mini|Brandscheid in der Schneifel mini|Katholische Kirche St. Kornelius mini|Grabplatte des Johann von Brandscheit(d) in der Kyllburger Stiftskirche Brandscheid ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Prüm an.

Geographie Brandscheid liegt am südwestlichen Ende des Schneifel-Höhenrückens im Naturpark Nordeifel.

Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Bongert, Brandscheiderhof, Feriendorf Schnee-Eifel, Forsthaus Bleialf, Forsthaus Brandscheid und „Zur Wolfskaul“ sowie die Weiler Schneifel und ein kleiner Teil des ansonsten zu Bleialf gehörenden Weilers Hamburg-Mühlenberg. Nachbargemeinden sind Bleialf, Sellerich, Watzerath sowie Buchet.

Geschichte Das Gebiet um Brandscheid war schon früh besiedelt, was durch den Fund eines römischen Brandgrabs belegt werden konnte. Dieses stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und befand sich relativ zentral in der heutigen Ortslage. Als Beigaben wurden eine Kragenschüssel mit Kreis-Punkt-Bemalung sowie ein Fragment eines Kruges beobachtet.

Ein Wald Brandscheit und damit der Ortsname wurde zum ersten Mal in einem Vertrag aus dem Jahre 1286 zwischen dem Abt Walther von Prüm und Heinrich und Gerhard von Schönecken urkundlich erwähnt. Der Ortsname verweist auf mittelalterliche Brandrodungen hin.

In einer Prümer Urkunde aus dem Jahre 1273 werden Heinrich und Wirich von Brantscheid genannt (Goerz, Mrh. Reg. III, Nr. 2853). Wirich wird auch benannt als Dechant des Stiftes „Unserer Lieben Frau“ zu Prüm. Von ihm kaufte sein „Magen“ – wohl ein Verwandter – den Busch Aspe, der bei Bleialf liegt. Der Name von Brandscheid(t) wird in vielen Urkunden und Schriftstücken über ca. 300 Jahre häufig genannt, so 1304 Heinrich, genannt „Freymann“ von Brandscheid, und Gobelin von Brandscheid. 1343 und 1357 wird ein Johann von Brandscheid erwähnt als Burgmann in Schönecken. Schon 1336 hatte Hartrad von Schönecken ihn mit Sefferweich als Schöneckener Burglehen belehnt.

Brandscheid gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum kurtrierischen Amt Prüm und war der Schultheißerei Bleialf zugeordnet. Das Dorf Brandscheid in der prümischen Schultheißerei Alf zählte im Jahr 1684 25 Feuerstellen oder Haushalte, eine Urkunde aus dem Jahr 1756 nennt 56 Namen, 1787 wurden 124 Einwohner gezählt.Peter Oster: Geschichte der Pfarreien der Dekanate Prüm-Waxweiler. Paulinus-Druckerei, Trier 1927, S. 870 ff (dilibri Rheinland-Pfalz).

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt. Von 1798 bis 1814 unterstand Brandscheid dem französischen Kanton Schönberg im Saardepartement. Bei der Reorganisation der Kirchenwesens wurde Brandscheid 1803 Sukkursalpfarrei (Hilfspfarrei) mit den Filialorten Sellerich, Hontheim, Herscheid und Buchet.

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam die Region 1815 zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Brandscheid zur Bürgermeisterei Bleialf im 1816 neu gebildeten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier. Im Jahr 1843 hatte Brandscheid 57 Häuser, in denen 341 Menschen lebten, alle waren katholisch. 1913 wurden bei der Kirche von Brandscheid Mauerfundamente und Ziegel beobachtet. Nach damaligen Aussagen von Einheimischen soll dort einstmals ein „Heidentempel“ gestanden haben.

Zur Gemeinde gehörten seinerzeit auch die aus Einzelhäusern bestehenden Wohnplätze Mühlenberg, Unterbrandscheid und Wilhelmsau.Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier. Band 2, Lintz, Trier 1846, S. 60 (Google Books).

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Brandscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 233 1835 341 1871 554 1905 385 1939 847 1950 346 1961 371 Jahr Einwohner 1970 369 1987 330 1997 353 2005 344 2011 317 2017 315

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Brandscheid besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl WGR WGS Gesamt 2024 3 5 8 Sitze 2019 per Mehrheitswahl 8 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 per Mehrheitswahl 8 Sitze 2009 per Mehrheitswahl 6 Sitze

Bürgermeister Udo Sohns wurde am 22. April 2026 Ortsbürgermeister von Brandscheid. Der bisherige Erste Beigeordnete der Gemeinde war bei der parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 durchgeführten Direktwahl als einziger Bewerber mit 67,5 % der gültigen Stimmen gewählt worden.

Sein Vorgänger Helmut Neuerburg hatte das Amt am 18. November 2015 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 71,29 % als Ortsbürgermeister bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Neuerburg gegen einen weiteren Einzelbewerber mit 50,7 % der Stimmen und nur drei Stimmen Vorsprung für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Mit Wirkung zum 30. November 2025 legte Neuerburg jedoch sein Ehrenamt vorzeitig nieder und die Amtsgeschäfte wurden zunächst kommissarisch vom Ersten Beigeordneten Udo Sohns ausgeübt.

Neuerburgs Vorgänger Josef Knauf († 2016) hatte das Amt von 1999 bis 2015 ausgeübt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kirche St. Kornelius, ein spätgotischer Bau aus der Zeit um 1500. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf den Außenbau zerstört und ab 1949 weitgehend nach dem Original wiederhergestellt. Über das Gemeindegebiet sind mehrere Wegekreuze verteilt Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Sonntag nach dem 16. September (Cornelius) gefeiert Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag Burgbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag) Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, gefeiert Wanderrouten in und um Brandscheid

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Brandscheid

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Es existiert ein Landwirtschaftlicher Betrieb sowie mehrere Anbieter für Ferienwohnungen. Größter Arbeitgeber in der Ortschaft ist die Firma Sohns, die Betonfertigteile und Fertighallen konstruiert.

Verkehr Die Gemeinde ist durch die Landesstraße 12, und der Landesstraße 20 erschlossen. Südlich der Gemeinde verläuft die Autobahn A 60, die nach ca. 15 km in das benachbarte Belgien führt.

Literatur

Weblinks

Internetseite der Ortsgemeinde Brandscheid Ortsgemeinde Brandscheid auf den Seiten der Verbandsgemeinde Prüm Im Marstall in Brandscheid

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 1286