Die 32. deutsche Meisterschaftssaison 1938/39 war die letzte Fußballmeisterschaft des nationalsozialistischen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg.
Allerdings hatte die Expansionsphase des „tausendjährigen Reiches“ bereits eingesetzt. Im März 1938 war Österreich angeschlossen worden und am 29. September 1938 wurde nach dem Münchner Abkommen auch das Sudetenland annektiert, welches von der Tschechoslowakei abgetrennt wurde. Beide Gebiete wurden jeweils als neue Fußballgaue eingerichtet (Österreich unter dem Namen „Ostmark“), so dass es nunmehr 18 Gauligen und somit auch 18 Endrundenteilnehmer gab. Propagandistisch sprach man in Deutschland von der ersten „großdeutschen Meisterschaft“. Der Austragungsmodus musste aufgrund der veränderten Teilnehmerzahl leicht modifiziert werden: Die Vorrunde wurde nun in drei Gruppen mit vier Mannschaften und einer Gruppe mit sechs Mannschaften ausgetragen, wobei die Gruppe mit sechs Teams zunächst in zwei Untergruppen zu drei Mannschaften spielte und dann deren Sieger im Gruppenfinale den Gruppensieger ausspielten.
Die neu hinzugekommenen Mannschaften aus Österreich (und dies bedeutete: aus Wien) waren überaus spielstark. So hatte der SK Rapid Wien bereits den Tschammerpokal 1938 gewonnen und mit dem SK Admira Wien erreichte auch auf Anhieb ein österreichisches Team das Finale um die deutsche Meisterschaft. Dort allerdings erlebten die Wiener ein Fiasko. Sie unterlagen ihrem Gegner FC Schalke 04 mit 0:9. Es war die höchste Endspielniederlage aller Zeiten und für die Gelsenkirchener der 4. deutsche Meistertitel.
Auch organisatorisch änderte sich in diesem Jahr wieder etwas im deutschen Fußball. Am 21. Dezember 1938 wurde der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen in die NSDAP eingegliedert und nannte sich fortan „Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen“ (NSRL). Damit war jegliche Eigenständigkeit der Sportvereine aufgehoben. Alle Besitztümer gingen auf die NSDAP über. Allerdings war die Eingliederung vom DRL angestrebt worden, um dem immer größer werdenden Druck durch Konkurrenzorganisationen wie Hitler-Jugend, Kraft durch Freude und SS entgegensteuern zu können.
Teilnehmer an der Endrunde Verein Qualifiziert als SV Hindenburg Allenstein Meister der Gauliga Ostpreußen Viktoria Stolp Meister der Gauliga Pommern Blau-Weiß 90 Berlin Meister der Gauliga Berlin-Brandenburg Vorwärts-Rasensport Gleiwitz Meister der Gauliga Schlesien Dresdner SC Meister der Gauliga Sachsen SV Dessau 05 Meister der Gauliga Mitte Hamburger SV Meister der Gauliga Nordmark VfL Osnabrück Meister der Gauliga Niedersachsen FC Schalke 04 Meister der Gauliga Westfalen Fortuna Düsseldorf Meister der Gauliga Niederrhein SpVgg Sülz 07 Meister der Gauliga Mittelrhein CSC 03 Kassel Meister der Gauliga Hessen Wormatia Worms Meister der Gauliga Südwest VfR Mannheim Meister der Gauliga Baden Stuttgarter Kickers Meister der Gauliga Württemberg 1. FC Schweinfurt 05 Meister der Gauliga Bayern SK Admira Wien Meister der Gauliga Ostmark Warnsdorfer FK Meister der Gauliga Sudetenland
Gruppenspiele Gruppe 1
Das Spiel Allenstein : BW Berlin fand im Waldstadion Allenstein statt. (Quelle: Kicker Nr. 16 vom 18. April 1939, Seite 6) Der Mauraunenhof in Königsberg hieß zu dieser Zeit Horst-Wessel-Stadion. (Quelle: Kicker Nr. 17 vom 25. April 1939, Seite 6) Das Spiel Allenstein : Osnabrück fand auf dem gleichen Platz , wie das Spiel gegen Berlin statt . (Quelle: Kicker Nr. 20 vom 16. Mai 1939, Seite 6)
Gruppe 2 Gruppe 2a
Das Spiel Köln-Sülz : Stolp fand im Stadion-Radrennbahn in Müngersdorf, der Heimstätte von Köln-Sülz statt. (Quelle: Fußball Nr. 17 vom 25. April 1939, Seite 9)
Gruppe 2b
Das Spiel Dresden : Schweinfurt fand in der Großkampfbahn Chemnitz (heute Sportforum) vor 50.000 Zuschauern statt. (Quelle: Fußball Nr. 19 vom 9. Mai 1939, Seite 6)
Gruppenfinale
Gruppe 3
Das Spiel Dessau : Admira Wien fand in Halle in der Horst-Wessel-Kampfbahn statt. (Quelle: Fußball Nr. 16 vom 18. April 1939, Seite 9 und Originalprogramm vom Spiel und Kicker Nr. 16 vom 18. April 1939, Seite 9)
Auch das Spiel Dessau : Stuttgart fand in Halle in der Horst-Wessel-Kampfbahn statt. (Quelle: Fußball Nr. 21 vom 23.Mai 1939, Seite 8)
Gruppe 4
Das Spiel Worms : Gleiwitz fand im Frankenthaler Ostparkstadion statt (20.000 Fassungsvermögen) vor 5.000 Zuschauern. (Quelle: Fußball Nr. 17 vom 25. April 1939, Seite 16 und Kicker Nr. 17 vom 25.April 1939, Seite 11) Das Spiel Gleiwitz : Schalke fand in der Schlesierkampfbahn des Hermann-Göring-Sportfeldes in Breslau vor 45.000 Zuschauern statt. (Quelle: Fußball Nr. 18 vom 2. Mai 1939, Seite 9)
Halbfinale
Wiederholungsspiel
Spiel um Platz 3
Finale
Weblinks Spieldetails und Statistiken auf weltfussball.de
Kategorie:Deutsche Fußballmeisterschaft Kategorie:Fußballsaison 1938/39 Kategorie:Fußball (Deutsches Reich, 1933–1945)