Zerlach ist eine ehemalige Gemeinde mit 1690 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2014) im Südosten der Steiermark im Bezirk Südoststeiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist die Gemeinde seit 2015 in der Gemeinde Kirchbach-Zerlach eingegliedert,Steiermärkische Gemeindestrukturreform. die neue Gemeinde führte 2015 den Namen Kirchbach in der Steiermark.
Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 9 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. , S. 4.
mini|Kapelle Zerlach
Geografie Geografische Lage Zerlach liegt an der Schwarzau ca. 23 km südöstlich von Graz und ca. 17 km westlich der Bezirkshauptstadt Feldbach im Oststeirischen Hügelland.
Ausdehnung des Gemeindegebiets Zerlach ist eine Agrargemeinde mit einem Flächenmaß von 2.377 ha.
Nachbargemeinden im Norden: Petersdorf II im Osten: Oberdorf am Hochegg und Sankt Stefan im Rosental im Süden: Kirchbach in Steiermark im Westen: Pirching am Traubenberg und Edelstauden
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasste folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ): Breitenbuch () Dörfla () Kittenbach () Maxendorf () Weißenbach () Zerlach () Die Gemeinde bestand aus der einzigen Katastralgemeinde Zerlach.
Geschichte Der Name Zerlach früher „Zedlach“ wurde erstmals im Babenbergischen Urbar im Jahre 1220 erwähnt. Zerlach könnte heißen: „Zu oder bei den Erlen“. Wahrscheinlicher ist eine Benennung nach dem Lokativ von altslawisch *sedlo (Sitz, Siedlung), denn die Ersterwähnung beinhaltet ein d, was mit Erle nicht zu erklären ist. Präpositionen im Ortsnamen sind ebenfalls höchst selten. Die Gemeinde war einst im Besitze von einigen Schlössern und Gutshöfen sowie einer Wehranlage.
Die Ortschaften Breitenbuch früher „Praytenbach“, Kittenbach früher „Cüttenbach“, Hochjahring, früher „Ohenjahring“, Maxendorf früher „Markirschendorf“ wurden auch schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt.
Dörfla genannt „das Dörflein in der Pfarr zu Kirchbach“ wurde erst später im Jahre 1370 im Seckauer Zehentbuch genannt.
Angebaut wurden zu dieser Zeit hauptsächlich Hafer (von dem ein Teil als Marchfutter für die Pferde des Militärs abzuliefern war), Getreide, Mohn, Erbsen und Flachs. Es gab auch besonders viel Wein. Jeder Hügel war mit Weinstöcken bepflanzt. Von diesem wurde schon vom Traubensaft, früher Most genannt, verschiedene Steuerabgaben wie Zehent an die verschiedensten Herrschaften, aber auch an die kirchlichen EinrichtungenBei der Grundentlastung war ein Unterschied zwischen Verpflichtungen, die entweder ersatzlos oder gegen billige Entschädigung wegfielen und den Verpflichtungen, die bestehen blieben, aber durch Geldzahlungen ablösbar wurden. Letztere betrafen hauptsächlich Verpflichtungen, die dem Unterhalt von Kirchen (als Vorläufer des 1938 eingeführten Kirchenbeitrages) und Schulen dienten. Für deren Ablöse gab es keine staatlichen Unterstützungen, die Ablöse musste zur Gänze vom Verpflichteten finanziert werden. Die Verpflichtungen blieben bestehen, wenn sie nicht abgelöst wurden. Zumindest in der Steiermark gab es allerdings später, 1871, ein Gesetz über die Ablösung auch solcher Verpflichtungen. Siehe das Gesetz vom 18. Juli 1871, womit die Durchführung der Grundentlastung auf die Geld- und Naturalgiebigkeiten an Kirchen, Pfarren und Schulen angeordnet wird, kundgemacht am 19. Oktober 1872 (sic!), Landgesetz- und Verordnungsblatt für das Herzogthum Steiermark, Jahrgang 1872, XIV. Stück, S. 127–133, einschließlich eines Amtsunterrichtes vom 13. Oktober 1872 über die Durchführung des Anmeldeverfahrens, welches die Grundlage für die Ablösung war. Es konnte aber bis in das 20. Jahrhundert dazu kommen, dass solche Leistungen in Abrechnungen aufscheinen. Das wurde noch 1927 durch ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes, dessen Anlassfall in der Oststeiermark spielt, detailliert begründet. (Mit konkreter Nennung der betroffenen Naturalleistungspflichten wie Getreidegarben, Reisten, Eier, Hammeln oder Oblatenweizen): Erkenntnis des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes Nr. 14.690 vom 27. Februar 1927, Zl. 138/1926, in der amtlichen Sammlung (VwSlg.) auf S. 214–218. (Abgerufen am 24. Februar 2026). (Pfarre, auch zur Schulerhaltung) abgeliefert.
Im Jahre 1848 stellte Hans Kudlich den Antrag auf die abschließende Bauernbefreiung, nachdem die Leibeigenschaft schon ab Kaiser Josef II. durch dessen Untertanenpatent und andere begünstigende Maßnahmen immer stärker eingeschränkt worden war. Schon im Jahre 1849 wurden die Bauern freie Bürger und brauchten an die Gutsherrn keinen Zehent mehr zu leisten. Damit die Bauern den Grund erwerben konnten, mussten sie ein Drittel des Schätzwertes selbst aufbringen, das andere Drittel wurde aus staatlichen Mitteln gezahlt und das dritte Drittel wurde gestrichen (als Ausgleich dafür wurden den bisherigen Grundherrschaften eine Reihe von Verwaltungsangelegenheiten wie Grundbuch, Gerichtsorganisation, Steuereinhebung, Militärs-Standesführung abgenommen und neuen staatlichen Behörden übertragen).
Schon ab ca. 1817 die gab es die Katastralgemeinden als Verwaltungsgemeinden, deren Vorläufer die Steuergemeinden und die Nummerierungsabschnitte waren und die hinsichtlich der Verwaltungsangelegenheiten außerhalb des Grundbuches schließlich in die heutigen politischen Gemeinden oder Ortsgemeinden übergingen. Bis zum Jahre 1981 musste die Gemeindekanzlei siebenmal ihren Sitz wechseln. Unter Bürgermeister Josef Graßmugg wurde das Gemeindeamt errichtet.
Am 3. Juni 1984 wurde dieses Haus durch Pfarrer Tödtling im Beisein von Pfarrer Wolfgang Pucher, Alois Steinkleibl und Johann Köberl feierlich gesegnet. Am gleichen Tage wurde Landeshauptmann Josef Krainer zum Ehrenbürger der Gemeinde, Josef Krainer nahm auch die Wappenverleihung der Gemeinde Zerlach vor. Am 22. März 1985 legte Josef Graßmugg seine 15-jährige Funktion als Bürgermeister zurück. Im April wurde Josef Suppan (vlg. TischlerI) zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt.
Die Bewohner von Zerlach bewirtschaften jedes Stückchen Landwirtschaft. Durch ihre tatkräftige Einsatzbereitschaft und großen Fleiß, welchen sie das ganze Jahr über einsetzen, kann man sagen, dass jeder gut gestellt ist. Zum Großteil müssen die Arbeiten auf Grund der hügeligen Landschaft die Arbeiten händisch durchgeführt werden. Heute wird hauptsächlich Vieh- und Schweinezucht betrieben.
Breitenbuch Der Name Praytenpuch wurde erstmals im Jahre 1265 genannt. Praytenpuch stand damals unter der Herrschaft von Ottokar von Böhmen und gehörte zur Pfarre St. Georgen. Im Jahre 1414 stand dieser Ort Breitenbuch schon unter der Herrschaft von dem Gutsherrn von Freiburg.
Hochjahring In Hochjahring sollte sich ein Schloss mit einer Wehranlage befunden haben. Dieses Schloss wurde „der Hof zu Kirchbach“ genannt. Auch beim derzeitigen Besitzer Puchannerl soll ein Schloss mit Wehranlage gestanden sein.
Kittenbach Kittenbach wurde erstmals im Urbar der Habsburger im Jahre 1280 erwähnt. Kittenbach hatte zwei Huben und stand unter der Herrschaft des Landesfürsten. Eine Hube wurde mit 36 Joch berechnet.
Dörfla Dörfla wurde erstmals im Seckauer Zehentbuch im Jahre 1406 genannt. Auf dem Hang Erlingsberg, soll sich ebenfalls ein Edelhof mit einer Wehranlage befunden haben.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Wirtschaft und Infrastruktur Zerlach ist eine typische Landgemeinde mit vorwiegend land- und forstwirtschaftlicher Nutzung durch bäuerliche Klein- und Mittelbetriebe, die meist im Nebenerwerb geführt werden.
Verkehr Die Kirchbacher Straße B 73 bietet vor allem den Berufspendlern die Anbindung an die Wirtschaft im Großraum Graz.
Öffentliche Einrichtungen Gemeindekindergarten Pflegeheim der Caritas Steiermark Freiwillige Feuerwehr Breitenbuch
Bildung Die schulische Grundversorgung wird durch das Schulzentrum in der Nachbargemeinde Kirchbach-Zerlach übernommen.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat bestand bis 31. Dezember 2014 aus 15 Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen: 14 ÖVP – stellt den Bürgermeister und Vizebürgermeister 1 SPÖ
Bürgermeister Letzter Bürgermeister war bis 31. Dezember 2014 Franz Löffler (ÖVP). Vizebürgermeister war Anton Prödl (ÖVP). Amtsleiterin war Michaela Gartner.
Ehemalige Bürgermeister Vom Jahre 1848 bis 1900 ist nicht bekannt, wer die Gemeinde verwaltet hat. von bis Name des BürgermeistersGemeinde Zerlach: (abgerufen am 2. Februar 2015) 1900 1919 Georg Mayer vulgo Kölli 1919 1938 Josef Nöst vulgo Krisper 1938 1939 Josef Kaufmann vulgo Thori 1939 1945 Richard Suppan vulgo Schuhmandl 1945 1960 Josef Paier vulgo Tonihansl 1960 1970 Franz Maier vulgo Wagner 1970 1985 Josef Graßmugg vulgo Schlosser 1985 2005 Josef Suppan 2005 2014 Franz Löffler
Wappen Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1984. Blasonierung (Wappenbeschreibung): „Über einer silbernen Zinnenmauer im Schildfuß in Rot balkenweise eine silberne Kette von fünf Gliedern, durch zwei derselben sind je drei silberne Ähren gesteckt.“Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 35/36, 1985/86, S. 54.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1980: Anton Peltzmann (1920–2000), Landesrat 1984: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann 2013: Wolfgang Pucher (1939–2023), Lazarist
Söhne und Töchter der Gemeinde Anton Absenger (1820–1899), Komponist Georg Mayer (1852–1931), Politiker der Christlichsozialen Partei (CSP)
Weblinks
Einzelnachweise
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