mini|Stadtpfarrkirche Krumbach (Schwaben) von Südwesten Krumbach (Schwaben) ist die zweitgrößte Stadt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg und liegt in dessen Süden.

Geographie Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Gemarkungen Krumbach, Hürben, Attenhausen, Billenhausen, Edenhausen, Hohenraunau und Niederraunau spiegeln die ehemals selbständigen Gemeinden wider, aus denen sich das heutige Gemeindegebiet zusammensetzt.

Krumbach liegt im Naturraum der Unteren Iller-Lech-Schotterplatten im Tal der Kammel, einem Nebenfluss der Mindel, die in die Donau entwässert. Die Stadtteile Niederraunau, Billenhausen und Hirschfelden liegen wie Krumbach im Kammeltal, Hohenraunau auf dem Höhenrücken zwischen dem Kammeltal und dem Tal des Krumbächles, das in Krumbach in die Kammel mündet. Die beiden anderen Stadtteile, Edenhausen und Attenhausen, liegen östlich von Krumbach im Tal des Haselbachs, einem Nebenbach der Kammel, der weiter nördlich, bei Naichen (Gemeinde Neuburg an der Kammel) in die Kammel mündet. Das Heilbad Krumbad liegt zwischen Krumbach und Edenhausen am östlichen Rand des kleinen Tals des Weihergrabens, der, wie das Krumbächle, in Krumbach in die Kammel mündet.

Starkregen im südlichen Flussgebiet der Kammel führte im September 2000 und insbesondere im Juni 2002 zu Überschwemmungen in Krumbach und verursachten große Schäden.https://www.wwa-don.bayern.de/hochwasser/hochwasserschutzprojekte/krumbach/index.htm Wasserwirtschaftsamt Donauwörth: Hochwasserschutz Krumbach, abgerufen 2024-07-02

Die Landschaft ist geprägt von Äcker, Wiesen und Wälder. Die Krumbacher Stadtpfarrkirche St. Michael liegt 512 Meter über dem Amsterdamer Pegelmesspunkt. Das laut Regionalplan bevorzugt zu entwickelnde Mittelzentrum Krumbach gehört zur Planungsregion Donau-Iller. Die Stadt liegt etwa in der Mitte zwischen Ulm, Augsburg und Memmingen.

Geschichte Bis zur Stadtwerdung Im Jahre 1156 wurde Krumbach erstmals urkundlich erwähnt, das Marktrecht erhielt der Ort 1370. Zur Zeit der Gründung lag der Ort im Herzogtum Schwaben. Krumbach war von 1305 bis 1805 habsburgisch und gehörte als Teil der Markgrafschaft Burgau zur vorderösterreichischen Territorienwelt; mit dem Frieden von Pressburg (1805) wurde Krumbach bayerisch. 1895 wurde Krumbach zur Stadt erhoben.

20. Jahrhundert Im Jahr 1912 wurde die Raiffeisenbank Krumbach/Schwaben gegründet. Bis 1933 hatte das Dorf Hürben beziehungsweise die Stadt einen vergleichsweise hohen Anteil an jüdischen Bürgern in Bayern (siehe auch: Jüdische Gemeinde Hürben). Am Morgen nach der Reichspogromnacht 1938 wurden alle noch dort lebenden jüdischen Bürger ins Günzburger Gefängnis gebracht. 27 von ihnen konnten bis zum Jahr auswandern und weitere 18 zogen in andere Städte. Die letzten 16 jüdischen Bürger Hürbens wurden im Jahr 1942 deportiert und ermordet. Insgesamt starben in der Zeit des Nationalsozialismus 38 Juden, die in Hürben bzw. Krumbach geboren wurden oder längere Zeit hier wohnten.

Bis zum 30. Juni 1972 war Krumbach Kreisstadt des Landkreises Krumbach (Schwaben).

Eingemeindungen Am 1. Oktober 1902 wurde die Gemeinde Hürben eingegliedert.

Mit der Gebietsreform wurden die Gemeinden Hohenraunau (1. Januar 1972), Billenhausen mit Hirschfelden (1. Juli 1972), Edenhausen mit dem Krumbad (1. Januar 1973), Attenhausen (1. Januar 1977) und Niederraunau (1. Mai 1978) eingegliedert. Niederraunau ist bereits 1067 urkundlich erwähnt und wurde unter Georg von Freyberg von Maximilian I. 1494 zum Markt erhoben. mini|Krumbach von Nordenmini|links|Krumbach von Süden

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2008 wuchs die Einwohnerzahl um 932 bzw. 8 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 11.632 auf 13.293 um 1661 Einwohner bzw. um 14,3 %.mini|450px|Einwohnerentwicklung von Krumbach von 1840 bis 2016 nach nebenstehenden Tabellen. In Rot die Werte der Spalte 'Krumbach mit den Stadtteilen' der ersten Tabelle, in Blau die Werte der zweiten Tabelle Datum Krumbachmit denStadtteilenStatistik kommunal 2009 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Stadt Krumbach (Schwaben). – Hrsg.: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München, Januar 2010, S. 4. (abgerufen am 3. November 2010) Krumbach(ab 1902: mit Hürben) Hürben(1902 eingemeindet) Attenhausen (1977 eingemeindet) Billenhausen (mit Hirschfelden; 1972 eingem.) Edenhausen (mit Krumbad; 1973 eingem.) Hohenraunau (1972 eingemeindet) Niederraunau (1978 eingemeindet) 01.12.1840 4628 01.12.1871 4900 01.12.1895 1871 1279 01.12.1900 5009 244 417 337 250 589 01.12.1910 3358 262 368 366 247 662 16.06.1925 5448 17.05.1939 5619 3774 215 383 331 227 640 13.09.1950 9432 6420 363 712 475 330 1132 06.06.1961 10.290 7877 256 524 387 263 983 27.05.1970 11.969 9285 284 539 395 255 1211 25.05.1987 11.757 9089 330 551 417 258 1112 365 524 405 295 1267 31.12.2010 12.612 9807 361 502 391 269 1282 31.12.2011Krumbach schrumpft leicht. In: Mittelschwäbische Nachrichten. (eine der Lokalausgaben der Augsburger Allgemeinen Zeitung), 3. Februar 2012; abgerufen am 11. März 2012. 12.564 9768 362 506 388 272 126831.12.201913.72310.7413815083892621442 Auf der Grundlage des Zensus 2011 betrug die Einwohnerzahl zum 31. Dezember 2011 der Stadt 12.404. Davon waren 5999 männlichen Geschlechts und 6405 weiblichen Geschlechts. Zum 31. Dezember 2019 lebten 6832 Männer und 6891 Frauen in Krumbach.

Die folgenden Einwohnerzahlen beziehen sich immer auf die Stadt Krumbach mit den Stadtteilen: Datum Einwohner 31.12.1991 12.061 31.12.1995 12.530 31.12.1999 12.454 31.12.2000 12.447 31.12.2001 12.502 31.12.2002 12.524 Datum Einwohner 31.12.2003 12.667 31.12.2004 12.673 31.12.2005 12.719 31.12.2006 12.561 31.12.2007 12.562 31.12.2008 12.564 Datum Einwohner 31.12.2009 12.531 31.12.2010 12.493 31.12.2011 12.404 31.12.2012 12.351 31.12.2013 12.487 31.12.2014 12.673 Datum Einwohner 31.12.2015 12.891 31.12.2016 13.14731.12.201913.72301.01.202314.000

Politik Stadtrat Der Stadtrat hat 24 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2026 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen: mini|Rathaus Partei/Liste Sitze Stimmenanteil CSU 8 32,4 % Junge Wähler-Offene Liste (JW-OL) 5 19,4 % Unabhängige Freie Wählergemeinschaft (UFWG) 3 13,6 %Alternative für Deutschland (AfD)311,5 Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 2 9,2 %SPD 2 8,5 % Junge Union (JU) 1 5,3 %Gesamt 24 100,0 %

Gegenüber der Amtszeit 2020 bis 2026 verloren die JW-OL, das Bündnis 90/Die Grünen und die UFWG je ein Mandat. Die AfD trat erstmals an und gewann drei Sitze.

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Florian Kaida (* 2000, CSU). Zweiter Bürgermeister ist Gerhard Weiß (CSU), Dritte Bürgermeisterin Gabriele Tuchel (CSU). mini|Schloss Krumbach von Süden

Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher von Krumbach seit 1799 1799–1800: Johann Michael Jochner, Kupferschmiedmeister 1800–1810: Lukas Steichele, Lodner 1812–1820: Mathias Hayn, Apotheker 1821–1823: Johann Miller, Zinngießer 1824–1826: Johann Böck, Handelsmann 1826–1832: Mathias Hayn, Apotheker 1832: Anton Stempfle 1833: Leonhard Thalhofer 1833–1834: Nepomuk Miller 1835: Valentin Graf, Seilermeister 1836–1848: Ignaz Miller 1849–1851: Valentin Graf, Seilermeister 1852–1853: Josef Reiß 1854–1859: Mathias Vogel 1860–1891: Benjamin Miller 1892–1902: Ferdinand Reiß, Kaufmann 1903–1918: Theodor Einsle, Kaufmann u. Weingroßhändler 01.01.1919 – 31.12.1924: Max Herz, Kaufmann 01.02.1925 – 31.01.1935: Max Sailer, Rechtsanwalt 01.03.1935 – 27.04.1945: Konrad Kling, Prokurist 14.05.1945 – 02.08.1945: Josef Bader, Wachsziehermeister 14.08.1945 – 31.12.1947: Otto Steinhart, Wachswarenfabrikant 01.05.1948 – 31.12.1963: Franz Aletsee, Direktor 23.03.1964 – 30.04.1966: Karl Kling, Diplom-Ingenieur 01.05.1966 – 12.05.1971: Ludwig Mayer, Stadtkämmerer 01.09.1971 – 30.04.2002: Georg Winkler, Regierungsrat 01.05.2002 – 30.04.2008: Willy Rothermel, Lehrer 01.05.2008 – 30.04.2026: Hubert Fischer, Vermessungs-Ingenieur seit dem 1. Mai 2026: Florian Kaida

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Partie an der Kammel mit Blick auf die Stadtkirche

Das Alte Rathaus am Marktplatz, ein Fachwerkbau von 1679, zählt ebenso zu den das Ortsbild prägenden Sehenswürdigkeiten wie die barocke katholische Stadtpfarrkirche St. Michael von 1751/1753 und das Krumbacher Schloss von 1530. Die katholische Kirche St. Ulrich, deren Bauzeit umstritten ist, wurde spätestens 1438 geweiht. Das sogenannte Landauer-Haus wurde 1799 erbaut und beherbergt heute die Trachtenberatungsstelle des Bezirks Schwaben. An Museen hat Krumbach das Mittelschwäbische Heimatmuseum, in dem die Geschichte und die Kulturgeschichte Mittelschwabens auf etwa 1500 Quadratneter erläutert. Das Wachsmuseum Krumbach zeigt Kunst, welche aus Wachs gefertigt wurde. Die Mühlkapelle ist ein Zeugnis der vielen kleinen Barockkapellen in Oberschwaben. Das gotische Hürbener Wasserschloss von 1478 beherbergt heute die Beratungsstelle für Volksmusik des Bezirks Schwaben. Des Weiteren zählen in der Stadt weitere Einzelgebäude zu den Sehenswürdigkeiten, darunter auch der moderne Kirchenbau der Maria-Hilf-Kirche. In den Stadtteilen gibt es des Weiteren weitere Sehenswürdigkeiten wie den Dossenberger-Pfarrhof in Billenhausen oder das Niederraunauer Schloss. Der Kneipp-Rundweg führt etwa 4 km durch die Stadt, an der Kammel und am Krumbächlein entlang.

Wirtschaft und Infrastruktur In der Stadt befinden sich unter anderem Automobilzulieferbetriebe, Lackfabrik, Anlagenbau und Verfahrenstechnik, Webereien, Wachswarenfabriken, Teppichbodenwerk, Online-Druckerei und eine bekannte Silbermanufaktur. Krumbach ist Hauptsitz der weltweit im Anlagenbau tätigen Lingl-Gruppe, dem größten Arbeitgeber. Die Unternehmensgruppe Borgers betrieb ebenso ein Werk im Ort und war der zweitgrößte Arbeitgeber.

Verkehr mini|Ankunft von Westen (B300)

Krumbach liegt an der Landesentwicklungsachse von überregionaler Bedeutung Günzburg–Mindelheim, die sich aus der 1892 eröffneten Mittelschwabenbahn mit Stationen unter anderem in Krumbach (Schwab)Krumbach (Schwab) auf bahnhof.de und Krumbach (Schwab) SchuleKrumbach Schule auf bahnhof.de sowie der Bundesstraße 16 (Regensburg–Donauwörth–Günzburg–Mindelheim–Füssen) ergibt. Hinzu kommt die Bundesstraße 300 Ingolstadt–Augsburg–Memmingen. Die Bundesautobahnen 7 (Memmingen–Ulm), 8 (Stuttgart–München) und 96 (München–Memmingen-Lindau) sind jeweils in etwa 30 Minuten Fahrt zu erreichen.

Seit Juli 2009 wird der Stadtbusverkehr nach dem Prinzip des Bedarfsgesteuerten Flächenbetriebes durchgeführt. Die Flexibus genannten Kleinbusse verkehren nicht nur in Krumbach und den Stadtteilen, sondern auch in alle Orte, die in den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Krumbach (Schwaben) liegen.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung