Kleinlosnitz ist ein Gemeindeteil des Marktes Zell im Fichtelgebirge im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Kleinlosnitz hat eine Fläche von 7,624 km². Sie ist in 724 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10529,79 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Erbsbühl, Großlosnitz, Lösten und Schnackenhof.

Geografie Der Weiler liegt am Löstenbach, einem linken Zufluss des Haidbachs. Nordwestlich des Ortes erhebt sich der Kleinlosnitzberg (). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Großlosnitz zur Kreisstraße HO 19 (1 km östlich) bzw. zur Kreisstraße HO 44 (0,8 km nordwestlich). Der Quellenweg des Fichtelgebirgsvereins führt durch den Ort.D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 343.

Geschichte Der Ort wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kleinlosnitz aus 6 Anwesen (5 Halbhöfe, 1 Mühle) und einem Gemeindehirtenhaus. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Das bayreuthische Kastenamt Stockenroth hatte die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 418.

Von 1797 bis 1810 unterstand Kleinlosnitz dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Kleinlosnitz gebildet. Zu diesem gehörten Dietelmühle, Erbsbühl, Großlosnitz, Lösten, Mechlenreuth, Mussen, Obere Eiben, Schnackenhof, Schweinsbach und Untere Eiben. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Kleinlosnitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). 1837 kam es zur Bildung der Ruralgemeinde Mechlenreuth mit den Orten Dietelmühle, Mussen, Obere Eiben, Schweinsbach und Untere Eiben. Ab 1862 gehörte Kleinlosnitz zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 490. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,630 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Kleinlosnitz am 1. Juli 1972 nach Zell im Fichtelgebirge eingemeindet und kam zugleich zum Landkreis Hof.

Baudenkmäler Haus Nr. 1: Mühle Haus Nr. 5: Oberer Hof Haus Nr. 6: Unterer Hof

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 3: Ehemaliger Wohnstallbau mit strohgedecktem Satteldach, wohl 18. Jahrhundert, Giebel verschalt. Stallteil zweigeschossig erneuert. Der zugehörige Stadel ebenfalls mit Strohdach.T. Breuer: Münchberg, S. 22. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 7: Zugehöriger Kleinstadel mit Frackdach, Einfahrt am Sturz bezeichnet „ANNO 1733 HH“, Strohdeckung.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Kleinlosnitz Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 594 403 452 445 463 450 428 419 410 392 359 341 325 308 281 284 282 286 261 376 356 348 311 281HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 102 63 62 61 62 58 57 62 Quelle

Ort Kleinlosnitz Jahr 1800 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2010 2015Einwohner 47 40 42 50 43 41 44 36 44 29 26 31 24 27 22Häuser 7 7 7 7 7 7 7 7 Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 157.

Religion Kleinlosnitz ist bis heute nach St. Gallus (Zell im Fichtelgebirge) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.

Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz ist Sitz des Oberfränkischen Bauernhofmuseums Kleinlosnitz.

Trivia Die Verleihung des Frankenwürfels fand 1985 in Kleinlosnitz statt.

Literatur

Hans Bucka, Oskar Heland: Grenzsteine – Flur- und Kleindenkmäler im Landkreis Hof. Hoermann, Hof 1991, ISBN 3-88267-040-1, S. 70.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Zell im Fichtelgebirge) Kategorie:Weiler im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1317 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof