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Ensembles Altstadt Lohr am Main miniatur|300px|Luftbild der Altstadt Lohrs miniatur|300px|Ansicht der Altstadt Lohrs von Südwesten

Das Ensemble () umfasst die Stadt Lohr am Main im Umfang ihrer mittelalterlichen Ummauerung samt dem unmittelbaren Vorfeld der Befestigung und der südöstlich anschließenden Fischervorstadt. - Die Stadt Lohr am Main ist auf einem zwischen zwei Zuflüssen des Mains sich erhebenden Höhenzug angelegt und unterscheidet sich damit sowohl in ihrer Lage im Gelände als auch in ihrer entsprechenden Siedlungsstruktur von den typischen „Mainstädtchen“, die sich meist in der Talniederung flussparallel entwickeln. Die Stadt setzt sich aus drei deutlich unterscheidbaren Siedlungselementen zusammen: Dem Kirchenbezirk, der Bürgerstadt und der Fischervorstadt. Trotz relativ später Ersterwähnung (1296) lassen sowohl der Ortsname als auch das ursprüngliche Martinspatrozinium der Pfarrkirche auf eine Entstehung Lohrs im Frühmittelalter schließen. Als Siedlungskern ist der auf dem mainseitigen Kopf des Höhensporns liegende Kirchenbezirk anzusprechen. Diese erste Siedlung wird, wie der gekrümmte Verlauf der Kleinen Kirchgasse und der Turmstraße suggerieren, burgartig befestigt gewesen sein; eine Burg bestand hier auch bis ins 17. Jahrhundert hinein. Sie wurde durch den Bau des Kapuzinerklosters abgelöst. In der Mitte des Bezirks erhebt sich die im Kern hochmittelalterliche Stadtpfarrkirche, um sie herum gruppieren sich die Pfarrhäuser, das in der Zeit der Gegenreformation entstandene Kapuzinerkloster und das alte Schulhaus. Der Kirchenbezirk besaß eine eigene Befestigung, an die das spätgotische Torhaus zur Kleinen Kirchgasse erinnert. Die westlich anschließende Bürgerstadt zeigt alle Merkmale hochmittelalterlicher Gründungen: Sie entwickelt sich entlang einer dem Höhenzug folgenden, west-ost- gerichteten Hauptstraße, die sich in der Mitte zum rechteckigen, das Rathaus tragenden Marktplatz erweitert. Sie zweigt im Osten von der kurzen, die Stadt an ihrer engsten Stelle durchschneidenden, mainparallelen Durchgangsstraße ab und mündet im Westen in die Landstraße in den Spessart (nach Aschaffenburg). Enge Seitengäßchen verbinden grätenartig die Hauptstraße mit den beiden, zu dieser in etwa parallel verlaufenden Nebengassen; die Nordwestecke wird durch das Schloss eingenommen, das bis 1559 Sitz der Grafen von Rieneck, danach bis zur Säkularisation Mainzisches Amtshaus war. Die Bebauung der Hauptstraße besteht aus stattlichen Bürgerhäusern in Fachwerkbauweise; die massiven Erdgeschosse zeigen oft reiche Sandsteinportale der Zeit um 1600; aus der gleichen Zeit stammt auch das die Mitte der Anlage bezeichnende Rathaus. In den Seitengassen herrscht Kleinhausbauweise. Bürgerstadt und Kirchenbezirk wurden im 14. Jahrhundert nach der Stadtrechtsverleihung (1333) einheitlich ummauert. Letzter monumentaler Zeuge dieser Umwehrung ist der Stadtturm am ehem. Niedertor. Außerhalb der Ummauerung liegt am Fuße des Kirchenhügels die Fischervorstadt, die als besterhaltene, vorstadtmäßige Siedlung von Fischern und Schiffbauern in Mainfranken angesprochen werden kann. Sie besaß ursprünglich, nach Ausweis der Parzellenführung und des Fischertors eine eigene Umzäunung. Sie besteht aus zwei mehrfach gekrümmten und annähernd parallel verlaufenden Gassen, die sich am ehem. Niedertor platzartig vereinigen. Sie zeigt kleinteilige Reihenbebauung, die im Kern auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Umgrenzung: Seeweg, Mainkai, Fußweg an der Auffahrt zur alten Brücke, Obere Brückenstraße (nördlicher Ran), hintere Grenze der Grundstücke Turmstraße 10 und Grabenstraße 2-18 (gerade Nummern), Anlagestraße (nördlicher Rand), Brauereistraße (östlicher Rand), Grafen-von-Rieneck-Straße (östlicher Rand), Haagstraße (südlicher Rand). Aktennummer: E-6-77-155-1.

Steinbacher Straße miniatur|300px|Steinbacher Straße Nordseite

Das Ensemble im Stadtteil Steinbach () umfasst die Dorfstraße, mit dem Schlossbereich auf der Ost- und dem Pfarrkirchenbereich auf der Westseite. Die Monumentalbauten, die das Ortsbild bestimmen, wurden unter Franz Christoph von Hutten errichtet und spiegeln dessen fürstbischöfliche Würde wider: die Kirche ab 1719 durch Joseph Greising, das Schloss 1725–28 durch Balthasar Neumann. Zum Schloss gehören Bauteile des Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert und der ummauerte Schlosspark. Das Dorf ordnet sich mit ein- und zweigeschossiger Bebauung vornehmlich des 18. Jahrhunderts den Monumentalbauten unter. Die Dorfstraße erweitert sich zu einem kleinen Platzraum vor dem Huttenschen Forsthaus. Umgrenzung: Steinbacher Straße 1, 3, 4–18, 22, 24, 26, 28, von-Hutten-Straße 2, Hofgartenstraße 1–3. Aktennummer: E-6-77-155-2.

Stadtbefestigung Die Stadtbefestigung, die die Bürgerstadt und den Kirchenbezirk einschloss, wurde im 14. und 15. Jahrhundert mit Bruchsteinmauerwerk angelegt. Abschnitte der Befestigungsmauer sind im Osten (um den Kirchenbezirk), im Norden (hier meist verbaut), im Nordwesten (um das Schloss) und bruchstückhaft im Süden erhalten. Teile der Zwingermauer sind noch im Osten und im Nordwesten vorhanden. Von den ursprünglich drei Haupttoren (Lohrtor, Obertor, Niedertor) ist nur der Turm des Niedertores (Stadtturm) erhalten. Das der Befestigung vorgelagerte Gelände ist auf der Ost- und Nordseite als Steilhang noch anschaulich, im Süden wurde es im späteren 19. Jahrhundert in eine Parkanlage umgewandelt. Die vermauerten Wappensteine stammen möglicherweise von den abgebrochenen Toren. An der Ostseite ist viereckiges Türmchen mit Pyramidendach erhalten. Von der Zwingermauer sind Reste aus Bruchstein mit fünf halbrunden Schalentürmen erhalten; in Teilen ist diese überbaut. Aktennummer: D-6-77-155-3.

Baudenkmäler nach Gemeindeteilen Lohr In Lohr am Main sind fünf Straßen- und Platzbilder von besonderer Bedeutung, sogenannte Besondere Bereiche ausgewiesen. Zunächst werden die Einzeldenkmäler in diesen Bereichen aufgeführt, danach die restlichen Einzeldenkmäler der Stadt.

Fischergasse Umgrenzung: Fischergasse 1–36, 38, 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 56, 58, Steinmühlgasse 1, Turmstraße 17.

Hauptstraße Umgrenzung: Hauptstraße 1–48, 50, Balterhof 1, Marktplatz 1–3, Rathausgasse 2.

Kirchplatz Umgrenzung: Kirchplatz 1–9, Große Kirchgasse 3, 4.

Kleine Kirchgasse Umgrenzung: Kleine Kirchgasse 1-4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, Lohtorstraße 2.

Muschelgasse Umgrenzung: Muschelgasse 1–13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29.

Restliche Kernstadt

Bezirkskrankenhaus Das heutige Bezirkskrankenhaus () wurde als Unterfränkische Heil- und Pflegeanstalt 1910–12 nach Plänen von Fritz Gablonsky mit Erweiterungen bis 1931 im Neobarock und Heimatstil angelegt. Es handelt sich um eine weitläufige Anlage im Pavillonsystem in parkartig gestaltetem Gelände. Die Gebäude sind verputzt mit Sandsteingliederungen zum Teil in platzartiger Anordnung. Die Anlage umfasst die Gebäude Am Sommerberg Nr. 1–14, 21–39, 41–46. Die Aktennummer lautet D-6-77-155-198. Krankengebäude (Gebäude 1), zweigeschossiger Walmdachbau mit Veranda auf L-förmigem Grundriss Krankengebäude (Gebäude 2), zweigeschossiger Walmdachbau mit Veranda, Loggien und Balkonen Krankengebäude (Gebäude 3), zweigeschossiger Walmdachbau, Treppenturm mit Zwiebelhaube, anschließender eingeschossiger Walmdachflügel mit Veranda Krankengebäude (Gebäude 4), zweigeschossiger Walmdachbau, Treppenturm mit Zwiebelhaube, eingeschossiger Flügelanbau mit Loggia Krankengebäude (Gebäude 5), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten und dazwischen Loggien Krankengebäude (Gebäude 6), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten und dazwischen Loggien, anschließend zweigeschossiges Geviert mit Walmdächern Krankengebäude (Gebäude 7), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten Krankengebäude (Gebäude 8), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten und dazwischen Loggien, mit L-förmigem Flügel Krankengebäude (Gebäude 9), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten und dazwischen Loggien Krankengebäude (Gebäude 10), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten und dazwischen Loggien Krankengebäude (Gebäude 11), zweigeschossiger Walmdachbau auf L-förmigem Grundriss mit Risaliten Krankengebäude (Gebäude 12), zweigeschossiger Walmdachbau mit Risaliten und dazwischen Loggien Krankengebäude (Gebäude 13), langgestreckter eingeschossiger Walmdachbau mit Dachreitern und Loggia mit Freitreppen Krankengebäude (Gebäude 14), langgestreckter eingeschossiger Walmdachbau mit Pyramidendach-Dachreitern und Loggia mit Freitreppen Verwaltungsgebäude (Gebäude 21), zweigeschossiger Mansardwalmdachbau mit eingeschossigen Walmdachanbauten, Fassade mit Kolossalgliederung und Portal Wäscherei und Küchenbau (Gebäude 22 und 23), langgestreckter zweigeschossiger Walmdachbau mit zwei Treppentürmen mit Zwiebelhauben, rückwärtig eingeschossige Anbauten mit Mansardwalmdach und Dachreitern mit Zwiebelhauben Ehemaliges Maschinenhaus und Werkstattbau (Gebäude 24 und 29), breiter ein- und zweigeschossiger Walmdachbau mit unterschiedlichen Annexen Anstaltskirche Sankt Elisabeth und Festsaal (Gebäude 25 und 26), Zweiflügelanlage, Kirche mit eingezogenem Rechteckchor und Dachreiter, quer anschließender Saalbau mit Walmdach, zugehörig Gefallenendenkmal und Kruzifix am Chor Friedhofskapelle (Gebäude 27), eingeschossiger ovaler Bau mit Kegeldach und Säulenvorhalle, anschließend eingeschossiger Satteldachbau, zugehöriger Friedhof Werkfeuerwehr (Gebäude 28 und 37), zweigeschossiger Walmdachbau mit eingeschossigem Anbau und Schlauchturm mit Pyramidendach Gärtnerei (Gebäude 30), eingeschossiges Gärtnerhaus mit Walmdach auf winkelförmigem Grundriss, zugehörig eingeschossiges Nebengebäude mit Walmdach und Kellergebäude mit Satteldach Gutshof (Gebäude 31), zweigeschossiges zweiflügeliges Gutshaus mit Walmdach, zugehörige eingeschossige Nebengebäude mit Walmdächern sowie Scheune mit Halbwalmdach und Rampe, Brunnen auf gepflasterter Hoffläche Krankengebäude (Gebäude 32), zweigeschossiger Mansardwalmdachbau über quadratischem Grundriss Krankengebäude (Gebäude 33), zweigeschossiger Walmdachbau Beamtenwohnhaus (Gebäude 34), zweigeschossiger Walmdachbau mit barockisierender Sandsteingliederung und Sankt-Georgs-Relief Beamtenwohnhaus (Gebäude 35), zweigeschossiger Walmdachbau mit barockisierender Sandsteingliederung und Äskulap-Relief Beamtenwohnhaus (Gebäude 36), zweigeschossiger barockisierender Mansardwalmdachbau mit übergiebeltem Mittelrisalit und Eckpilastern Doppelhaus (Gebäude 38), eingeschossiges Mansard-Halbwalmdachbau mit Querdach und Übereckfenster, zugehörig eingeschossiges Sandstein-Nebengebäude mit Walmdach Doppelhaus (Gebäude 39), eingeschossiger Mansard-Halbwalmdachbau mit Querdach, zugehörig eingeschossiges Sandstein-Nebengebäude mit Walmdach Reihenhaus (Gebäude 41), eingeschossiger Satteldachbau mit langer Schleppgaupe und Kragsteinen am Giebelfuß Reihenhaus (Gebäude 42), eingeschossiger Satteldachbau mit langer Schleppgaupe und teilverschindeltem Giebel Wohnhaus (Gebäude 43), zweigeschossiger Walmdachbau mit halbrundem Treppenhausturm Lagerhaus (Gebäude 44), langgestreckter Halbwalmdachbau mit Rundbogenöffnungen Wohnhaus (Gebäude 45), langgestreckter zweigeschossiger Walmdachbau Wohnhaus (Haus 46), zweigeschossiger Walmdachbau, Einfriedungen in unterschiedlichen Mauer- und Zaunkonstruktionen

Halsbach

Mariabuchen

Pflochsbach

Rodenbach

Ruppertshütten

Sackenbach

Sendelbach

Steinbach

Valentinusberg

Wombach

Ehemalige Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Lohr am Main

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker.

Lohr am Main !