Die Liste der Neckarstaustufen nennt alle Staustufen am Neckar, einem rechten Nebenfluss des Rheins.

Schiffbarmachung durch Schleusen Durch den Einbau von Schleusen und Stauwehren wurde der Neckar im Laufe der 1920er, 1930er und 1950er Jahre abschnittsweise für die Schifffahrt mit größeren Motorgüterschiffen angepasst. Grundlage dafür war der 1921 geschlossene Neckar-Donau-Staatsvertrag zwischen der deutschen Reichsregierung und den damaligen Neckar-Anrainer-Ländern Württemberg, Baden und Hessen. Die vorherige Treidel- und Kettenschifffahrt wurde dadurch abgelöst. Inzwischen sind von insgesamt 367 Kilometern Neckar 203 Kilometer von der Mündung in den Rhein flussaufwärts bis Plochingen für Transportschiffe befahrbar. Momentan ist die maximale Größe der 1.200-t-Schiffe auf 105 Meter Länge und 12 Meter Breite begrenzt. Der Neckar wird aber einem Ausbauprogramm unterzogen, welches eine Verlängerung der Schleusenkammern beinhaltet. Die Kammern sind hierbei wenig größer als die Schiffe (zurzeit etwa 110 Meter lang bei 105 Metern maximaler Schiffslänge). Es gibt am Neckar 27 Schleusen, welche eine Mindesttiefe von 2,80 Metern für die Schiffe bieten. Neben der Schleuse Feudenheim mit drei Kammern, haben die meisten anderen Schleusen zwei Kammern. Durch die Schleusen wird ein Erreichen der Neckarhafenstädte Heilbronn, Bad Cannstatt, Stuttgart und Plochingen erst ermöglicht. Der Hafen Mannheim liegt in unmittelbarer Nähe der Neckarmündung, wird aber dem Rhein zugerechnet, da er auch von dessen (ungeregeltem) Wasserstand abhängt.

Bauabschnitte Die Planungen für einen Neckarkanal durch den Ingenieur Otto Konz wurden ab 1922 zusammen mit dem Juristen Otto Hirsch mit der Neckarbaudirektion in institutionelle Bahnen gelenkt. 1927 wurde der Architekz Paul Bonatz mit der Gestaltung der Bauwerke beauftragt.Schwäbischer Heimatbund: . Der Neckar wurde in verschiedenen Bauabschnitten ausgebaut, begonnen wurde im Unterlauf zwischen Mannheim und Heilbronn. Hierbei wurden bis 1935 alle Schleusen zunächst mit einer Kammer gebaut. Die Schleusen Feudenheim und Heidelberg wurden allerdings aus baulichen Gründen gleich mit je zwei Kammern hergestellt. Der Ausbau der zweiten Kammern erfolgte dann in der Zeit von 1954 bis 1959.

Im Abschnitt von Heilbronn bis Plochingen wurde die Schleuse Aldingen 1942 noch begonnen aber nicht fertiggestellt, alle anderen erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im weiteren Verlauf wurden dann die bis heute bestehenden Bauwerke neckaraufwärts ausgebaut in Betrieb genommen: 1958 Hafen Stuttgart, bis 1962 die zweite Schleusenkammern in Horkheim, Lauffen und Hessigheim, 1968 die letzte Schleuse (mit nur einer Kammer) in Deizisau und im gleichen Jahr auch der Hafen in Plochingen.

Art der Schleusen Die 27 Schleusen am Neckar wurden überwiegend als Doppelschleusen (2 Kammern nebeneinander) konzipiert. Zum Teil wurde erst eine Schleuse gebaut und die zweite vorgesehen, welche später dann eingebaut wurde (s. o.). Es gibt aber 2 Ausnahmen: Die Schleuse in Feudenheim war zunächst eine Doppelschleuse mit Hubtoren, an welche später eine weitere Schleuse angebaut wurde. Somit befinden sich hier inzwischen drei Schleusenkammern. Die neue Schleuse wird zurzeit (2012) verlängert. Die Feudenheimer Anlage ist die unterste am Neckar und die erste, wenn man vom Rhein aus den Fluss befährt. Die oberste Schleuse am Neckar in Deizisau hat nur eine Kammer. Bei einigen Schleusen im oberen Neckar ist lediglich eine Kammer in Betrieb, so beispielsweise in Oberesslingen. Alle Schleusen außer bei Hessigheim sind Beton/Stahlbeton-Bauwerke.

Erklärung Nr.: Laufende Nummer des Bauwerks. Name: Bezeichnung des Bauwerks. Ort: Kommunale Lage der Staustufe Staat: Bundeslandzugehörigkeit der Staustufe Baujahr: Inbetriebnahme der Bauwerke. Lage: Neckarkilometrierung ab Rheinmündung. Schleusenlänge: Länge der Stauhaltung (Abstand zwischen zwei benachbarten Staustufen) in Kilometern. Höhenlage: Höhe des Wasserspiegels über Normalnull bei Normalstau (entspricht der durchschnittlichen Wasserführung) in Metern. An Schleusen Höhe des Oberwassers. Hubhöhe: Fallhöhe der Staustufe in Metern bei hydrostatischem Stau. Die Fallhöhe der Schleuse Feudenheim ist abhängig vom Wasserstand des Rheins. Schleuse L×B: Nutzbare Abmessungen jeder Schleusenkammer in Metern. Leistung: Leistung des Wasserkraftwerks. Zufluss: Wassermenge pro Sekunde.

Übersichtstabelle Unterer Neckar

Nr. Name Ort Bundesland Baujahr Lage (km) Höhenlage (m) Hubhöhe (m) Schleuse L×B (m) Leistung (MW) Zufluss (m³/s) - Abzweig Seitenkanal Ladenburg Mannheim 1925–27 4,80 98,50 - - - - 1 Schleuse Feudenheim Mannheim-Feudenheim 1927/73 6,21 98,50 6,00–11,00 rechts: 189,50×12,00 links: 105,40×12,00 - - 1 Kraftwerk Feudenheim Mannheim-Feudenheim 1927 8,10 98,50 6,00–11,00 - 5,0 100 1 Stauwehr Ladenburg Ladenburg 1927 12,00 98,50 6,00–11,00 Vereinigung Altarm/Kanal 0,3 10 - Abzweig Seitenkanal Wieblingen Dossenheim 1927 17,45 105,26 - - - - 2 Schleuse Schwabenheim Dossenheim 1925/55 17,70 105,26 8,71 rechts: 106,80×12,00 links: 108,40×12,00 - - 2 Kraftwerk Schwabenheim Dossenheim 1925 18,00 105,26 8,71 - 6,9 105 2 Stauwehr Wieblingen Heidelberg 1925 22,40 105,26 8,71 Vereinigung Altarm/Kanal 0,8 30 3 Staustufe Heidelberg Heidelberg 1929 26,14 107,87 2,60 rechts: 109,00×12,00 links: 107,70×12,00 3,1 140 4 Staustufe Neckargemünd Heidelberg 1931/57 30,90 111,76 3,89 rechts: 108,30×12,00 links: 109,10×12,00 2,5 80 5 Staustufe Neckarsteinach Neckarsteinach Westseite Baden-Württemberg bis zur Mitte des Stauwehrs. Ostseite des Stauwehrs und angrenzendes Kraftwerk mit Schleusenkammern liegen in Hessen 1931/57 39,30 116,44 rechts und links: 110×12,00 3,6 100 6 Staustufe Hirschhorn Hirschhorn 1933/59 47,70 121,70 5,30 rechts und links: 110,00×12,00 6,8 150 7 Staustufe Rockenau Eberbach 1933/59 61,43 127,73 rechts und links: 110,00×12,00 5,1 100 8 Staustufe Guttenbach Binau 1935/59 72,20 133,00 5,30 rechts und links: 108,60×12,00 6,8 155 9 Staustufe Neckarzimmern Neckarzimmern 1935 85,90 138,63 rechts und links: 109,00×12,00 3,5 80 10 Staustufe Gundelsheim Gundelsheim 1935–37/58 93,86 142,80 4,20 rechts und links: 109,00×12,00 2,8 80 - Abzweig Seitenkanal Kochendorf Bad Friedrichshall 1923 102,85 105,80 - - - - 11 Schleuse Kochendorf Bad Friedrichshall 1925/54 103,90 150,80 8,03 rechts und links: 107,70×12,00 6,5 100 11 Stauwehr Neckarsulm Neckarsulm 1921–25 107,20 145,41 4,45 - - - - Autobahnbrücke Neckarsulm 1965–67 107,90 - Vereinigung Altarm/Kanal - - 12 Staustufe Heilbronn Heilbronn 1951–52 113,59 154,04 3,18 rechts und links: 110,00×12,00 1,7 75

Übersichtstabelle Oberer Neckar

Nr. Name Ort Bundesland Baujahr Lage (km) Höhenlage (m) Hubhöhe (m) Schleuse L×B (m) Leistung (MW) Zufluss (m³/s) - Abzweig Seitenkanal Horkheim Horkheim 19xx 117,00 161,41 7,37 - - - 13 Schleuse Horkheim Horkheim 1959/60 117,54 161,41 7,37 rechts und links: 110,00×11,90 4,3 75 13 Stauwehr Horkheim Horkheim 1927–29 119,90 161,41 7,37 Vereinigung Altarm/Kanal - - 14 Staustufe Lauffen Lauffen 1951–52/61 125,16 169,79 8,38 rechts und links: 109,00×12,00 5,5 80 15 Schleuse Besigheim Besigheim 1952–55 136,23 176,10 6,31 rechts und links: 106,00×11,90 - - 15 Stauwehr Besigheim Besigheim 1952–55 136,83 176,10 6,31 - 3,4 65 16 Staustufe Hessigheim Hessigheim 1952/61 143,01 182,27 6,17 rechts und links: 110,00×11,90 3,4 65 - Abzweig Seitenkanal Pleidelsheim Pleidelsheim 1912–14 und 1953–55 148,60 1xx,xx - - - - 17 Schleuse Pleidelsheim Pleidelsheim 1952/55 150,11 190,32 8,05 rechts und links: 110,00×11,90 3,8 58 17 Stauwehr Beihingen Beihingen 1914 153,10 (Alt:154,34) 19X,XX X,XX Vereinigung Altarm/Kanal - - - Abzweig Seitenkanal Marbach Marbach 1953–55 157,40 196,31 - - - - 18 Schleuse Marbach Marbach 1953–55 157,63 196,31 5,99 rechts und links: 110,00×11,90 - - 18 Stauwehr Marbach Marbach 1954–55 158,93 196,31 5,99 Vereinigung Altarm/Kanal 2,8 60 19 Staustufe Poppenweiler Poppenweiler 1954/56 165,00 203,32 7,01 rechts und links: 110,00×11,90 3,6 60 20 Staustufe AldingenAldingen 1936–42/56 171,99 206,923,60 rechts und links: 110,00×12,00 2,4 75 21 Staustufe Hofen Hofen 1957 176,25 213,73 6,81 rechts und links: 110,00×11,90 3,4 60 22 Staustufe Cannstatt Bad Cannstatt 1927–301955–58 182,71 219,13 5,40 rechts und links: 107,50×11,90 2,4 55 23 Staustufe Untertürkheim Untertürkheim 1902 19231958 186,45 222,78 3,65 rechts und links: 110,00×11,80 1,5 48 24 Staustufe Obertürkheim Obertürkheim 1968 189,52 231,13 8,35 rechts und links: 110,00×11,90 4,1 60 25 Staustufe Esslingen Esslingen am Neckar 1968 193,98 236,33 5,20 rechts und links: 110,00×11,90 1,25 30 26 Staustufe Oberesslingen mit Kraftwerk Oberesslingen Oberesslingen 1968 194,84 242,24 5,91 110,00×11,90 2,1 45 27 Staustufe Deizisau Deizisau 1968 199,58 247,32 5,12 110,00×11,90 2,0 45

Erläuterungen

Je nach Bauwerk können Schleusen, Stauwehre und Kraftwerke an einer Stelle nebeneinander bestehen oder über mehrere Neckarkilometer verteilt sein. Dann ist der Neckar in einen Altarm und einen Neckarkanal unterteilt. In diesem Falle tragen die unterschiedlichen Bauwerke die gleiche Nummer. Die Bezeichnung für eine Gesamtanlage lautet Staustufe.

Anmerkungen

Weblinks

, Amt für Neckarausbau Heidelberg

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