Liste ist eine Teilliste der Chronik der Stadt Düren. Sie listet datierte Ereignisse von 1926 bis 1950 in Düren auf.
1926 Im Hause Moltkestraße 13 wird eine städtische Pfandleihanstalt errichtet. Planungsbeginn des „Aachen-Rhein-Kanals“ von Aachen über Jülich nach Neuss mit Stichkanal nach Düren. Wegen Unwirtschaftlichkeit wurde die Planung in den Nachkriegsjahren „ad acta“ gelegt. Beginn der Elektrifizierung der Bahnstrecke Merzenich – Nörvenich, Fertigstellung 1928. 4. Februar: Errichtung des Rundfunks in Düren mit 120 Teilnehmern. 26./27. Juni: Roter Tag des Roter Frontkämpferbund (RFB), Gau Mittelrhein in Düren.Günter Bers: Düren in Rot, Die Demonstration des Roten-Frontkämpfer-Bundes (RFB) anläßlich des „Roten Tages“ in der Stadt Düren im Jahre 1926. Verlag: Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Jülich 2011, ISBN 978-3-932903-50-2. 11. November: Gründung des „Industrie-Wasserverbandes Rur“. 11. Dezember: Eröffnung der Kneippkur- und Badeanstalt in der Lessingstraße. Mitte Dezember: Taxameterverkehr in Düren; erster Standplatz auf dem Wirteltorplatz.
1927 1. Januar: Die Einwohnerzahl beträgt 38.041. 2. Juli: Die Strecke der Dürener Eisenbahn AG wird für den Personenverkehr bis Inden ausgeweitet. 30. September: Am Wirteltorplatz wird eine Normaluhr aufgestellt.
1928 Die Firma Degen & Kuth (Verbandsstoffe) zieht von der Stadtmitte nach Birkesdorf um. Bau des Waldheimes Schlagstein der evangelischen Gemeinde zu Düren; im Zweiten Weltkrieg zerstört; 1951 wiederaufgebaut. In der Goethestraße wird ein Wöchnerinnen- und Säuglingsheim errichtet, welches die Elisabetherinnen übernehmen. Die Feuerwehr erhält ein zweites Motorfahrzeug mit Magirus-Kraftspritze mit 20 m langer mechanischer Drehleiter. 1.–9. Dezember: Die „Dürener Lichtwoche“ zieht rund 100.000 Besucher an. 8. Dezember: Gründung des Kirchenbauvereins „Düren-Süd“. 13. Dezember: Gegen 20:38 Uhr Erdbeben in Stadt und Kreis Düren.
1929 Die Schule der Ursulinen erhält den Namen „St. Angela-Schule“. Die Besatzungsmacht Frankreich zieht ihre Soldaten aus Düren ab. Düren hat 39.092 Einwohner. Innenerneuerung und Sakristeiausbau der Lutheranerkirche. 12. März: Der Kreistag genehmigt den Verkauf des Kreiselektrizitätsamtes mit allen Stromleitungen für 6.785.000 Reichsmark an das RWE (heute RWE AG). Somit Stromversorgung des Kreises, außer Stadtgebiet Düren, durch das RWE. 1. April: Übernahme des Stromnetzes des Kreises durch das RWE. 9. Mai: Eingemeindungsvertrag mit Merzenich. 17. September: Das Luftschiff „Graf Zeppelin“, welches in diesem Jahr die Erde umrundet hatte, fliegt über Düren. 3. November: Einweihung der neuen St. Nikolauskirche in Rölsdorf, Gürzenicher Straße 5. 30. November: Befreiungsfeier aus Anlass des Abzuges der französischen Besatzungstruppen mit 20.000 Menschen. Die Franzosen hatten das Rheinland seit November 1919 (vorher Besatzung durch Engländer) besetzt.
1930 Die Rheinprovinz kauft das 127 ha große Staatsgut Hommelsheim. 27. Juli: Einweihung der Dreigurtbrücke (Eisenbahnbrücke) über die Rur. Sie war die erste Brücke dieser Art in der Welt. 31. Januar: Einweihung des Schwesternwohnheimes am Krankenhaus Ecke Merzenicher Straße/Robert-Koch-Straße. 12. März: Josef Schregel wird zum 6. Ehrenbürger Dürens ernannt. 21. September: Einweihung des DJK-Stadions (Deutsche Jugend-Kraft-Stadion) in der Dr.-Overhues-Allee (seit 1936 im Besitz des Dürener Turnvereins DTV). 11. Oktober: Reichspräsident Paul von Hindenburg besucht Düren. 31. Oktober: Mit der Neuordnung der Bistümer kommt Rölsdorf vom Erzbistum Köln zum Bistum Aachen.
1931 14. Mai: Das Dürener Sommerbad in der Dr.-Overhues-Allee wird eröffnet. 1. Juni: Die eigene Gaserzeugung der Stadt Düren wird eingestellt und Gas von der Fa. Thyssen bezogen. 8. Juni: Zugunglück am Bahnhof, wobei ein Waggon in die Eisenbahnstraße stürzt.https://www.facebook.com/photo.php?fbid=4315624318449810&set=p.4315624318449810&type=3
1932 Düren hat 39.765 Einwohner, davon 9509 Arbeitslose. Die Eucharistiner erwerben das Gebäude des Städt. Oberlyzeums in der Kölnstraße und richten dort ihr Kloster ein, im Volksmund „Das Klösterchen“ genannt. 12. April: Die Missionsgesellschaft von der heiligen Familie errichtet eine Niederlassung in Düren, Friedrichstraße, „Missionshaus Bethanien“ (in Erinnerung an das Franziskanerkloster) genannt. Das Haus hatten sie vom Fabrikanten Joseph Bongartz gekauft. Heute (2010) befindet sich in diesem Haus die Caritas Tagespflege St. Elisabeth. 29. September: Einweihung der neuen Jugendherberge in der Hortstraße, jetzt Langemarckstraße.
1933 Das Kaufhaus „Tietz“ wird zur „Kaufhof AG“. 4. Januar: Der Gemeinderat in Rölsdorf beschließt die Eingemeindung nach Düren. 30. Januar: Adolf Hitler kommt an die Macht. 28. Februar: Verhaftung führender Dürener KommunistenHorst Wallraff: Nationalsozialismus in den Kreisen Düren und Jülich. Verlag: Hahne & Schloemer, Düren 2000, S. 192/193, ISBN 3-927312-30-4 nach dem Reichstagsbrand. 8. März: SA und SS hissen Hakenkreuzfahnen auf dem Rathaus, dem Finanzamt und dem Landratsamt. 1. April: Beginn des Geschäftsboykotts gegen jüdische Kaufleute. 16. Juni: Bei der Volkszählung hat Düren 40.882 Einwohner.
1934 1. Januar: Düren hat 41.097 Einwohner. 31. Januar: Die „Dürener Volkszeitung“ stellt ihr Erscheinen ein. Aus ihr entsteht die Tageszeitung „Der Neue Tag“. 2. Mai: Grundsteinlegung zum Bau der Rurtalsperre Schwammenauel durch den Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley. 26. Mai: Einweihung des Stausees Obermaubach. 22. August: Das Dürener Gewandhaus ist restauriert worden. 10. September: Am Hoeschplatz wird das neue Amtsgericht Düren geplant. 15. Oktober: In der Wörthsiedlung sind 24 Häuser fertiggestellt. 4. November: Die Feuerwehrgebäude und -wohnungen in der Rurstraße werden eingeweiht (später städtischer Fuhrpark beziehungsweise Betriebshof). mini|Antisemitisches Banner in Düren im August 1935
1935 März: Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. 5. Juli: Die alte Gerstenmühle wird abgebrochen. 6. August: Der Bau der Autobahn Aachen-Düren-Köln wird freigegeben. 8. August: Zusammenschluss zweier Großvereine zur Sportgemeinschaft Düren 99. 24. August: Die Städtische Sparkasse in der Zehnthofstraße wird ihrer Bestimmung übergeben.
1936 1. Januar: Düren hat 40.934 Einwohner. 6. April: Der „Dürener Turnverein 1847“ kauft das vom „Verein Deutsche Jugendkraft e. V. (DJK)“ erbaute Dürener Sommerbad mit Sportplatzanlage in der Dr.-Overhues-Allee. Bau einer Gastankanlage für Fahrzeuge durch die Stadtwerke. 23. Juli: Eröffnung der gewerblichen Berufsschule des Kreises Düren in der Arnoldsweilerstraße. 1. Oktober: Das städtische Säuglingsheim in der Goethestraße wird aufgelöst. 6. Oktober: Der Neubau des Wöchnerinnenheimes in der Roonstraße mit 19 Betten wird eröffnet (Abbruch Juni 1977). 26. Oktober: Erste größere Luftschutzübung in Düren.
1937 Der 1. Bauabschnitt der Rölsdorfer Siedlung mit 68 Volkswohnungen wurde fertiggestellt. 18. Januar: Das Dürener Papierunternehmen Rößler beginnt als Papiergroßhandlung für Trauerkarten und Büttenpapier. 19. März: Die Stadt Düren verkauft Ländereien an der Stockheimer Landstraße zum Bau der Kaserne. 1. April: Eingemeindung Rölsdorfs mit 2312 Einwohnern nach Düren. April: Erste unterirdische Verlegung des Telefonnetzes. 25. Juni: Ankauf von Gut Boisdorf durch die Stadt Düren für 380.000 Reichsmark. 2. August: Übernahme des renovierten Kornhauses durch die Stadt. 14. November: Der Grundstein für die St. Josefkirche in Düren-Süd, Ecke Zülpicher Straße/Plaggengasse, jetzt Piusstraße, wird gelegt.
1938 Auflösung der Privatmolkerei Commer. Gründung des Papiermuseums. Der Bezirk „Grüngürtel“ wird von Düren-Ost abgetrennt und wird eigene Pfarrei. Januar: Richtfest der Panzer-Kaserne an der Stockheimer Landstraße. 1. Januar: Düren hat 44.355 Einwohner. 22. Mai: Grundsteinlegung für das fensterlose Ehrenmal am „Fuchsberg“ für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Entwurf: Stadtbaumeister Max Ernst Schneider. Das Ehrenmal wurde nie vollendet. 29. Juni: Einweihung der Rurtalsperre Schwammenauel mit 100 Mio. m³ Speicherraum. 13. September: Erste Fliegeralarmübung in Düren. 25. September: Einweihung der St. Josefkirche in Düren-Süd. 9. zum 10. November: Die Synagoge in der Schützenstraße, jetzt Parkhaus, wird während der Novemberpogrome 1938 in Brand gesteckt.
1939 Die Kaserne an der Stockheimer Landstraße wird fertiggestellt. Das 1782 erbaute Restaurant „Zur Altdeutschen“ wird als Rathaus genutzt. Düren erhält neue Fernmeldeanlagen mit Polizeiruf und Luftschutz-Warnanlage. 26. März: Die Antoniuskirche im Grüngürtel Ecke Scharnhorststraße/Brückenstraße wird eingeweiht. 1. April: Aus dem Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerk werden die Stadtwerke Düren. In Boisdorf werden 58 Siedlungs- und Gruppenhäuser und 75 Volkswohnungen fertiggestellt. 1. August: Die ersten Buslinien der Dürener Kreisbahn zu den Kasernen und in den Grüngürtel werden eröffnet. 28. August: In Düren werden zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg wieder Lebensmittelkarten ausgegeben. 1. September: Beginn des Zweiten Weltkrieges durch den deutschen Überfall auf Polen. 1. Oktober: Die Einwohnerzahl beträgt 46.091.
1940 1. April: Die Stadtwerke übernehmen das Wasserleitungsnetz in Rölsdorf. 12. Mai: In Düren fallen die ersten Bomben in der Nähe der Riemann-Kaserne. 28. Juni: Die Stadt Düren kauft Gut Weyern in Burgau für 328.000 Reichsmark. 5. August: Erwerb des Hauses Kölner Landstraße 72 als Pfarrheim durch die Pfarrei St. Bonifatius. 15. August: Die St. Martinkirche in Derichsweiler wird zerstört.
1941 Die Häuser des Dürener Bauvereins in der Pfennigsweide werden bezugsfertig. Die Dürener Eisenbahn AG (Düren – Inden) nimmt die erste Elektrolokomotive in Betrieb. Die Einwohnerzahl hat sich auf 46.914 erhöht. In Deutschland wird einheitlich die „Deutsche Normalschrift“ (Lateinische Ausgangsschrift) eingeführt. 9. Juli: Großbrand im Straßenbahndepot im Bereich der heutigen Bahnstraße (jetzt Fa. Horn, Bahnstraße 13–15). Dort stand der Rölsdorfer Bahnhof. 3. August: Das Karmelitenkloster wird geschlossen, die Nonnen werden ausgewiesen.
1942 Die Einwohnerzahl beträgt 47.440. 25. September: In der Autohalle der Fa. Münz am Kölnplatz (Friedrich-Ebert-Platz) wird eine Markthalle eingerichtet. Oktober: Die Molkerei an der Mariaweiler Landstraße wird in Betrieb genommen. 22. Oktober: Errichtung eines Lehrerseminars in der Schule am Blücherplatz (Blücherplatz hieß damals der Vorplatz der Ostschule, heute Heinrich-Böll-Gesamtschule Düren). Das Lehrerseminar wird 1944 geschlossen.
1943 14. Februar: In Rölsdorf fallen während eines Luftangriffs 25 Stabbrandbomben. 1. August: Auslagerung des Stadtarchivs Düren, einiger dem Kreis gehörende Archivbestände, des Stadtarchivs Nideggen und des Archivs der Evangelischen Gemeinde zu Düren in den Bergfried der Burg Nideggen.
1944 11. September: Schätzungsweise sind nur noch 2/3 der Kinder in der Stadt, ein Drittel an anderen Orten. Die Schulen werden geschlossen. 15. September: Der Beschuss Dürens durch amerikanische Ferngeschütze beginnt um 23.50 Uhr. Er hält bis zur Eroberung durch die Amerikaner am 25. Februar 1945 an. 1. November: Vom Bannführer der Hitlerjugend werden Jungen zum Schanzen abgeholt. 16. November (15:23–15:44 Uhr): Völlige Zerstörung Dürens durch mehr als 5477 Spreng- und 148.980 Brandbomben. Dieser Fliegerangriff durch 474 Flugzeuge hinterlässt 66,1 % Steinwüste. Nur 13 von 9322 Gebäuden sind ohne Schaden. Ungefähr 1.600.000 m³ Trümmer sind zu beseitigen. Bis zum 19. November werden noch lebende Personen aus den Trümmern gerettet. Dann werden die Rettungsarbeiten eingestellt.
Die Zahl der Toten wird unterschiedlich wiedergegeben. Zur tatsächlichen Anzahl gibt es eine Ausarbeitung der Stadt Düren. Sie listet die Opfer des Fliegerangriffs am 16. November 1944 auf:
Namentlich erfasst: Dürener: 2392 Auswärtige: 394