Diese Liste ist eine Teilliste der Chronik der Stadt Düren. Sie listet datierte Ereignisse des ersten Viertel des 20. Jahrhunderts in Düren auf.
1901 Baubeginn des neuen Friedhofes in Düren-Ost, Fertigstellung 1903. 1. Januar: Die nun bis Merken durchgeführte Dampfeisenbahn wird in Betrieb genommen. 7. Juni: Gründung der Pfarre St. Joachim, nach St. Anna und St. Marien, der dritten Pfarre in Düren. 3. Juli: Eröffnung des städtischen Schlachthofes in der Paradiesstraße. 26. Juli: Einführung einer städtischen Biersteuer 28. Juli – 4. August: Vierhundertjahrfeier des Dürener Annafestes. 29. September: Gründung des Dürener Einzelhandelsverbandes. 13. Oktober: Eröffnung des ersten städtischen Elektrizitätswerkes Ecke Paradiesstraße/Glashüttenstraße, dessen erster Kunde der Bahnhof Düren war. 13. Oktober: Eröffnung der städtischen Turnhalle an der Südschule. 23. Oktober: Einweihung des Baus der katholischen Volksschule Rölsdorf. Bisher fand der Unterricht in gemieteten Räumen statt.
1902 Baubeginn des Karmelitenklosters, Kölner Landstraße 261. 22. März: Enthüllung des von Joseph Uphues geschaffenen Moltkedenkmals an der Einmündung der Philippstraße in die Weierstraße. 9. April: Gründung des „Dürener Bauvereins für Arbeiterwohnungen AG“. 24. April: Alexianer aus Neuss gründen in Düren eine Niederlassung und beginnen am 4. Juni mit der Krankenpflege.
1903 16. Juni: Leopold Peill, sen. (* 10. April 1846 Köln; † 5. August 1925 Kreuznach) gründet mit seinem gleichnamigen Sohn Leopold Peill die Glashütte Peill & Putzler. 1. August: Eröffnung der Bahnlinie Kreuzau – Blens. 23. August: Das Karmelitenkloster an der Kölner Landstraße wird eingeweiht.
1903–1904 Bau der ersten elektrischen Straßenbeleuchtung.
1904 Rückkehr der Ursulinen nach Düren. Der Stadt Düren wird von der evangelischen Gemeinde der Friedhof in der Paradiesstraße geschenkt. 1. April: Eröffnung der Hilfsschule. 15. Dezember: Die Stadtverordnetenversammlung beschließt den Ankauf des früheren Gewandhauses Ecke Altenteich/Bongard aus Privatbesitz.
1905 Die „von Keyserlingks“ verziehen von Schloss Burgau nach Bohlschau/Westpreußen. Seitdem ist das Schloss unbewohnt. Düren erhält die erste elektrische Feuermeldeanlage. Errichtung eines Lehrerseminars im früheren Kapuzinerkloster am Altenteich. 12. September: Bürgermeister August Klotz führt auf Anordnung von Kaiser Wilhelm II. den Titel „Oberbürgermeister“. 8. November: Eröffnung des von der Familie Hoesch gestifteten Leopold-Hoesch-Museums. Hier wird auch die Stadtbücherei untergebracht. 1. Dezember: Die Volkszählung ermittelt 29.770 Personen.
1906 Die ersten öffentlichen Feuermelder werden in der Stadt installiert. Eine einklassige jüdische Volksschule wird eröffnet. Dezember: Bei Merzenich erfolgt der 1. Spatenstich für die Kreisbahnlinie Distelrath – Nörvenich – Zülpich.
1907 Das Stadttheater Düren wird bis 1914 vom Aachener Stadttheater bespielt. Beginn der Kanalisation des Stadtgebietes. 17. Januar: Eröffnung des von Eberhard Hoesch gestifteten Stadttheaters. August: Von Distelrath aus werden Gleise der Kreisbahn in Richtung Stadt verlegt.
1908 20. Januar: Die Dampfstraßenbahn Düren – Merken wird bis Pier durchgeführt. 28. April: Einweihung der evangelischen Volksschule, jetzt Wernersschule. 6. Oktober: Verkehrsübergabe der elektrischen Straßenbahn auf allen Linien, auch Eröffnung der Linie Düren – Rölsdorf – Lendersdorf.
1909 Das Marienkloster der Cellitinnen in Niederau wird erbaut. Der Neubau kostet 220.000 Mark. 15. März: Die Kreisbahnlinie Düren-Kreuzau wird fertiggestellt. 1. April: Der Dürener Anzeiger wird mit der Dürener Zeitung von 1872 vereint. 17. August: Inbetriebnahme des neuen Wasserturmes am Kölnplatz, jetzt Friedrich-Ebert-Platz (Einweihung am 27. Oktober 1909). 20. Oktober: Eröffnung des neuen Postamtes in der Kölnstraße. 27. Oktober: Das Maria-Hilf-Hospital zieht aus dem Gebäude neben der Marienkirche in das neue Krankenhausgebäude in der Roonstraße; in das alte Gebäude an der Philippstraße zieht die Hilfsschule ein. 9. November: Über Düren erscheinen drei Militärluftschiffe Vertreter der drei Systeme Zeppelin, Parseval und Groß. 15. November: Das Luftschiff „Zeppelin 2“ überflieg als erster Zeppelin Düren. Am gleichen Tage überflogen die Luftschiffe „M. II“ und „Parseval I“ die Stadt. 20. November: Luftschiff Zeppelin 2 wieder über Düren.
1910 In Düren gibt es 42 Millionäre und 91 fabrikmäßige Betriebe. Die Kolpingfamilie zieht in das Haus Josef-Schregel-Straße 26 ein, heute „Dürens Post Hotel“. Die Kreisbahnlinie Düren – Zülpich wird über Geich und Juntersdorf bis Embken erweitert und 1911 auch für den Personenverkehr freigegeben. 1. Dezember: Die Volkszählung ermittelt 32.511 Personen in 3038 Häusern, Rölsdorf hat 1798 Einwohner.
1911 Die Dürener Feuerwehr erhält die 2. Dampfspritze. Die „Rurtalsperren-Elektrizitätswerke“ liefern durch Vertrag Strom nach Düren. Auf dem neuen Friedhof in Düren-Ost wird das Peill’sche Mausoleum errichtet. 19. Mai – 2. Juni: Streik der Brauereiarbeiter für Lohnerhöhung und feste Arbeitszeiten. 30. Mai: Erdbeben in Düren gegen 8:40 Uhr. 1. Juli: Zusammenschluss von Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk. 6. September: Erneutes Erdbeben in Düren kurz vor 15 Uhr.
1912 Erweiterung des Stadttheaters. Das Landratsamt, jetzt Kreisverwaltung, zieht vom Viehmarkt, jetzt Kaiserplatz, in das neue Haus Ecke Bismarckstraße/Moltkestraße. Gründung der Kesselfabrik Franke & Co. und der Isolawerke. Bau des Kaufhauses Tietz an der Ecke Wirtelstraße/Schützenstraße/Wirteltorplatz, heute Kaufhof. 7. und 10. Mai: Das Luftschiff Zeppelin 2 überfliegt Düren. 30. Mai: Oberbürgermeister Klotz schließt mit dem Kriegsministerium einen Garnisonsvertrag ab. 5. November: An der Ecke Wirtelstraße/Bismarckstraße wird das Warenhaus Leonhard Tietz eingeweiht (1944 zerstört, heute Kaufhof) 16. November: Eröffnung des Lehrerseminars mit Turnhalle und Dienstwohnungen am Blücherplatz. 26. November: Erste Kreistagssitzung in dem an der Bismarckstraße neu gebauten Kreishaus.
1913 Auf der Eiswiese an der Tivolistraße wird mit dem Bau eines Hallenbades begonnen, das nie vollendet wird (Abriss der Bauruine in den 1950er Jahren). Mehrere Flugmaschinen überfliegen Düren. Bau der Riemann-Kaserne an der Königgrätzer Straße (heute Euskirchener Straße) zwischen der heutigen verlängerten Wewordenstraße und der Brüsseler Straße. Hauptkanal von der Riemann-Kaserne bis zur städtischen Kläranlage in Birkesdorf fertiggestellt (6,5 km lang). Anlage der Rieselfelder auf der Kläranlage der Stadt Düren in Birkesdorf. Juni: Baubeginn der Erweiterung der Marienkirche um Westwerk und Glockenturm durch Heinrich Renard. 28. Juni: Einige Dienststellen der Stadtverwaltung beziehen das frühere Kreishaus am Kaiserplatz. 20. September: Einweihung des Vorbahnhofes zwischen Düren und Merzenich. 18. Oktober: Einweihung der Turnhalle an der Nordschule. In der Stadt leben 22 Mehrfachmillionäre (9 Schoeller, 6 Hoesch, 3 Bücklers, 2 Peill, je 1 Hinsberg und Schüll) und 30 „einfache“ Millionäre (6 Schoeller, 5 Hoesch, 4 Krafft, 4 Hoffsümmer, 2 Schüll, je 1 Banning, Courth, Emmel, Kirchner, Lefils, Michel, Palm, Renker und Seybold). 20. November: Umstellung der Dampfeisenbahn Düren – Pier auf elektrischen Betrieb.
1914 Düren hat 33.000 Einwohner. Düren bezieht hauptsächlich Strom vom Elektrizitätswerk „Zukunft“ in Weisweiler. Die Krefelder Oper und das Düsseldorfer Schauspielhaus bespielen bis 1918 das Dürener Stadttheater. 1. Januar: Bildung der „Allgemeinen Ortskrankenkasse“ und der „Landkrankenkasse“. 23. April: Einweihung des neuen katholischen Lyzeums Ecke Tivolistraße/August-Klotz-Straße (wurde später zum Wirteltorgymnasium). 23. Mai: Mehrere Explosionen in der 1881 errichteten Schießwollfabrik – sie gehörte der Deutschen Sprengstoff AG, Hamburg – zwischen der Aachener Landstraße (heute Valencienner Straße) und der Mariaweilerstraße fordern acht Todesopfer und zahlreiche Verletzte. 28. Juli: Beginn des Ersten Weltkrieges durch die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gattin in Sarajewo. 29. Juli: Einweihung der Riemannkaserne. 4. August: Die Ursulinen kommen wieder nach Düren (1878 ausgewiesen) und ziehen in ein Haus in der Zehnthofstraße auf dem Gelände des ehem. Annuntiatenklosters ein. 11. August: Die ersten 180 Kriegsverwundeten treffen in Düren ein. 14. August: Beginn der Musterung der Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1884–1896 (Erste Mobilmachung). 18. August: Herrichtung des letzten Teils des neuen Friedhofs und des Ehrenfriedhofs in Düren-Ost.
1915 3 km südlich von Distelrath wird ein Flugplatz für ein Luftschiff (Zeppelin) erbaut. Die Kreisbahn verlegt eine Versorgungslinie dorthin. Der Flugplatz wurde nie vollendet. 25. Januar: Erstmalige Ausgabe von Brotkarten in Düren 2. Oktober: Die Königgrätzer Straße wird in Hindenburgstraße umbenannt (heute Euskirchener Straße). 21. November: Einweihung der erweiterten Marienkirche.
1917 März: Düren lässt eine Kriegs-Gedenkmünze herstellen. März: Vom Lebensmittelamt wird das erste Dürener Notgeld in Umlauf gebracht und ab 1918 von der Städtischen Sparkasse ausgegeben. 31. März: Die Rurzeitung stellt ihr Erscheinen ein. 16. September: Die Städtische Sparkasse wird im Hause Wilhelmstraße 2 eröffnet. 28. September: Die Stadt Düren kauft das ehemalige Rittergut Burgau für 600.000 Reichsmark von Rittmeister Nienhausen aus Essen. 2. Oktober: Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg wird anlässlich seines 70. Geburtstages zum 4. Ehrenbürger der Stadt Düren ernannt. 11. Dezember: Eisenbahnunglück im Dürener Hauptbahnhof mit 23 Toten und 37 Schwerverletzten.
1918 In der Holzstraße wird ein Säuglingsheim errichtet, welches die Elisabetherinnen übernehmen. Januar: Die Ursulinen kaufen das Grundstück Bismarckstraße 24 und im März das Grundstück Kölnstraße 81 und errichten dort Kloster und Schule. 5. April: Im früheren Gebäude der evangelischen Volksschule in der Schenkelstraße wird das städtische Kinderheim eröffnet. 1. Juli: Die Stadt Düren kauft von den Erben Janenius das Kornhaus in der Philippstraße 14 zum Preis von 36.500 Reichsmark. Juli: Gründung der Bäckerinnung. 1. August: Beim ersten Luftangriff auf Düren durch 10 englisch Bomber um 9:30 Uhr gibt es 16 Tote und 16 Verletzte; es wurden 28 Bomben abgeworfen. 28. August: Düren erhält eine neue Alarmanlage durch Sirenen und Signalbomben. Bisher erfolgte die Alarmierung durch Brand- und Kirchenglocken. 8. November – 4. Dezember: Revolutionswirren in Düren. Demonstrationen vor dem Rathaus. Im Gerichtsgefängnis in der Jesuitengasse werden Gefangene befreit. In der Kaserne werden die Kleiderkammer und das Proviantamt geplündert. 9. November: Ein von Josef Radermacher und Bertram WielandPeter Staatz: Die Reichs- und Landtagswahlen im Kreis Düren während der Weimarer Republik, Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1994, S. 44 geleiteter Arbeiter- und Soldatenrat, der sich aus Angehörigen der sozialdemokratischen Partei des Wahlkreises Düren-Jülich zusammensetzte, etablierte sich im Rathaus und löste die Stadtverordnetenversammlung auf. Oberbürgermeister Klotz führte weiterhin die Verwaltung in Absprache mit dem Arbeiter- und Soldatenrat. 10. November: Der Arbeiter- und Soldatenrat in Düren gründete in Zusammenarbeit mit dem Garnisonskommando und dem Kommando des 1. Ersatzbataillons des Infanterie-Regiments 161 am 10. November 1918 eine Sicherheitswehr.Peter Leßmann: Die preussische Schutzpolizei in der Weimarer Republik: Streifendienst und Strassenkampf, Droste Verlag 1989, ISBN 3-7700-0794-8, S. 19 4. Dezember: Englische Truppen besetzen Düren und bringen die englische Zeit mit, d. h. alle Uhren werden eine Stunde vorgestellt.
1919 Die 1915 verlegte Versorgungslinie der Kreisbahn zum Luftschiff-Flughafen wird abgebaut.