende des 14. Jahrhunderts erreichten Ausdehnung gibt sich die Stadt als Straßensiedlung zu erkennen, von deren Hauptachse kaum merkbar kurze schmale Seitengässchen abzweigen; nur die Riesengasse macht davon eine Ausnahme. In der geringen Ausdehnung der einzelnen Parzellen wird diese Kleinteiligkeit nochmals anschaulich. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt zum zweiten Mal nach Osten und Westen ausgedehnt. In außerordentlicher Länge wurde die Bebauung bis zum Würzburger Tor und bis zum Spitzen Turm hinausgeschoben, befestigt und in die Stadt eingeholt; beide hohen Bauten sind erhalten und dokumentieren die Haupteingänge in die historische Stadt, der letztere jetzt isoliert. Die Grundrissstruktur der äußeren östlichen Vorstadt zeigt deutlich großzügigere Planung, als die älteren Stadtbereiche aufweisen. Hier entstand auch der Engelplatz, an welchem sich 1630 die Franziskaner mit Kirche und Kloster niederließen, als geplante und einzige größere Platzanlage der Stadt.

Der innere Ausbau Miltenbergs ist durch die außerordentlich große Zahl erhaltener Fachwerkhäuser aus fast vier Jahrhunderten geprägt, welche die Stadt weithin als eine hölzerne erscheinen lassen. Sie veranschaulichen den Wohlstand der Kaufleute, Handwerker, Schiffer und Fischer im Spätmittelalter und im 16. Jahrhundert; ihr häufig geschnitztes Balkenwerk, die kalkweißen Ausfachungen und die schiefergedeckten Steilsattel- oder Mansarddächer sind charakteristisch für Miltenberg.

Die reichen Fachwerkbauten am Marktplatz schließen sich mit der darüber aufragenden Burg und dem Marktbrunnen zu einem einzigartigen und berühmten malerischen Bild zusammen. Der beherrschende Bau im Zuge der inneren Hauptstraße ist die Stadtpfarrkirche St. Jakob aus dem späten 14. Jahrhundert, die erst 1522 Pfarrrechte erhielt; sie gewann ihre äußere Erscheinung mit dem Doppelturmpaar erst im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Neben ihr repräsentieren durch ihre Monumentalität und Gestaltung einige Bauten wie das ehemalige Mainzer Kaufhaus, der ehemalige Oberamtshof, die ehemalige Domkellerei und das Amtsgericht die 1803 zu Ende gegangene kurmainzische Stadtherrschaft.

Einzelne barocke Bürgerhäuser und Wohnbauten des 19. Jahrhunderts, meist in Rotsandstein, setzen eigene Akzente, ordnen sich dem Stadtbild aber meistens ein. Umgrenzung: Schlossgasse – Burgbezirk (äußere hangseitige Befestigungsmauern), Hauptstraße 213–301 (ungerade Nrn., südliche hangseitige Grundstücksgrenzen), Bahnhofstraße 1–25 (ungerade Nrn., südliche hangseitige Grundstücksgrenzen), Mainstraße (innere stadtseitige Straßenflucht vom ehemaligen Schwertfegertor bei Bahnhofstraße 25 ostwärts bis zur Einmündung der Ziegelgasse), Ziegelgasse 16, 14, 12, 10, 8, Engelplatz 60, Hauptstraße 1–58 mit Ankergasse 1–20, 22, 24, 26, 28, 30, 32, 34, 36, 38 und mit Fabrikstraße 1–13 (ungerade Nrn.). Engelplatz 59–69, Untere Walldürner Straße 1–19 (ungerade Nrn.), Burgweg/Conradyweg (von Burgweg 38 westwärts entlang des äußeren Stadtgrabens und des Schnatterlochs). Aktennummer: E-6-76-139-1.

Stadtbefestigung Das Wachstum der mittelalterlichen Stadt anhand der erhaltenen Überreste der einzelnen Sandsteinmauern des 13.–15. Jahrhunderts gut ablesbar, Abbrüche der Befestigung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts nachweisbar, die erste Stadtbefestigung des 13. Jahrhunderts in Form zweier von der Mildenburg zum Main herabführender Schenkelmauern teilweise noch in den späteren Ausbauten der Burg und entlang einzelner Hausparzellen erhalten, die erste Stadterweiterung des 14. Jahrhunderts vor allem im Osten südlich der Hauptstraße in teils großer Höhe erhalten, Stadtmauer mit Wehrgang über gemauerten Rundbögen von mehreren viereckigen Schalentürmen unterbrochen, die erhaltenen Schieferwalmdächer der Türme aus späterer Zeit, der Schnatterlochturm (1453 d), die sogenannte 'Blaue Kappe' mit Fachwerkaufsatz (1604 d), der nordöstliche Runde Turm mit Kegelspitze des 20. Jahrhunderts sowie zwei Mauerreiter mit Zinnenkranz, von der ersten Stadterweiterung im Westen nur eine Zungenmauer vom ehemaligen Schwertfegertor mit neu gedecktem Mauerreiter und ein von Wohnhäusern überbautes Teilstück erhalten, auch die zweite Stadterweiterung des 15. Jahrhunderts im Westen nur noch durch den erhaltenen Mainzer Torturm fassbar, im Osten die zweite Stadterweiterung in Form längerer Mauerzüge mit den Resten von zwei halbrunden Schalentürmen und dem runden Zuckmantelturm (bezeichnet 1451) als südöstlichem Eckturm erhaltenen und schließlich im Würzburger Torturm gipfelnd, die mainseitige Stadtmauer mehr oder weniger in der Häuserüberbauung aufgegangen mit überbauten Resten des Küh- und des Tränktores. Aktennummer: D-6-76-139-2.

Von der ersten Stadterweiterung im Osten erhalten sind: Ziegelgasse 9 (): Rundturm Zug der Stadtmauer bis zur Hauptstraße () Ochsengasse (): viereckiger Schalenturm, so genannte Blaue Kappe, Mitte 14. Jahrhundert, mit Fachwerkaufbau nach 1550 Zug der Stadtmauer von der Hauptstraße bis zur Riesengasse 52 ()

Beginnend am Würzburger Tor sind folgende Abschnitte im Uhrzeigersinn erhalten:

Entlang der Ringstraße (): Zug der Stadtmauer Ringstraße 8: Befestigungsturm, sogenannter Zuckmantelturm, 1451 Burgweg 4, 8, 10, 16, 20 (): Reste der Stadtmauer mit zwei Halbschalentürmen, 1. Hälfte 15. Jahrhundert Burgweg 30 (): Reste der Stadtmauer, 1. Hälfte 15. Jahrhundert

Burgweg, von Nr. 32 westlich bis Schnatterloch (): Stadtmauer mit Halbtürmen, Mitte 14. Jahrhundert Burgweg, von Nr. 32 westlich bis Schnatterloch (): südlich vorgelagerte Stadtgrabenanlage Hexentürmchen, 1627, bei Nr. 38 Hauptstraße 179 (): Schnatterlochturm, 1453 Schenkelmauer bis zur Burg ()

Mainstraße (): Reste der Stadtmauer an der Südseite der Straße, 1. Hälfte 15. Jahrhundert

Baudenkmäler nach Gemeindeteilen

Miltenberg Innerhalb des Ensembles Altstadt Miltenbergs gibt es 15 besondere Straßenbilder und Baugruppen. Die Einzelbaudenkmäler dieser sogenannten besonderen Bereiche werden zunächst aufgeführt, danach die der restlichen Kernstadt. Zentrale Achse der Stadt ist die Hauptstraße die vom Würzburger Tor im Osten über den Engelplatz und Marktplatz nach Westen bis zur Mainzer Straße führt. Die besonderen Bereiche sind von Osten nach Westen aufgeführt. Äußere östliche Hauptstraße Umgrenzung: Hauptstraße 1–58. Hauptstraße 1, siehe Würzburger Tor. Besonderer Bereich 6.

Ankergasse Umgrenzung: Ankergasse 1–22, 32–38 (gerade Nummern) mit Hauptstraße 28, 30, 32. Besonderer Bereich 1.

Fabrikstraße Umgrenzung: Fabrikstraße 1–13 (ungerade Nummern). Besonderer Bereich 3.

Engelplatz Umgrenzung: Hauptstraße 57–71, 73, 75, 77 mit Unterer Walldürner Straße 26. Besonderer Bereich 2.

Untere Walldürner Straße Umgrenzung: Untere Walldürner Straße 1–20. Besonderer Bereich 14.

Ziegelgasse Umgrenzung: Ziegelgasse 1-8, 10,12, 14, 16 mit Hauptstraße 62, 66/68/70. Besonderer Bereich 15.

Östliche Hauptstraße Umgrenzung: Hauptstraße 70–157, 159, 161, 163. Besonderer Bereich 7.

Glockengiessergasse Umgrenzung: Glockengießergasse 1–6, 8 mit Hauptstraße 94, 96. Besonderer Bereich 5. Ochsengasse Umgrenzung: Ochsengasse 2–18 (gerade Nummern), mit Hauptstraße 74. Besonderer Bereich 12.

Manggasse Umgrenzung: Manggasse 1, 2, 4, 5, 7, 8, 10. Besonderer Bereich 10.

Postgasse Umgrenzung: Postgasse 1–8, mit Hauptstraße 100, 102. Besonderer Bereich 13. Fischergasse Umgrenzung: Fischergasse 1–22, 24, 26, 28, 30, 32 mit Hauptstraße 124–156 (Rückfronten der geraden Nrn.), Staffelgasse 2, 4. Besonderer Bereich 4.

Marktplatz Umgrenzung: Hauptstraße 154, 156, 158–164, 165–187 (ungerade Nummern) mit Fischergasse 1 und Schloßgasse 1–5, 7. Besonderer Bereich 11.

Westliche Hauptstraße Umgrenzung: Hauptstraße 166–184 (gerade Nummern), 186–281, 283–301 (ungerade Nummern). Besonderer Bereich 8.

Mainzer Straße Umgrenzung: Mainzer Straße 1–25 (ungerade Nummern). Besonderer Bereich 9.

Restliche Kernstadt

Breitendiel

Geisenhof

Mainbullau

Monbrunn

Schippach

Wenschdorf

Ehemalige Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Miltenberg

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker.

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